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00:00 – 0:00:03
Soll wir den Leuten sagen, dass das eine olle Kamelle ist?
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0:00:03 – 0:00:06
Nö, die sollen unsere Podcast hören.
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0:00:06 – 0:00:10
Denn wüssten die, dass wir seit über einem Jahr darüber reden.
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0:00:10 – 0:00:18
[Musik]
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0:00:18 – 0:00:21
Der Probe-Podcast.
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0:00:21 – 0:00:25
Beim gemütlichen Talk im Proberaum.
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0:00:25 – 0:00:28
Mit unseren Moderatoren
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0:00:28 – 0:00:55
Hallo und herzlich willkommen zum Probe-Podcast.
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0:00:55 – 0:00:58
"Low and behold, der Gast"
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0:00:58 – 0:01:09
Das wird jetzt ein doppeltes "Moin" aus Hamburg.
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0:01:09 – 0:01:15
Unser Anmoderator ist nämlich wieder unser Peter von Dorsham.
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0:01:15 – 0:01:16
Hallo, Moin.
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0:01:16 – 0:01:18
Ja, hi.
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0:01:18 – 0:01:22
Ihr wolltet den doch schon zum Moderator machen nach dem ersten Interview.
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0:01:22 – 0:01:23
Ist doch schön, dass es mal geklappt.
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0:01:23 – 0:01:29
Ist doch schön, hat's überhaupt mal geklappt nach letztem Mal.
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0:01:29 – 0:01:35
Ach komm, letztes Mal, wo es nicht geklappt hat, haben wir doch schön hier zusammengesessen im
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0:01:35 – 0:01:43
Proberaum und Pläne gemacht. Und Pläne gemacht. Und drei Dinger unterhalten, die wir nicht senden
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0:01:43 – 0:01:50
können. Drei Stunden zum Wegwerfen, genau. Ich glaube, das spricht Bände, dass das harmlos ist.
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0:01:50 – 0:01:52
Was wir, glaube ich, hatten, war eine Grundsatzdiskussion, ob man einen Besteren oder
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0:01:52 – 0:01:59
schlechteren Sex hat, wenn man ihn chronisch ins Internet streamt. In Bezug auf Onlyfans.
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0:01:59 – 0:02:12
Ja. Das Internetbezug hier. Ja, Peter, wir haben dich eingeladen, weil du was Neues gemacht hast.
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0:02:12 – 0:02:16
Schon wieder. Oder immer wieder.
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0:02:16 – 0:02:29
Wobei, diesmal war es ja glaube ich nicht nur der Peter, oder? Das ist glaube ich die größere Neuigkeit, als dieses kleine Ding da.
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0:02:29 – 0:02:32
Nee, nee, also Peter ist jetzt Chef, habe ich gelesen.
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0:02:32 – 0:02:37
Ja, also die Sachen habe ich jetzt noch alleine gemacht, aber ich habe jetzt tatsächlich zwei
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0:02:37 – 0:02:46
Leute eingestellt, damit die ganzen vielen Ideen, die da noch sind und die ganzen Konzepte und so
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0:02:46 – 0:02:51
weiter, dass die ein bisschen schneller umgesetzt werden können. Ja, ich habe das gesehen in der
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0:02:51 – 0:02:59
About Us Seite und ich dachte mir so, huch, plötzlich ist er vervielfältig. Ja, großartig.
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0:02:59 – 0:03:01
Das ist eine Firma.
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0:03:01 – 0:03:06
Ja, man könnte sagen, es läuft bei dir.
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0:03:06 – 0:03:11
Ja, also ich hoffe, dass es dann auch laufen wird.
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0:03:11 – 0:03:17
Jetzt müssen sich ja erst mal alle zurecht ruckeln und einarbeiten und so weiter.
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0:03:17 – 0:03:20
Aber tatsächlich glaube ich, das wird ziemlich gut werden.
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0:03:20 – 0:03:33
Ja, was hast du denn uns Schönes mitgebracht? Ich glaube, es gibt ein etwas größeres Update,
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0:03:33 – 0:03:39
für die andere Firmen ein völlig neues Produkt kreieren würden und du hast einfach gesagt,
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0:03:39 – 0:03:43
"Nein, ich mach da einfach eine 1,5 draus."
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0:03:43 – 0:03:56
Ja, also der Hintergrund war, wir hatten ja schon mal einen anderen ausführlichen Probe-Podcast,
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0:03:56 – 0:04:04
wo es um dieses Instrument, den Synthesizer MÜSS, ging und eine Besonderheit von diesem
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0:04:04 – 0:04:12
Man kann Samples reinwerfen und die resynthetisieren und damit allerlei Sachen anstellen.
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0:04:12 – 0:04:20
Und das ursprüngliche Konzept hat vorgesehen, dass man das Sample jetzt nicht wie in einem Sampler erstmal als Sample benutzt,
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0:04:20 – 0:04:30
sondern dass man eher so den zeitlichen Verlauf oder die zeitlichen Verläufe, die in dem Sample als klangliche Veränderungen drinstecken,
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0:04:30 – 0:04:36
dass man mit denen arbeitet. Und von den Rückmeldungen, die ich so bekommen habe,
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0:04:36 – 0:04:41
und von vielen Gesprächen, die ich mit Usern geführt habe, ist das für viele Leute toll
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0:04:41 – 0:04:48
gewesen. Und für viele andere ist es ein bisschen abstrakt und schwer zugänglich gewesen. Und es war
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0:04:48 – 0:04:57
halt der Wunsch, dass die Resynthese so gut sein könnte, dass man einen Sample reinwirft und es dann
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0:04:57 – 0:05:05
mehr oder weniger originalgetreu abspielen kann. Und dann hat man all diese vielfältigen
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0:05:05 – 0:05:11
Synthesemöglichkeiten. Und daran habe ich den ganzen Sommer und Herbst gearbeitet.
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0:05:11 – 0:05:20
Und das ist dann dieses Update geworden. Und das bringt es meines Erachtens tatsächlich auf
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0:05:20 – 0:05:27
einen anderen Level, weil man kann jetzt halt irgendeinen Klang nehmen und ihn von da, wo er
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0:05:27 – 0:05:38
steht, entsprechend weiterentwickeln. Jetzt hast du ja im gleichen Atemzug nicht nur dann den MÜF
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0:05:38 – 0:05:47
1.5 rausgebracht, du hast auch noch parallel sozusagen auch noch ein weiteres Goodie auf
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0:05:47 – 0:05:53
Markt gebracht und zwar for free. Und dürfen wir das überhaupt sagen oder ist das dann wieder
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0:05:53 – 0:06:00
Schleichwerbung, Sascha? Nee, das ist keine Schleichwerbung. Ist ja for free. Also dürfen
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0:06:00 – 0:06:09
wir sagen, dass der 3Club, der quasi parallel mit dem Messe 1.5 veröffentlicht wurde, auch
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0:06:09 – 0:06:15
frei herunterladbar für jeden kostenlos dann von dir zugänglich gemacht wurde.
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0:06:15 – 0:06:16
Genau.
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0:06:16 – 0:06:18
Wie bist du auf die Idee gekommen?
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0:06:18 – 0:06:27
Tja, also zum einen hatte ich schon längere Zeit den Wunsch, auch mal ein kostenloses
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0:06:27 – 0:06:33
Plugin herauszubringen. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen weiß ich noch sehr gut,
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0:06:33 – 0:06:40
wie das war, als ich selber ein bisschen jünger war und nie Geld hatte. Das war immer sehr viel Wunsch,
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0:06:40 – 0:06:47
da Musik zu machen, aber gerade vor 30 Jahren war die Technik ja noch viel, viel teurer. Man konnte
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0:06:47 – 0:06:54
ja auch nicht alles mit Software und so weiter irgendwie machen. Und in den jungen, wilden
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0:06:54 – 0:06:59
Jahren hat man dann natürlich auch viel so raubkopierte Software und so weiter verwendet,
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0:06:59 – 0:07:01
weil es einfach gar nicht anders ging.
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0:07:01 – 0:07:05
Nein, habe ich nie gemacht.
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0:07:05 – 0:07:08
Das ist alles dezentralisierte Sicherheitskopien gewesen.
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0:07:08 – 0:07:10
Ja, verstehe.
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0:07:10 – 0:07:12
[Lachen]
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0:07:12 – 0:07:17
Naja, und ja, und deswegen denke ich,
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0:07:17 – 0:07:19
es ist einfach gut und ich finde das auch toll,
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0:07:19 – 0:07:22
dass es so viele kostenlose Sachen gibt.
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0:07:22 – 0:07:25
Und das betrifft ja auch nicht nur so Plugins,
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0:07:25 – 0:07:27
sondern auch viele andere Bereiche.
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0:07:27 – 0:07:36
Also was weiß ich, zum Beispiel lese ich sehr viele wissenschaftliche Paper und die sind ja auch in den allermeisten Fällen frei und kostenlos zugänglich.
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0:07:36 – 0:07:47
Man liest sehr viel in einschlägigen Foren, wo die Leute halt auch meistens kostenlos in ihrer Freizeit Fragen von anderen beantwortet haben und so weiter.
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0:07:47 – 0:07:56
Und irgendwie denke ich, es ist ein natürliches menschliches Bedürfnis, wenn man immer sehr viel von der Allgemeinheit empfängt, der Allgemeinheit auch mal was zurückzugeben.
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0:07:56 – 0:08:14
Das ist so die eine Hälfte und die andere Hälfte ist, dass ich das Gefühl habe, dass, oder glaube einfach, dass viele Leute die Musik machen und für die die Dorsum-Produkte vielleicht toll und interessant wären,
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0:08:14 – 0:08:21
dass die einfach noch gar nie davon gehört haben oder dass die vielleicht einfach noch nicht dazu gekommen sind,
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0:08:21 – 0:08:27
sich damit mal genauer auseinanderzusetzen, das einfach mal auszuprobieren.
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0:08:27 – 0:08:32
Und da dachte ich, dass es vielleicht auch gut ist, ein kostenloses freies Plugin zu machen,
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0:08:32 – 0:08:39
mit dem man dann einfach rumspielen kann, um so einen ersten Kontakt zu haben.
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0:08:39 – 0:08:44
Und dann kann ja jeder selber für sich entscheiden, ob das was für ihn ist oder er nicht.
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0:08:44 – 0:08:53
Jetzt ist der Zyklop oder muss man sagen die "Die" Zyklop, weil es ist ja von Müth die
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0:08:53 – 0:08:54
kleine Schwester.
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0:08:54 – 0:09:02
Hat das denselben Funktionsumfang wie Müth oder wie ist Zyklop aufgebaut?
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0:09:02 – 0:09:12
Also MÜSS hat ja zwei Augen sozusagen, also diese Iris-Oszillatoren und darüber hinaus ist es eine
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0:09:12 – 0:09:18
Art modularer Synthesizer, das heißt, man kann an verschiedenen Stellen Module hinzufügen,
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0:09:18 – 0:09:25
in bestimmten Reihenfolgen bringen und so weiter. Und da ist es so, dass man im Prinzip kann sich
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0:09:25 – 0:09:30
vorstellen, dass Zyklop ungefähr, das ist wie eine Hälfte von MÜSS, als ob man MÜSS in der Hälfte
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0:09:30 – 0:09:36
durchgeschnitten hätte. Das heißt, man hat dementsprechend auch etwas weniger Platz,
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0:09:36 – 0:09:44
um da Module reinzuladen. Man hat nur eine von diesen Iris und nicht zwei davon. Und es gibt
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0:09:44 – 0:09:52
auch etwas weniger Module zur Auswahl. Also die etwas ausgefalleneren Sachen fehlen bei Zyklop.
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0:09:52 – 0:09:59
Und um mit dem Bildschirmplatz bei dem etwas kleineren Plug-in zu klop,
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0:09:59 – 0:10:01
noch ein bisschen ökonomischer umzugehen
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0:10:01 – 0:10:04
und auch um das Plug-in noch zugänglicher und ein bisschen einfacher zu machen,
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0:10:04 – 0:10:11
habe ich zum Beispiel die Anzahl der LFOs und der ADSRs.
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0:10:11 – 0:10:13
Die ist einfach festgelegt.
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0:10:13 – 0:10:17
Also es gibt drei ADSRs, es gibt drei LFOs, es gibt einen Keytrack.
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0:10:17 – 0:10:24
Dann hat man noch diese Expression-Sachen für, was weiß ich, Pressure, Slide und so weiter.
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0:10:24 – 0:10:31
Und die sind einfach fix da, wohingegen in MÜSS gibt es ein recht ausgewachsenes Modulationssystem,
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0:10:31 – 0:10:35
wo man dann allen möglichen Schabernack noch machen kann.
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0:10:35 – 0:10:40
Ich klicke gerade die LFOs hoch bei MÜSS. Wie, ist das endlos?
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0:10:40 – 0:10:44
Ach nee, 9. Schade. Hat das irgendwelche Programmiergründe?
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0:10:44 – 0:10:52
Ja, das hat tatsächlich Gründe weniger von dem Programmieren als eher von den Plug-in-Interfaces.
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0:10:52 – 0:11:00
Der Wunsch ist, dass man ja alle Parameter, die es in so einem Synthesizer gibt, auch automatisieren können möchte.
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0:11:00 – 0:11:11
Das heißt, auch der LFO bringt ja Parameter mit und bei einem Müss kann man ja dann auch noch Module hinter den LFO hinterstellen, die auch wieder Parameter haben.
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0:11:11 – 0:11:18
Das heißt, man kann sowas wie einen Slue Limiter, man kann da noch ein random Signal drüber machen mit unterschiedlicher Stärke und alles mögliche.
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0:11:18 – 0:11:27
Und das VST3 Format, genau wie das AU format, also das vom Mac, haben beide die Einschränkung,
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0:11:27 – 0:11:37
dass das Plugin ganz am Anfang, wenn es reingeladen wird, muss es sagen, welche Knöpfe kann es jemals in diesem Plugin geben zum dran rumschrauben.
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0:11:37 – 0:11:46
Das bedeutet, für jeden LFO muss man bei der DAW dann all diese Parameter schon mal anmelden.
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0:11:46 – 0:11:49
Und das Gleiche gilt für alle Module, die man machen kann.
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0:11:49 – 0:11:50
Und man weiß es halt vorher nicht.
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0:11:50 – 0:11:54
Der eine nimmt 10 LFOs, der nächste nimmt 10 ADSRs.
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0:11:54 – 0:11:59
Das heißt, man muss ja für alle, also man muss immer für den Maximalfall sozusagen vorsorgen.
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0:11:59 – 0:12:05
Das führt dazu, dass jetzt muss alleine schon, weiß ich nicht, 4000 oder irgendwie sowas in der Größenordnung
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0:12:05 – 0:12:14
automatisiere Parameter hat. Und bis vor kurzem war es noch so, dass einige, insbesondere der
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0:12:14 – 0:12:19
etwas betagteren DORS, schon mit ein paar hundert Parametern irgendwie ins Schwitzen gekommen sind.
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0:12:19 – 0:12:29
Das ist jetzt glücklicherweise irgendwie besser. Aber ja, das wird dann irgendwann einfach unhandlich
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0:12:29 – 0:12:33
in der Kommunikation zwischen der DAW und dem Plug-in.
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0:12:33 – 0:12:42
Genau. Also es gibt einfach, ich sehe es gerade auch, man kann dann, wenn man dann endlos aufmacht,
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0:12:42 – 0:12:45
also wenn sie unten angekommen sind, dann ist es fertig mit dem Modulator.
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0:12:45 – 0:12:50
Denn musst du jetzt auch noch dazu sagen, dass du jetzt nebenbei deine DAW offen hast,
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0:12:50 – 0:12:57
Tobi, und alle Plug-ins, die DAWs haben, jemals programmiert hat, rausgebracht hat?
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0:12:57 – 0:13:04
Ja, alle sechs. Beziehungsweise sechs von sieben waren's, glaub ich. Es gibt noch eines, wo...
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0:13:04 – 0:13:05
Was war das nochmal?
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0:13:05 – 0:13:06
Chop Suey!
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0:13:06 – 0:13:08
Richtig, genau.
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0:13:08 – 0:13:17
Ja, da müssen wir dann auch mal drüber reden. Aber bleiben wir doch nochmal ne Sekunde bei MÜF und bei Zyklop.
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0:13:17 – 0:13:23
Ich seh jetzt hier, du hast die ganze Modulatoren-Ebene ist weg, rechts sind die Presets,
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0:13:23 – 0:13:28
Und du hast einfach links drei fixe ADSRs, drei LFOs und einen Keytrack.
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0:13:28 – 0:13:30
Genau.
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0:13:30 – 0:13:34
Wenn ich es richtig sehe, hier unten auch nur einen Strang pro Linie, also nur einen OSC,
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0:13:34 – 0:13:40
einen Filter, ein FX und jeder davon frisst maximal drei Pedale.
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0:13:40 – 0:13:47
Exakt, genau. Und dann gibt es noch den Apec Yota und der hat vier vordefinierte,
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0:13:47 – 0:13:52
bei Zyklop, genau. Der hat dann vier in fester Reihenfolge.
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0:13:52 – 0:14:01
Also ich finde, das ist schon ein ziemlich mächtiges Werkzeug, was man da für lau an
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0:14:01 – 0:14:10
die Hand bekommt. Wenn ich jetzt kein Geld hätte, Student wäre und hätte mir so mal gerade eben mit
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0:14:10 – 0:14:15
mit meiner Free-Version, die meinem Controller-Keyboard beiliegt,
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0:14:15 – 0:14:17
da so einen Ableton Live gezogen,
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0:14:17 – 0:14:20
dann wäre das sicherlich eines der Plugins,
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0:14:20 – 0:14:22
was ich mir dann ziehen würde.
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0:14:22 – 0:14:24
Weil das ist doch schon sehr, sehr mächtig.
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0:14:24 – 0:14:26
Samples kann man ja beliebig irgendwie
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0:14:26 – 0:14:29
sich selber zusammenschnipseln, und dann geht's los.
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0:14:29 – 0:14:31
Und was ich halt auch...
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0:14:31 – 0:14:33
Entschuldigung, ich finde auch gut,
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0:14:33 – 0:14:36
dass das einfach die Bedienbarkeit so niederschwellig ist,
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0:14:36 – 0:14:39
weil einfach diese Parameter-Flut nicht da ist.
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0:14:39 – 0:14:41
Ja, genau.
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0:14:41 – 0:14:45
Also, der Myth ist ja schon sehr komplex in seiner Bedienung.
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0:14:45 – 0:14:49
Vor allem, wenn man da keine Ahnung von hat, von der Materie.
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0:14:49 – 0:14:55
Und selbst ich wurde ja beim ersten Mal Öffnen ziemlich erschlagen von den Möglichkeiten.
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0:14:55 – 0:14:57
Wir alle.
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0:14:57 – 0:15:04
Ja, und ich wollte damit nur sagen, dass halt je weniger da ist, aber das Ding ja immer noch so mächtig ist,
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0:15:04 – 0:15:17
ist die Schwelle zum Benutzen und zum Erlernen viel niedriger wie halt beim MÜS. Also das ist ja auch so eine Anfix-Ware.
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0:15:17 – 0:15:23
Es ist halt alles erstmal ein bisschen übersichtlicher. Tatsächlich ist MÜS eigentlich
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0:15:23 – 0:15:29
auch relativ einfach von der Struktur. Nur wenn man natürlich dann sich irgendein Preset anguckt,
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0:15:29 – 0:15:33
wo irgendjemand, weiß ich nicht, 35 Modul reingeladen hat,
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0:15:33 – 0:15:37
dann wundert man sich vielleicht, wie das alles irgendwie so zusammenhängt.
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0:15:37 – 0:15:39
Aber der Punkt ist, all das braucht man nicht.
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0:15:39 – 0:15:45
Und im Prinzip könnte man auch einfach nur die Iris nehmen
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0:15:45 – 0:15:47
mit den paar Transformern darunter
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0:15:47 – 0:15:49
und den ganzen restlichen Modulkram weglassen
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0:15:49 – 0:15:52
und man hätte immer noch einen sehr leistungsfähigen Synthesizer.
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0:15:52 – 0:15:56
Und das ist einfach das, wo es dann auch aus meiner Sicht anfängt,
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0:15:56 – 0:15:58
richtig Spaß zu machen.
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0:15:58 – 0:16:06
Das ist halt nicht... also es verhält sich einerseits wie ein Sampler, dass ich nur ein einziges Sample brauche und ich bekomme dafür ein ganzes Instrument.
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0:16:06 – 0:16:15
Also ich muss jetzt nicht, was weiß ich, jede Taste einzeln samplen und die dann "multi-sample-layout" bla bla bla,
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0:16:15 – 0:16:22
da irgendwie Tagestunden mit zubringen, sondern ich nehme ein einziges Sample,
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0:16:22 – 0:16:34
Habe dann aber die Möglichkeit, aus diesem Sample wirklich alles Mögliche andere rauszuholen, zu zerlegen, zu bearbeiten und so weiter.
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0:16:34 – 0:16:42
Und das alles sehr, sehr intuitiv, weil in den meisten Fällen man einfach nur an einem Regler irgendwie schrauben muss.
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0:16:42 – 0:16:50
Und ja, also das bringt einen dann halt sehr schnell, passieren irgendwelche interessanten Überraschungen,
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0:16:50 – 0:16:55
wo man vielleicht gar nicht vorher gedacht hat, oh ja, jetzt nehme ich mal dieses Fimple,
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0:16:55 – 0:17:02
wo jemand einen Weihnachtsbaum zersägt und mache daraus ein wunderschönes Pad,
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0:17:02 – 0:17:04
sondern das passiert dann einfach.
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0:17:07 – 0:17:12
Man erinnere sich, dass alles aus der Idee heraus entstanden ist, dass du mal eben einen
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0:17:12 – 0:17:13
FM-Synthesizer bauen wolltest.
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0:17:13 – 0:17:14
Einen bedienbaren FM-Synthesizer.
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0:17:14 – 0:17:15
Einen bedienbaren FM-Synthesizer.
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0:17:15 – 0:17:16
Das hatte ich immer noch vor.
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0:17:16 – 0:17:24
Das ist aber keine von den fünf Ideen, die im Beta-Server stehen.
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0:17:24 – 0:17:29
Das ist ja jetzt sozusagen das Dawson-Flaggschiff, richtig?
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0:17:29 – 0:17:31
Zurzeit ja.
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0:17:31 – 0:17:35
Wer weiß, was die Zukunft bringt.
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0:17:35 – 0:17:50
Nein, das ist insofern schon der Flaggschiff-Synthesizer, weil es ist, sag ich mal, am weitesten entwickelt
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0:17:50 – 0:17:51
in vielerlei Hinsicht.
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Und es ist halt auch die Idee von Anfang an gewesen, seitdem es das Plugin gibt, dass
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0:18:00 – 0:18:02
es ja diesen modularen Ansatz hat.
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Das heißt, es ist relativ einfach, dann neue Module zu machen, die bestimmte Sachen irgendwie erweitern.
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0:18:10 – 0:18:16
Hast du ja beim letzten Mal erzählt, dass du quasi hier einfach nur einen Scrollbalken reinbauen musst, statt eine neue Obersicht zu schreiben.
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0:18:16 – 0:18:28
Ich brauche nicht mal einen Scrollbalken irgendwie, sondern ich stelle einfach in dem Pop-Up-Menü sozusagen weitere Module zur Auswahl, die man dann in einen von diesen sechs Slots packen kann.
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0:18:28 – 0:18:34
Und auf diese Art und Weise kann ich, jetzt muss in alle möglichen Richtungen weiterentwickeln.
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0:18:34 – 0:18:36
Und da habe ich halt nur die nächsten…
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0:18:36 – 0:18:38
Warte mal, die Slots sind begrenzt? Ach, scheiße.
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0:18:38 – 0:18:39
Pfff.
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0:18:39 – 0:18:43
Habe ich jetzt noch nie ausgereist, aber ich dachte, da ginge unendlich.
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0:18:43 – 0:18:49
Nee, ja, das ist eine Designentscheidung.
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0:18:49 – 0:18:50
Wieder zwei verschiedene Aspekte.
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0:18:50 – 0:18:55
Das eine ist, in einem Plug-in, wenn du es unendlich machst, bedeutet das,
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0:18:55 – 0:18:58
dann würde automatisch...
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0:18:58 – 0:19:00
Die DRW verrückt, ja.
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0:19:00 – 0:19:03
Ja, also unendlich geht sowieso nicht.
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0:19:03 – 0:19:06
Man muss es dann ja für die DRW endlich machen.
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0:19:06 – 0:19:10
Und das bedeutet, es gibt ja Plugins, die das so machen,
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0:19:10 – 0:19:12
dass wenn du einen Parameter automatisieren willst,
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0:19:12 – 0:19:15
musst du erst sagen, oh, diesen Parameter, liebes Plugin,
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0:19:15 – 0:19:16
den möchte ich gerne automatisieren,
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0:19:16 – 0:19:20
pack den doch mal in die Liste meiner zu automatisierenden Parameter.
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0:19:20 – 0:19:26
Und dann wird der nicht direkt selbst automatisiert, sondern indirekt,
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0:19:26 – 0:19:30
weil dann im Prinzip so ein Pseudoparameter einfach da verlinkt wird.
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0:19:30 – 0:19:32
Und diesen Zwischenschritt finde ich halt einfach blöd.
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0:19:32 – 0:19:35
Das ist nicht das, wie man das gerne machen möchte,
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0:19:35 – 0:19:37
weil man spielt da dran rum an diesem Parameter und sagt,
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0:19:37 – 0:19:41
oh ja, dieses Rumspielen, das möchte ich jetzt in der DAW recorden.
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0:19:41 – 0:19:44
Und deswegen möchte ich einfach auf Record drücken und dann soll das passieren.
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0:19:44 – 0:19:48
Da möchte ich mir jetzt nicht vorher noch über irgendwelche Mappings Gedanken machen.
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0:19:48 – 0:19:55
Das zweite ist, das Grundprinzip bei MIS und Zyklop ist "what you see is what you get".
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0:19:55 – 0:20:01
Man kann es einerseits so betrachten, dass wenn man sehr viele Module und so weiter zur Verfügung hat,
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0:20:01 – 0:20:06
dann hat man sehr, sehr viele Möglichkeiten. Das macht das Ganze sehr mächtig.
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0:20:06 – 0:20:11
Auf der anderen Seite bedeutet es aber auch, jeder einzelne Preset kann sehr, sehr einfach sein.
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0:20:11 – 0:20:21
dann wenn ich in einem Preset nur, was weiß ich, einen Filter habe und der, was weiß ich, wirkt auf einen einfachen Sägezahngenerator,
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0:20:21 – 0:20:26
dann habe ich halt genau zwei Module. Einmal den Sägezahngenerator und einmal den Filter.
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0:20:26 – 0:20:28
Und die sind nebeneinander und ich habe fünf Knöpfe.
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0:20:28 – 0:20:33
Das heißt, das Ding ist auch immer nur so kompliziert, wie der Preset gerade ist.
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0:20:33 – 0:20:37
Und für dieses Prinzip ist es halt wichtig, dass man nicht scrollen muss.
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0:20:37 – 0:20:42
in dem Moment, wo ich scrolle, habe ich diesen Überblick nicht mehr, was denn jetzt eigentlich
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0:20:42 – 0:20:48
alles irgendwie noch da ist. Und deswegen, also auch vorher sozusagen, die Anzahl der LFOs ist
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0:20:48 – 0:20:55
auch zum Beispiel deswegen begrenzt, weil, ja, wenn man dann auch noch anfängt, in den Modulationsquellen
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0:20:55 – 0:20:59
scrollen zu müssen und so, es wird halt alles sehr schnell sehr unübersichtlich und man verbringt viel
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0:20:59 – 0:21:04
Zeit mit Suchen. Und ich will Zeit immer so haben, dass man so in dieser kreativen Zone bleibt, dass
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0:21:04 – 0:21:11
man nicht anfangen muss, darüber nachzudenken, wie mache ich jetzt das, wo finde ich dies,
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0:21:11 – 0:21:17
sondern dass man einfach macht. Wo ist es hingekommen, ja? Wohin ist Satellit
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0:21:17 – 0:21:23
abgestürzt? Vorhin war es doch noch. Wo ist es jetzt? Da war doch eben noch dieser Schalter.
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0:21:23 – 0:21:30
Ich fahre seit 60 Jahren unfallfrei. Wenn ich mir jetzt die Specs anschaue,
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0:21:30 – 0:21:34
Entschuldige, Tobi, wenn ich dich unterbreche. Ich habe noch drei Fragen.
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0:21:34 – 0:21:36
Ach so, ich habe auch noch ein paar.
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0:21:36 – 0:21:42
Wenn ich mir die Specs anschaue, da sind ja ein paar Sachen verändert oder neu hinzugekommen.
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0:21:42 – 0:21:51
Fangen wir mit meiner ersten Frage an. In der Beschreibung, in der Spezifikation stehen
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0:21:51 – 0:21:59
"Trainable Resonators". Da kann man ein Sample reinladen und dann lernt der Resonator neue
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0:21:59 – 0:22:04
Wie muss ich mir das vorstellen? Ich habe es jetzt selber noch nicht ausprobiert, das Plugin.
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0:22:04 – 0:22:09
Meinst du diesen Umschalter bei Zyklop, wo du zwischen Flatwave und Softwave…
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0:22:09 – 0:22:13
Nein, ich rede über MÜF. MÜF hat trainable resonators.
