Der Papierkrieg

“Papierkrieg: Fortsetzung der Bürokratie mit immer den gleichen Mitteln.”
Wolfgang Mocker

Der Papier Krieg klein - Der Papierkrieg

Wer Anträge selber stellt, weiß, dass man oft mehrmals dasselbe oder das Gleiche ausfüllen muss. Auch wenn man schon Unterlagen dabei gelegt hat, die belegen oder beantworten, was die fehlenden Fragebögen oder Antragsformulare offen lassen.

Ich für meinen Teil stelle Anträge seit ich 18 bin und zwar für mich selber und es ist kein Problem für mich, nein, es macht mir sogar Spaß, wenn man alles da hat und wenn man alles vor der Hand liegen hat, ist das alles kein Problem, nur wenn man suchen muss und seine Unterlagen komplett zerpflückt, dann macht es keinen Spaß mehr.

Die Antragsformulare zu besorgen, ist das kleinste Problem. Zu 99% kann man alles im Netz laden. Das Komplizierte ist diese zu finden – alleine was man alles braucht, um Kindergeld oder einen Rentenantrag zu stellen, grenzt an Verzweiflung, weil man gefühlt 200 Zusatzformulare braucht.

Neben dem eigentlichen Antrag gibt es dieses Formular, das diese Fragen abdeckt oder jenes Formular, das wieder etwas komplett anderes abfragt. Wenn man bei der Beschaffung der Anträge nicht bescheuert wird, wird man es beim Ausfüllen.

Denn man muss ja alles belegen können und wenn er Erstantrag aus dem Jahr 2003 stammt, und man gefühlt 4 mal umgezogen ist, ist seitdem so ein Beleg nicht mehr wiederzufinden und dann fragt man sich, was jetzt ist.

So legt man andere Dokumente dabei, die das bescheinigen, aber nunmal nicht der Restantrag sind und als Dankeschön bekommt man die Aufforderung, dieses Dokument nachzureichen, als wenn man das nicht schon erklärt hatte, dass dieses nicht mehr existiert, aber auf Dokument X auf Seite 2 ganz unten die Information stehen würde.

Wenn man dann alles ausgefüllt hat, muss man Kopien machen, denn man kennt es ja aus den Ämtern oder von den Behörden. Dort ist es nicht üblich, dass dort mal die originalen Sachen verschwinden oder wegkommen. Man macht Kopien und das an Msse und dann reicht es noch immer nicht. Nicht nur Seite 1, nein alles muss es sein, selbst wenn es nur die Belehrung der Rechtsmittel sind.

Wenn man diese Kopien gemacht hat und in einen Jumbo-Brief gepackt hat, der auch noch bei der Post ist, darf man die Unterlagen, die man zuvor gesucht hat, wieder wegsortieren, damit man diese in Zukunft wieder finden kann, aber nicht nur einfach in einen Ordner tun, nein es muss chronologisch korrekt sein, denn …

„Ordnung muss sein!“

Nach gefühlten 2 Monaten bekommt man nach dem X-ten Mal etwas nachfordern einen Bescheid oder Entscheid, auf dem man unter anderem noch mehr Papiereinsatz einen Widerspruch einlegen kann.

Man muss ja die Post, Telekommunikation, Papierindustrie, Energie-Versorger, und, und, und am Leben erhalten, denn ohne diesen ganzen Papier-Irrsinn würde unser System nicht mehr funktionieren.

Ironie


Ich bin froh, dass ich alles so souverän für mich machen kann, aber ich denke, dass da viele Bekannte davon überfordert sind, diese ganze Papierschlacht zu bewältigen. Ich denke, dass da nur ein Rentenantrag über die Menge an Formularen ist, was einen erschlagen kann. Mich wundert es echt nicht, dass dabei 70% der Antragsteller bei sowas Hilfe brauchen.


Und wenn man gefühlt 150 Seiten mit Belegen faxen muss, ist das eine Mammut-Aufgabe. Also macht man dies Mittels Post. Das ist gut und bewährt, aber so 1970 und nicht 2018.

Ich wünsche mir eine moderne und zeitgemäße Lösung. Wir leben in einem Land der Dichter und Denker. Nicht der, die handeln und machen. Das machen andere Länder vor wie Estland, wo man nichts mehr über Papier mit den Behörden erledigen muss, sondern alles von Zuhause aus und papierlos erledigen kann – und das auch noch Online! WOW!

Wie denkt ihr darüber und wie sind da eure Erfahrungen?

Euer Sascha

Autor: Sascha Markmann

Legastheniker am Werk ( Mehrfaches lesen meiner Postings kann zu irreparable Schäden am den Augen führen zb. Pseudotumor-cerebri-Syndrom ) Leicht gestörter bis Mittel schwerer Fall von Überlebens Künstler, Maler,Blogger, Musiker, Podcaster und Video Produzenten "Audiovisueller STUMPFSINN mit keinem Nutzwert"

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