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0:22:13 – 0:22:16
Meiner hat das nicht. Was ist los hier? Moment.
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0:22:16 – 0:22:19
Das heißt, meine hat das nicht. Habe ich die falsche Version?
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0:22:19 – 0:22:23
Ja, warte mal kurz. 1, 3, ach scheiße. Ach ja.
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0:22:23 – 0:22:35
Nein, das gab es schon in 1.0. Also die Resonatoren waren von Anfang an dabei. Also wenn du das noch
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0:22:35 – 0:22:42
nicht ausprobiert hast, dann ist hier was ganz ganz Tolles und Wesentliches im Gang. Also die
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0:22:42 – 0:22:49
Grundidee ist die folgende. Also stell dir vor, früher zum Beispiel klassisch hat man so einen
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0:22:49 – 0:22:57
Kammfilter. Du kannst in diesen Kammfilter irgendwas reinstecken, das kann auch geräuschhaft sein oder
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0:22:57 – 0:23:03
das kann so, was weiß ich, Wind, der durch Bäume durchpeitscht oder eine anfahrende Straßenbahn
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oder sonst was. Und der Kammfilter, der ist wie ein resonierender Filter, ist auf eine bestimmte
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Frequenz eingestellt und er erzeugt dann einen bestimmten charakteristischen Ton, der so ein
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bisschen Nachhalt. Das ist so der klassische Resonator. Der klingt aber eigentlich immer
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gleich. Alle Chromfilter klingen Pi mal Daumen identisch, was einfach an der Mathematik davon
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liegt. Und hier ist es jetzt so, dass man das im Prinzip genauso machen kann. Das heißt,
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also man hat einen Filter, der resoniert und dann auch entsprechend so nachpingt,
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0:23:45 – 0:23:51
also so ein bisschen Nachhalt in dieser Frequenz. Und den kann man mit allem Möglichen irgendwie
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0:23:51 – 0:23:56
ansteuern. Und damit das Ganze interessanter ist, kannst du jetzt irgendein Sample nehmen. Also zum
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0:23:56 – 0:24:05
Beispiel, stell dir vor, du hast so eine Handpan oder ein bisschen Geräusch. Was weiß ich?
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0:24:05 – 0:24:06
Piano-Sample.
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0:24:06 – 0:24:14
Ja, vielleicht ein Piano-Sample. Und in diesem Piano-Sample, der Klang ist ja dadurch gegeben,
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0:24:14 – 0:24:20
dass bestimmte Obertöne in einer bestimmten Stärke irgendwie vorhanden sind. Und was jetzt
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0:24:20 – 0:24:27
dieser Resonator-Modul macht, ist, dass es guckt, was sind in diesem Sample für Resonanzen drin,
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0:24:27 – 0:24:33
und baut dann einen Resonanzfilter, der ungefähr so funktioniert. Das heißt jetzt natürlich nicht,
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0:24:33 – 0:24:37
wenn du einen einzelnen Ton von einem Steinway-Flügel nimmst, dass du hinterher einen Steinway-Flügel
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0:24:37 – 0:24:45
irgendwie rausbekommst. Aber man bekommt so diesen ungefähren Charakter. Und der ist jetzt aber erst
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0:24:45 – 0:24:51
mal nur ein Resonator, das heißt etwas, das auf Input reagiert. Und da, wo es halt anfängt,
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0:24:51 – 0:24:56
Spaß zu machen ist, dass man irgendetwas nimmt, was jetzt irgendwie rumpelt, was zischt, was
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0:24:56 – 0:25:06
Geräuschhaft ist, was irgendwie organisch ist und damit dann diesen Resonator ansteuert. Und das
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0:25:06 – 0:25:12
Tolle an diesem Resonator ist, der ist nicht wie ein, was weiß ich, wenn man sich jetzt vorstellt,
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0:25:12 – 0:25:16
man hätte mechanisch irgendwie so eine Kiste, wo so ein paar Federn drin ist, wenn ich da einmal
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0:25:16 – 0:25:22
drauf haue, dann schnarrt das ja auch in einem bestimmten Ton. Nur das ist immer der Gleiche,
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0:25:22 – 0:25:29
egal wie ich da drauf haue. Und hier ist es halt so, dass man diesen Resonator, den kann man halt
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auch trecken über die Tastatur. Das heißt, wenn ich ein A spiele, dann klingt der halt auch wie ein A
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0:25:34 – 0:25:39
und wenn ich dann eine Taste höher gehe, dann werden einfach alle diese Resonanzfrequenzen
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0:25:39 – 0:25:45
entsprechend nach oben geschoben, wie es halt für einen Ton höher passieren muss. Und so bekomme ich
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0:25:45 – 0:25:53
halt dann ein spielbares Instrument. Es gab vor ein paar Jahren von einer französischen Entwicklerin
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mal dieses Eurorec-Modul namens Rings von Mutable Instruments. Ja, genau, und das ist ja auch ein
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0:26:07 – 0:26:12
Resonator-Modul gewesen. Und ich würde mal fast behaupten, das, was du mir jetzt hier gerade
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0:26:12 – 0:26:15
als sie jetzt, das ist sozusagen Next Level.
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0:26:15 – 0:26:18
So kommt mir das vor zum Ende.
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0:26:18 – 0:26:23
Also man muss dazu sagen, dass Rings natürlich ein hervorragendes
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0:26:23 – 0:26:28
und aus meiner Sicht nach wie vor eines der besten EuroREC-Module ever ist.
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0:26:28 – 0:26:31
Und da sind halt auch ganz viele tolle Sachen drin.
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0:26:31 – 0:26:35
Nur bei einem EuroREC-Modul ist das so mit Sample Import
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0:26:35 – 0:26:38
irgendwie so eine Sache, die einfach von der Bedienbarkeit
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0:26:38 – 0:26:39
irgendwie nicht so richtig schön ist.
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0:26:39 – 0:26:45
und auch die Rechenpower, die in so einem Ringsmodul ist, die ist dann auch noch ein bisschen überschaubar.
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0:26:45 – 0:26:50
Und ja, also dieses hier…
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0:26:50 – 0:26:55
Du kannst keine Steinway-Charakteristik in die Resonation aufbringen.
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0:26:55 – 0:27:01
Genau, da ist es eher so, dass die verschiedenen Modes, die es in Rings gibt,
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0:27:01 – 0:27:07
sind halt für verschiedene mathematische Verfahren, wie man halt so resonierende Strukturen machen kann.
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0:27:07 – 0:27:22
Das ist halt auch sehr, sehr interessant. Und das ist so ein bisschen der Unterschied zwischen so, sag ich mal, einem reinen Synthesizer, wo alles berechnet wird, und auf der anderen Seite etwas, wo man über Samples halt die Möglichkeit hat, damit rumzuspielen.
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0:27:22 – 0:27:35
Und das ist halt auch, jeder hat so viele Samples und man kann damit so schnell arbeiten und man kann damit, wenn ich jetzt sage, ich will jetzt einen Synthesizer nachprogrammieren und der soll ungefähr so klingen wie ein Cello,
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0:27:35 – 0:27:40
dann kann man sich schon vorstellen, dass man sehr lange braucht, bis man das irgendwie hingefummelt hat.
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0:27:40 – 0:27:46
Es ist einfacher, ein Cello-Sample zu nehmen und dann sich von der Seite sozusagen wegentwickeln.
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0:27:46 – 0:27:50
Und genauso ist es mit dem Resonator. Wenn ich jetzt da bestimmte Eigenschaften haben will,
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0:27:50 – 0:27:54
dann gucke ich halt einfach, dass ich ein passendes Sample finde. Und das ist halt,
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0:27:54 – 0:28:01
also es macht einfach wahnsinnig viel Spaß und man bekommt sehr mühelos super krass interessante
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0:28:01 – 0:28:08
Klänge, weil durch das Sample, mit dem man das antreibt, also dieses typischerweise rauschhafte
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0:28:08 – 0:28:14
Sample, bekommt man was sehr Organisches und dafür kann man wirklich jeden Trash nehmen.
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0:28:14 – 0:28:18
Also das kann man mit dem Handy gut irgendwie aufnehmen, einfach draußen ein paar Geräusche
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0:28:18 – 0:28:26
und sobald man die durch so einen Resonator schiebt, hat man irgendetwas, was toll klingt
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0:28:26 – 0:28:27
und spielbar ist.
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0:28:27 – 0:28:32
Ich hab mal eine Folge an unserem Podcast reingeworfen, das Ding ist abgestürzt.
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0:28:32 – 0:28:36
War auch ein Drei-Stünder.
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0:28:36 – 0:28:39
Könnte damit zu tun gehabt haben.
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0:28:39 – 0:28:41
Es wird ein Drei-Stünder gewesen sein.
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0:28:41 – 0:28:45
Da kann ich mich jetzt nicht dran erinnern.
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0:28:45 – 0:28:50
Gibt's ne Grenze beim Import?
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0:28:50 – 0:28:55
Es gibt ne Grenze, also der nimmt überhaupt nur die ersten paar Sekunden.
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0:28:55 – 0:29:03
Also der Rest wird einfach weggeschmissen, sozusagen, also nicht benutzt.
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0:29:03 – 0:29:05
Gilt das auch für die Iris?
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0:29:05 – 0:29:12
Ja, auch bei der Iris. Ich weiß jetzt nicht ganz genau, wie viele Sekunden, 20 oder 30 bei der Resynthese 2.
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0:29:12 – 0:29:20
Das hat einfach… Also in solche Designentscheidungen fließen immer sehr, sehr viele Überlegungen mit ein.
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0:29:20 – 0:29:26
Die Sachen sollen auch noch auf einem schwachen Computer irgendwie funktionieren.
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0:29:26 – 0:29:32
Dann bedient man das mit der Maus, wo man diese Position von der Iris hat.
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0:29:32 – 0:29:38
Oder man macht das über ein LFO. Beide haben keine unendlich feine Auflösung.
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0:29:38 – 0:29:41
Und dann ist das...
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0:29:41 – 0:29:47
Und letztendlich die Anwendung aus einem drei Stunden Podcast, ein Instrument zu machen,
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0:29:47 – 0:29:49
Also das ist ja keiner.
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0:29:49 – 0:29:53
Ja, ich seh's, was du meinst.
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0:29:53 – 0:30:01
So, finde ich total klasse.
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0:30:01 – 0:30:03
Die nächste Frage, Thomas.
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0:30:03 – 0:30:05
Genau, nächste Frage.
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0:30:05 – 0:30:09
Du schreibst auf deiner Webseite
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0:30:09 – 0:30:13
Resynthesis V2.
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0:30:13 – 0:30:23
Du bist ja unser Lieblingsgast, wenn es um das Thema KI geht. Jetzt steht hier "powered by machine learning".
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0:30:23 – 0:30:35
"So it's smarter than your average synth". Das finde ich einen geilen Spruch. Was heißt denn das, wenn du es verraten magst?
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0:30:35 – 0:30:47
Na ja, also eine Besonderheit, was diese Resynthese macht, ähnlich auch wie das in Novum ist,
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0:30:47 – 0:30:55
ist, dass das Sample schon mal in vier Layers zerlegt wird. Das heißt, man hat ein Sample,
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0:30:55 – 0:31:00
und nehmen wir mal an, das ist jetzt zum Beispiel ein Drumloop, da kann man sich das sehr gut
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0:31:00 – 0:31:04
vorstellen, da passieren ja verschiedene Sachen parallel. Ich habe vielleicht irgendwo die
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0:31:04 – 0:31:08
die Hi-Hats, ich habe irgendwo eine Snare, ich habe irgendwo eine Kick. Und diese Layer werden
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0:31:08 – 0:31:14
sozusagen letztendlich dann wieder extrahiert und man kann dann sozusagen mit diesen einzelnen
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0:31:14 – 0:31:21
Layern das unterschiedlich bearbeiten. Das übrigens auch passt gut zu diesen Resonatoren,
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die wir vorhatten. Ein Drumloop nehmen und damit einen Resonator, dann habe ich ein rhythmisches
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0:31:27 – 0:31:33
Element durch den Drumloop und der wird aber jetzt plötzlich tonal spielbar mit Akkorden
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und Melodien und allem über die Klaviatur, weil es den Resonator antreibt. Entschuldigung,
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0:31:38 – 0:31:44
das war eine Nebenbemerkung. Ja, und das kann man jetzt aber auch mit beliebigen anderen Klängen
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0:31:44 – 0:31:49
machen. Das heißt, ich kann jetzt irgendwas nehmen, wo gar nicht unbedingt erkennbar ist,
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0:31:49 – 0:31:57
was denn vielleicht die vier Layer sind. Wie zum Beispiel jemand sagt, das Wort "Probe-Podcast".
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0:31:57 – 0:32:07
So, und dann sind in diesem Wortprobe-Podcast, also in diesem Audio-Material halt auch letztendlich
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0:32:07 – 0:32:14
verschiedene Layer implizit drin enthalten und die werden irgendwie wieder extrahiert.
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0:32:14 – 0:32:20
Und wenn man sich jetzt einen normalen Sampler anguckt, dann ist es so, wenn man eine höhere
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0:32:20 – 0:32:26
Taste spielt, dann wird das Sample einfach schneller abgespielt. Dadurch ist es auch kürzer.
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Das heißt, wenn ich jetzt zum Beispiel einen Drumloop habe und dann spiele ich den, sagen wir mal, in der Original-Tonhöhe und dann nochmal eine Oktave höher,
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dann passen die Rhythmisch nicht mehr zusammen, weil der eine doppelt so schnell ist wie der andere.
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Und hier werden diese Klänge halt auf eine Art und Weise zerlegt, die das ermöglichen, dass man die Geschwindigkeit und die Tonhöhe voneinander separiert.
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Das heißt, ich kann das Sample auf der gleichen Tonhöhe lassen, aber ich kann es beliebig langsam
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oder viel, viel schneller abspielen. Beantworte das ungefähr deine Frage?
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Ich musste erstmal den Knopf finden, um mein Mikro wieder anzuschalten. Ich habe nämlich
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mein Schreibtisch gerade nach oben gefahren. Das heißt, ich musste mich erstmal nach oben fahren
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für die Antwort. Ja, das beantwortet meine Frage. Sehr spannend. Ich weiß gar nicht,
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hatten wir beim letzten oder beim vorletzten Mal, haben wir da eigentlich über das Thema
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Microtonality gesprochen? Ich glaube, wir haben kurz darüber gesprochen, ja.
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Wollen wir da nochmal drauf eingehen? Weil ich finde das immer wieder ein spannendes Thema.
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Thema, so Mikroskalen und sowas. Genau, und also ich habe mittlerweile auch einige Kontakte in
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die Leute, die sich da seit teilweise über 30 Jahren mit beschäftigen und verstehe jetzt auch
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noch ein bisschen besser, so was eigentlich deren Anforderungen sind und was deren Arbeitsweise ist
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und was für die wichtig ist. Und da gibt es so einen Standard, der hat einen etwas sperrigen Namen,
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das ist MTS minus ESP. Aber dahinter verbirgt sich eigentlich was ganz Tolles, nämlich,
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wenn man sich jetzt vorstellt, man macht in seiner DAW ein Projekt und hat sich da jetzt
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für irgendeine Skala entschieden, die mikrotonal ist. Das heißt, also die zwölf Töne einer Oktave
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sind jetzt nicht mehr gleichmäßig irgendwie verteilt. Vielleicht ist die Oktave nicht mehr
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zwölf Töne unterteilt, sondern in irgendwas anderes. Vielleicht gibt es nicht mal genau eine
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Oktave, sondern vielleicht ist etwas anderes entsprechend unterteilt. Und wenn man da jetzt
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ein Stück machen möchte, dann möchte man das natürlich auch auf jedem einzelnen Track,
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0:35:00 – 0:35:05
möchte man gerne diese Skala haben, damit sich die Sachen miteinander vertragen. Und
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vielleicht ist es aber auch so, dass ich in dem vorderen Teil meines Songs eine Skala verwenden
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will und in dem hinteren Teil möchte ich eine andere. Und für all diese Sachen ist
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0:35:15 – 0:35:22
diese MTS ESP ist das gewissermaßen die Lösung, weil man da dann ein Master hat und über diesen
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0:35:22 – 0:35:28
Master kann man einstellen, welche Skala man jetzt haben will. Man kann die sogar zur Laufzeit
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irgendwie verbiegen, die einzelnen Töne und so weiter. Und die einzelnen Plugins, die das
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entsprechend unterstützen. Die gehen dann in so eine Art Slave-Modus, das heißt, die bekommen
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0:35:41 – 0:35:50
dann die Informationen, wie die Töne aufgeteilt sind, also bei welcher Herzzahl die dann tatsächlich
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genau liegen, über diesen entsprechenden Master. Und das habe ich jetzt für MÜSS und ich glaube
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mittlerweile auch für KULT zur Verfügung gestellt und werde das jetzt so peu à peu auch bei den
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0:36:01 – 0:36:12
anderen Plugins nachziehen. Spannend! Und wer sich dafür interessiert, dem würde ich auf jeden Fall
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0:36:12 – 0:36:20
empfehlen, in den Discord zu kommen, weil da gibt es einen eigenen Channel, speziell für alles rund
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0:36:20 – 0:36:26
um Mikrotonalität. Und da gibt es einige Leute, die sich wirklich richtig gut damit auskennen.
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0:36:26 – 0:36:35
und das auch sozusagen professionell im Sinne von Lebenserwerb seit Jahrzehnten machen.
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0:36:35 – 0:36:39
Und wenn man da irgendwelche Fragen hat, ist man auf jeden Fall an der richtigen Stelle.
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0:36:39 – 0:36:43
Das wollte ich genau das gerade sagen.
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0:36:43 – 0:36:45
Oh, sorry.
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0:36:45 – 0:36:48
Nee, nee, super. Das ist besser, wenn du es sagst.
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0:36:48 – 0:36:50
Thomas, du kannst dich da einarbeiten.
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0:36:50 – 0:36:56
arbeiten. Also ich kann den Dorsum Discord, ich kann ihn empfehlen, auch wenn das Programm
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0:36:56 – 0:37:02
absoluter Krebs ist. Ich stehe so ein bisschen auf Kriegsschuss mit Discord, weil das ist wirklich,
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ja, aber das gibt's halt schon ewig, ne, Discord. Ja, es ist halt wieder ein Standard,
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0:37:09 – 0:37:14
weißt du. Also anstatt dass du halt irgendeinen, du könntest dich entweder mit dem Bekloppten auf
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0:37:14 – 0:37:21
KVR streiten, die alte URS-Methode. Oder du gehst halt zu VE-Control, da sind sie nicht ganz so bescheuert,
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0:37:21 – 0:37:29
dafür benutzen sie da im Prinzip nur Samples. Wo muss ich denn hingehen auf Discord, weil da gibt's
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0:37:29 – 0:37:40
ja eine Million Channel? Also, wenn du jetzt in dem Dorsim Discord bist, dann ist für diese
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0:37:40 – 0:37:45
Mikrotonalität. Ich glaube, das heißt MTS ESP tatsächlich. Das heißt MTS, muss ich jetzt selber
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0:37:45 – 0:37:51
nachgucken. Es geht nicht darum, willst du erst mal wissen, wie er auf den Discord-Server selbst
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0:37:51 – 0:37:54
rauskommt? Wie ich auf den Discord-Server komme, das weiß ich schon. Da musst du dich anmelden und
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0:37:54 – 0:38:01
dann geht's los. Die Frage ist, wo ist Discord? Es gibt einen Invitation-Link zum Beispiel auf
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0:38:01 – 0:38:07
meiner Website. Ah, sehr gut. Das wollte ich wissen, das reicht mir schon. Das ist so eine
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0:38:07 – 0:38:15
Wegweiser, den ich bräuchte. Sehr gut. Und das Ding heißt "Dawson Village", weil die Idee von
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0:38:15 – 0:38:21
diesem Server war von Anfang an, da nicht jetzt so eine Art Werbe-Company-Server irgendwie draus
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0:38:21 – 0:38:27
zu machen, sondern das als Treffpunkt zu machen für alle Leute, die sich für Klänge und so weiter
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0:38:27 – 0:38:34
interessieren, Klanggestaltung. Und das heißt, es geht da viel mehr darum, irgendwie eine nette,
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0:38:34 – 0:38:42
unterstützende Community zu sein und sich gegenseitig zu inspirieren. Und ja, also,
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0:38:42 – 0:38:49
die sozusagen, das steht da im Vordergrund. Deswegen hab ich diese Village-Metapher. Also,
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es ist wie ein Dorf, in dem lauter Synth-Nerds rumhängen.
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0:38:52 – 0:39:03
Okay, super. Tobi, du hattest auch noch ein paar Themen, glaube ich.
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0:39:03 – 0:39:11
Ja, also vielleicht nur ganz kurz. Ich wollte noch… also Zyklop… nee, gehen wir…
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0:39:11 – 0:39:13
[Hustet]
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0:39:13 – 0:39:15
Schnitt. Sorry.
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0:39:15 – 0:39:17
Es ist Dezember.
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0:39:17 – 0:39:27
Ja, ich wollte noch kurz, um noch ganz kurz bei Zyklub zu bleiben, ich finde, du hast das sehr schön gemacht mit den wichtigen Funktionen, die da noch drin geblieben sind.
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0:39:27 – 0:39:33
Zum Beispiel hast du das erweiterbare Setup für verschiedene Controller drin gelassen.
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0:39:33 – 0:39:42
Also hier Default, Osmose, Seaboard, alles, was zusammen mit der Toban Mail, mit dem Osmose für 1600 gerade, echt gefährlich ist.
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0:39:42 – 0:39:51
Ich habe jetzt eine alte MÜV-Version, aber du wirst mir sicher auch sagen, dass der Pitch-Band nach wie vor nur in beide Richtungen einstellbar ist, oder?
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0:39:51 – 0:39:59
Also, ich kann nicht eine Oktave hoch und einen runter. Oder? Das geht nicht.
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0:39:59 – 0:40:02
Da müsstest du jedenfalls tricksen.
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0:40:02 – 0:40:06
Das könnte man vielleicht mal ändern.
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0:40:06 – 0:40:09
Also, es ist nur so eine Idee.
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0:40:09 – 0:40:13
Ja, also für diese Idee würde ich auch empfehlen.
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0:40:13 – 0:40:16
Also, man muss es in diesem konkreten Fall nicht machen,
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0:40:16 – 0:40:20
aber wer solche Ideen hat, da ist es auch super gut,
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0:40:20 – 0:40:21
einfach auf den Discord zu kommen,
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0:40:21 – 0:40:26
denn da gibt es auch einen Channel für Needs und Ideas.
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0:40:26 – 0:40:32
Und da ist so ein bisschen die Idee, dass man dort halt auch Feature diskutieren kann,
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0:40:32 – 0:40:35
weil manchmal ist mir nicht klar, was denn eigentlich gemeint ist,
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0:40:35 – 0:40:39
oder beziehungsweise schreibt jemand, ich hätte gerne das und das,
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0:40:39 – 0:40:42
aber es ist völlig unklar, wozu das eigentlich dient.
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0:40:42 – 0:40:45
Und ich denke, ja, also so würde ich das niemals in das Produkt reinmachen,
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0:40:45 – 0:40:49
weil es einfach mit zu vielen anderen Sachen im Widerspruch steht.
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0:40:49 – 0:40:53
Wenn ich aber verstehe, worum es geht, dann finde ich auch eine andere Lösung.
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0:40:53 – 0:41:00
Und die andere Idee ist, solche Feature, man kann dann auch gucken, was die anderen vorgeschlagen haben,
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0:41:00 – 0:41:08
und dann kann man da halt so daumenhoch entsprechen, wenn man ein Feature besonders interessant findet,
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0:41:08 – 0:41:12
sich dafür stark machen. Denn das ist für mich auch manchmal schwierig.
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0:41:12 – 0:41:18
Jedes Feature kostet natürlich Zeit, kostet Wartungsaufwand, erhöht die Komplexität
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0:41:18 – 0:41:26
und erhöht auch die UI-Komplexität. Würde man alle Feature, die alle Leute jemals vorschlagen oder sich wünschen, in ein Plugin einbauen, das wäre die Hölle.
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0:41:26 – 0:41:37
Das heißt, ich muss sozusagen immer genau abwägen der Wunsch vielleicht von einem Einzelnen gegen den Wunsch von allen anderen, dass das Ding einfach bleibt.
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0:41:37 – 0:41:46
Und wenn ich jetzt sehe, dass für alle Leute das plötzlich total wichtig ist, dass man den Pitch-Bend in beide Richtungen sozusagen da vorgeben kann,
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0:41:46 – 0:41:51
dann würde ich sagen, gut, für die meisten ist es eine Zumutung und die werden sich fragen,
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0:41:51 – 0:41:56
warum muss ich die Zahl doppelt einstellen. Aber wenn ich weiß, okay, es gibt da jetzt andere,
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0:41:56 – 0:42:01
für die das aus den und den Gründen wichtig ist, und das sind auch sehr,
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0:42:01 – 0:42:03
sehr viele, dann sieht die Welt schon anders aus.
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0:42:03 – 0:42:11
Ja, also ich erinnere mich noch, jetzt ist der Waldorf Chira, ist ja gerade discontinued
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0:42:11 – 0:42:14
gegangen von ein paar Monaten. Und da hat der Entwickler auch gesagt, Leute, ich bin fertig
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mit dem Ding. Der macht genau das, was ich dafür gedacht habe, hört auf, nach Funktionen zu battlen.
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0:42:19 – 0:42:28
Und gleichzeitig ist halt so ein Discord-Server eine deutlich größere Bandbreite an Leuten,
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0:42:28 – 0:42:32
die sich dann das Thema auch hin und her spielen kann. Denkst du, das ist die Zukunft der Entwicklung
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0:42:32 – 0:42:37
oder ist es vielleicht auch eine Gefahr, dass man dann plötzlich zum Dienstleister wird?
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0:42:37 – 0:42:47
Also wer Lust hat, zum Dienstleister zu werden oder, sage ich mal, wer vielleicht auch sagt,
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0:42:47 – 0:42:53
ich nenne jetzt mal keine Namen von großen Firmen, die Plakens herstellen,
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0:42:53 – 0:42:57
wer vielleicht sagt, uns interessiert eigentlich in erster Linie die Kohle, die wir machen und
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deswegen wollen wir genau wissen, was exakt wollen denn die Leute und dann versuchen wir,
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0:43:01 – 0:43:07
genau das irgendwie so zu machen, dann ist es vielleicht tatsächlich, dann kann es
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einerseits eine Chance sein, weil man das irgendwie so rausfindet,
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0:43:10 – 0:43:15
andererseits besteht ja auch immer die Gefahr, dass da ein Bias dahintersteht.
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0:43:15 – 0:43:21
Ich gebe mal ein Beispiel, wenn man so auf KVR unterwegs ist, die Leute, die
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0:43:21 – 0:43:25
tatsächlich auf KVR irgendetwas schreiben, das ist erstmal, ich würde mal
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0:43:25 – 0:43:29
sagen, wenn es hochkommt, sind das vielleicht, die regelmäßig schreiben, 50
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Leute. Und diese Leute haben sehr, sehr spezielle Vorstellungen, sind seit Jahrzehnten dabei,
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0:43:35 – 0:43:40
kennen jeden Synthesizer, kennen jedes Plugin und so weiter. Die sind halt hochgradig nicht
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repräsentativ. Und vor allem sind sie bekloppt. Das wollte ich jetzt nicht sagen, aber… Also,
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dann wird das halt sozusagen schwierig. Ich selber sehe das bei mir ein bisschen anders,
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weswegen ich das gut finde da über diesen Discord.
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0:44:01 – 0:44:06
Zum einen möchte ich gerne mit anderen Menschen in Kontakt sein
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und verstehen, was treibt die eigentlich an, was finden die wichtig.
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0:44:09 – 0:44:13
Und es hat durchaus in der Vergangenheit schon viele Ideen gegeben,
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0:44:13 – 0:44:16
die Leute hatten, die dann den Weg in meine Plugins gefunden haben.
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0:44:16 – 0:44:18
Ich geb mal ein Beispiel. Man kann ja in "Muss" und "Zyklop"
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0:44:18 – 0:44:21
– gibt's unten links in der Ecke –
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0:44:21 – 0:44:25
kann man dann, ist so ein kleines Wellensymbol,
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0:44:25 – 0:44:27
und da kann man dann, wenn man einen Ton gespielt hat
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0:44:27 – 0:44:32
oder mehrere Töne gespielt hat, kann man halt die letzte Sequenz von Tönen, die es gab,
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0:44:32 – 0:44:38
davon per drag and drop einfach als Sample rausholen. Das ist ein wahnsinnig tolles
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Feature, was ich selber auch total viel benutze, aber es ist nicht auf meinem Mist gewachsen,
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0:44:43 – 0:44:50
sondern es ist über einen User zu mir getragen worden. Und also das finde ich daran toll,
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0:44:50 – 0:44:55
aber ich werde der Versuchung widerstehen, alles, was da jemand vorschlägt, jetzt einfach blind
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0:44:55 – 0:45:00
umzusetzen, weil ich dann glauben würde, dass was besser ist. Dafür habe ich auch einfach zu viele
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0:45:00 – 0:45:06
andere Sachen noch vor. Und es ist ja auch immer so, ich kann jetzt in Müs noch irgendein Kleinkram,
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der vielleicht an der einen Stelle einen Klick spart oder hier noch irgendwas ein ganz bisschen
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0:45:13 – 0:45:20
bequemer macht, tun. Oder ich kann Müs drei neue Module geben, die die Klangerzeugung auf
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ganz andere, also durch ganz neue Möglichkeiten irgendwie erweitern, die dann ja auch wieder mit
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0:45:26 – 0:45:29
all den anderen Sachen, die es schon gibt, irgendwie zusammenspielen. Und ich denke dann
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oft, wenn die Leute wüssten, was sozusagen da noch zur Debatte steht, dann würde die Vote auch
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0:45:37 – 0:45:47
sehr eindeutig ausfallen. Das werde ich nächstes Jahr mal ausprobieren. Also bevor ich dann das
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0:45:47 – 0:45:53
nächste größere Update für MÜSS mache, werde ich dann mal so zwei, drei Audio-Demos irgendwie machen
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0:45:53 – 0:46:00
und dann gucke ich mal, wie da die Rückmeldungen sind. Also einfach auch, weil ich selber neugierig
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0:46:00 – 0:46:06
bin und das momentan da so kein Gefühl habe, das so zu gewichten, wie wichtig ist sozusagen
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0:46:06 – 0:46:15
neue klangliche Möglichkeiten gegenüber, sage ich mal, nischigeren Bedienungswünschen, wie zum
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0:46:15 – 0:46:17
zum Beispiel jetzt mit dem Pitchband.
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0:46:17 – 0:46:20
Also, wobei ich das mit dem Pitchband verstehen kann,
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0:46:20 – 0:46:23
aber es ist, glaube ich, trotzdem eine Nischenanwendung.
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0:46:23 – 0:46:25
Das kommt auch darauf an.
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0:46:25 – 0:46:28
Ich benutze es halt gerne, ich habe es mir von Jordan Rudders
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0:46:28 – 0:46:33
abgeschaut, aber ich verstehe natürlich, warum es
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0:46:33 – 0:46:35
kein klassischer Standard ist.
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0:46:35 – 0:46:37
Bei den Heckmann-Sachen ist es halt drin.
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0:46:37 – 0:46:39
Aber ja.
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0:46:39 – 0:46:41
Aber ich sehe halt, was du meinst, und ich glaube auch,
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0:46:41 – 0:46:43
dass Plattformen wie Discord
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0:46:43 – 0:46:51
Oder lass es mir doch anders sagen, ich glaube, so eine bidirektionale Kommunikation in quasi dezidierten Räumen,
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0:46:51 – 0:46:57
das hat ja auch was von dieser Nerd-Community, des Internets der späteren Nuller.
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0:46:57 – 0:47:02
Du hast ja gerade dann mit dem Aufkommen von Social Media und diesem Überschwappen,
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0:47:02 – 0:47:09
der, ich nenne es jetzt mal von ortonormal, in die Kommunikation mit Institutionen hinein,
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0:47:09 – 0:47:17
Oder da hast du dann eben nicht der Tobi auf dem Beta-Server, der sich gern getrenntes Pitchband wünscht,
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0:47:17 – 0:47:22
sondern da hast du dann irgendjemanden auf dem Bahnsteig, der schreibt "Ihr Hörensöhne, wo ist mein Zug?"
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0:47:22 – 0:47:26
Also das ist so die...
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0:47:26 – 0:47:34
Was Tobi damit sagen will, ist, dass der Zugang zu einem Discord-Server kein niedrigschwelliger Zugang ist,
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0:47:34 – 0:47:39
einfach sich da sein WhatsApp voll zu kloppen oder sein Facebook.
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0:47:39 – 0:47:44
Ja, oder halt auf Twitter die Bahn zu beleidigen, weißt du. Und ich glaube halt,
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0:47:44 – 0:47:53
dass die Auseinandersetzung mit den Dingen und vor allem auch die Tatsache, dass du es in einem
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Raum machst, wo nicht das gesamte Wutbürgertum quasi drauf zugriff hat. Das ist ja die klassische
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0:47:58 – 0:48:02
Internet-These. Normale Person plus Anonymität plus Publikum gleich vollidiot.
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0:48:02 – 0:48:09
Sondern du hast, also dadurch, dass du halt beim Dorfsum-Server zuerst mal die Idee in einen Raum
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0:48:09 – 0:48:17
schmeißt, wo sie schon thematisch einen fruchtbaren Boden findet, oder? Und wo sie halt nicht nur schon
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0:48:17 – 0:48:20
das Native Instruments Forum oder das Native Instruments Forum funktioniert ganz grundsätzlich
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anders. Und das natürlich auch, also die Erdnussgalerie mag ja applaudieren dafür,
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0:48:26 – 0:48:31
Aber es ist halt trotzdem was anderes, wenn du da irgendwie in aller Öffentlichkeit die Firma beleidigst,
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als wenn du genau weißt, du hast hier eigentlich noch einen weitgehend geschützten Raum,
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der sich aber gar nicht unbedingt so wirklich ums Produkt dreht,
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sondern vielleicht eher das Produkt als Nebeneffekt.
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Das ist das, was du gemeint hast mit den Sounddesignern.
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Also Dorsetton Village, ich hab's ja gerade vor mir hier,
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das ist, und ich hab auch ein paar andere Discord-Server von anderen Firmen gesehen,
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Also jede Bude, die was auf sich hält, macht mittlerweile einen Discord-Server.
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0:48:57 – 0:49:02
Das geht hier von der nächsten Plug-In-Butze bis zu dem von meinem Bühnenmikrofon.
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0:49:02 – 0:49:05
Und, ach, noch so ein Insider.
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0:49:05 – 0:49:10
Und du merkst halt schon, dass dieser Community-Gedanke und dieser...
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0:49:10 – 0:49:13
Es ist noch schwierig, das zu formulieren.
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0:49:13 – 0:49:19
Also das Produkt ist ein Teil, aber es ist nicht die Idee der gesamten Community.
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0:49:19 – 0:49:23
Und ich glaube, nur schon aus der Idee der gesamten Community
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entsteht eine ganz andere Atmosphäre,
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0:49:26 – 0:49:28
aus der dann vielleicht auch die Dinge anders wachsen.
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0:49:28 – 0:49:32
Also wenn du es einfach nur im Sinne eines direkten Kommunikationskanals betrachtest.
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0:49:32 – 0:49:34
Das ist, glaube ich...
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0:49:34 – 0:49:37
Ich würde sagen, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.
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0:49:37 – 0:49:40
Ich meine, guck dir an, wenn ich mir so...
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0:49:40 – 0:49:43
Ich kenne mich eher so bei den Hardwareherstellern aus,
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0:49:43 – 0:49:45
aber wenn ich mir zum Beispiel so anschaue,
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0:49:45 – 0:49:52
was in der Elektron User Community entstanden ist.
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0:49:52 – 0:49:54
Das ist ja nachher von Elektron quasi übernommen worden.
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0:49:54 – 0:49:58
Das war ja vor Privat geführt in der Community,
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0:49:58 – 0:50:00
rund um die Elektron-Synthesizer.
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0:50:00 – 0:50:01
Die Elektronauten.
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0:50:01 – 0:50:03
Die Elektronauten, genau.
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0:50:03 – 0:50:06
Und das ist dann irgendwann von Elektron quasi übernommen worden,
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0:50:06 – 0:50:09
weil der Gründer von dieser Community gestorben ist.
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0:50:09 – 0:50:10
Der hatte Krebs.
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0:50:10 – 0:50:16
Und ja, die haben das jetzt kultiviert immer weiter.
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0:50:16 – 0:50:25
Und da verliert's dann auch so ein bisschen das Unpersönliche.
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0:50:25 – 0:50:31
Ich meine, vielleicht ist das auch so, auf eine gewisse Art hat's auch was Toxisches,
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0:50:31 – 0:50:33
wenn man anfängt, sich mit den Dingen zu identifizieren.
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0:50:33 – 0:50:37
Solange die selbst ja, ich sag mal, nicht vollkommen abdriften,
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0:50:37 – 0:50:40
ähm, "goes on native instruments".
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0:50:40 – 0:50:45
Ähm, also solange es da nicht irgendwie einen großen Kluft gibt,
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0:50:45 – 0:50:49
wo dann das ganze Forum nur noch besteht
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0:50:49 – 0:50:52
aus der Verteidigungsfraktion und den Leuten,
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0:50:52 – 0:50:54
die noch beide Augen im Kopf haben.
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0:50:54 – 0:50:57
Solange es da so ein Midground gibt, ist das ja eigentlich gut.
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0:50:57 – 0:51:01
Oder? Also, es sollte ein Austausch bleiben
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0:51:01 – 0:51:03
man nicht den Fanboyism umschlagen?
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0:51:03 – 0:51:14
Genau, ich finde auch, von Fanboyism hat niemand was, aber es hat auch niemand was davon, von diesem grundsätzlich schlecht gelaunten Bashing auf alles.
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0:51:14 – 0:51:27
Und ich finde überhaupt, also ich wundere mich immer, was veranlasst Leute eigentlich dazu, sich die Mühe zu machen, unter jedes mögliche Video oder sonst irgendwo immer zu sagen,
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0:51:27 – 0:51:31
Also ich finde das nicht so toll. Ich fand dieses Video doof.
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0:51:31 – 0:51:34
Das hat man doch freundlich gesagt.
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0:51:34 – 0:51:38
Ja, ich kann und will das vielleicht jetzt gar nicht so wiedergeben.
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0:51:38 – 0:51:42
Mein Punkt ist, ich sehe natürlich auch manchmal Videos, wo ich denke, das ist nichts für mich
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0:51:42 – 0:51:44
und dann gucke ich mir ein anderes Video an.
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0:51:44 – 0:51:48
Oder ich höre auf, mir Videos anzugucken und lese stattdessen ein Buch.
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0:51:48 – 0:51:53
Ich verstehe nicht, was der Sinn davon ist, immer diese Meinung,
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0:51:53 – 0:51:57
also ich finde das so, nee, ich finde das aber so, ich finde das so, ich finde das so.
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0:51:57 – 0:52:00
Weil ich hab das Gefühl, da gewinnt man irgendwie nichts.
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0:52:00 – 0:52:04
In diesem Dorsum Village versuchen wir eher so ein bisschen,
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0:52:04 – 0:52:09
da sagen die Leute, was sie begeistert oder woran sie arbeiten.
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0:52:09 – 0:52:12
Oder sie posten Track und bitten um Feedback.
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0:52:12 – 0:52:15
Und wenn sie dann Feedback bekommen, machen sie eine zweite Version,
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0:52:15 – 0:52:18
wo sie sagen, okay, ich hab das hier mal ausprobiert irgendwie.
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0:52:18 – 0:52:21
Und ich finde, das und das ist jetzt tatsächlich besser geworden.
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0:52:21 – 0:52:23
Aber jetzt habe ich folgende Schwierigkeit.
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0:52:23 – 0:52:33
Also es geht eher so darum, wie man halt mit Freunden umgehen würde, wenn man zufällig das gleiche Hobby hat.
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0:52:33 – 0:52:42
Und wenn man jetzt ein Hobby hat, was nicht ganz so verbreitet ist, dann hat man vielleicht in seinem Umfeld gar nicht so viele Leute, mit denen man das machen kann.
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0:52:42 – 0:52:50
Und dafür ist so eine Community dann irgendwie toll, weil man dann plötzlich Gleichgesinnte findet, auch wenn die halt über die ganze Welt verstreut sind.
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0:52:52 – 0:53:08
Ich kann mich noch erinnern, in den 90er Jahren habe ich nach Möglichkeiten gesucht, mich auszutauschen über die damalige Yamaha Groovebox.
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0:53:08 – 0:53:14
Nicht RM1X, die spielte auch eine Rolle, aber über den RS7000.
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0:53:14 – 0:53:22
Und es gab nichts. Also Internet steckte noch in den Kinderschuhen. Also hier WWW gab es zwar schon, aber auch nicht so richtig.
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0:53:22 – 0:53:27
Und die einzige Möglichkeit war tatsächlich über eine Mailing-Liste.
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0:53:27 – 0:53:34
Und da diese Mail-Verteiler, darüber hat man dann miteinander kommuniziert.
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0:53:34 – 0:53:39
Und ich habe da nette Freundschaften darüber kennengelernt und geschlossen.
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0:53:39 – 0:53:45
Und ich würde das 100% unterschreiben, was du gerade ausgeführt hast, Peter.
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0:53:45 – 0:53:55
weil das ist im Grunde genommen genau das. Du willst eine Community haben, mit der du dich halt über die Dinge austauschen kannst.
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0:53:55 – 0:54:00
Und ja, keine Schläger-Truppe.
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0:54:00 – 0:54:10
Ja, genau. Und ich finde auch, das Beispiel mit diesen Mailing-Listen, ich erinnere mich da auch noch dran,
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0:54:10 – 0:54:20
Letztendlich kommt es gar nicht darauf an, ob das jetzt irgendwie über eine Mailing-Liste geht oder über einen Discord-Server oder über sonst irgendwie etwas.
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0:54:20 – 0:54:29
Interessant fängt es ja dann an zu werden, wenn man plötzlich auf der anderen Seite irgendwo am anderen Ende der Welt ist jetzt jemand
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0:54:29 – 0:54:40
und mit dem hat man auf einmal einen Gleichgesinnten, mit dem man sich über ein, was weiß ich, vielleicht extrem hoch spezielles Thema austauschen kann.
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0:54:40 – 0:54:52
Ich erinnere mich noch an die Aufregung, die ich dann damals verspürt habe, da jetzt plötzlich jemanden zu haben, der da genauso tief in dem Thema drinsteckt und mit dem man sich jetzt unterhalten kann.
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0:54:52 – 0:55:05
Ja, ganz genau. Es war etwas, was so das Herz öffnet und wo du sagst so "Yes, Gleichgesinnte, hurra, let's go!"
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0:55:05 – 0:55:08
Und zwar Gleichgesinnte in einem positiven Sinne.
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0:55:08 – 0:55:10
Ja, natürlich. Ja, bereichernd.
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0:55:10 – 0:55:15
Ja, also nicht 5000 Leute, die wütend sind über irgendwas,
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0:55:15 – 0:55:18
ist ja egal, was, der ausgefallen ist oder whatever,
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0:55:18 – 0:55:22
sondern halt mit einem gemeinsamen Ziel.
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0:55:22 – 0:55:25
Und dann ist ja die Kommunikation auch so ein bisschen das eine oder andere.
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0:55:25 – 0:55:29
Ich sage ja immer, das Internet war besser auf COD-Server,
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0:55:29 – 0:55:32
die miteinander geredet haben, wie man eigentlich nicht
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0:55:32 – 0:55:35
miteinander sprechen würde heute in der Gesellschaft.
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0:55:35 – 0:55:36
konnten miteinander ab, oder?
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0:55:36 – 0:55:41
In einem TeamSpeak-Channel haben sie sich gegenseitig
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0:55:41 – 0:55:42
die Kretzer gewünscht,
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0:55:42 – 0:55:45
und haben sie gemeinsam ihre Spielrunden koordiniert, oder?
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0:55:45 – 0:55:47
Ja. Ich glaube ...
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0:55:47 – 0:55:51
Weil sie halt aus einem positiven Grund da waren, oder?
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0:55:51 – 0:55:55
Die alten weißen Männer vermissen ...
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0:55:55 – 0:55:59
das Einhalten der Nettikette einfach im Internet.
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0:55:59 – 0:56:00
(Lachen)
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0:56:00 – 0:56:02
Das geht ja gar nicht um ...
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0:56:02 – 0:56:06
Das gab's ja mal für die jüngeren Zuhörer.
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0:56:06 – 0:56:10
Googelt mal Etikette.
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0:56:10 – 0:56:14
Aber das Thema ist ja auch schon so alt wie die Menschheit.
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0:56:14 – 0:56:18
So alt wie das Internet auf jeden Fall. So alt wie das Usenet.
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0:56:18 – 0:56:22
Aristoteles hat sich schon immer darüber aufgeregt, dass der Verfall der Sitten und dass die Jugend
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0:56:22 – 0:56:26
sich nicht mehr an die Etikette hält.
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0:56:26 – 0:56:30
Es geht ja gar nicht darum. Ich finde Kommunikation, die aus Pleat und Hurensohn besteht,
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0:56:30 – 0:56:33
wenn sie funktioniert und sich alle einig sind, dass es hier nicht darum geht,
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0:56:33 – 0:56:39
ist das sehr viel ertragreicher als die Leute, die sich auf Twitter im nettesten Wortlaut
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0:56:39 – 0:56:45
über dieselbe Sache und sich eigentlich einig wären, aber sich über irgendeinen Makrodetail zerfleischen.
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0:56:45 – 0:56:47
Das ist ja das Problem, weißt du?
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0:56:47 – 0:56:52
Jesus hat auch eine nette Etikette gehabt und wurde dafür ans Kreuz genagelt.
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0:56:52 – 0:56:56
Nee, der wurde ans Kreuz genagelt, weil er gesagt hat, dass er Gott war.
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0:56:56 – 0:57:00
Wir sind in der Weihnachtszeit, wir sollten konkret bleiben.
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0:57:00 – 0:57:04
[Lachen]
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0:57:04 – 0:57:08
Anyway.
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0:57:08 – 0:57:12
Wir wollten noch ein bisschen plaudern über ein Thema,
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0:57:12 – 0:57:16
was in den letzten zwei Folgen,
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0:57:16 – 0:57:20
bei deinen letzten zwei Besuchen leider ein bisschen zu kurz gekommen ist, Peter.
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0:57:20 – 0:57:24
Tobi, Stichwort.
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0:57:24 – 0:57:38
Stimmt, nämlich die alten Plugins. Also Möve haben wir in Folge, was war es, 82? Oder 72? Ich weiß es gar nicht mehr.
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0:57:38 – 0:57:45
Lass uns mal mit Chop Suey anfangen. Das war so eins der ersten, oder?
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0:57:45 – 0:57:52
Also das erste Plugin war Abyss und das zweite war Chop Suey.
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0:57:52 – 0:57:57
Ja, dann redet ihr mal kurz über Chopsui und ich muss so lange mal kurz ins Toilette.
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0:57:57 – 0:58:07
Danke für diese Info, Tobi. Nimm nicht dein Mikro mit, bitte. Wie in einer nackten Kanone.
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0:58:07 – 0:58:13
Wie war das mit der Nettikette?
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0:58:13 – 0:58:22
Tjob Sui, erzähl mal, wie kam es dazu, bist du auf die Idee gekommen zu sagen, hey, ich mache jetzt
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0:58:22 – 0:58:29
den Kick Drum Designer? Also tatsächlich bin gar nicht ich auf die Idee gekommen, sondern ich hatte
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0:58:29 – 0:58:39
Björn Torwellen angesprochen, weil ich dessen Kanal kannte und ich hatte gesagt, ja hier, ich bin
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0:58:39 – 0:58:43
übrigens auch in Deutschland und ich mache hier so Plugins und vielleicht willst du das mal angucken
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0:58:43 – 0:58:53
und vielleicht wäre das ja auch interessant mal für deinen Kanal oder so. Und daraufhin hat er
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0:58:53 – 0:58:58
sich dann bei mir gemeldet und wir haben uns mal unterhalten und wir haben uns auf Angeb gut
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0:58:58 – 0:59:05
verstanden und hatten sofort ganz viele Ideen, was man schönes zusammen machen könnte. Und er kam
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0:59:05 – 0:59:10
damals mit der Idee, lasst uns doch ein Plugin machen, was spezialisiert ist auf Kick Drums.
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0:59:10 – 0:59:19
Und mein erster Gedanke war, das dürfte schnell gemacht sein, weil was will man da schon groß
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0:59:19 – 0:59:25
machen? Eine Kick ist eine Kick irgendwie. Oh, nee, also jetzt hast du gerade Jehova gesagt.
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0:59:25 – 0:59:33
Genau. Ich sage, das war so meine erste Reaktion. Und dann habe ich mich da ein bisschen intensiver
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0:59:33 – 0:59:41
mit diesem, damit befasst und mit den Schwierigkeiten, die es gibt. Von Björn Thorvænder über Seini gibt
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0:59:41 – 0:59:51
es auch so ein Kick Drum, wie nennt man das, so ein Tutorial, was man da, wo man das von der Pike
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0:59:51 – 0:59:54
auflernen kann. Das geht, glaube ich, irgendwie viereinhalb Stunden oder so, also viereinhalb
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0:59:54 – 1:00:01
Stunden Videomaterial, wo das so erklärt wird. Und das fand ich faszinierend, weil mir dann
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1:00:01 – 1:00:09
aufgefallen ist, wie ungeeignet die ganzen Tools waren für das, was man erreichen will. Björn hat
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1:00:09 – 1:00:13
dann halt immer erzählt, irgendwie, ja, und das ist jetzt hier das Wichtige bei der Kik und die
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1:00:13 – 1:00:18
Art und Weise, wie man das einstellen kann, ist so und so. Transienten und bla bla und hier…
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1:00:18 – 1:00:26
Genau, und das war einfach das Prinzip, wie man da arbeitet und warum diese Sachen wichtig sind,
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1:00:26 – 1:00:29
das habe ich dadurch alles verstanden. Und gleichzeitig habe ich verstanden,
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1:00:29 – 1:00:47
okay, mit den bestehenden Tools lässt sich das einfach nicht gut machen. Und dann hat Björn mir erzählt, wie viel Zeit, wenn man so einen Track macht, eigentlich damit drauf geht, dass man die die perfekte Kick macht, die für diesen Track gut funktioniert.
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1:00:47 – 1:01:01
Und dass das halt einfach so ein ganz wesentlicher Bestandteil ist, der bei aller Musik, auch die im Club gespielt wird, einfach über den Erfolg oder den Nicht-Erfolg eines solchen Tracks mitbestimmt.
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1:01:01 – 1:01:05
Weil entweder zieht das Ding dich auf die Tanzfläche oder es tut es halt nicht.
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1:01:05 – 1:01:15
Und naja, und dann habe ich gedacht, okay, also wie man das machen würde, wenn man das ideale Tooling hätte, wäre relativ klar.
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1:01:15 – 1:01:21
Und dann hatte ich sehr schnell, also quasi spontan, eine Idee dafür, wie dieses Plugin aussehen konnte.
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1:01:21 – 1:01:28
Und dann habe ich das Björn vorgestellt und der fand das gut.
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1:01:28 – 1:01:34
Und wir waren dann beide am überlegen, ob wir das sozusagen versuchen, maximal kompliziert zu machen,
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1:01:34 – 1:01:40
indem wir noch 5000 andere Sachen machen, oder ob wir das versuchen, dass es sich wirklich auf diese eine Sache konzentriert
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1:01:40 – 1:01:42
und die dafür dann richtig gut macht.
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1:01:42 – 1:01:46
Und das ist dann das, wofür wir uns letzten Endes entschieden haben, weil wir gedacht haben,
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1:01:46 – 1:01:51
ja, einen Kompressor, den kann jeder selber dann seinen Lieblingsprozessor irgendwie dahinter machen,
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1:01:51 – 1:01:56
weil das war dann, also da benutzt sowieso jeder den einen, den er schon immer benutzt hat.
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1:01:56 – 1:02:02
Und ja, und auf diese Art und Weise ist JobSui entstanden.
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1:02:02 – 1:02:11
Und tatsächlich ist das vermutlich eines von meinen Plugins,
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1:02:11 – 1:02:16
was zumindest bei professionellen Kunden eines der erfolgreichsten Plugins ist,
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1:02:16 – 1:02:18
die ich bisher gemacht habe.
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1:02:18 – 1:02:24
Also in allem, was, was ich auch nur am entferntesten,
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1:02:24 – 1:02:29
sage ich mal, mit der Richtung, mit irgendeiner der Richtungen wie Techno oder so zu tun hat,
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1:02:29 – 1:02:35
Ich glaube, da ist Jobsury mittlerweile einfach, sag ich mal, so eine Art Standard.
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1:02:35 – 1:02:38
Das ist einfach das Workhouse für diese Sachen.
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1:02:38 – 1:02:49
Also wenn man sich das mal anschaut auf deiner Webseite, dann sieht man auch sofort, warum das so ist.
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1:02:49 – 1:02:57
Weil das einfach ein sehr niedrigschwelliger, ich muss dieses Wort nochmal benutzen,
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1:02:57 – 1:03:04
es einfach sehr zugänglich gemacht, weil jede Kick-Bomb besteht halt aus einem Transienten
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1:03:04 – 1:03:07
am Anfang, dem Body und hinten dran dem Tail.
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1:03:07 – 1:03:14
Und ihr habt das wirklich so gestaltet, dass man diese drei Teile halt beliebig auswechseln
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1:03:14 – 1:03:20
kann und jeder dieser Anteile kann auch als eigenes Preset gespeichert werden.
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1:03:20 – 1:03:30
dann habt ihr für jeden auch nochmal vier Parameter mitgegeben, über die man dann seine
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1:03:30 – 1:03:32
Kicks sehr individuell gestalten kann.
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1:03:32 – 1:03:33
Das ist genial.
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1:03:33 – 1:03:38
Und dann gibt es halt noch so einen Filter und eine Pitch-Kurve und so, dass man auch
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1:03:38 – 1:03:40
halt über diesen ganzen zeitlichen Verlauf das auch…
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1:03:40 – 1:03:42
Und man kann sogar die Tonhöhe einstellen.
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1:03:42 – 1:03:49
Ja, das wesentlichere Feature ist eigentlich nicht nur, dass man die Tonhöhe einstellen
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1:03:49 – 1:03:59
sondern das ist ein sehr ausgeklügelter Erkennungsalgorithmus, der die Tonhöhe der Kick feststellt.
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1:03:59 – 1:04:07
Das heißt also, wenn das Ding dir jetzt anzeigt, das ist was weiß ich, ein GISS mit 52,3 Hertz,
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1:04:07 – 1:04:14
dann ist das nicht so, denn es basiert ja auf Samples, die durch einen Filter gejagt werden
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1:04:14 – 1:04:28
und so weiter, dass da irgendwo eingestellt wurde, das ist jetzt 52 Hertz, sondern man hat alle möglichen Parameter eingestellt, inklusive vielleicht der Resonanz des Filters, die auf einer ganz anderen Cut-Off-Frequenz und so weiter ist.
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1:04:28 – 1:04:36
Und jetzt ist die Frage für deine Wahrnehmung, was für einen Ton hat denn jetzt eigentlich diese Kick?
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1:04:36 – 1:04:44
Und das ist vielleicht nicht jedem sofort evident, dass auch eine Kick eine entsprechende Tonhöhe hat.
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1:04:44 – 1:04:49
Man kann das aber ganz gut ausprobieren, wenn man die Kick nicht isoliert betrachtet,
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1:04:49 – 1:04:52
sondern im Zusammenspiel mit einer Bassline.
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1:04:52 – 1:04:57
Wenn man dann nämlich anfängt, die Bassline oder die Kick einfach mal in der Tonhöhe ein bisschen zu verändern,
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1:04:57 – 1:05:02
wird man feststellen, dass manchmal das echt gut zusammenpasst und das es manchmal überhaupt
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1:05:02 – 1:05:03
nicht zusammenpasst.
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1:05:03 – 1:05:08
Manchmal hat man auch bestimmte Phasenauslöschungen, dann ist auf einmal der Druck weg.
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1:05:08 – 1:05:18
Oder es ist so, dass die Phasen von Bass und Kick sich auf ungünstige Art und Weise aufschaukeln
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1:05:18 – 1:05:23
und dann bekomme ich solche Spitzen und deswegen bekomme ich nicht mehr die Lautstärke hin,
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1:05:23 – 1:05:24
die ich haben möchte.
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1:05:24 – 1:05:32
Und das sind so die typischen Probleme, wenn man sich über die Tonhöhe von der Kick keine Gedanken gemacht hat.
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1:05:32 – 1:05:41
Jetzt ist aber so eine Kick, ist ja erstmal sehr, sehr tief und die meisten Erkennungsalgorithmen für Pitch funktionieren nicht für so tiefe Töne.
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1:05:41 – 1:05:54
Kann ich ein Lied von singen, weil ich spiele ja Fagott und Kontrafagott und das ist so diese ganzen Stimmgeräte, die es so gibt, die versagen da immer, weil die einfach für diese tiefen Töne das nicht können.
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1:05:54 – 1:06:09
Und zum anderen ist es so, die meisten Kicks haben halt einen sehr lauten, sehr sehr hohen Transienten und dann fällt die Tonhöhe sehr sehr schnell ab, so exponentiell sozusagen, wie bei so einem Zip.
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1:06:09 – 1:06:20
Es fängt mit einem ganz hohen Ton an und geht mit einem ganz tiefen. Das heißt, mathematisch kann man gar nicht sagen, es gibt die Tonhöhe in diesem Sample, weil die ist an jeder Stelle ein bisschen anders.
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1:06:20 – 1:06:26
Unsere Wahrnehmung extrahiert trotzdem eine Tonhöhe, ordnet dem Ding irgendwie eine Tonhöhe zu.
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1:06:26 – 1:06:28
Und das ist das, was da angezeigt wird.
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1:06:28 – 1:06:32
Und das hilft halt, diese typischen Probleme zu vermeiden.
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1:06:32 – 1:06:44
Wenn ich jetzt weiß, dass mein Stück in F-Dur ist und meine Bassline ist entsprechend sozusagen programmiert oder eingespielt,
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1:06:44 – 1:06:50
dann tue ich halt gut daran, meine Kicks vielleicht auch eher auf dem F zu stimmen als auf dem F#.
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1:06:50 – 1:06:51
Mhm.
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1:06:51 – 1:06:53
Ja, spannend.
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1:06:53 – 1:06:58
Fünfhünder, die...
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1:06:58 – 1:07:03
Ja, und es macht tatsächlich auch wirklich Spaß,
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1:07:03 – 1:07:08
weil man, sag ich mal, mit chirurgischer Präzision jetzt sowohl,
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1:07:08 – 1:07:12
dass sich zum Beispiel den Transienten ansehen kann,
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1:07:12 – 1:07:18
Da ist so ein Skew-Regler, der einfach, der Transient, der passiert normalerweise in zwei Millisekunden.
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1:07:18 – 1:07:21
Das ist so wenig, dass man das in der Wellenform kaum sehen kann.
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1:07:21 – 1:07:24
Wenn man das in der Door so groß zieht, dass man sehen kann, was da passiert,
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1:07:24 – 1:07:27
dann sieht man nicht mehr, wie lang die Kick ist.
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1:07:27 – 1:07:31
Und deswegen haben wir da so eine Art logarithmische Darstellung,
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1:07:31 – 1:07:34
bei der der Transient sozusagen ganz in die Breite gezogen wird
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1:07:34 – 1:07:39
und der Rest, wo, was weiß ich, zum Beispiel der Tail, wo nicht mehr viel passiert,
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1:07:39 – 1:07:41
der wird dann so ein bisschen zusammengestaucht.
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1:07:41 – 1:07:46
Und auf diese Art und Weise kann man halt viel besser sehen, was passiert, und man kann viel besser editieren, was passiert.
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1:07:46 – 1:07:52
Und es macht einfach Spaß, wenn man diesen Transienten von so einer Kick dann so Millimeter für Millimeter,
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1:07:52 – 1:07:58
also schiebt man das irgendwie so ein bisschen hin und her, und wie sich dann dieser Charakter von so einer Kick völlig verschiebt
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1:07:58 – 1:08:06
und so ein Track dann irgendwie eine ganz andere Richtung gibt. Also das ist einfach…
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1:08:06 – 1:08:13
Sind das Microtiming-Effekte, die da dann auftreten?
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1:08:13 – 1:08:15
Ist so mein Eindruck dann.
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1:08:15 – 1:08:18
Ja, also zum einen…
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1:08:18 – 1:08:22
Oder auch Frequenzüberschneidungen dann?
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1:08:25 – 1:08:44
Ja, also der Punkt ist, dass unser Gehirn bei der Tonwahrnehmung, gibt es das, sage ich mal, was klassisch mit Harmonielehre und Tonhöhen und Noten und so weiter seit tausenden Jahren irgendwie bekannt ist.
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1:08:44 – 1:08:49
Das bezieht sich aber alles auf das, was, sage ich mal, nach den ersten 20 Millisekunden passiert.
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1:08:49 – 1:08:53
Und wir haben eine komplett andere Wahrnehmung für diese ersten 20 Millisekunden.
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1:08:53 – 1:09:00
Denn evolutionär bedingt müssen wir aus diesen ersten 20 Millisekunden herausfinden,
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1:09:00 – 1:09:07
ist es etwas, was eine Gefahr für uns darstellt oder ist es etwas, was für uns keine Gefahr darstellt.
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1:09:07 – 1:09:14
Und deswegen ist unser Gehirn hoch spezialisiert darauf und kann erstaunlich winzige Unterschiede
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1:09:14 – 1:09:21
in diesen Wellenformen wahrnehmen, die man, wenn man daraus einen kontinuierlichen Ton hat, sonst gar nicht mehr wahrnehmbar wären.
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1:09:21 – 1:09:30
Und das bedeutet, dass gerade in diesem transienten Bereich man einen sehr, sehr großen Spielraum dafür hat,
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1:09:30 – 1:09:39
sag ich mal, auch mit der Musik, beziehungsweise mit der Klanggestaltung halt, ins Unterbewusstsein des Zuhörers irgendwie zu gelangen,
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1:09:39 – 1:09:50
Weil diese ersten 20 Millisekunden und gerade halt bei so einem dominanten Element wie der Kick irgendwie, die machen halt eine ganze Menge mit einem.
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1:09:50 – 1:09:58
Also quasi eine Gehirn-Hacking-Software.
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1:09:58 – 1:10:01
So ein bisschen jedenfalls.
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1:10:01 – 1:10:05
Das ist ja diese Psychoakustik, ne?
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1:10:05 – 1:10:09
Immer wenn man Musik hört, ist es irgendwo Psychoakustik.
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1:10:09 – 1:10:11
Und ja, aber wie gesagt, diese Transient…
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1:10:11 – 1:10:14
Also ihr kennt das doch noch von früher.
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1:10:14 – 1:10:18
Da gab's mal von Roland diese Serie,
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1:10:18 – 1:10:23
ich glaube L.A. Synthese hieß das damals, Linear Arithmetic,
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1:10:23 – 1:10:29
was das Marketing sich immer irgendwie so ausdenkt, mit dem D50.
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1:10:29 – 1:10:32
Und das war so, Sampling war damals noch sehr, sehr…
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1:10:32 – 1:10:37
Der Speicherplatz war noch sehr, sehr teuer und man hatte auch noch gar nicht die ganzen Aufnahmen und alles.
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1:10:37 – 1:10:44
Und ein richtiger Sampler, also gab's da, glaube ich, die allerersten irgendwie.
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1:10:44 – 1:10:52
Aber das war halt sehr, sehr, sehr teuer und die wollten halt einen erschwinglichen Synthesizer und die wollten basierend auf ihrer bestehenden Technik.
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1:10:52 – 1:10:58
Und deswegen haben die das kombiniert. Es gab so einen normalen, sag ich mal, Synthesizer, klassisch subtraktiv.
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1:10:58 – 1:11:04
konnte man dann noch Ring modulieren, zwei solche Sourcen miteinander, damit man auch so
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1:11:04 – 1:11:12
glockenähnliche, inharmonische und so weiter Klänge hat. Aber der Clou war, es gab so mini kurze
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1:11:12 – 1:11:17
Sample irgendwie, die waren so zwischen 20 und 200 Millisekunden, die nur für diesen Attack waren.
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1:11:17 – 1:11:24
Und das Erstaunliche war, man konnte damit für damalige Verhältnisse extrem realistische Klänge
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1:11:24 – 1:11:30
machen, die einerseits dynamisch spielbar waren, weil nach den ersten 30, 50 Millisekunden war es
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1:11:30 – 1:11:38
ja wie ein normaler Synthesizer-Sound. Aber wenn diese ersten 50 Millisekunden zum Beispiel der
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1:11:38 – 1:11:46
Attack sind von einem, sag ich mal, Cello-Ton, dann ist es fast egal, was danach kommt. Dein
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1:11:46 – 1:11:55
Gehirn denkt Cello und ist viel eher bereit, das anzunehmen, oh ja, das ist ein Cello, als wenn die
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1:11:55 – 1:11:59
ersten 50 Millisekunden irgendwie Schrott sind und danach kommt irgendwas, was so ungefähr an
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1:11:59 – 1:12:05
ein Cello erinnert. Also das waren die ersten, die das richtig erkannt haben und in einem Instrument
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1:12:05 – 1:12:07
ausgenutzt haben.
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1:12:07 – 1:12:13
Chopsui war jetzt nach Abyss.
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1:12:13 – 1:12:17
Tobi, möchtest du noch über Abyss reden?
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1:12:17 – 1:12:19
Oder wollen wir über Kult?
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1:12:19 – 1:12:21
Ne, ne, gehen wir
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1:12:21 – 1:12:23
chronologisch durch, weil die drei habe ich jetzt hier.
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1:12:23 – 1:12:25
Chopsui habe ich tatsächlich nur mal getestet.
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1:12:25 – 1:12:27
Aber Kicks sind jetzt nicht
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1:12:27 – 1:12:29
unbedingt zu meinem Bedarf.
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1:12:29 – 1:12:31
Sagen wir mal so.
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1:12:31 – 1:12:33
Fangen wir an mit Abyss. Ich habe für
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1:12:33 – 1:12:38
jetzt für jeden der Synthies, aber ich stelle sie jedes Mal. Es sind immer die gleichen drei Fragen,
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1:12:38 – 1:12:43
aber ich finde sie spannend in diesem Kontext. Erstens, was sollte das Plugin erreichen?
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1:12:43 – 1:12:52
Zweitens, wie erreicht es das? Und drittens, was ist dann daraus geworden? Gehen wir doch mal bei
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1:12:52 – 1:13:01
diesen Fragen zuerst auf Abyss. Hier steht auf der Webseite "A Visual Synth". Was war die Idee?
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1:13:01 – 1:13:10
Also meine Idee war, ich wollte gerne ein Instrument machen, was weggeht von "ich habe
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1:13:10 – 1:13:15
einen Oszillator, der erzeugt meine Segelzahnwelle oder wenn ich will auch vielleicht eine Rechteckwelle,
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1:13:15 – 1:13:20
wenn ich Glück habe, dann kann ich noch pulsweiten Modulation machen und dann schiebe ich das durch
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1:13:20 – 1:13:26
einen Filter". Ich hatte das Gefühl, davon gibt es schon genug irgendwie und da fiel mir dann selber
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1:13:26 – 1:13:35
auch nicht mehr so viel zu ein. Und stattdessen habe ich gedacht, wenn man, also ich hatte damals
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1:13:35 – 1:13:42
sehr viel Freude irgendwie mit Jurorec und fand das toll, da so an diesen Sachen rumzuschrauben
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1:13:42 – 1:13:46
und habe mich gefragt, wo dran liegt das denn eigentlich? Und hatte so gedacht, ja, weil das
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1:13:46 – 1:13:51
irgendwie intuitiv ist und weil man da so exploriert und weil man Sachen irgendwie ausprobiert und weil
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1:13:51 – 1:13:55
man gar nicht so unbedingt so analytisch irgendwie rangeht. Vielleicht hat man mal eine analytische
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1:13:55 – 1:14:00
Idee, aber dann probiert man wiederum. Und ich habe gedacht, wenn man jetzt ein Plugin hat am Computer,
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1:14:00 – 1:14:07
was hat man denn da eigentlich für Vorteile, mit denen man vielleicht auch intuitiv arbeiten kann,
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1:14:07 – 1:14:11
die man jetzt aber bei so einem Juro-Rec, Modular Synthesizer einfach oder Hardware
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Synthesizer nicht hätte? Und da bin ich relativ schnell auf die Idee gekommen, ja gut, es gibt
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1:14:15 – 1:14:22
halt Farben, man hat eine viel größere Möglichkeit der grafischen Darstellung und kann damit arbeiten.
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1:14:22 – 1:14:33
Und deswegen hatte ich mir verschiedenste Konzepte überlegt, wie man das benutzen kann,
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1:14:33 – 1:14:37
um Sounddesign einfacher zu machen, um Sounddesign weniger analytisch zu machen,
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1:14:37 – 1:14:44
mehr explorativ und einfach so, dass es mehr Spaß macht. Und eins der einfachsten Konzepte ist dann
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1:14:44 – 1:14:49
das geworden, was ich für Abyss umgesetzt habe. Da gibt es halt, da ist so ein Feld,
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da gibt's 2000 bunte Punkte und jeder dieser Punkte klingt ein bisschen anders. Und zwar mit der Idee,
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1:14:55 – 1:15:02
dass diese Farben, also dass das jetzt nicht völlig zufällig ist, sondern dass das auch so ist,
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1:15:02 – 1:15:07
dass, also, wenn das eine warme Farbe ist, dann klingt der Grundklang vielleicht auch ein bisschen
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wärmer und wenn das eine kalte Farbe ist, dann klingt das ein bisschen kälter und so weiter.
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Und jetzt kann man diese Tone Colors einfach nehmen per Drag & Drop, packt die auf einen
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1:15:17 – 1:15:22
Gradienten, das heißt also, dann hat man irgendwas, wo man von rechts und links, dazwischen werden die
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1:15:22 – 1:15:27
Farben einfach interpoliert, das heißt also, wenn ich auf der einen Seite gelb habe und auf der
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1:15:27 – 1:15:33
anderen Seite habe ich blau, dann habe ich irgendwo in der Mitte grün. Und dadurch kann ich mir jetzt
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so eine Klangachse definieren und auf dieser Klangachse kann ich jetzt, habe ich sozusagen,
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1:15:38 – 1:15:43
kann ich meine Position festlegen, ob ich eher den Klang von rechts haben würde oder von links
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oder in der Mitte. Und ich kann natürlich jetzt auch einen komplizierten Verlauf machen,
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1:15:46 – 1:15:52
indem ich da 20 solche Tone Colors irgendwie drauf mache. Ich habe aber dann, um das spielbar zu
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1:15:52 – 1:15:56
machen, das super einfach, denn ich habe nur diesen einen Parameter, mit dem ich mich von
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1:15:56 – 1:16:00
rechts nach links bewege. Und den kann ich modulieren, zum Beispiel dadurch, dass wir
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über das Modwheel oder über die Velocity oder über ein LFO und so weiter. Und das heißt,
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1:16:07 – 1:16:12
ich habe mit einem sehr, sehr einfachen, sehr kompakten Element eine riesige Vielzahl von
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Klangverläufen, die man machen kann. Und die zweite Idee bei Abyss war, alles auf einer Seite
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1:16:21 – 1:16:32
unterzubringen und möglichst keine Tabs zu haben, keine versteckten Menüs und so weiter. Und als ich
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dann mir dann auch ein bisschen mehr Gedanken darüber gemacht habe und so verschiedene Entwürfe
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1:16:36 – 1:16:42
gemacht habe, wie das aussehen sollte, weil es ja auch mein Debüt-Instrument werden würde,
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1:16:42 – 1:16:49
hatte ich mir dann noch überlegt, dass es irgendwie sich ein bisschen wegbewegen soll
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1:16:49 – 1:16:56
von diesen dreidimensionalen Knöpfen, die Schatten werfen und Holzwangen, die dann an
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1:16:56 – 1:17:06
der Seite auf dem Bildschirm sozusagen abgebildet werden und habe versucht, dem Ganzen ein spielerisches
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1:17:06 – 1:17:17
heiteres Layout zu geben. Zum Beispiel eine Sache hat mich sehr überrascht, wie da die Emotionen hochgekocht sind.
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1:17:17 – 1:17:26
Der Schriftzug von Abyss, der ist halt in so Kitzelbuchstaben, also mit einem Stift auf Papier.
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1:17:26 – 1:17:39
und dann, also aber jetzt nicht bemüht, irgendwie Druckbuchstaben zu machen, sondern halt, es sieht halt aus, als ob das jemand da mit der Hand gemalt hat.
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1:17:39 – 1:17:43
Und ich fand, das passte zu dem Charme und der Anmutung von dem Instrument.
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1:17:43 – 1:17:51
Und auf K/DA sind manche Leute richtig ausgerastet irgendwie, das geht nicht, so sehen Synthesizer nicht aus.
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1:17:51 – 1:17:54
und wenn ein Instrument so aussieht, dann lehnen sie das ab.
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1:17:54 – 1:17:56
Das würden sie nicht mehr die Demo runterladen.
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1:17:56 – 1:18:01
Mit anderen Worten, du hast hier eine Disruption erzeugt
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1:18:01 – 1:18:07
und der, ich würde sagen, am Ende gibt einem der Erfolg recht.
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1:18:07 – 1:18:13
Weil ich denke mal, dass das für dich als erstes Produkt die Grundlage war,
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1:18:13 – 1:18:16
um dann alle weiteren Produkte zu entwickeln.
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Und wenn du das Ding nicht so gemacht hättest,
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wäre es vielleicht nicht so erfolgreich geworden. Insofern, chapeau!
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1:18:23 – 1:18:24
Ja, und es ist ja…
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Disruptiv, ist immer gut.
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1:18:26 – 1:18:29
Ich habe das nicht gemacht, um zu provozieren.
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1:18:29 – 1:18:32
Ich war überrascht darüber, dass es…
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das… es hätte mich nicht gewundert,
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1:18:35 – 1:18:39
was ja normal ist, dass Leute sagen, für mich ist das nichts.
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1:18:39 – 1:18:42
Naja, das Ganze ist ja eine Provokation.
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1:18:42 – 1:18:45
Was fällt dir ein mit Farben?
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1:18:45 – 1:18:48
Ja, wie kann man mit Farben Klänge beschreiben?
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1:18:48 – 1:18:53
Ja, genau, das geht doch nicht. Also, Trevler, wo ist der Cut-Off-Filter?
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1:18:53 – 1:18:57
Den gibt es auch, es ist ein filterrinnen-Analog.
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1:18:57 – 1:19:00
Ja, ich weiß, das war jetzt eine provokante Bemerkung.
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1:19:00 – 1:19:13
Aber wo wir schon mal dabei sind, also weil ja auch die, ich stelle noch eine vierte Frage zu den drei Fragen, nämlich, in welche Richtung wird sich ein Abyss eigentlich weiterentwickeln?
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1:19:13 – 1:19:16
Ich wusste nicht, ob du das sagen darfst.
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1:19:16 – 1:19:21
Die stelle ich mir selbst jetzt und beantworte die.
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Also erstmal finde ich, dass Abyss so wie es ist, wirklich ein tolles Instrument ist,
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im Sinne von, ich könnte es auch gut und gerne so lassen und es ist gut gealtert,
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im Sinne von, wenn es das nicht gegeben hätte und ich würde es heute herausbringen,
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wäre ich immer noch stolz und es würde niemand sagen, das ist ja altmodisch.
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Also es ist gar nicht eigentlich nötig, Abyss jetzt was zu machen.
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Aber, was ich gerne machen möchte, und wo ich mittlerweile die technischen Möglichkeiten zu habe,
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wie man das entsprechend umsetzen kann, über die ich damals noch nicht verfügte, ist,
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Abyss 2 wird ein besonders nettes Feature haben, nämlich, man kann dann ein Sample nehmen,
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dann kann man dieses Sample auf den Gradienten werfen, und dann rechnet Abyss ein bisschen
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und erzeugt aus dem Sample, das man hat, vielleicht so ein Dutzend solcher Tone Colors,
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die dann dieses Sample, sag ich mal, approximieren, wenn man die Position von rechts nach links macht.
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Muss ich aber nicht, sondern ich kann dann damit alles mögliche machen.
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1:20:30 – 1:20:31
Da wird es nicht die Idee…
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1:20:31 – 1:20:35
Also du kannst die Punkte quasi verschieben, das Sample macht quasi Punkte und du kannst die Punkte
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1:20:35 – 1:20:37
aber wieder auf einen Gradienten fallen dann, oder?
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1:20:37 – 1:20:44
Genau, oder du kannst sie mit anderen kombinieren, mit anderen, von anderen und so weiter. Und hier
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1:20:44 – 1:20:48
ist nicht die Idee, dass wenn man dann von links nach rechts geht, dass man dann möglichst naturbetreu
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1:20:48 – 1:20:54
sein Sample wieder bekommt, das wird niemals der Fall sein, sondern Abyss ist halt hervorragend
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geeignet für alles, was, sag ich jetzt mal so, Pet Sounds, Drone Sounds, Soundscapes und so weiter
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1:21:01 – 1:21:07
ist. Und damit hat man jetzt die Möglichkeit, aus jedem x beliebigen Sample, track and drop,
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1:21:07 – 1:21:15
bam, hast du eine Soundscape. Und das ist sozusagen, also Abyss ist besonders beliebt
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im Bereich von Leuten, die Ambient Music und, sag ich mal, verwandte Genres irgendwie machen. Und
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1:21:21 – 1:21:26
ich glaube, da ist das eine Art Killer Feature. Also, dass die Möglichkeit aus einem beliebigen
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Sample sofort mit null Aufwand eine Soundscape, ein Drone, ein spielbares Pad irgendwie zu bekommen,
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1:21:33 – 1:21:39
die aber trotzdem noch den Charakter von diesem Sample hat. Also ich glaube, das ist ziemlich schau.
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1:21:39 – 1:21:44
Ich glaube, du solltest mal einen Martin Stürzer irgendwie ein Plugin schicken.
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1:21:44 – 1:21:51
Ja, den habe ich schon. Also der hat schon mehrfach…
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1:21:51 – 1:21:53
Hat er schon benutzt?
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1:21:53 – 1:21:54
Ja, hat er schon.
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1:21:54 – 1:21:55
Ja, ja.
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1:21:55 – 1:22:02
Was ich bei Abyss so schön finde, ist einfach an der Oberfläche. Ich habe da meine vier Schieberegler
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1:22:02 – 1:22:10
und kann damit rumspielen und dann verändert sich der Ton. Ich brauche gar nicht so genau zu wissen,
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1:22:10 – 1:22:19
was die machen oder so, sondern ich spiele damit einfach rum und kreiere dann halt einen Ton. Und
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1:22:19 – 1:22:25
Vor allen Dingen, ich brauche oft mal irgendwie so Klänge, die sich halt über einen längeren
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1:22:25 – 1:22:27
Zeitraum verändern.
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1:22:27 – 1:22:30
Und das macht das Ding einfach.
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1:22:30 – 1:22:32
Das ist genauso wie bei Novum.
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1:22:32 – 1:22:36
Ja, ich liebe es.
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1:22:36 – 1:22:44
Da fällt mir übrigens noch ein Community-Feature ein, was sozusagen über Nutzer jetzt zu mir
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1:22:44 – 1:22:47
gelangt ist, was ich auch spätestens bis zwei umsetze.
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1:22:47 – 1:23:02
Und zwar, die Höhlkurven, die ich da jetzt habe, die haben sozusagen, also wenn man jetzt nicht den Sustain macht, also für diesen Attack, ich glaube, die haben so was wie maximal 10 Sekunden.
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1:23:02 – 1:23:14
Und es haben mich jetzt Leute überzeugt, in denen sie mir auch entsprechende Beispiele gegeben haben, wo sie sagen, naja, der Sound bewegt sich sowieso schon so stark und so weiter.
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1:23:14 – 1:23:18
ja dann verschiedene Dinger und ich möchte das gerne aber auch spielen und nicht einfach nur
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1:23:18 – 1:23:25
automatisieren können. Ich möchte gerne Höhlkurven haben, die zehnmal so langsam sind oder 50 mal so
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1:23:25 – 1:23:31
langsam. Das heißt, also da wird es dann auch einen entsprechenden Button geben, der dann so
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1:23:31 – 1:23:39
eine Envelope einfach in Zeitlupenmodus setzt. Ja, oder halt lupen. Ja. Dass du Bereiche halt
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1:23:39 – 1:23:47
loopen kann. Das ist mich auch interessant. Also das mit dem Loopen ist tatsächlich auch etwas,
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1:23:47 – 1:23:53
das wird's wahrscheinlich eher im Kontext von Müss geben, weil sobald man loopt, da muss man
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1:23:53 – 1:23:58
wieder viele Fragen mitrittrigern und loopt es von rechts nach links und so weiter. Da ist man
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1:23:58 – 1:24:02
schnell wieder mit vier oder fünf Einstellungen irgendwie dabei und gerade bei Abyss, alles auf
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1:24:02 – 1:24:10
einer Seite, alles sozusagen minimal gehalten irgendwie. Da würde ich mich damit schwer tun
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und würde eher denken, naja, dann kann ich ja zusätzlich zu der ADSR immer auch noch einen LFO
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1:24:15 – 1:24:21
verwenden, sozusagen, sag ich mal, für diesen Looping-Teil. – Nee, das ist ein Argument.
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1:24:21 – 1:24:28
– Ja, ich glaube, bei Abyss ist halt… die Versuchung ist immer groß, überall Sachen
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1:24:28 – 1:24:32
hinzuzufügen. Bei Abyss ist es halt besonders wichtig, dieser Versuchung zu
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1:24:32 – 1:24:36
widerstehen, damit es nicht überfrachtet wird. Also das ist dieses
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1:24:36 – 1:24:42
einfache, wo man gar nicht abgelenkt ist, weil man hat halt eine überschaubare
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Anzahl. Also es ist immer noch sehr, sehr vielseitig und leistungsfähig, was man
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1:24:47 – 1:24:52
damit machen kann, aber es ist halt trotzdem alles schön auf einer Seite und
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1:24:52 – 1:24:55
das möchte ich auf jeden Fall erhalten.
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1:24:55 – 1:25:00
Das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen. Ich habe gerade noch drei. Zuerst die hast du vor,
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1:25:00 – 1:25:06
auch beim nächsten Abyss, diese, ich sage mal, sehr handschriftliche Designsprache,
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1:25:06 – 1:25:11
diese sehr kurvige Designsprache, die sich auch von den späteren Plugins oder den allermeisten
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1:25:11 – 1:25:15
späteren Plugins, will ich, radikal unterscheidet. Hast du vor, das beizubehalten?
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1:25:15 – 1:25:24
Das wird bei Abyss beibehalten werden und es wird auch noch, also wahrscheinlich nicht nächstes Jahr,
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1:25:24 – 1:25:29
aber vielleicht das Jahr drauf, wird es ein weiteres Plugin geben, was auch in dieser
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1:25:29 – 1:25:33
Designsprache kommt. Ich find's sie schön.
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1:25:33 – 1:25:41
Ja, ich auch und es finden viele. Also es gibt die einen, die wir, sag ich mal, zumindest anfänglich
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ein bisschen abgelehnt haben irgendwie, aber ja, ich mag das auch und es passt halt auch sehr gut
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1:25:51 – 1:25:55
gut zu diesem Instrument und ich habe halt noch die Idee für ein anderes Instrument,
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1:25:55 – 1:26:02
wo das auch sehr gut passt und deswegen bekommt Abyss irgendwann noch ein Kompagnonschwester,
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1:26:02 – 1:26:07
ein Brüderinstrument, irgendwie was in einem, sag ich mal, in einer ähnlichen Anbetung.
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1:26:07 – 1:26:07
Dicken Onkel.
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1:26:07 – 1:26:19
Heißt dann nicht Abyss, da heißt dann Abass. Der Bass-Designer. Nein, Scherz, keine Ahnung,
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1:26:19 – 1:26:26
was du vorhast. Wollen wir noch ein bisschen über Novum und Kult und auch über die Liebe reden?
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1:26:26 – 1:26:27
Komm, komm, komm, komm.
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1:26:27 – 1:26:28
Tobi hat noch Fragen.
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1:26:28 – 1:26:31
Achso, Tobi hat noch mehr Fragen. Hau raus.
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1:26:31 – 1:26:37
Die zweite Frage war, du hast also mit dem Sampling einen Weg gefunden,
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1:26:37 – 1:26:44
das quasi in diese lineare Synthese direkt umzuwandeln, dann per Drag & Drop.
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1:26:44 – 1:26:51
jetzt für App ist zwei, also dass du quasi dann das Sample zu einem Punkt zurückverwandeln kannst,
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1:26:51 – 1:26:53
oder ist das deine eigene Instanz auf dem Strip?
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1:26:53 – 1:27:00
Aus einem, also der Strip selber, das Sample wird sozusagen umgewandelt in den Strip,
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1:27:00 – 1:27:07
das heißt, du hast, ich stelle vor, du hast das Sample und das ist vielleicht fünf Sekunden lang,
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1:27:07 – 1:27:12
jetzt unterteilst du das Sample einfach an, sag ich mal, zwölf verschiedene Positionen,
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1:27:12 – 1:27:18
also nach einer Sekunde, nach drei Sekunden, nach fünf Sekunden und so weiter. Und immer aus der,
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1:27:18 – 1:27:24
sag ich mal, klanglichen Umgebung um diesen Punkt macht er eine Tone Color. Und die platziert er
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1:27:24 – 1:27:30
auf den Gradienten. Das heißt, aus deinem Sample wird ein ganzer Gradient, also eine Abfolge von
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1:27:30 – 1:27:38
solchen Tonpunkten. Und die lassen sich danach aber dann genauso wieder weiter kombinieren.
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1:27:38 – 1:27:47
Und momentan kommt das ja mit 2000 Tone Colors, die man sich da für auswählen kann.
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1:27:47 – 1:27:52
Und die Idee für Abyss 2 ist halt auch, dass du dann auch zum Beispiel so ein neues,
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1:27:52 – 1:27:53
leeres Feld definieren kannst.
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1:27:53 – 1:27:56
Und da kannst du dann 30 Samples draufwerfen.
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1:27:56 – 1:28:02
Und jedes dieser Sample wird dann zerlegt in 20, 30 solcher Tone Colors.
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1:28:02 – 1:28:07
Und so kannst du dir dann da deine eigenen Felder zusammenstellen.
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1:28:07 – 1:28:12
Die Colors selber sind aber keine Samples, das sind diese linearen Dinger.
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1:28:12 – 1:28:17
Die sind aus einem Sample entsprechend abgeleitet, aber das sind keine Samples.
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1:28:17 – 1:28:29
Ist das so ein bisschen wie Wavetables? Das hat Rolf mal erklärt, dass das einfach nur diese ganz kleinen Bestandteile, wo man sie dann viel, viel kleiner kriegt, eben durch Autopsie. Ich habe das Interview nicht mehr im Kopf.
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1:28:29 – 1:28:34
Bei Wavetables ist nochmal was ganz anderes. Da wird interpoliert und das hier ist eher…
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1:28:34 – 1:28:46
Ja, bei Wavetables ist es ja so, dass einfach ein winziger Bestandteil, also ein, was weiß ich,
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1:28:46 – 1:28:52
ein so ein Zyklus von, was weiß ich, 1024 Samples, wird dann halt sehr schnell wiederholt. Und das
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1:28:52 – 1:28:59
Das bedeutet aber auch, dadurch, dass ich das Gleiche tausendmal hintereinander abspiele,
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1:28:59 – 1:29:01
ist der Klang erstmal sehr, sehr statisch.
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1:29:01 – 1:29:06
Er kann dann dadurch bewegt werden, dass ich sage, okay, ich bewege mich jetzt entlang dieser
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1:29:06 – 1:29:10
Wavetable-Achse, das heißt, ich nehme jetzt nicht den ersten Zyklus, sondern gehe jetzt
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1:29:10 – 1:29:12
über zum dritten, zum fünften und so weiter.
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1:29:12 – 1:29:19
Aber per se, wenn ich an einer Stelle stehen bleibe, ist der Klang sehr, sehr statisch und
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1:29:19 – 1:29:25
ich mal, dann auch in den meisten Fällen relativ scharf. Das Besondere bei den Tone Colors in Abyss
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1:29:25 – 1:29:31
ist, dass sie extrem organisch sind. Man kann das ein bisschen, man kann das Organische wegmachen,
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1:29:31 – 1:29:37
das ist auch nicht so schwer, etwas, das Organische wegzunehmen, das Organische hinzuzufügen oder das
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1:29:37 – 1:29:45
Organische auf natürliche Art und Weise da drin zu haben. Das ist, sag ich mal, eher das technisch
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1:29:45 – 1:29:50
schwieriger. Und das ist halt auch wieder das Tolle an Samples und an dieser Technologie,
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1:29:50 – 1:29:57
die ich dafür entwickelt habe. Das heißt, wenn das Sample nicht jetzt selber eine geradezu statische
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1:29:57 – 1:30:02
Welle ist, dann ist das, was da an Tone Colors daraus abgeleitet wird, halt automatisch,
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1:30:02 – 1:30:10
sage ich mal, diese organische, natürlich-akustische Ambience-Anmutung.
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1:30:10 – 1:30:19
Letzte Frage, bevor wir zur Nummer 1 kommen.
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1:30:19 – 1:30:26
Diese FX-Unit, du hast uns im Interview damals, ich glaube Folge 58 war es, gesagt, dass du
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1:30:26 – 1:30:33
du LORV so ein bisschen auf der Idee aufgebaut hast, aber nicht diese Effekte reingebaut hast.
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1:30:33 – 1:30:38
Jetzt die Frage, bist du eher Team Stephen Duda, der halt bei Serum einfach die ganze
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1:30:38 – 1:30:42
FX-Section nochmal ausgekoppelt hat, wo man sich quasi mit Serum zusammen noch Serum FX
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1:30:42 – 1:30:48
holen kann? Oder sagst du es eher wie Eric und Co., die einfach sagen, nee, unsere Omnisphere-Effekte
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1:30:48 – 1:30:55
bleiben in Omnisphere, das bleibt hier drin? Oder, ja, das ist eigentlich die Frage. Also
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1:30:55 – 1:31:01
Also hab ich eine potenzielle Chance, irgendwann mal den Tintenfisch und die Qualle auch auf mein
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1:31:01 – 1:31:07
API zu schmeißen? Also den Tintenfisch und die Qualle, das kannst du jetzt schon, weil die sind
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1:31:07 – 1:31:17
beide in LARV enthalten. Okay, mit diesen Parametern hier? Die sind ein ganz bisschen
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1:31:17 – 1:31:24
anders parametrisiert irgendwie, aber du kannst jede Einstellung, die du in Abyss machst, kannst
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1:31:24 – 1:31:31
du im Prinzip auch in LARP nachkonstruieren, weil in LARP tatsächlich etwas mehr Parameter oder etwas
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1:31:31 – 1:31:40
flexiblere Parameter zur Verfügung stehen. Aber für deine Frage, ob ich eher so das Team A oder
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das Team B bin, würde ich sagen, ganz klar Team C. Es ist noch ein bisschen anders. Und zwar,
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1:31:45 – 1:31:52
ich hätte ja, als ich LARP gemacht habe, wäre es ja einfach gewesen, einfach alle Effekte,
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1:31:52 – 1:32:01
die ich bis zu der Zeit hatte, da reinzuschmeißen. Aber der Punkt ist, ich denke bei so einem Plugin
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1:32:01 – 1:32:07
eher immer von der Anwendung und von wofür es gut ist. Und ich wollte nicht ein Plugin machen,
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1:32:07 – 1:32:11
was jetzt die eierlegende Wollmich-Sau ist, sondern ich wollte ein Plugin haben,
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1:32:11 – 1:32:20
was richtig, richtig gut ist dafür, dass man, was weiß ich, das E-Piano nehmen kann und da draus
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1:32:20 – 1:32:32
dann über diesen Love-Effekt, dann Klangwolken, ätherischen, sphären Sound und so weiter,
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1:32:32 – 1:32:40
dass man das besonders gut machen kann. Und da wären andere Effekte eine Ablenkung gewesen,
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1:32:40 – 1:32:46
weil sie in dieses Konzept gar nicht irgendwie reinpassen. Und bei Love war mir halt auch wichtig,
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1:32:46 – 1:32:50
dass das ein extrem zugängliches, sehr einfach zu bedienendes ist. Es gibt ja schon ganz viele
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1:32:50 – 1:32:57
tolle Multi-Effekt-Geräte, was weiß ich, Guitar Rig beispielsweise. Das lässt eigentlich keine
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Wünsche mehr offen. Der einzige Punkt ist, bis man bei Guitar Rig dann rausgefunden hat,
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1:33:02 – 1:33:07
welche Module es jetzt eigentlich gibt und wie ich die jetzt zusammenschalten muss,
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1:33:07 – 1:33:11
damit ich das habe, was ich irgendwie machen will, da ist dann auch meine letzte kreative Idee dann
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1:33:11 – 1:33:16
irgendwie schon Wochen vorher irgendwie verloren gegangen. Und stattdessen wollte ich halt etwas
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1:33:16 – 1:33:20
haben, dass wenn man jetzt gerade dabei ist, was weiß ich, man hat gerade das tolle Riff,
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das spielt man auf der Gitarre und dann zieht man sich schnell Love rein und dann schraubt man
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dreimal an den Reglern und dann ist man da, wo man sein wollte. Das war so ein bisschen mehr die Idee.
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Und jetzt habe ich aber auch noch andere Effekte und das sind auch ganz schön und deswegen also
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1:33:35 – 1:33:45
ein Produkt, an dem wir gerade arbeiten, also Aaron, der neu ist. Das ist ein Compagnon zu
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Love und das bekommt den wunderschönen Namen Hate. Während Love sich darauf spezialisiert hat,
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1:33:53 – 1:34:00
diese schönen ätherischen Klangwurken zu machen, ist Hate halt das Plugin, wo man eine langweilige
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1:34:00 – 1:34:07
Baseline reinmacht und dann kriegt man so eine richtige… ja, also dann bekommt man richtig…
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1:34:07 – 1:34:09
So eine richtig schön Hate Speech raus.
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1:34:09 – 1:34:13
Ja, also es geht jetzt nicht um…
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1:34:13 – 1:34:15
Voll auf die Mutter.
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Es geht jetzt nicht nur um Sonic Mayhem und Apokalypse, sondern es geht auch darum,
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einfach, dass man aus etwas Langweiligem was machen kann, was richtig Biss hat.
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Und dass man, was weiß ich, man nimmt ein wirklich sehr lahmes Drumloop,
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was von den Sounds irgendwie total langweilig ist,
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und dann schiebt man das da rein und man bekommt was raus, was wirklich knallt.
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1:34:40 – 1:34:48
Und das aber auf eine ähnliche spielerische Art und Weise, wie das bei Love ist.
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1:34:48 – 1:34:53
Bin gespannt. Also Love habe ich, will ich, täglich im Einsatz.
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Das liegt so auf meinem Main-E-Piano-Patch.
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1:34:56 – 1:34:58
Ich glaube, es ist sogar das "Init" Preset.
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1:34:58 – 1:34:59
Ich habe es minimal abgeändert.
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1:34:59 – 1:35:02
Ja, also, wie gesagt, stimmt schon.
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1:35:02 – 1:35:05
Aber ich, keine Ahnung, kannst du mir irgendwann mal machen,
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1:35:05 – 1:35:08
wenn du viel zu viel Zeit hast, was du ja bekanntlich nie hast.
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1:35:08 – 1:35:11
Aber so eine Übersetzung von "Tintenfisch" und "Quale" auf "Love",
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das fände ich jetzt spannend, weil hier sind halt wirklich die Effekte sind,
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oder hier hast du so "Pacific", "Deep Sea", "Oceanic".
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Ich sehe noch nicht, wie ich das auf "Love" quasi übersetze.
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weil ich natürlich hier weiß, wie das Zeug funktioniert.
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Aber du versteckst es bei Apes ja auch so ein bisschen in dem Mysterium.
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Während bei LARP die eigentlichen Parameterbezeichnungen ja klar sind, oder?
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Also bei, ich kann das ganz kurz erklären, das ist eigentlich sehr einfach.
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In beiden Fällen liegen ungefähr sechs Parameter dem ganzen Ding irgendwie zugrunde.
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Bei LARP habe ich vier von diesen Parametern an die Oberfläche getan
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und die beiden anderen stehen einfach auf festen Werten.
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Bei Abyss wollte ich nicht so viele Regler haben, deswegen gibt es da nur zwei Parameter, die ich nach außen geführt habe.
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Und wenn du jetzt da dann umschaltest zwischen Shine oder sonst irgendwas, das sind einfach vorkonfigurierte Werte für die anderen Parameter.
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Das ist sozusagen einfach, zwei Parameter kannst du stufenlos einstellen.
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Und weil ich aber nicht vier Parameter haben wollte, um es möglichst einfach zu halten,
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halten. Trotzdem ein bisschen Abwechslung haben wollte, gibt es dann sozusagen noch diese 5, 6
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Presets, wo ich dann halt jeweils für die verbleibenden Parameter besonders gute Werte
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oder aus meiner Sicht gute Werte eingestellt habe. Und du bleibst damit aber auf einer Seite,
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oder? Also es ist quasi wirklich zwei Tabs, einmal den Edit, einmal den FX und das Ganze ist dann
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Genau, diese Edit-Seite, die ist ja erstmal auch nur ein Viertel des Bildschirms und das ist ja auch wirklich nur, wenn man auf den Gradienten neue Sachen hinzufügen will.
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Aber alles, was ansonsten mit der Klanggestaltung zu tun hat, mit Filter, mit allen Effekten, ist alles auf einer Seite immer da.
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Inklusive sämtlicher Modulationen. Und das möchte ich auch beibehalten.
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Wow, danke für diese sehr, sehr ausführlichen Erklärungen. Werden wir komplizierter. Novum.
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Auch hier wieder. Was soll Novum werden? Wie wird es das und was ist am Ende daraus geworden?
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Also ich hatte schon immer ein Faible für organische Sounds und ich hatte schon immer
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ein Faible dafür, dass man mit Samples Instrumente kreiert. Ich finde auch natürlich toll, solche
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Kontaktlibraries mit Multi-Samples und allem irgendwie schnickschnack, also gerade wenn man
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so orchestrale Sachen und so weiter macht, da gibt es ja irgendwie den tollsten Kram. Aber,
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wenn man dann sich die tollste neue Lip gekauft hat von Spitfire Audio und dann macht man damit
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einen Track und dann hört man sich irgendeinen beliebigen Track von irgendjemand anders an,
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dann stellt man fest, oh, die haben sich das auch gekauft.
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Und man hört halt sofort, es sind genau die gleichen Streicher, es ist genau das gleiche Ding irgendwie.
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1:38:06 – 1:38:13
Man hat halt sehr, sehr wenig Möglichkeiten, darüber hinaus dann noch zu gestalten.
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1:38:13 – 1:38:17
Und die Idee mit Novum ist halt, dass man…
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Also es geht immer ein bisschen um die Demokratisierung von Sounddesign.
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Es geht darum, ein einzelnes Sample zu nehmen und dann ganz viele Möglichkeiten zu haben,
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haben, aus diesem einzelnen Sample wirklich ein funktionierendes Instrument zu machen,
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was man über mehrere Oktaven gut spielen kann. Und damit halt auch, wenn ich dich kurz umbrechen
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darf, damit dann halt auch vom gleichen Ausgangsmaterial eigentlich eine Art,
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also dadurch, dass du so viele Parameter aus dem gleichen Ausgangsmaterial machst, hast du quasi
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immer was anderes, je nachdem, wer es dann bearbeitet, weil einfach die Möglichkeiten mehr
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sind. Ja, das ist das eine und das andere ist eine andere Art, wie man Sounddesign auch
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1:38:55 – 1:39:02
machen kann, wenn man gar keine Lust hat, sich jetzt so einzuarbeiten. Das ist in Novum
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eigentlich eine wirklich tolle, aus meiner Sicht und glaube ich noch viel zu wenig beachtete
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Funktionalität. Also was man machen kann, ist, ich nehme ein Sample, packe das per Drag & Drop
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in Novum und dann gibt es so ein, sind so zwei kleine Schlosssymbole rechter Hand,
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neben, so. Und wenn ich diese beiden Schlosssymbole aktiviere, dann bedeutet das, dass die, dass mein
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Sample sozusagen nicht mehr angetastet wird. Und ich kann jetzt aber durch alle Presets durchskippen
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Und jetzt sozusagen wird jedes Mal meinem Sample, was das Ausgangsmaterial ist, ein völlig anderes
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1:39:47 – 1:39:53
Preset von all den anderen Einstellungen übergestülpt. Und das Ganze ist ja ein granularer
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Synthesizer, das heißt, die Art und Weise, wie jetzt dieses Sample in Klang umgewandelt wird,
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unterscheidet sich halt extrem drastisch. Und so kann ich jetzt aber trotzdem sagen,
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naja, also ich hab hier dieses tolle Fagott-Sample und damit möchte ich jetzt irgendwie was machen,
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dann nehme ich das und um ein bisschen Inspiration zu kommen, skippe ich jetzt mal 200 P-Sets durch
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irgendwie und dann sehe ich, was ich für eine Range habe, beziehungsweise ich werde niemals
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dazu kommen, 200 durchzuskippen, weil spätestens nach dem zehnten wird man festhängen und sagen,
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wow, das ist gut, da möchte ich jetzt irgendwie weitermachen. Genau das kenne ich. Und genau
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dafür ist es halt auch da. Das heißt, also Presets werden dann sozusagen, es gibt ja immer
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diese Frage, darf man überhaupt Presets und so weiter verwenden? Und ich sage, naja, auf diese
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Art und Weise verwende ich ja nicht mehr ein Preset, indem ich einen vorgefertigten Sound
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nehme, wie eine vorgefertigte Library, mit der ich dann was abspiele, sondern Presets werden jetzt
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auf einmal zu einem gestalterischen Element. Ich nehme mein Sample und ich kombiniere es mit
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irgendwelchen Preset-Einstellungen von etwas anderem und ich bekomme etwas völlig Neues,
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was es so nicht gegeben hat, was weder der Preset-Designer jemals im Kopf hatte,
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noch was vielleicht von alleine aus meinem Sample irgendwie geworden wäre. Und ich finde,
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das nimmt so ein bisschen dieses Drama, was das dann manchmal gibt, und diese Flames von
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darf man Presets benutzen, irgendwie völlig raus.
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Weil Presets sind jetzt nicht mehr einfach nur Presets,
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sondern Presets sind jetzt Teil des Sounddesigns.
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Macht das Sinn?
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1:41:33 – 1:41:37
Ja, total. Also ich mein, wir stammen aus der Zeit, wo
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1:41:37 – 1:41:41
Stereo Sam nicht mehr nachkommt, weil die Omnisphere Presets überall drin waren.
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1:41:41 – 1:41:44
Du kannst den Mittelteil von...
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1:41:44 – 1:41:46
Ich weiß nicht, ich hab vergessen, wie der Song hieß,
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1:41:46 – 1:41:49
aber du kannst einen Song callen, der wird dir was anderes auswerfen,
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wo genau dieser Sound auch drin ist.
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1:41:50 – 1:41:52
Und wenn du was auf YouTube hochlässt,
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1:41:52 – 1:41:56
ich hab neulich mal eine halbe Minute Akkord hochgeladen
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1:41:56 – 1:41:58
von einem Yuhi-Preset aus dem Hive,
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1:41:58 – 1:42:00
glaube ich noch, irgendwie Basic Library.
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1:42:00 – 1:42:02
Der hat mir ein Schiller-Album ausgeworfen.
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1:42:02 – 1:42:05
Und das quasi für Schiller,
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1:42:05 – 1:42:08
den, eigentlich das Set, geclaimed.
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1:42:08 – 1:42:11
Und dann hab ich's nochmal hochgeladen,
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1:42:11 – 1:42:12
hat er mir was anderes ausgeworfen,
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1:42:12 – 1:42:14
hat für den Typen das Set geclaimed.
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1:42:14 – 1:42:17
Also so viel für die Presets.
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1:42:17 – 1:42:24
Sehe ich es richtig, dass du mit dem oberen Schloss hier die Engine quasi festhalten kannst und mit dem unteren dann die Samples?
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1:42:24 – 1:42:31
Also, bei Novum?
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1:42:31 – 1:42:35
Genau, das Sample wird ja in Novum in sechs Layers zerlegt.
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1:42:35 – 1:42:45
Und diese Layer funktionieren so, dass sie einerseits eine, sage ich mal, statische Klangfarbe haben, die sich von vorne bis hinten durch das Sample durchzieht.
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1:42:45 – 1:42:49
Das sind diese sechs Farbdinger und das andere sind die Höhlkurven.
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1:42:49 – 1:42:52
Wie laut ist dieser Anteil?
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1:42:52 – 1:42:54
Ach, das sind die Höhlkurven.
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1:42:54 – 1:42:59
Das eine Schloss ist für die Farbe und das andere ist für die temporale Entwicklung.
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So kannst du auch zum Beispiel nur die Farben beibehalten und dann die temporale Entwicklung
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auch variieren lassen mit den Presets oder umgekehrt.
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1:43:10 – 1:43:16
Du hast hier unten so was Ähnliches wie Abyss, einfach ein Farbspektrum aus dem Sample extrapoliert,
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wo du dann quasi den... Ist das ein Teil des Samples, oder ist das einfach eine Art und Weise, wie die Engine das Sample interpretiert?
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1:43:23 – 1:43:25
Bei diesen farbigen Punkten da unten.
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1:43:25 – 1:43:30
Ja, du meinst diese... Was so ausfühlt wie eine Blume, dieses Runde?
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1:43:30 – 1:43:32
Ja, genau.
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Also, das ist so. Die eine weitere Idee, die ich sozusagen bei Novum hatte, war einfach,
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granularen Synthesizer auf einen anderen Level zu bringen. Das eine ist halt durch dieses Zerlegen,
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das andere ist, dass ich die granulare Engine so gebaut habe, was halt sozusagen durch das
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Zerlegen auch überhaupt erst möglich wird, dass das deutlich weicher und organischer nochmal klingt
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als normale, granulare Synthese. Der dritte Punkt ist, dass man noch etwas flexibler damit umgehen
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kann. Das heißt, das funktioniert so. Ich wollte gerne noch spektrale Bearbeitung damit einbauen.
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Realtime und granular, das ist mit, sage ich mal, heutiger Hardware noch nicht wirklich gut
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möglich. Also Realtime Spektral das zu machen und Granular und dann noch mit sechs Ebenen in Stereo
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gleichzeitig. Und deswegen habe ich das über diese Tempera Flower gemacht. Das heißt, in der Mitte ist
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das, sage ich mal, das Originalteil, was aus dem Sample abgeleitet wurde. Und drumherum sind dann
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unterschiedliche spektrale Veränderungen, die dann mehr ins Rauschhafte gehen oder wo das sozusagen
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mehr in das Wavetabelige geht, also wo das sozusagen mal so ein bisschen glatt gebügelt wird und so
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weiter. Man kann aber auch die verschiedenen Klangbausteine aus verschiedenen Samples miteinander
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1:45:14 – 1:45:20
kombinieren. Deswegen gibt es an der linken Seite diesen Browser, wo man alle diese Klänge so sieht
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und wenn man da auf einen draufklickt, dann zeigt der einen diese sechs Tonfarben aus dem Sample an
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und die kann man dann auch per Drag and Drop dann an einen der beliebigen, also an irgendeinen anderen
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Slot irgendwie machen und auf diese Art und Weise kann man dann halt auch Sachen, die einem von einem
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Sample gut gefallen, irgendwie das nächste ziehen. Also nochmal zum Verständnis, die sind ja nicht
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hintereinander angeordnet, sondern übereinander. Nochmal, ich tue ein Sample rein und es wird in
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sechs Layer zerlegt und ich kann jetzt sozusagen die einzelnen Layer aus beliebigen Samples nehmen
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und sie mit den anderen Layern von anderen Samples kombinieren. Jetzt verstehe ich es auch, okay.
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Da verwendet man schon so lange das Plugin und dann…
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Ja, ja, das ist ein bisschen die Idee. Man muss ja gar nicht ganz genau verstehen,
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was im Hintergrund alles irgendwie passiert und man muss auch nicht jede Funktionalität kennen,
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um damit tolle Klänge machen zu können. Im Gegenteil, ich versuche das eigentlich so zu
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machen, dass selbst wenn man sich überhaupt nicht damit auskennt, man irgendwie intuitiv damit
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irgendetwas anfangen kann, was Spaß macht. Und dann kann man so ein Instrument im Laufe der Zeit kennenlernen.
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Und ich finde, das ist so ähnlich wie mit einem guten Musikinstrument.
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Das ist ja auch so, dann spielt man, was weiß ich, zehn Jahre Fagott oder Gitarre oder Klavier
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und man wird trotzdem immer noch wieder irgendwas Neues entdecken, was man vorher nicht so…
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was einem gar nicht klar war, dass das auch gilt.
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Oh, Luft macht Ton.
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Diese Angaben hier, diese Parameter hier neben der Blume, PostJIT, TimeJIT, Skew, die sind
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für die Grains, richtig?
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1:47:07 – 1:47:08
Ja, genau.
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1:47:08 – 1:47:10
Um sie zu modulieren.
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1:47:10 – 1:47:19
Genau, also die Grains, also Grains sind ja so kleine Soundschnipsel, die…
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1:47:19 – 1:47:22
Ja, wie so Partikel.
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1:47:22 – 1:47:24
Ja, genau, wie so Partikel.
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1:47:24 – 1:47:29
habe ich den genannt, aber halt nicht im Sinne von einem großen Ding, sondern einfach so ein Mini-Ausschnitt,
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1:47:29 – 1:47:33
der quasi auf dem Sample liegt und loopt.
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1:47:33 – 1:47:36
Und deren Größe kannst du auch noch verändern.
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1:47:36 – 1:47:38
Genau.
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1:47:38 – 1:47:40
Das mit Size.
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1:47:40 – 1:47:49
Jedenfalls, wenn man sich das jetzt vorstellt wie ein Schwarm von, sag ich mal, Playheads oder Scanner,
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sozusagen, die über das Sample irgendwie rüberfliegen, dann kann ich über diese Jitter-Eigenschaften
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und diese ganzen anderen Regler einstellen, wie sich dieser Schwarm verhält.
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Fliegt der jetzt irgendwie mit einer ganz gleichmäßigen Geschwindigkeit
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oder zittert der irgendwie so rum irgendwie oder springt das ganz wild und rechts?
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Sind die alle lokalisiert an der gleichen Stelle und bleiben eigentlich immer so,
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schweben sozusagen immer über den gleichen Punkt, ziehen die so ihre Kreise?
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1:48:15 – 1:48:21
Oder benutzen die das ganze Spektrum von rechts nach links und springen wild hin und her?
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1:48:21 – 1:48:26
All diese Möglichkeiten hat man und all diese Möglichkeiten machen natürlich auch ganz andere Klänge.
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1:48:26 – 1:48:35
Und das ist auch eine der faszinierenden Sachen, dass man halt so tolle Klangwolkengestaltungen mit dieser granularen Synthese machen kann.
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1:48:35 – 1:48:45
Frage. Wie groß können Samples werden? Kann man da auch einen ganzen Track reinladen oder vielleicht sogar sechs Tracks?
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Da steht zu mir eine Frage. Also man kann erstmal auch einzelne Samples in jeden einzelnen Slot,
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1:48:54 – 1:48:58
also je nachdem, wohin man die tracked und dropped. Das heißt, du kannst auch statt ein
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1:48:58 – 1:49:03
Sample in sechs Teile zerlegen, kannst du auch sechs unterschiedliche Sample nehmen und in die
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einzelnen Slots legen. Wie das jetzt mit der Länge ist, da gibt es bestimmt auch irgendeine Begrenzung,
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1:49:10 – 1:49:14
aber wo diese Begrenzung liegt, weiß ich gerade nicht.
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1:49:14 – 1:49:18
Ich finde auf jeden Fall schön, dass du mir erst erklärt hast,
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1:49:18 – 1:49:21
wie das mit der Blume auch funktioniert und was damit gemeint ist,
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1:49:21 – 1:49:25
weil das hat sich beim Rumspielen nie so wirklich erschlossen für mich.
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1:49:25 – 1:49:27
Da gibt es noch einen Geheimtipp.
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1:49:27 – 1:49:35
Alle meine Plugins haben immer ganz zugängliche und hübsche Userguides.
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1:49:35 – 1:49:43
die kann man zur Not, wenn man sehr mutig ist und über seinen eigenen Schatten springen kann,
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auch mal rein gucken. Noch nie hatte jemand so charmant gesagt "RTFM". Danke, Peter, das war
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1:49:57 – 1:50:03
sehr charmant. Das Fragezeichen links unten hilft ja halt überhaupt nicht. Das sagt hier "The
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1:50:03 – 1:50:06
"The Temper of Flower of a Speck-Related Vagina" – okay, das verstehe ich noch halbwegs.
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1:50:06 – 1:50:10
"Experiment and Go Wild", das ist eine Anweisung, das ist keine Erklärung.
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1:50:10 – 1:50:16
Du weißt, wie das ist, wenn du halt so ein Plug-In da vor dir hast.
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1:50:16 – 1:50:20
Du willst natürlich spielen und willst nicht Anleitung lesen.
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1:50:20 – 1:50:21
Ja, und das kann ich auch.
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1:50:21 – 1:50:22
Das ist auch da, genau.
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1:50:22 – 1:50:23
Anleitung lesen ist für Loser.
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1:50:23 – 1:50:26
Kennst du uns doch, Männer?
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1:50:26 – 1:50:28
Ne, ne, das sehe ich auch so.
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1:50:28 – 1:50:30
Das sehe ich auch so.
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1:50:30 – 1:50:39
Ich möchte das ja auch, dass die Instrumente einen so in den Bann ziehen und man da dran rum experimentiert.
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1:50:39 – 1:50:46
Meine Empfehlung wäre trotzdem, wenn man sich einmal so grundsätzlich damit vertraut hat und man mal abends noch eine Stunde Langeweile hat oder eine halbe Stunde,
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1:50:46 – 1:50:55
da einfach mal so durchzublättern durch dieses Handbuch, weil das ist jedenfalls das, was mir alle Leute sagen, die das jemals gemacht haben.
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1:50:55 – 1:50:59
Sie fanden es super interessant, weil Sie dann noch ein oder zwei Tipps oder Tricks gelernt haben
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1:50:59 – 1:51:04
oder irgendwelche Funktionen, denen Ihnen gar nicht vorher klar waren.
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1:51:04 – 1:51:06
Also ich habe zum Beispiel heute, da hat mich jemand angerufen
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1:51:06 – 1:51:14
und der hat so einen Testbericht geschrieben über JobSuey und war total begeistert von JobSuey.
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1:51:14 – 1:51:20
Und dann sprachen wir so ein bisschen darüber und dann erzählte ich, ja, man kann es ja so und so machen.
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1:51:20 – 1:51:23
Und dann waren wir, was kann man da so und so machen?
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1:51:23 – 1:51:32
Naja, da war halt ein ganz wesentlicher Teil der Funktionalität, nämlich dass man zum Beispiel jetzt für den Cut-Off oder die Resonanz und so weiter,
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1:51:32 – 1:51:43
dass man da halt auch so eine Kurve über den Verlauf des, der Kick ziehen kann, wie sich jetzt die Cut-Off-Frequenz in der Zeit irgendwie verändert.
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1:51:43 – 1:51:48
Das war mir eigentlich klar, dass es diese Funktionalität auch gibt.
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1:51:48 – 1:51:50
Naja, deswegen, also...
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1:51:50 – 1:51:54
Ja, manchmal gibt's da halt noch ganz versteckte Geheimnisse,
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1:51:54 – 1:51:56
die einem gar nicht klar waren.
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1:51:56 – 1:51:58
Also mir hast du auf jeden Fall jetzt Lust gemacht,
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1:51:58 – 1:52:00
dass ich mir dann doch nochmal die Demos hier
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1:52:00 – 1:52:02
und mich damit beschäftige.
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1:52:02 – 1:52:04
Find ich sehr spannend.
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1:52:04 – 1:52:09
Ja, wenn ich's richtig im Kopf habe,
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1:52:09 – 1:52:11
war ja Novum dann auch deine Art,
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1:52:11 – 1:52:13
wie sagt man, Durchbruch, oder...
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1:52:13 – 1:52:14
Also Abyss hat Eindruck gemacht,
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1:52:14 – 1:52:16
Job Suey hatte halt seine Nische
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1:52:16 – 1:52:22
und hat dort gut Welle gemacht. Aber bei Novum sind ja irgendwie alle ausgerastet. Hast du das auch so empfunden?
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1:52:22 – 1:52:29
Es ist nur meine Sicht, ich kann ja gar nicht für alle sprechen, aber war das auch so dein Eindruck,
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1:52:29 – 1:52:37
dass das so der Moment war, wo du von den Leuten zum ersten Mal – Verstanden ist vielleicht ein
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1:52:37 – 1:52:43
großer Begriff, aber du hast die Idee kommunizieren können.
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1:52:43 – 1:52:54
Ja und nein. Bisher ist es so, dass alle meine Plugins, zumindest Teile von KVR,
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1:52:54 – 1:53:04
irgendwie ein bisschen polarisieren. Das war bei Novum auch nicht anders. Also, was weiß ich,
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1:53:04 – 1:53:10
Da ist ein Wort, was mir tatsächlich so ein bisschen wehgetan hat, war das Gimmick.
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1:53:10 – 1:53:15
Ja, da irgendwie jetzt mit Farben und so rumzumachen, ist ja irgendwie so ein Gimmick.
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1:53:15 – 1:53:24
Und da spricht für mich erstmal heraus, dass die Person sich ungefähr null Sekunden mit dem Plugin beschäftigt hat.
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1:53:24 – 1:53:28
Und es ist so eine in Bausch und Bogen Ablehnung.
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1:53:28 – 1:53:33
Und bei Novum hat es, glaube ich, tatsächlich auch eine ganze Zeit gedauert.
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1:53:33 – 1:53:44
Es gibt halt nur sehr wenige Leute, die angefangen haben, mit Novum zu spielen und dann nicht sehr schnell dem Charme von Novum erlegen sind.
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1:53:44 – 1:53:53
Das heißt, es gibt nur sehr wenige Leute, glaube ich, auf der Welt, also ich kenne keine, die gesagt haben, ja, ich habe Novum irgendwie ausprobiert und ich finde es doof.
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1:53:53 – 1:54:11
Das hat dafür gesorgt, dass viele Leute das in einer guten Wahrnehmung haben und dann vielleicht auch weiter empfehlen.
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1:54:11 – 1:54:13
Also ich kann nur noch sagen, wie es bei mir war.
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1:54:13 – 1:54:23
Auf einmal war bei mir Facebook und hast du nicht gesehen, die Netzwerke voll mit Novo.
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1:54:23 – 1:54:31
Die Leute haben gepostet, wow, was ist das für eine geile Software, was sind das für geile Klänge, die da rauskommen.
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1:54:31 – 1:54:35
Und so bin ich auch darauf aufmerksam geworden.
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1:54:35 – 1:54:37
Ah, okay.
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1:54:37 – 1:54:41
Und über Novum dann halt auf die anderen Sachen.
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1:54:41 – 1:54:54
Ich find eigentlich besonders schön, dass es halt da oben dieses Farbding ist und das erinnert mich immer so an das Nordlich, ne, Aurora Borealis.
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1:54:54 – 1:54:56
Ja.
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1:54:56 – 1:55:03
Ja, also designmäßig ist das wirklich ganz große Klasse. Auch die Fader hier bei der Synthi-Fraktion,
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1:55:03 – 1:55:09
Die hat ein bisschen wie die Mod-Matrix gemacht worden ist, das hast du dann auch ein bisschen übernommen.
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1:55:09 – 1:55:18
Eben dieses Plus und dann quasi diese einzelnen, ich such den Begriff, Eingabegeräte.
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1:55:18 – 1:55:25
Oder hier, genau, also so eine Mod-Matrix, wie man sie dann kennt.
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1:55:25 – 1:55:32
Wenn man sie mal verstanden hat, funktioniert sie eigentlich, bis auf Elvis, funktioniert sie eigentlich fast überall bei den neueren Synthies.
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1:55:32 – 1:55:35
Und ich finde, das Design ist maximal zeitlos,
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1:55:35 – 1:55:37
ist eines der schönsten Plugins, die ich kenne.
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1:55:37 – 1:55:41
Ich habe Novum tatsächlich erst wirklich schätzen gelernt,
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1:55:41 – 1:55:45
nachdem ich MÜV versucht habe zu verstehen und aufgegeben habe,
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1:55:45 – 1:55:46
bis Zyklop kam.
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1:55:46 – 1:55:50
Weil über den bin ich dann quasi so wieder ins Verständnis geraten,
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1:55:50 – 1:55:52
wie eigentlich MÜV funktioniert.
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1:55:52 – 1:55:55
Aber Novum hat mich dann dieses Jahr sehr, sehr lange begleitet.
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1:55:55 – 1:55:58
Ganz, ganz toller Synthesizer.
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1:55:58 – 1:56:01
Aber es lag vielleicht auch daran, dass was an dem was nachher kam.
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1:56:01 – 1:56:05
Also außer irgendjemand hat das noch eine Frage zu Novo? Sascha?
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1:56:05 – 1:56:07
Nein.
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1:56:07 – 1:56:09
Lass uns mal über…
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1:56:09 – 1:56:11
Ja, Kult.
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1:56:11 – 1:56:13
Mhm.
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1:56:13 – 1:56:15
Weil Kult, also wo fange ich an?
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1:56:15 – 1:56:17
Erstens, das ist mein Lieblingsplugin.
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1:56:17 – 1:56:19
Ich sag wie es ist.
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1:56:19 – 1:56:21
Also dieses Plugin ist überall drin,
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1:56:21 – 1:56:23
ich empfehle das allen Leuten weiter.
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1:56:23 – 1:56:25
Das ist für mich der,
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1:56:25 – 1:56:27
der absolut perfekte Softs sind.
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1:56:29 – 1:56:50
Also auch nur schon, weil der hat so eine Spezialität, so eine Fähigkeit für diese Röchel-Sounds, auch wenn du später noch Granulat draufwirfst, oder einfach so dieses organische, nicht ganz so gleichmäßiges, aber immer noch, auch nicht super analoges, aber doch warmes, weiches, irreguläres, flächiges Brett.
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1:56:50 – 1:56:54
So Pseudo-Orgel-Sounds. Ich liebe das Ding dafür.
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1:56:54 – 1:56:58
Least Synthi ist auch geil. Das ist dann eher so die Schrei-Fraktion.
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1:56:58 – 1:57:01
Wobei, ich mag den Filter.
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1:57:01 – 1:57:07
Aber, ähm, ja, also Kult war ja Ende 2022, wenn ich das richtig im Kopf hab.
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1:57:07 – 1:57:09
Novum macht sich da gerade so ein bisschen breit.
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1:57:09 – 1:57:14
Die Leute werden aufmerksam und dann droppt der Kult-Teaser.
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1:57:14 – 1:57:16
Und KVR dreht durch.
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1:57:16 – 1:57:20
Und es gab zwei Fraktionen. Die einen waren so "Wow, was kommt da?"
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1:57:20 – 1:57:25
Und die anderen waren so "Nää" und wurden von der ersten Fraktion gesagt "Lad dir Novum runter".
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1:57:25 – 1:57:34
Ja, jetzt Kult. Was wird das? Was ist das? Was soll das? Was macht das?
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1:57:34 – 1:57:44
Ja, also bei Kult hatte ich die Idee, nachdem ich Novum gemacht hatte und Abyss,
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1:57:44 – 1:57:52
die ja beide, sag ich mal, so ein bisschen ihren ganz eigenen Weg gegangen sind mit den Farben und so weiter.
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1:57:52 – 1:57:57
Ich wollte nicht, dass ich da drauf gewissermaßen festgenagelt werde,
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1:57:57 – 1:58:02
so nach dem Motto, ja, das ist immer das, hat immer irgendwie da was mit Farben und so zu tun,
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1:58:02 – 1:58:04
wollte gerne mal was anderes machen.
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1:58:04 – 1:58:09
Und Leute fragen mich dann ja auch immer, warum hast du nicht mal ein WFT-Bestand?
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1:58:09 – 1:58:11
Warum machst du nicht mal analog?
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1:58:11 – 1:58:20
Und ich denk dann immer, ja, weil es da schon 100 von gibt, irgendwie, dann würde ich da schon gerne so mein eigenes Ding draus machen.
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1:58:20 – 1:58:33
Und da war dann so die Frage, die ich mir selber gestellt habe, wenn ich jetzt an so einen analogen Synthesizer denke, was wäre mir denn daran eigentlich wichtig oder was finde ich daran toll?
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1:58:33 – 1:58:42
Und dann ist das eine, dass man halt diesen, sag ich mal, so einen gesunden, nicht-digitalen Klang hat,
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1:58:42 – 1:58:50
also nicht so einen statischen, sondern halt so ein bisschen was Organisches, aber gleichzeitig Warmes,
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1:58:50 – 1:58:52
irgendwie so drin ist, das ist das eine.
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1:58:52 – 1:58:59
Und dann, dass man eine überschaubare Zahl von Reglern hat und dann meistens halt, dass es subaktiv ist.
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1:58:59 – 1:59:06
Und dann habe ich gedacht, ja gut, bezüglich der Filter, da gibt es ja schon ganz viel und
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1:59:06 – 1:59:10
toll, was man irgendwie machen kann.
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1:59:10 – 1:59:14
Und da kann man sich jetzt noch überlegen, dass man einen Filter nimmt mit einem sehr
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1:59:14 – 1:59:18
speziellen Charakter, aber den größeren Einfluss hat man halt bei den Oszillatoren.
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1:59:18 – 1:59:23
Und dann habe ich gedacht, gut, dann müssen diese Oszillatoren halt mehr können, irgendwie
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1:59:23 – 1:59:25
was anderes sein.
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1:59:25 – 1:59:34
Und ich hatte halt schon lange die Idee, also ich arbeite ja an so einer DSP-Theorie,
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1:59:34 – 1:59:37
also so einer digitalen Signalverarbeitungstheorie.
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1:59:37 – 1:59:41
Die klassischen Theorien sind entweder sozusagen basierend auf Samples,
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1:59:41 – 1:59:44
man sagt im Time Domain, wo man sich Wellenformen anguckt,
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1:59:44 – 1:59:50
oder sie basieren auf so einer spektralen Frequenzanalyse,
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1:59:50 – 1:59:58
wo man sich sozusagen das Signal zerlegt in unterschiedliche Sinusfrequenzen über Fourier-Transformation.
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1:59:58 – 2:00:06
Und ich mache gewissermaßen eine dritte DSP-Theorie, die liegt irgendwo so dazwischen.
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2:00:06 – 2:00:13
Also jetzt nicht wirklich genau dazwischen, aber auf eine, sag ich mal, sehr abstrakte Art liegt die dazwischen.
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2:00:13 – 2:00:20
Damals hatte ich mir Klänge angeguckt, also daraus ergibt sich auch so eine bestimmte Visualisierung,
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2:00:20 – 2:00:30
und ich hatte mir Klänge angeguckt von Instrumenten wie Flöte, Klarinette, Blechblasinstrumente,
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2:00:30 – 2:00:37
wirklich akustische Streicher und so weiter, weil ich gerne verstehen wollte,
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2:00:37 – 2:00:42
was macht denn eigentlich so ein Sound organisch und natürlich klingt?
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2:00:42 – 2:00:49
Und dann war für mich total überraschend, dass was ich da dann gesehen habe in dieser Visualisierung,
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2:00:49 – 2:00:56
erinnerte mich da dran an das, was ich kannte von chaotischen Systemen,
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2:00:56 – 2:01:01
also von Chaos-Theorie und den sogenannten Strange Attractors,
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2:01:01 – 2:01:07
wie sich da sozusagen, wenn sich so ein Punkt in so einem chaotischen Feld sozusagen bewegt,
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2:01:07 – 2:01:15
dann macht er das halt auch nicht genau periodisch, sondern das ist so ein ungefähr periodisch mit so einer Variation,
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2:01:15 – 2:01:20
die sich aber sehr stark von, sag ich mal, zufällig oder Rauschen unterscheidet.
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2:01:20 – 2:01:24
Und da hab ich gedacht, okay, das ist ja eigentlich eine Art der Entdeckung,
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2:01:24 – 2:01:31
denn wenn solche Klänge so aussehen, dann muss es ja auch umgekehrt möglich sein,
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2:01:31 – 2:01:38
dass ich ein chaotisches System nehme, wie den Lorenz Strange Attractor, was so einer ist,
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2:01:38 – 2:01:45
so ein, sag ich mal, das Lehrbuchbeispiel, und den umwandelnden Sound. Und das war gewissermaßen
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2:01:45 – 2:01:50
dann die Grundidee für Kult und das ist auch das, was es dann am Ende draus geworden ist.
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2:01:50 – 2:01:55
Also da gibt's diese Strange Attractors und je nachdem, die kann man so ein bisschen bändigen
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2:01:55 – 2:02:04
oder es gibt da halt auch wildere und etwas weniger wilde, hat man schon mal einen Grundsound,
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2:02:04 – 2:02:13
der hat dieses organische und schwer, es ist ein bisschen schwer zu beschreiben,
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2:02:13 – 2:02:22
aber es klingt einfach nicht, als ob das aus Zahlen digital generiert wurde, Nullen und Einsen,
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2:02:22 – 2:02:28
sondern es klingt einfach wie etwas, was aus irgendeinem physikalischen Prozess entstanden ist.
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2:02:28 – 2:02:35
Es hat was Akustisches. Selbst wenn es total wie ein Synthesizer klingt, hat es trotzdem dieses
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2:02:35 – 2:02:46
Natürliche. Ich freue mich, dass dir Kult so gut gefällt, weil tatsächlich ist es auf eine Art
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2:02:46 – 2:02:52
auch eines meiner Lieblingsinstrumente. Und das ist es aber tatsächlich auch erst geworden,
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2:02:52 – 2:03:02
seitdem Sounddesigner wie zum Beispiel Spectralisk oder Hydratec, die haben sich jetzt seit Jahren
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2:03:02 – 2:03:08
mit Koet intensiv auseinandergesetzt und die machen da so klasse Klänge mit, das ist dann,
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2:03:08 – 2:03:12
die spielen mir da manchmal was vor und ich kann das immer gar nicht fassen, dass das mein
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2:03:12 – 2:03:20
mein Instrument ist. Ich denke dann immer, mein erster Gedanke ist immer, eines Tages möchte ich mal einen Synthesizer machen, der auch so toll klingt.
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2:03:20 – 2:03:23
Und dann sagen die, ja, das ist cool. Und dann denke ich, wow.
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2:03:23 – 2:03:27
Großartig. Ach so, ja.
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2:03:27 – 2:03:53
Ja, und also das ist halt auch, also die schaffen das da halt, und die kennen sich mittlerweile so gut damit aus, da Klänge irgendwie so rauszuholen, irgendwie, also das hätte ich nicht für möglich gehalten. Also das ist wirklich beeindruckend.
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2:03:53 – 2:03:59
Ja, und zu deiner Frage, also gleichzeitig ist Kult natürlich auch ein sehr schönes, einfaches Instrument,
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2:03:59 – 2:04:03
weil man kann es benutzen wie einen ganz normalen Erlösungs-Synthesizer,
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2:04:03 – 2:04:07
bei dem man aber dann halt auch ein paar Regler hat, die so ein bisschen nicht Standard sind
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2:04:07 – 2:04:13
und bei dem der Grundsound halt, sag ich mal, einen starken eigenen Charakter hat.
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2:04:13 – 2:04:20
Also das, was mir da auf dem Bildschirm entgegenfliegt, um das nochmal jetzt die Theorie in die Praxis zu übersetzen,
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2:04:20 – 2:04:25
Und das ist eigentlich die Wellenform und die wird quasi live gerechnet in den Sound.
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2:04:25 – 2:04:33
Genau. Und diese Wellenform wird aber nicht wie in so einem normalen Synthesizer so gerechnet
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2:04:33 – 2:04:38
im Sinne von hoch und runter, was ja, sag ich mal, eine eindimensionale Bewegung ist,
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2:04:38 – 2:04:43
sondern die, was dem zugrunde liegt, ist eine Bewegung eines Punktes durch einen
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2:04:43 – 2:04:51
dreidimensionalen Raum. Und jetzt kann man sozusagen aus dieser Bewegung durch den
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2:04:51 – 2:04:56
dreidimensionalen Raum kann man dann durch eine Projektion wieder eine
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2:04:56 – 2:05:00
Wellenform entsprechend machen, aber die Grundbewegung hat halt viel mehr
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2:05:00 – 2:05:05
Freiheitsgrade als etwas haben kann, was sich gewissermaßen nur hoch und runter
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2:05:05 – 2:05:13
bewegt. Und fast alle physikalischen Phänomene, die es irgendwie gibt, was hier
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2:05:13 – 2:05:22
halt in so einem Zustandsraum, der drei, vielleicht manchmal vier oder fünf dimensional ist. Und da,
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2:05:22 – 2:05:29
wo dieses Chaos passiert oder da, wo sozusagen physikalische Systeme anfangen, dieses natürlich
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2:05:29 – 2:05:35
irgendwie zu entwickeln, das ist halt immer in so einem dreidimensionalen oder vierdimensionalen
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2:05:35 – 2:05:42
Teilraum. Und das ist sozusagen, das ist das, was man dafür braucht, irgendwie, damit man dieses
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2:05:42 – 2:05:56
schöne organische, leicht raue bekommen kann. Und weil ja auch die Frage war, in welche Richtung
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2:05:56 – 2:06:03
geht das? Also ein Teil von dem, was ich an mathematischer Forschung mache, ist halt nach
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2:06:03 – 2:06:08
wie vor – also mit Kult bin ich ja dem ein ganzes Schritt näher gekommen – zu verstehen,
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2:06:08 – 2:06:12
was macht eigentlich diese organischen Sounds irgendwie aus? Und ich war dazu in der Lage,
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2:06:12 – 2:06:17
einen Synthesizer zu machen, der auch so organische Sounds macht. Das, wo ich gerne
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2:06:17 – 2:06:20
irgendwann hin möchte, ist, dass ich ein beliebiges Sample nehmen kann oder einen,
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2:06:20 – 2:06:27
sagen wir, beliebigen Ton, der irgendwo herkommt. Und dann habe ich einen Regler und jetzt kann ich,
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2:06:27 – 2:06:34
oder vielleicht auch zwei oder drei, jetzt kann ich langsam diese Chaos-Qualität einblenden. Das
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2:06:34 – 2:06:40
Das heißt, ich kann aus einem Klang, der jetzt eigentlich nur dieses stabile Hoch und Runter hat,
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kann ich den sozusagen, sag ich mal, so ein bisschen anschubsen, auf eine Art und Weise,
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dass der anfängt, sich selber chaotisch zu verhalten.
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Also, dass ich dieses geordnete System in ein chaotisches System umwandle.
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2:06:54 – 2:07:00
Und auf diese Art und Weise einen Klang, der jetzt vielleicht erst mal statisch ist,
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2:07:00 – 2:07:15
diese spezielle Klangqualität aufprägen kann. Weil dann kann man es mit Templates machen und dann hat man nochmal, ja, also da geben sich nochmal ganz neue Möglichkeiten.
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2:07:15 – 2:07:20
Tobi, bist du noch da?
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2:07:20 – 2:07:21
Ich bin noch da, ja.
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2:07:21 – 2:07:23
Du bist so still geworden.
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2:07:23 – 2:07:25
Es ist viel auf einmal, also.
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2:07:25 – 2:07:37
Ich denke gerade über die letzten Sätze nach. Du hast quasi, um das jetzt mal in die Chaos-Forschung,
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Chaos-Theorie umso übertragen, im Pendel einen dritten Attraktor hinzugefügt,
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2:07:42 – 2:07:47
um halt in den Samplern etwas mehr Chaos zu erzeugen.
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2:07:47 – 2:07:54
Ja, also da möchte ich gerne hin, dass ich das tun kann. Genau, man kennt ja dieses Chaos-Pendel,
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2:07:54 – 2:08:00
wo man mit so drei Magneten irgendwie ist. Das ist ja eigentlich eine tolle Metapher, die du hast.
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2:08:00 – 2:08:03
Mein Sound wäre jetzt erstmal ein Pendel, was jetzt so normal hin und her schwingt,
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2:08:03 – 2:08:07
sonst ist es langweilig. Wie ein Uhrpendel, genau das wäre das Sample. Und jetzt bringe
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2:08:07 – 2:08:11
ich auf eine geschickte Art und Weise noch Magneten an irgendwie, die das… und jetzt
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2:08:11 – 2:08:16
plötzlich fängt dieses Uhrpendel an irgendwie sich so ein bisschen chaotischer zu bewegen.
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2:08:16 – 2:08:24
Das ist, glaube ich, auch das Problem gewesen, was viele im Sequenz-Forum hatten,
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2:08:24 – 2:08:32
nachdem sie einen Kult getestet haben, dass manche Ergebnisse einfach nicht vorhersehbar waren. Wenn
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2:08:32 – 2:08:37
man andere Synthesizer gewöhnt ist, ich weiß, was ich da einstelle, dann kommt ungefähr das
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2:08:37 – 2:08:42
und das raus. Und das ist bei Kult nicht der Fall. Ja, also ich war auch amüsiert darüber,
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2:08:42 – 2:08:50
wie Leute, die eigentlich behaupten, in irgendwelche Widerstände rauszuhören und irgendwelche Stromschwankungen zu hören,
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2:08:50 – 2:08:57
dann bei Kult plötzlich so Hilfe, dass es zu wild von der Randomness erschlagen wurde.
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2:08:57 – 2:09:03
Ich würde gern euch doktorierte Art Akademiker kurz in die Praxis zurückholen. Ich brauche noch ein bisschen Hilfe.
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2:09:03 – 2:09:08
Wenn ich mir jetzt so einen Oszillator angucke, ich sitze gerade davor, dann habe ich hier, Gain ist klar.
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2:09:08 – 2:09:11
Also Gain ist völlig logisch, Laut, leise.
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2:09:11 – 2:09:16
Dann habe ich Saw und Square, dürfte das sein.
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2:09:16 – 2:09:18
Was machen die konkret?
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2:09:18 – 2:09:23
Also kann ich hier da dem Attraktor quasi Limiten setzen?
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2:09:23 – 2:09:27
Im Sinne eines Sägezahns und einer …
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2:09:27 – 2:09:28
Also das kannst du dir …
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2:09:28 – 2:09:29
… eines Rechtecks.
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2:09:29 – 2:09:32
Das kannst du dir sehr schön … Hast du es gerade vor dir irgendwie?
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2:09:32 – 2:09:34
Ich hab's grad vor mir, ja.
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2:09:34 – 2:09:39
Dann wähl mal als Wellenform für den Oszillator jetzt den Sinus aus.
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2:09:39 – 2:09:42
Also gibt's zwei Sinus, ist egal welchen du nimmst.
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2:09:42 – 2:09:44
Es ist ein Kreis.
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2:09:44 – 2:09:48
Genau, jetzt hast du einen Kreis. Und jetzt kannst du mal ein bisschen an dem Saw-Regler spielen.
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2:09:48 – 2:09:52
Das ist orange.
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2:09:52 – 2:09:54
Ja, aber der verändert auch seine Form.
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2:09:54 – 2:09:59
Ja, aber wenn wir mal kurz das noch irgendwo in LFO... Ich kill die mal alle kurz.
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2:09:59 – 2:10:02
Du kannst vorher auf Init einfach gehen wahrscheinlich.
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2:10:02 – 2:10:04
Ach klug, stimmt. Init.
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2:10:04 – 2:10:12
Ach, jetzt ist er… okay, ich geh nochmal auf Sinus. Hier, Sinus. Gut, in it. Ja, okay, ja, der ändert seine Form.
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2:10:12 – 2:10:19
Der ändert seine Form. Genau, und wenn du jetzt… also ein Kreis entspricht einer Sinusschwingung.
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2:10:19 – 2:10:26
Das ist auch keine neue Erfindung von mir, sondern das ist ja auch vielleicht irgendwie so halbwegs noch anschaulich.
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2:10:26 – 2:10:33
Und wenn ich jetzt diesen Kreis anfange zu deformieren, das heißt also ich schiebe den
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2:10:33 – 2:10:37
so zusammen, dass der, sag ich mal, irgendwie so ein bisschen dreieckig wird, dann ist das,
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2:10:37 – 2:10:44
was, sag ich mal, auf der anderen Seite passiert, dass der sich in Richtung einer
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2:10:44 – 2:10:52
Sägezahnwelle verschiebt. Und genauso, wenn du jetzt den Song mal wieder zurück machst…
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2:10:52 – 2:10:58
Ja, jetzt mache ich Square. Jetzt ist es ein Rechteck. Jetzt ist es ein Apple-Rechteck mit abgerundeten Ecken. Dafür wirst du verklagt.
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2:10:58 – 2:11:00
Und jetzt ist es ein normales Rechteck. Ein Quadrat.
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2:11:00 – 2:11:10
Genau. Also, da ist wieder das Gleiche. Du kannst es dir so vorstellen. Ich habe diesen Kreis. Und was ich jetzt mache, ist, eigentlich verzerre ich den Raum, in dem sich dieser Kreis bewegt.
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2:11:10 – 2:11:17
bewegt. Wenn ich mir vorstelle, dass es jetzt so eine Gummifläche ist, wo der Kreis drauf gemalt ist,
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2:11:17 – 2:11:22
dann fange ich an, an dieser Gummifläche irgendwie so zu ziehen, und dann ziehe ich das so zurecht,
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2:11:22 – 2:11:27
dass aus diesem Kreis irgendwie ein Quadrat wird. Und was da dann passiert, wenn ich das mit einem
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2:11:27 – 2:11:33
Kreis mache, ist, dass ich als Ergebnis in der Wellenform ein Rechteck bekomme. Ist ja auch
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2:11:33 – 2:11:41
logisch, ne? Also Sinus, Kreis, Dreieck, Sägezahn, Quadrat, so. Das Tolle ist jetzt nur, diese
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2:11:41 – 2:11:49
Transformation, die ich da gemacht habe, die kann ich ja auch machen, ne? Also, wenn ich vorher einen
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2:11:49 – 2:11:54
Kreis drauf gemalt habe, dann verwendet sich der Kreis in einen Quadrat. Ich kann jetzt aber auch
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2:11:54 – 2:11:58
ein Häschen da drauf malen und ich kann das genauso in die gleiche Richtung ziehen, wie ich das vorher
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2:11:58 – 2:12:01
gemacht habe. Sagen wir, auf der einen Seite habe ich einen Kreis und auf der anderen Seite habe ich
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2:12:01 – 2:12:08
in die Häschen, dann kann ich jetzt das Häschen auf die gleiche Art und Weise verzerren, wie die,
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2:12:08 – 2:12:13
die aus einem Kreis eine Square Wave macht. Und das ist halt das, was es akustisch für unsere
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2:12:13 – 2:12:21
Hörwahrnehmung macht, dass du sozusagen den Klang eher in Richtung, sag ich mal, von Sinus zu
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2:12:21 – 2:12:26
Sägezahn, das heißt also, der wird schärfer auf diese spezielle Art und Weise, oder dass du ihn
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2:12:26 – 2:12:32
von einem Sinus in Richtung von dieser typischen Square-Klang machst. Aber es ist halt kein Faden
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2:12:32 – 2:12:37
von dem einen in den anderen, sondern es fügt ein bisschen mehr von dieser Klang-Eigenschaft
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2:12:37 – 2:12:45
dahin zu. Also du veränderst quasi nicht die Welle selbst, sondern den Raum, in dem sie sich bewegt.
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2:12:45 – 2:12:52
Genau. Und dann bekomme ich ein neues Bewegungsmuster und dieses Bewegungsmuster
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2:12:52 – 2:12:59
da wandle ich dann am Ende wieder in eine Welle um. Aber der Trick ist halt, dass meine Signalverarbeitung
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2:12:59 – 2:13:06
passiert nicht mehr in diesem eindimensionalen Hoch-Unter-Raum wie eine normale Wellenform,
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2:13:06 – 2:13:11
sondern passiert in einem drei- oder vierdimensionalen Raum. Und da denkt man ja,
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2:13:11 – 2:13:15
es ist ja auch nur ein gradueller Unterschied, aber es ist halt genau der Unterschied, Chaos kann in
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2:13:15 – 2:13:20
diesem eindimensionalen Raum nicht stattfinden, auch nicht in einem zweidimensionalen. Man muss
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2:13:20 – 2:13:25
mindestens drei Dimensionen haben, damit man diese Effekte bekommen kann.
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2:13:25 – 2:13:34
Ich habe aber noch eine kleine Anmerkung. Der Userguide bei Kult ist defekt.
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2:13:34 – 2:13:36
Inwiefern?
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2:13:36 – 2:13:43
Der schmeißt eine XML-Fehlermeldung aus. Es ist ein Zugang verweigert.
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2:13:43 – 2:13:45
Ich mache mal meinen auf. Sekunde.
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2:13:45 – 2:13:51
Meinst du den Link auf meiner… Ja, der Link.
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2:13:51 – 2:13:56
Ich guck das mal wieder. Im Plugin komm ich raus.
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2:13:56 – 2:13:58
Plugin macht eine PDF raus. Ja, ich glaub, der ist auf der Webseite.
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2:13:58 – 2:14:10
Ja, das guck ich mir nachher mal an. Das kann auch sein, ja, also das Zeugs ist ja
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2:14:10 – 2:14:18
irgendwo gehostet. Ja, ich kriege auch die Fehlermeldung. Der Link ist kaputt. Ja, es kann
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2:14:18 – 2:14:22
sein, dass der Link kaputt ist. Kann auch sein, dass die gerade einen Ausfall haben.
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2:14:22 – 2:14:29
Es läuft über dem Content Delivery Network von Digital Oceans, steht hier. Das ist richtig.
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2:14:29 – 2:14:35
Wird hier angezeigt alles. Da geht gerade was nicht.
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2:14:35 – 2:14:37
Ja, war ja auch kein Geheimnis draus.
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2:14:37 – 2:14:41
Aber er sagt mehr brav und ordentlich "Access the Night".
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2:14:41 – 2:14:43
Ja, ich guck da mal.
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2:14:43 – 2:14:45
Immerhin.
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2:14:45 – 2:14:49
Nochmal zurück zu Kult.
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2:14:49 – 2:14:55
Ganz banale Frage, wie kommt man auf solche Ideen?
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2:14:55 – 2:15:03
Beim Fagott spielen, morgens unter der Dusche?
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2:15:03 – 2:15:09
Sowohl als auch, würde ich sagen.
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2:15:09 – 2:15:14
Ich komme manchmal tatsächlich auch auf Ideen unter der Dusche,
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2:15:14 – 2:15:16
auch manchmal beim Fagottspielen,
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2:15:16 – 2:15:20
aber das ist nicht so von alleine, sondern das ist eigentlich eher so,
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2:15:20 – 2:15:24
man braucht folgende Kombinationen.
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2:15:24 – 2:15:27
Man muss erstens vielseitig interessiert sein
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2:15:27 – 2:15:29
und zweitens faul.
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2:15:29 – 2:15:38
Foul führt dann dazu, dass man sich denkt, eigentlich müsste ich heute das und das programmieren,
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2:15:38 – 2:15:44
damit möglichst schnell das Hate-Plugin irgendwie auf den Markt kommt.
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2:15:44 – 2:15:48
Würde man in einer normalen Firma angestellt sein, würde das man machen.
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2:15:48 – 2:15:53
Wenn man aber damit gesegnet ist, dass man ein bisschen faul ist und vielseitig interessiert,
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2:15:53 – 2:15:57
dann denkt man, ich habe doch da neulich einen interessanten Artikel darüber gelesen,
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2:15:57 – 2:16:03
dass man physikalische Differentialgleichung auch auf eine ganz andere Art beschreiben kann.
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2:16:03 – 2:16:07
Irgendwie vielleicht lese ich mir das durch und prokrastiniere ein bisschen die Arbeiten,
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2:16:07 – 2:16:11
die ich eigentlich irgendwie zu tun hätte. Und dann liest man da irgendwie drei oder vier Stunden
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2:16:11 – 2:16:16
drüber, bis man total müde geworden ist. Und dann denkt man jetzt ein kleines Schläfchen und dann
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2:16:16 – 2:16:21
geht man irgendwie spazieren und denkt gerade über gar nichts nach. Und dann kommt plötzlich die Idee
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2:16:21 – 2:16:27
und denkt, Moment mal, dann könnte man ja eigentlich auch Klänge über diesen komischen
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2:16:27 – 2:16:32
Differenzialoperator, das muss ich mal ausprobieren. Und das wird dann irgendwie in drei oder vier Jahren
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2:16:32 – 2:16:38
dein nächster Synthesizer. In drei oder vier Jahren. Also diese Momente kenne ich auch,
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2:16:38 – 2:16:49
bei mir ist das halt das Klo. Bei mir nicht. Da sitzt man da so halt und hat Zeit und siniert.
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2:16:49 – 2:16:55
Ich habe diese Momente beim Musikmachen, also ich habe mir so eine Kompositionsmethode angewöhnt.
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2:16:55 – 2:17:02
Ich nehme mir halt ein Instrument, mache damit irgendwas, nehme so ein paar Spuren auf,
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2:17:02 – 2:17:08
vielleicht so zwei, drei Spuren und dann denke ich mir so, das ist schon cool, aber irgendwie da fehlt
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2:17:08 – 2:17:12
halt noch was und dann bleibt das dann erstmal so für ein Jahr liegen oder vielleicht auch für zwei
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2:17:12 – 2:17:16
oder drei Jahre und dann irgendwann hole ich es mal wieder raus, das Projekt und dann so,
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2:17:16 – 2:17:20
"Mensch, ja hey, ich hab doch hier neulich den Sound irgendwie gehört."
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2:17:20 – 2:17:27
Ja, so entsteht das Ganze so ein bisschen so über mehrere Ebenen halt.
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2:17:27 – 2:17:30
Also stelle ich mir das bei dir auch vor.
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2:17:30 – 2:17:39
Das, was du hier so mit dem Chaos beschreibst, das läuft auch in unseren Gehirnen wahrscheinlich ab.
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2:17:39 – 2:17:46
Naja, und es ist halt auch so, es ist halt nicht eine Idee, die man mal irgendwie hat.
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2:17:46 – 2:17:51
Man hat erst irgendwie so eine ganz vage Vermutung, dass es irgendeinen Zusammenhang geben könnte
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2:17:51 – 2:17:57
und dann beschäftigt man sich damit und dann kommt man auf eine andere Idee und die steht sich als falsch heraus.
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2:17:57 – 2:18:02
Tatsächlich haben diese Sachen meistens irgendwie ein oder zwei Jahre Geschichte hinter sich,
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2:18:02 – 2:18:09
lauter Irrwege, falsche Gedanken, Sachen, die nicht funktioniert haben, neue Probleme.
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2:18:09 – 2:18:18
Also das klingt ja jetzt alles erstmal zum Beispiel ganz einfach, aber ein Problem, was ich hatte und was für Kult erstmal gelöst werden musste, ist das folgende.
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2:18:18 – 2:18:25
Wenn man solche chaotischen Systeme simuliert, dann brauchen die eine bestimmte Auflösung.
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2:18:25 – 2:18:36
Also sozusagen, wenn man diesen Kreis haben möchte, dann kann man jetzt nicht beliebig weit von einem Punkt zum nächsten springen.
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2:18:36 – 2:18:44
sondern man muss schon in kleinen Dingen… So, wenn ich jetzt aber mit der Frequenz höher gehe,
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2:18:44 – 2:18:51
bedeutet das, ich brauche doppelt so viele Punkte pro Oktave. Und wenn ich jetzt sozusagen diese
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2:18:51 – 2:18:56
Auflösung nehme, die ich brauche für, was weiß ich, einen 100-Hertz-Ton, und da muss ich den aber
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2:18:56 – 2:19:00
auch noch in acht oder neun Oktaven darüber machen, dann würde das auf einmal bedeuten,
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2:19:00 – 2:19:05
dass man eine Million Samples pro Sekunde berechnen muss. Und das geht natürlich gar
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2:19:05 – 2:19:14
gar nicht. Und ja, da ist dann vielleicht der mathematische Gedanke erstmal schön und
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2:19:14 – 2:19:18
er funktioniert auch als ein theoretischer, musikalischer Gedanke, aber dann kommt noch
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2:19:18 – 2:19:24
der Pragmatismus oder das Praktische irgendwie dazwischen. Und das kann dann auch gerne nochmal
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2:19:24 – 2:19:29
oft ein halbes Jahr voller Irrwege, Ideen, Sachen, die man ausprobiert, irgendwie bedeuten,
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2:19:29 – 2:19:33
bis man am Ende eine Lösung hat, die dann tatsächlich auch in einem Musikinstrument
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2:19:33 – 2:19:35
auf dem normalen Laptop funktionieren kann.
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2:19:35 – 2:19:41
Dafür braucht man da auch einfach Zeit, um eine Idee reifen zu lassen.
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2:19:41 – 2:19:45
Und ich glaube, das ist halt auch, für mich ist das,
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2:19:45 – 2:19:49
also es gibt ja viele Probleme darin, aber für mich ist das
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2:19:49 – 2:19:51
das Kernproblem der rennbaren Pädagogik,
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2:19:51 – 2:19:55
dass du alle quasi zum selben Ziel jagen willst.
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2:19:55 – 2:19:59
Ich arbeite mit Jugendlichen zusammen, das ist so ein Teil meines Berufs,
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2:19:59 – 2:20:02
und ich habe in der gleichen Klassenstufe Leute,
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2:20:02 – 2:20:10
die haben Mühe, sich die Schuhe zu binden und Leute, die können die Schul-IT alleine fahren.
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2:20:10 – 2:20:17
Die sind clever. Und gleichzeitig kann derjenige, der die Schuhe nicht binden kann, andere Dinge ganz
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2:20:17 – 2:20:22
ganz gut. Und der mit der Schul-IT fragt immer nach seinen sozialen Kompetenzen. Das ist ein
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2:20:22 – 2:20:32
Bilderbuch-Autist. Aber du könntest die eigentlich einsetzen nach ihren Fähigkeiten und
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2:20:32 – 2:20:36
Anstatt dass du einfach irgendwie so den Grundstock von Fähigkeiten abfragst,
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2:20:36 – 2:20:43
du könntest sie einsetzen nach ihren Fähigkeiten und die würden alle irgendwo funktionieren. Und
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2:20:43 – 2:20:46
zwar nicht von heute auf morgen, sondern dann, wenn sie Zeit haben, diese Fähigkeiten zu
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2:20:46 – 2:20:52
entwickeln. Und das ist auch der Gedanke, der hinter so einer prokrastinierten Idee halt liegt.
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2:20:52 – 2:20:55
Ich kenne das ja. Oder meine Ideen kommen auch nicht zu Hause am Schreibtisch. Zu Hause am
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2:20:55 – 2:21:01
Schreibtisch werfe ich Müll gegen Bildschirm, mal philosophisch ausgedrückt. Aber wenn ich
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2:21:01 – 2:21:06
da mal keinen Bildschirm vor der Rübe habe und dann sind die Reste dieser Überlegungen,
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2:21:06 – 2:21:11
die sind doch im Kopf, die entwickeln sich, wenn ich da so durch die Gegend fahre mit dem Fahrrad.
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2:21:11 – 2:21:16
Oder und dann kann ich zu Hause, das was ich quasi reingeworfen habe, kann ich wieder ausgraben und
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2:21:16 – 2:21:22
unter dieser neuen Idee wieder aufgraben. Aber nur in diesem Jahr, diese Idee muss jetzt dahin führen.
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2:21:22 – 2:21:30
Du hast vorher Songwriting genannt, Thomas, da kenn ich es her, auch beim Texten. Ich habe so Momente,
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2:21:30 – 2:21:33
wo ich mir denke, okay, ich weiß, worum es hier gehen soll,
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2:21:33 – 2:21:37
und dann schaue ich mir die Sachen an und merke, nee, das ist was komplett anderes.
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2:21:37 – 2:21:43
Entweder gehe ich jetzt zu meiner zielgerichteten Idee und lasse aber wahrscheinlich was Besseres liegen,
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2:21:43 – 2:21:47
oder ich nehme mir die Zeit, das Ding jetzt komplett in die andere Richtung zu denken.
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2:21:47 – 2:21:51
Ich kann ja immer noch speichern und sichern unter, oder?
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2:21:51 – 2:21:55
Und jetzt, pass auf, wenn du jetzt nochmal weiterdenkst,
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2:21:55 – 2:21:58
wir könnten jetzt den nächsten Schritt in dieser Diskussion gehen
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2:21:58 – 2:22:05
uns über unser Schulsystem und diesem Land unterhalten. Diese Frontalbeschallung mit "hier
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2:22:05 – 2:22:13
du musst aufgabe kriegst aufgabe a und musst ergebnis 3, 7 und 8 darunter schreiben, damit du
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2:22:13 – 2:22:21
eine gute Note bekommst" ist total kontraproduktiv für diese Denkweise, weil das wird den Kindern
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2:22:21 – 2:22:29
aberzogen in der Schule. Und bitte mit dem richtigen Lösungsweg. Willi, du hast einen eigenen. Um Gottes
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2:22:29 – 2:22:37
Willen, das geht ja gar nicht. Da werden Willkür, Tür und Tor geöffnet. Ja, aber jetzt zu dem Punkt,
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2:22:37 – 2:22:46
bei mir funktioniert der Lokus so gut. Es ist ein kleiner Raum, der reizarm ist und da können die
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2:22:46 – 2:22:53
Gedanken abschweifen, da prokrastiniere ich, da wird alles möglich, da sind die Gedanken frei und
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2:22:53 – 2:22:57
da sind wirklich neue Ideen. Und wenn das ein Jahr dauert… Hast du kein Telefon?
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2:22:57 – 2:23:03
Das hat keiner verstanden, Tobi. Hast du kein Telefon?
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2:23:03 – 2:23:07
Natürlich, aber ich nehme das manchmal bewusst nicht mit.
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2:23:07 – 2:23:14
Dann liest du nicht die Rückseite von der Seife?
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2:23:14 – 2:23:19
Also ich würde euch was sagen, also ich kriege immer die besten Ideen, wenn ich einen Urlaub fahre.
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2:23:19 – 2:23:22
Ja, am Strand habe ich das auch.
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2:23:22 – 2:23:25
Ja genau, weil ich habe dann auch nichts, was mich ablenkt oder so,
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2:23:25 – 2:23:31
also ich habe auch keine Musikinstrumente dann da in der Nähe oder wenn es um die Arbeit geht oder so.
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2:23:31 – 2:23:39
Ja, wobei Sommerurlaub, Niederlande, Teenager, ja das könnte schwierig sein.
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2:23:39 – 2:23:39
Okay.
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2:23:39 – 2:23:43
Du hast halt externe Impulse, das ist halt der Punkt.
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2:23:43 – 2:23:51
Ich glaube, man braucht halt beides sozusagen am Wechsel. Also von dem, was ich auch gelesen
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2:23:51 – 2:23:57
habe über Kreativitätsforschung, ist es halt so, man braucht einerseits irgendwie so eine
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2:23:57 – 2:24:00
intensive Phase, in der man sein Gehirn mit irgendetwas auflädt.
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2:24:00 – 2:24:01
Ja, das ist der Input.
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2:24:01 – 2:24:07
Genau, man muss erstmal diesen Input irgendwie haben, aber wenn man dann diesen Input lange
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2:24:07 – 2:24:15
genug hatte oder genügend davon, dann unterminiert man seine Kreativität, wenn man sich noch mehr
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2:24:15 – 2:24:20
Input macht oder wenn man verbissen in irgendeine Zielrichtung fängt. Dann ist es super, halt in den
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2:24:20 – 2:24:25
Urlaub zu fahren, auf den Lokus zu gehen, spazieren zu gehen oder was auch immer dann für einen irgendwie
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2:24:25 – 2:24:30
so gut funktioniert. Fagott zu spielen. Fagott zu spielen oder Albert Einstein hat immer Geige
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2:24:30 – 2:24:36
gespielt. Halt einfach irgendwie aufzuhören, darüber nachzudenken. Ich stelle mir das so vor,
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2:24:36 – 2:24:44
als Metapher. Ich habe so meinen bewussten Teil im Gehirn und den knalle ich dann voll mit
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2:24:44 – 2:24:47
Informationen oder ich denke verbissen über irgendwas nach, versuche ein Problem zu lösen.
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2:24:47 – 2:24:55
Und dann lasse ich das los, beschäftige mich mit irgendwas anderem, aber die, sage ich mal,
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2:24:55 – 2:25:01
80 Prozent des restlichen Gehirns, dieses Unterbewusstsein, das hat jetzt angefangen,
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2:25:01 – 2:25:05
das hat der Verstandeurer, der hat sich da zwei Tage lang mit beschäftigt, wird wohl wichtig sein,
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2:25:05 – 2:25:08
dann fangen wir jetzt mal an, da drauf rumzukauen. Und wenn die dann so weit sind,
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2:25:08 – 2:25:13
dann spucken die das irgendwann einfach so nach oben und dann ist man gerade beim Abwaschen und
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2:25:13 – 2:25:18
plötzlich mitten beim Abwaschen aus dem Nichts kommt dann die Idee, könnte man doch so machen.
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2:25:18 – 2:25:26
Oder geht es in das Feinstoffliche? Was ist denn das Feinstoffliche?
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2:25:26 – 2:25:28
Da fehlt mir jetzt wahrscheinlich…
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2:25:28 – 2:25:32
Seele? Spirit?
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2:25:32 – 2:25:40
Es gibt so Theorien, wie halt so Ideen und so weiter entstehen und das ist…
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2:25:40 – 2:25:44
da hat auch viel Langeweile zu tun und auch Spielen.
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2:25:44 – 2:25:54
Wenn wir uns total auf ein Thema konzentrieren, dann ist alles mit diesem Thema beschäftigt,
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2:25:54 – 2:25:58
so sehr, dass man eigentlich keine neuen Ideen entwickeln kann.
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2:25:58 – 2:26:04
Wenn wir es hingehen, uns ablenken, spielen oder auch so reprätive Aufgaben erledigen,
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2:26:04 – 2:26:09
so langweilige Sachen wie spülen oder mal den Kleiderschrank aufräumen,
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2:26:09 – 2:26:17
dann hat das Gehirn eine Ablenkung, aber auch gleichzeitig so viel Kapazität noch frei,
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2:26:17 – 2:26:22
um eigene Sachen zu entwickeln und so kommen wir dann halt auf eine neue Idee.
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2:26:22 – 2:26:40
Mir ging's beim Feinstofflichen noch ein bisschen mehr um das, was von Rupert Feldrake, mit den morphischen Feldern.
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2:26:40 – 2:26:42
Du meinst, wir begreifen das Universum ab?
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2:26:42 – 2:27:04
Ja, das geht so ein bisschen in Richtung auch Quantenphysik, weil die Gedanken in deinem Kopf sind ja elektromagnetische Impulse und das geht ja auch irgendwo hin und vielleicht stößt du damit ja irgendwo im morphischen Feld irgendetwas an, was dann wieder sozusagen zu dir zurückkommt.
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2:27:04 – 2:27:15
Dann würde ich deinen Gedanken jetzt mal kurz weiterspinnen. Da ja mittlerweile auch alle möglichen komischen KI-Systeme anfangen,
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2:27:15 – 2:27:22
elektromagnetische Felder, die irgendwelche Gedanken und irgendwelchen Krams irgendwie erzeugen, vor sich hin machen,
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2:27:22 – 2:27:27
würden die dann ja wahrscheinlich auch diese morphogenetischen Felder irgendwie beeinflussen
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2:27:27 – 2:27:32
und hätten damit sozusagen selbst, wenn wir sie nicht benutzen, einen Einfluss auf die Menschheit.
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2:27:32 – 2:27:40
Interessanter Gedanke, ja, vielleicht.
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2:27:40 – 2:27:49
Wobei das Gehirn ja nicht nur Elektronen sind, sondern es ist ja immer so eine Verbindung
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2:27:49 – 2:27:55
zwischen elektrochemisch und dann halt wieder chemisch-elektrisch. Am Ende einer Synapse ist
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2:27:55 – 2:28:00
halt immer der synaptische Spalt, wo halt über Botenstoffe der Impuls weitergegeben wird.
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2:28:00 – 2:28:07
Du meinst die elektro-biomagnetische Konversion?
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2:28:07 – 2:28:11
Ja, das ist halt ein komplexes Thema.
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2:28:11 – 2:28:13
Die elektrochemische Konversion.
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2:28:13 – 2:28:22
Ja, weil auch da passieren ja Ströme, da passiert bis runter auf die Quantenebene oder
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2:28:22 – 2:28:30
wie viele Teilchen man da noch tief reingehen kann, auch Leptonen oder wie auch immer.
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2:28:30 – 2:28:38
Es ist das, was der Bob Moog mal gesagt hatte, dass wenn er mit seinen Instrumenten spielt,
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2:28:38 – 2:28:43
dass da etwas passiert zwischen ihm und dem Instrument, eine Interaktion.
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2:28:43 – 2:28:45
Das kann ich aber auf jeden Fall auch bestätigen.
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2:28:45 – 2:28:55
Das ist ja nicht so, also das kennt glaube ich jeder, der irgendwie längere Zeit mit irgendeinem Instrument gespielt hat.
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2:28:55 – 2:29:02
Das ist ja nicht nur so, dass man selber den Willen seinem Instrument irgendwie aufdrückt
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2:29:02 – 2:29:06
und das Instrument macht dann brav das, was man sich irgendwie so vorstellt,
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2:29:06 – 2:29:15
sondern man interagiert mit diesem Instrument und irgendetwas passiert in dieser Auseinandersetzung.
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2:29:15 – 2:29:24
Ja, es fängt ja schon bei so Banalitäten an, wie der Unterschied zwischen "das Instrument ist noch kalt" und "das Instrument ist warm".
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2:29:24 – 2:29:27
Ich merke das auch bei der Blockflöte.
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2:29:27 – 2:29:37
Auch vom Spielerischen her. Also du hast natürlich, du nimmst ja selbst, ich weiß nicht wie viel da ist mit dem, sagen wir mal so,
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2:29:37 – 2:29:43
Also gehen wir mal davon aus, das Instrument ist nur eine Ansammlung von haptischen Bedienelementen
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2:29:43 – 2:29:45
und Elektronik, die es verarbeitet.
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2:29:45 – 2:29:51
Aber du nimmst ja beim Spielen das, was du reingibst, das gibt dir ja gleichzeitig auch
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2:29:51 – 2:29:52
ein Feedback zurück.
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2:29:52 – 2:29:54
Oder erst recht, wenn du dein akustisches Instrument hast.
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2:29:54 – 2:29:59
Und wie viele Millisekunden war es bei der Gefahrenerkennung, was wir vorbei bei Job
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2:29:59 – 2:30:00
3 besprochen haben?
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2:30:00 – 2:30:01
20 Millisekunden.
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2:30:01 – 2:30:07
Eben, also du rechnest ja quasi schon in diesen Millisekunden eigentlich deine nächste Handlung neu.
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2:30:07 – 2:30:11
Wenn du das, ich sag mal, das Instrument grundsätzlich beherrschst,
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2:30:11 – 2:30:14
ich glaube, das ist ganz wichtig in dieser ganzen Diskussion,
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2:30:14 – 2:30:20
wir müssen die Sachen schon in ihrem Wesen zumindest grundlegend verstehen,
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2:30:20 – 2:30:24
also nicht grundlegend verstehen im Sinne dessen, was dahinter ist,
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2:30:24 – 2:30:26
sondern einfach, wie funktioniert eine Bedienung?
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2:30:26 – 2:30:30
Also, dass zwei plus zwei vier ergibt, das muss klar sein,
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2:30:30 – 2:30:34
dann kannst du eine große mathematische Baustelle darum aufmachen.
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2:30:34 – 2:30:36
Aber wenn du die Basics hast,
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2:30:36 – 2:30:38
du musst aus den Buchstaben, die du da hast,
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2:30:38 – 2:30:42
idealerweise die Sprache herauslesen können.
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2:30:42 – 2:30:44
Also so ein bisschen, wie die Sprache funktioniert.
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2:30:44 – 2:30:46
Ich glaube, Isan hat es mal gesagt, musikalisch,
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2:30:46 – 2:30:48
das war so ein norwegischer Black-Metaller,
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2:30:48 – 2:30:53
der hat gesagt, ich kenne das Genre, ich weiß, wie das funktioniert
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2:30:53 – 2:30:56
und genau deswegen kann ich es ablehnen und was anderes machen.
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2:30:56 – 2:30:59
Oder? Also, du hast die Erwartungen,
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2:30:59 – 2:31:03
aber gleichzeitig auch die Art und Weise, etwas zu machen,
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2:31:03 – 2:31:05
zum Beispiel hier Klavier zu spielen.
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2:31:05 – 2:31:09
Aber während ich Klavier spiele, kriege ich ja Feedback von dem, was ich da mache.
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2:31:09 – 2:31:12
Und das wiederum beeinflusst, was ich da mache.
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2:31:12 – 2:31:16
Und dann spiele ich irgendwie sehr automatisch eigentlich drauf los.
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2:31:16 – 2:31:20
Außer ich bin halt noch im Stadium, wo ich willig mich quasi sklavisch an Noten halten muss,
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2:31:20 – 2:31:21
um überhaupt zu funktionieren.
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2:31:21 – 2:31:25
Sobald ich diesen Punkt überschritten habe, interagiere ich.
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2:31:25 – 2:31:29
Oder dann repliziere ich nichts, sondern dann denke ich quasi mit, während ich spiele.
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2:31:29 – 2:31:34
Genau, aber wir reden ja noch über eine Sache, die darüber hinausgeht.
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2:31:34 – 2:31:38
Wir reden ja nicht über das Instrumentspielen, das war jetzt nur ein Beispiel,
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2:31:38 – 2:31:42
sondern es geht ja darum, du beschäftigst dich mit einer Materie,
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2:31:42 – 2:31:46
hast vielleicht einen kreativen Prozess,
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2:31:46 – 2:31:52
der aber auch mathematisch irgendwie ist, aber auch halt kreativ, Programmieren.
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2:31:52 – 2:32:01
Da musst du ja ein bestehendes Problem, viele kleine Einzelprobleme zerlegen und die du dann im Programmcode überführst.
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2:32:01 – 2:32:11
Und dann beschäftigt sich dein Geist oder dein Gehirn beschäftigt sich dann, wenn du dich nicht gerade darauf fokussierst,
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2:32:11 – 2:32:28
Aber immer noch irgendwie im Unterbewusstsein damit, ich weiß jetzt nicht, was dein Buch über kreative Prozesse als Erklärungsmodelle herangeführt hat, aber ich stelle mir das so vor, dass dein Unterbewusstsein
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2:32:30 – 2:32:41
auch über die Zeit hinaus, über die Zeitgrenzen hinaus, sich damit beschäftigt und vielleicht auf Wissen, was vielleicht ein paar Millisekunden in der Zukunft liegt,
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2:32:41 – 2:32:52
oder auch vielleicht auf Wissen, was ein paar Millisekunden, was natürlich auch auf Wissen, was Minuten, Tage, Wochen vorher von dir aufgesogen wurde,
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2:32:52 – 2:32:57
wurde, darauf zugreift und dann im Hintergrund so Denkprozesse stattfinden.
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2:32:57 – 2:33:04
Und das Thema Kreativität ist ja sowieso so eine Sache, wo man sich manchmal fragt, wo kommt das her?
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2:33:04 – 2:33:08
Einerseits fragt man sich, wo kommt es her?
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2:33:08 – 2:33:16
Und wenn man dann sich diese, sag ich mal, "Kreativen" in Anführungszeichen oder mit
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2:33:16 – 2:33:22
Fragezeichen versehen, KI-Modelle irgendwie anguckt, dann fragt man sich auch, wenn es
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2:33:22 – 2:33:29
jetzt gewissermaßen eine mathematische Rechenvorschrift gibt und die ist dazu in der Lage, solche Songs
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2:33:29 – 2:33:33
zu machen wie, was weiß ich, was man jetzt mit Zuno AI und so weiter irgendwie machen kann,
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2:33:33 – 2:33:38
was sagt denn das eigentlich über unsere Kreativität aus? Haben wir vielleicht irgendwie
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2:33:38 – 2:33:40
eine falsche Vorstellung davon, was das ist, kreativ zu sein?
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2:33:40 – 2:33:54
[HT] Viele Sachen, die wir als schön empfinden, basieren ja auf mathematischen Formeln. Zum Beispiel
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2:33:54 – 2:34:00
der goldene Schnitt, der wird als immer schön empfunden, sei es, ob der goldene Schnitt jetzt
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2:34:00 – 2:34:06
im Gesicht angewendet wird, das Verhältnis von Augen zur Nase, zu Lippen und so weiter.
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2:34:06 – 2:34:09
Du kannst das mal in der Fotografie anwenden, ganz genau.
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2:34:09 – 2:34:16
Genau, dann halt bei einem Bau oder Entwerfen von Gebäuden. Und das wird immer als schön
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2:34:16 – 2:34:22
empfunden. Das Pantrion in Rom ist auch ein super Beispiel dafür. Da sind die Bögen auch
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2:34:22 – 2:34:31
in so einem Verhältnis. Bei anderen Bereichen der Kreativität spielt das auch eine Rolle. Und ich
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2:34:31 – 2:34:39
bin mir sicher, dass da auch halt oft unbewusst eine mathematische Grundlage ist. Wenn man das
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2:34:39 – 2:34:45
jetzt überträgt auf die KI-Diskussion, ja, die Dinger sind trainiert. Die haben einfach
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2:34:45 – 2:34:52
Regeln gefunden, wie gewisse Sachen funktionieren. Die haben genau diese Regeln gefunden vermutlich.
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2:34:52 – 2:34:58
Das ist ja das Schlimme, dass keiner der Entwickler dieser KI-Systeme genau weiß,
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2:34:58 – 2:35:02
Was da eigentlich in dieser Blackbox passiert? Das ist ja das Schlimme.
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2:35:02 – 2:35:18
Also mein Punkt ist der, wenn wir vor zwei Jahren oder drei Jahren diese Diskussion geführt hätten und hätten uns die Frage gestellt oder hätten anderen Leuten auf der Straße die Frage gestellt, ja, so Computer und künstliche Intelligenz, wo werden denn da so die Grenzen sein?
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2:35:18 – 2:35:29
Ich bin mir total sicher, dass ganz viele Leute gesagt hätten, diese Systeme werden niemals dazu in der Lage sein, einen emotionalen Song zu machen, weil mit Gefühlen, das können die einfach nicht.
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2:35:29 – 2:35:38
Und jetzt kann man noch wirklich auch darüber streiten, ob jetzt diese Musik wirklich die höchste Qualität hat oder nicht.
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2:35:38 – 2:35:57
Aber ich finde, wir sind über den Punkt hinaus. Diese KI-Systeme sind dazu in der Lage, Musik zu machen, die einen auch bewegen kann, die wirklich, jedenfalls nicht qualitativ grundsätzlich substanziell anders ist als andere Musik, die einen irgendwie bewegt.
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2:35:57 – 2:36:02
Und das ist etwas, finde ich, sehr, sehr überraschendes und etwas, was wirklich auch Fragen aufwirft,
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2:36:02 – 2:36:11
ob man, also was bedeutet das denn eigentlich für uns, für unsere eigene Kreativität und
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2:36:11 – 2:36:15
für unsere Vorstellung davon, was unsere eigene Kreativität ist.
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2:36:15 – 2:36:18
Da gibt es ein artverwandtes Thema.
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2:36:18 – 2:36:22
Früher hat man ja gesagt gehabt, nur Menschen benutzen Werkzeuge.
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2:36:22 – 2:36:29
Heute wissen wir aus der Beobachtung, dass viele verschiedene Tiere sich bewussten Stöckchen
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2:36:29 – 2:36:34
aussuchen oder das Stöckchen anpassen, um damit halt einen Termitenbaum zu stochern.
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2:36:34 – 2:36:41
Und das ist nicht nur auf Menschenaffen beschränkt, sondern alle möglichen Tiere, Krähen, Biber,
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2:36:41 – 2:36:43
wie auch immer.
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2:36:43 – 2:36:44
Genau.
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2:36:44 – 2:36:52
Und ich bin mir sicher, dass man die Diskussion bei Kreativität dahin auch öffnen muss, weil
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2:36:52 – 2:36:57
Nicht nur der Mensch ist kreativ, auch andere Lebewesen sind kreativ.
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2:36:57 – 2:37:07
Und warum nicht etwas Künstliches wie eine sehr komplexe Software in einen Computer?
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2:37:07 – 2:37:11
Aber da bringst du jetzt einen interessanten Punkt auf, Peter, finde ich.
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2:37:11 – 2:37:17
Weil du sagst ja richtig, die KI hat eigentlich einen Punkt erreicht, wo sie emotionale Songs schreiben kann.
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2:37:17 – 2:37:22
Also wo man wirklich Emotionen drin zumindest simuliert bekommt.
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2:37:22 – 2:37:26
Das Zeug kann mich emotional mitnehmen.
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2:37:26 – 2:37:30
Wir sind eigentlich auf dem Punkt, wo KI ungefähr,
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2:37:30 – 2:37:32
und das haben wir in einer schönen Diskussion im intern,
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2:37:32 – 2:37:35
in den verworfenen drei Stunden,
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2:37:35 – 2:37:39
über die Frage, was machen wir nächstes Jahr für ein neues Intro.
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2:37:39 – 2:37:44
Da haben mir die Kollegen irgendwelchen peinlichen Lyrik-Kram aus ZUNO ausgeworfen,
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2:37:44 – 2:37:47
wo ich mir gedacht habe, meine Güte, das ist schlimmer als das Zeug,
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2:37:47 – 2:37:52
dass ich mit zwölf geschrieben habe, als ich einen großen Wortschatz hatte, aber keine Ahnung, wie ich den anwende.
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2:37:52 – 2:37:56
Weißte, so Musikunterricht, ganz, ganz, ganz, ganz schreckliche Sachen.
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2:37:56 – 2:38:04
Und wir sind eigentlich am Punkt, wo der Computer im Grunde genommen gleich setzt mit Songwriter-Camps für Popstars.
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2:38:04 – 2:38:09
Also so Formelmusik kann der wahnsinnig gut und ich kann auch berührt werden von Formelmusik.
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2:38:09 – 2:38:12
Das ist völlig leckid.
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2:38:12 – 2:38:16
Aber gleichzeitig hat für mich Robert einen guten Punkt getroffen letztes Mal.
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2:38:16 – 2:38:20
Die Ausgabe ist eine Woche her, ich bezweifle, dass du sie gehört hast, vielleicht hast du sie gehört.
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2:38:20 – 2:38:24
Ich hätte den Schnipsel eigentlich einspielen sollen, vielleicht machen wir das auch.
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2:38:24 – 2:38:27
Aber Robert hat für mich sehr treffend gesagt...
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2:38:27 – 2:38:33
Er meint Robert Henke, den wir letzte Woche im Interview hatten.
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2:38:33 – 2:38:36
Ja, also im Oktober, aber...
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2:38:36 – 2:38:43
Ja, also die letzte Folge wurde letzten Montag veröffentlicht, deswegen sind wir schon ein bisschen näher.
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2:38:43 – 2:38:49
Ja, und er hat halt gesagt, er sieht die Kunst nicht bedroht.
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2:38:49 – 2:38:53
Weil das ist das Letzte, was die KI machen könnte, ist,
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2:38:53 – 2:38:58
sich, also dem Menschen, den Drang, sich auszudrücken, wegzunehmen.
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2:38:58 – 2:39:00
Ich glaube, so hat er es formuliert.
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2:39:00 – 2:39:02
Ich sehe die Kunst auch nicht bedroht.
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2:39:02 – 2:39:09
Nichtsdestotrotz frage ich mich ganz speziell bei Kreativität, ob unsere Vorstellung davon,
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2:39:09 – 2:39:16
was Kreativität eigentlich ist und was die ausmacht und wo sie herkommt, ob die zutreffend sind.
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2:39:16 – 2:39:22
Ja genau, das ist für mich eine ganz gute Frage, weil das versuchte ich ja mit dem Beispiel,
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2:39:22 – 2:39:32
mit den Werkzeug ja auch zu begründen. Sind wir die einzigsten, die das können oder können wir das
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2:39:32 – 2:39:39
auch anderen zugestehen? Ich meine, das ist ja unsere Denkweise. Ist Kreativität so viel komplexer,
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2:39:39 – 2:39:47
wie wir meinen oder ist das eine relativ simple Sache? Und schaut ihr doch manchmal die Bilder
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2:39:47 – 2:39:54
von noch Kleinkindern an. So herrlich malen wir nie wieder. Oder du hast ja das Gehirn lokomotiert.
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2:39:54 – 2:40:06
Ja, es ist halt, ich denke, und ich weiß nicht, ob man da jetzt die große Hirnforschung darüber
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2:40:06 – 2:40:11
auch machen kann, hier in diesem Format. Also es ist wahrscheinlich eher eine Frage
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2:40:11 – 2:40:26
für das Philosophie-Seminar der Uni. Aber ich glaube, kreativität absolut gesehen, ist ja immer die Interaktion von Dingen untereinander, die rein theoretisch nicht zusammengehören.
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2:40:26 – 2:40:37
Ich mache ein Beispiel mit der Schönheit. Jemand hat mal sehr schön gesagt, ich weiß nicht mehr, wer es war, aber hat den Vergleich gebracht, wenn du Natur an sich ist schön.
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2:40:37 – 2:40:42
Also so ein normales Schönheitsverständnis,
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2:40:42 – 2:40:45
die Schönheit des Organischen, des natürlich Organischen.
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2:40:45 – 2:40:49
Wenn da was hässlich ist drin, dann hast du den Mensch dazu gestellt.
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2:40:49 – 2:40:51
So eine hässliche Waldlichtung ist schwierig.
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2:40:51 – 2:40:56
Wenn du da eine Tonne Abfall reinwirfst, dann hast du als Mensch was dazu beigetragen.
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2:40:56 – 2:40:58
Einen hässlichen Sonnenaufgang ist auch schwierig.
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2:40:58 – 2:41:01
Wenn da im Ruhrpott stattfinden, dann hat der Mensch dann gewiss...
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2:41:01 – 2:41:02
Ja, aber der ist doch schießt aus Rot!
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2:41:02 – 2:41:06
Ja, da hat er ein gewisser Teil dazu beigetragen.
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2:41:06 – 2:41:17
Also, ich glaube halt, Kreativität ist das Aufeinandertreffen von zwei Dingen, die ohne externes Zutun nicht entstehen würden.
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2:41:17 – 2:41:23
Der Biber ist ein gutes Beispiel, oder Fluss, Damm, Fluss, gestaut.
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2:41:23 – 2:41:25
Jetzt kann man sich zurechtfragen, wo kommt das her?
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2:41:25 – 2:41:33
Ich habe irgendwo ein Beispiel gelesen von einem Biber, der quasi aufgezogen wurde in Gefangenschaft,
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2:41:33 – 2:41:38
halt einfach quasi völlig weg vom Setting und der hat dann trotzdem angefangen, irgendwie aus Möbeln
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2:41:38 – 2:41:47
einen Damm zu bauen. Weil das einfach dem seine Art ist, oder? Also ich bin mir nicht sicher, ob wir
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2:41:47 – 2:41:51
hier den Menschen mit der Tierwelt vergleichen sollen, geschweige denn gleichsetzen, aber ich
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2:41:51 – 2:42:01
glaube halt, Kreativität ist im weitesten Sinne der Impuls, aus zwei Dingen etwas Neues zu schaffen.
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2:42:01 – 2:42:04
zwei bestehenden Dingen neu anzuordnen.
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2:42:04 – 2:42:09
Lass mich mal ein Beispiel geben, wo ihr mir dann sagt, was ihr darüber denkt.
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2:42:09 – 2:42:23
Es gibt eine Pflanze, die wächst auf einem Baum im Urwald.
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2:42:23 – 2:42:33
Und diese Pflanze, die wächst halt auf Bäumen, nutzt das halt, weil die halt sehr hoch sind,
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2:42:33 – 2:42:37
da kriegt sie halt mehr Sonnenlicht und so weiter.
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2:42:37 – 2:42:41
So, diese Pflanze, die produziert Beeren.
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2:42:41 – 2:42:45
Die sind für Vögel sehr schmackhaft.
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2:42:45 – 2:42:51
Da kommt dann halt so ein Vogel, da frisst er die Beere, ham ham ham, total lecker, und
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2:42:51 – 2:42:57
dann muss der Vogel natürlich auch mal irgendwie dann die Beere wieder ausscheiden.
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2:42:57 – 2:43:06
Was passiert aber dann im Magen von dem Vogel? Es wird klebrig und den Samen,
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2:43:06 – 2:43:13
den sie gefressen hat, wird von einem klebrigen Sekret umgeben und der Vogel kann dann halt nicht
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2:43:13 – 2:43:22
so richtig ihn loswerden von seinem kleinen Puschi, sondern der muss dann halt so nah an
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2:43:22 – 2:43:28
so einen Baum ran und sich erst mal daran schuppern. Und dann bleibt diese Samen an dem
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2:43:28 – 2:43:38
Baum kleben. Und somit hat die Beere es erreicht, dass sie oben am Baum kleben bleibt, wo sie ideale
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2:43:38 – 2:43:43
Voraussetzung zum Wachsen hat. Erklärt mir das mal. Ist das Kreativität?
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2:43:43 – 2:43:47
Das ist aber auch Evolution.
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2:43:47 – 2:43:54
Okay, lassen wir mal die Evolution beiseite. Wie kann sowas entstehen?
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2:43:54 – 2:43:55
Try and Error.
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2:43:55 – 2:43:59
Das glaube ich nicht. Was willst du da Try and Error machen?
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2:43:59 – 2:44:05
Also warte mal, die Frage, wie kann so etwas entstehen und der Vorsatz,
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2:44:05 – 2:44:07
Aber lassen wir Evolution beiseite?
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2:44:07 – 2:44:09
Also das ist…
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2:44:09 – 2:44:11
Ja, aber es gibt noch eine Antwort.
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2:44:11 – 2:44:13
Okay, dann nehmen wir Evolution schon mal mit rein.
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2:44:13 – 2:44:17
Wie kann sich sowas evolutionär entwickeln?
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2:44:17 – 2:44:19
Weil das einen Vorteil hat.
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2:44:19 – 2:44:22
Hat die Bäre mit Sekret rumprobiert?
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2:44:22 – 2:44:24
Nein, trial and error.
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2:44:24 – 2:44:28
Jeder mega Zeit und error.
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2:44:28 – 2:44:30
Haben die Vögel jahrmillionenlang nicht gecheckt,
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2:44:30 – 2:44:33
dass sie da einfach diese Bäre nicht fressen sollen,
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2:44:33 – 2:44:42
sie nicht an ihrem Poshy kleben bleibt? Nimm einen Affen und gib ihm unendlich viel Zeit und
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2:44:42 – 2:44:48
bring ihn bei auf der Schreibmaschine rumzutippen. Nach einiger Zeit wird er das erste sinnvolle Wort
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2:44:48 – 2:44:53
getippt haben. Nach wesentlich mehr Zeit wird er den ersten sinnvollen Satz getippt haben. Und
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2:44:53 – 2:44:57
nach ganz ganz ganz ganz viel Zeit wird er ein ganzes Buch geschrieben haben ohne eine
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2:44:57 – 2:45:06
einzigen Rechtschreibfehler? Da gab es gerade vor vier Wochen irgendwie einen Aufsatz, weil also
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2:45:06 – 2:45:11
diese Idee mit den Affen, die auf Schreibmaschinen rumtippen, die gibt es ja irgendwie schon sehr,
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2:45:11 – 2:45:15
sehr lange und wird immer so als Beispiel irgendwie herangezogen. Das ganz Witzige war,
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2:45:15 – 2:45:20
in dieser Studie hat jetzt, die wir einfach so ganz grob überschlagen irgendwie, und zwar
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2:45:20 – 2:45:29
sehr optimistische Annahmen darüber, wie groß ist denn eigentlich das Universum und seit wie
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2:45:29 – 2:45:36
vielen Jahrmilliarden existiert das. Und dann hat man die gesammelten Werke Shakespeare, weil die
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2:45:36 – 2:45:41
sind es glaube ich in dem Originalzitat, um die es geht, dass die Affen dann irgendwann die
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2:45:41 – 2:45:48
Gesamtwerke von Shakespeare geschrieben haben. Tatsächlich ist es aber so, die Zeit, die es
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2:45:48 – 2:45:56
bräuchte, das zu tun. Selbst wenn jetzt für jedes Sandkorn auf der Erde ein Affe wäre, der mit einer
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2:45:56 – 2:46:02
riesengroßen Geschwindigkeit seit Anbeginn des Universums immer sozusagen, haben alle diese Affen
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2:46:02 – 2:46:08
auf den Schreibmaschinen irgendwie rumgetipselt und jetzt auch noch beliebig in die Zukunft,
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2:46:08 – 2:46:15
bis das Universum irgendwann den physikalischen Wärmetod gestorben ist, all diese Zeit reicht
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2:46:15 – 2:46:19
nicht mal aus, um ein Kapitel von Shakespeare mit einer nennenswerten Wahrscheinlichkeit zu erreichen.
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2:46:19 – 2:46:21
Also, wir sagen dann…
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2:46:21 – 2:46:23
Das widerlegt dann ja die Evolutionstheorie, oder?
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2:46:23 – 2:46:24
Nein, nein, nein.
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2:46:24 – 2:46:26
Es nimmt sich so mindestens gewissermaßen ins Wappen.
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2:46:26 – 2:46:29
Nein, nein, nein. Die Evolutionstheorie funktioniert anders.
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2:46:29 – 2:46:37
Nein, das sind nur… das ist… das zeigt nur auf, dass das theoretische Modell in physikalischen,
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2:46:37 – 2:46:40
außer realistischen physikalischen Bedingungen nicht funktionieren kann,
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2:46:40 – 2:46:44
weil die Komponente Zeit eine Rolle spielt.
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2:46:44 – 2:46:51
Also eine völlig zufällige Entwicklung von Schimpansen ist nicht das gleiche wie ein evolutionärer Prozess.
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2:46:51 – 2:46:55
In einem evolutionären Prozess habe ich zwar auch einen Input in Form von Zufall,
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2:46:55 – 2:46:58
ich habe noch etwas Zweites und das ist Selektion.
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2:46:58 – 2:47:07
In jeder Generation sozusagen ist die Wahrscheinlichkeit, jetzt irgendwie in das nächste zu kommen, irgendwie eine andere.
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2:47:07 – 2:47:13
Würde man jetzt Affen nehmen und würde, also es ist jetzt kein schönes Experiment,
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2:47:13 – 2:47:15
sondern nur als so ein Gedankenexperiment.
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2:47:15 – 2:47:18
Würde man jetzt also einen beliebigen Affen nehmen,
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2:47:18 – 2:47:20
beliebige Affen, und dann würde man irgendwie gucken,
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2:47:20 – 2:47:22
und die, die jetzt irgendwie
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2:47:22 – 2:47:26
mehr Worte geschrieben haben innerhalb von einem Jahr,
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2:47:26 – 2:47:29
die dürfen sich fortpflanzen und die anderen nicht.
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2:47:29 – 2:47:33
Und das würde man jetzt über 100 oder 200 oder 300 Generationen machen,
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2:47:33 – 2:47:37
dann würde wahrscheinlich aus dem Menschen irgendwann ein Shakespeare geworden sein.
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2:47:37 – 2:47:39
Und das ist ja auch eine der Hypothesen,
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2:47:39 – 2:47:43
wie es tatsächlich der Mensch entsprechend zur Sprache gekommen ist.
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2:47:43 – 2:47:47
Die Frauen haben einfach Männer bevorzugt,
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2:47:47 – 2:47:50
mit denen sie sich irgendwie ein bisschen unterhalten konnten.
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2:47:50 – 2:47:52
Also das fing dann wahrscheinlich an mit Grunzen
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2:47:52 – 2:47:57
und wollten auch gerne unterhalten werden.
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2:47:57 – 2:47:59
Und deswegen
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2:47:59 – 2:48:03
ist sozusagen eine Art Überbietungswettbewerb entstanden.
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2:48:03 – 2:48:05
Und die, die irgendwie ein bisschen kommunikativer unterwegs waren...
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2:48:05 – 2:48:13
Durch Nachahmen und einige Frauen haben gesehen, wie einige Frauen mehr kommuniziert haben, haben das nachgeahmt.
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2:48:13 – 2:48:15
Ja, interessant.
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2:48:15 – 2:48:20
Wobei wir da immer noch nur noch auf einer Aktion- und Reaktionsebene sind.
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2:48:20 – 2:48:25
Also sprich, das klärt nicht, wo Kreativität herkommt.
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2:48:25 – 2:48:27
Und das mit der Beere erklärt es auch nicht.
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2:48:27 – 2:48:29
Also das ist das nicht der Punkt.
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2:48:29 – 2:48:31
Die Beere ist auch Trial and Error.
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2:48:31 – 2:48:36
Es ist so gewesen, dass halt die höhere Position eine bessere Ausgangslage war.
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2:48:36 – 2:48:44
Aber woher weiß die Bäre, welche chemische Zusammensetzung sie in ihrer Frucht haben muss,
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2:48:44 – 2:48:50
damit das im Magen des Vogels zu einer Reaktion kommt, dass das nachher klingt?
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2:48:50 – 2:48:55
Das war Zufall gewesen und dann hat sich der Zufall als Vorteil erwiesen.
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2:48:55 – 2:48:58
Ja, aber das wissen doch die anderen Bären nicht.
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2:48:58 – 2:49:00
Nein, müssen sie ja auch nicht.
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2:49:00 – 2:49:06
Müssen sie ja auch nicht. Also da sind zwei, glaube ich, Gedankenverwirrungen dabei.
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2:49:06 – 2:49:12
Die eine Gedankenverwirrung ist, du benutzt den Begriff "die Bäre" für zwei sehr unterschiedliche Sachen.
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2:49:12 – 2:49:21
Einmal benutzt du die Bäre für eine real existierende Bäre, die was weiß ich, vor tausend Jahren war, genau die Bäre, die an dem Baum an der Stelle gelebt hat.
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2:49:21 – 2:49:34
Das ist ein Exemplar der Beere. Und dann redest du von dem abstrakten Prinzip dieser Beere, die sich vielleicht irgendwo in dem Genom irgendwie widerspiegelt, also für die Kategorie.
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2:49:34 – 2:49:43
Aber man muss unterscheiden zwischen der Kategorie und dem Exemplar. Das Exemplar weiß natürlich nichts, weil es hat kein Gehirn und kann auch entsprechend nichts wissen.
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2:49:43 – 2:49:49
Und die Kategorie ist ein abstrakter Begriff, die kann auch natürlich irgendwie nichts wissen.
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2:49:49 – 2:49:57
Aber nichtsdestotrotz kann ja sowas in einem Zufallsprozess bzw. in einem evolutionären Prozess entsprechend entstehen.
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2:49:57 – 2:50:06
Man hat tausende von diesen Bären, also von den einzelnen Exemplaren, und die haben unter sich gewisse Abweichungen.
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2:50:06 – 2:50:11
Bei der einen ist irgendwie ein bisschen mehr von dem der Chemikalie, bei der anderen ist
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2:50:11 – 2:50:14
ein bisschen mehr von dem Eiweiß und so weiter.
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2:50:14 – 2:50:21
Und je nachdem hatten sie unterschiedliche Überlebenschancen, weil sie bei der einen
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2:50:21 – 2:50:26
Beere ein etwas klebrigeres Sekret irgendwie gemacht haben, was ihnen einen Startvorteil
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2:50:26 – 2:50:31
gegeben hat, weil sie dann bereits an einer höheren Stelle an dem Baum losgelegt haben.
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2:50:31 – 2:50:33
Genau, trial and error.
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2:50:33 – 2:50:38
Übrigens mir ist die Pflanze jetzt eingefallen, es handelt sich um die europäische Mistel.
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2:50:38 – 2:50:39
Ja.
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2:50:39 – 2:50:52
Die Samen der europäischen Mistel passieren sicher den Darm eines Vogels, bleiben jedoch aufgrund der mechanischen Eigenschaften der Zellulosefilamente in ihrer klebrigen Beschichtung an Ästen haften, wo sie keimen.
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2:50:52 – 2:50:53
Ja, faszinierend.
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2:50:53 – 2:50:57
Kann ich bei mir in der Nachbarschaft schön beobachten.
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2:50:57 – 2:51:06
Aber vermutlich, also gibt es ja auch, also um das jetzt nochmal abzuschließen, nehme ich an, dass es bei der Müstel dann auch eine entsprechende Ko-Evolution stattgefunden hat,
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2:51:06 – 2:51:15
denn die Müstel hat ja auch nicht schon immer oben auf Bäumen irgendwie gewachsen, sondern die wird irgendwann eine Pflanze gewesen sein, die unten auf Bäumen gewachsen hat.
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2:51:15 – 2:51:26
Und dann gab es irgendeine, die hat angefangen, Beeren zu entwickeln und dann hat die sich über die Vögel verbreitet und dann wurde eine ein bisschen klebriger
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2:51:26 – 2:51:29
und konnte sich dann anpassen, weil sie mehr Licht bekommen hat.
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2:51:29 – 2:51:34
Und am Ende von diesem Prozess steht dann sowas Ausgefuchstes,
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2:51:34 – 2:51:39
wie diese Kombination von der Mistel mit den Bäumen und dem Vogel.
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2:51:39 – 2:51:43
Wobei man ja auch sagen muss, die Mistel ist ja auch ein Schmarotzer.
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2:51:43 – 2:51:46
Die hat ja keine eigenen Wurzeln, sondern die bohrt sich in die Rinde,
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2:51:46 – 2:51:50
in die Borke und ernährt sich dann quasi von der Wirtspflanze.
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2:51:50 – 2:51:51
Richtig.
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2:51:53 – 2:52:20
Jetzt nochmal, um den Gedanken dann jetzt ganz vollends wieder zurück auf unser Thema hier zu bringen, heißt das, dass wir ebenso diesen evolutionären Prozessen unterliegen und damit KI-Systeme uns irgendwann ersetzen werden?
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2:52:20 – 2:52:25
weil sie momentan zumindest ein exponentielles Wachstum darstellen.
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2:52:25 – 2:52:30
Und ich habe jetzt vor kurzem eine Präsentation gesehen.
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2:52:30 – 2:52:36
Die Firma Google hat ihren neuen Quantenchip vorgestellt,
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2:52:36 – 2:52:41
der Rechenaufgaben, nee, nicht Rechenaufgaben,
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2:52:41 – 2:52:46
der auf jeden Fall Probleme für die aktuelle Supercomputer
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2:52:46 – 2:52:50
100 Millionen Jahre brauchen, innerhalb von fünf Minuten lösen kann.
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2:52:50 – 2:52:58
Ja, aber das ist, wenn ich hingehe und bei den Quantencomputern ein Qubit hinzufüge,
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2:52:58 – 2:53:00
steige ich die Leistung.
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2:53:00 – 2:53:02
Der hat 105 Qubits.
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2:53:02 – 2:53:08
Wenn ich ein Qubit hinzufüge, habe ich nicht nur eine Verzehnfachung der Rechenleistung,
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2:53:08 – 2:53:13
nicht nur eine Verhundertfachung, ich habe eine Vertausendfachung der Rechenleistung.
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2:53:13 – 2:53:18
Wenn ich jetzt da drauf Maschinenlearning-Algorithmen laufen lasse…
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2:53:18 – 2:53:22
Ja, aber lieb Papa, 105 qubits, was das für eine Zahl ist.
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2:53:22 – 2:53:24
Geh doch mal hin, mach mal.
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2:53:24 – 2:53:25
Exponentiell.
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2:53:25 – 2:53:29
Ja, das ist mehr als exponentiell, das ist ja nur vertausendfache.
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2:53:29 – 2:53:32
Darf ich zwei Sachen dazu sagen?
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2:53:32 – 2:53:39
Die eine ist, erstmal dieser Google Computer hat nur eine einzige Rechenaufgabe gelöst.
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2:53:39 – 2:53:48
Und das ist eine sehr, sehr spezielle Rechneraufgabe, weil es nämlich darum geht, eine bestimmte Entwicklung eines bestimmten Quantenfelds in der Physik.
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2:53:48 – 2:53:53
Im Grunde hat dieser Computer das nicht berechnet, sondern er hat es eigentlich eher simuliert.
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2:53:53 – 2:53:59
Und insofern, dieses Problem ist kein normales, generisches Mathe-Problem.
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2:53:59 – 2:54:05
Und dann, es ist ja 105 qubits, das ist ja eine technische Meisterleistung.
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2:54:05 – 2:54:10
Aber das bedeutet, diese Rechner können halt Probleme lösen,
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2:54:10 – 2:54:13
bei denen man auf einer sehr, sehr kleinen Datenmenge,
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2:54:13 – 2:54:16
wie zum Beispiel 105 Bits,
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2:54:16 – 2:54:19
eine sehr, sehr komplizierte Berechnung ausführt.
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2:54:19 – 2:54:23
Was wir aber bei KI haben, ist,
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2:54:23 – 2:54:25
dass wir auf einer gigantischen Datenmenge
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2:54:25 – 2:54:28
eine sehr, sehr einfache Berechnung durchführen.
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2:54:28 – 2:54:31
Und insofern, ich verstehe das,
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2:54:31 – 2:54:35
dass die Leute immer von Quanten-KI und so weiter träumen,
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2:54:35 – 2:54:38
und darüber nachdenken irgendwie.
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2:54:38 – 2:54:42
Aber momentan gibt es überhaupt nicht die Möglichkeit,
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2:54:42 – 2:54:44
auch nur ansatzweise, die Datenmengen,
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2:54:44 – 2:54:48
die sich in Tera- und Beta-Bytes messen,
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2:54:48 – 2:54:53
in irgendeiner Form in so einem Quantensystem darzustellen
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2:54:53 – 2:54:54
oder damit irgendwie etwas zu tun.
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2:54:54 – 2:54:59
Also ich glaube, das liegt noch in einer sehr fernen Zukunft.
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2:54:59 – 2:55:00
Ja, weil die gesamte P-Referenz…
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2:55:00 – 2:55:03
Ich lese das hier gerade in einem Golem-Artikel, das stimmt.
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2:55:03 – 2:55:08
Den hatte ich vorher nicht gesehen, diesen Artikel. Ich hatte nur das Werbevideo gesehen von Google.
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2:55:08 – 2:55:10
War schon schwer beeindruckt.
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2:55:10 – 2:55:12
Es ist auch beeindruckend.
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2:55:12 – 2:55:16
Liest sich hier dann aber doch ein bisschen relativierender.
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2:55:16 – 2:55:19
Das Problem ist ja auch die Peripherie.
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2:55:19 – 2:55:23
Also was nützt das, wenn ich da halt eine sehr schnelle Recheneinheit habe,
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2:55:23 – 2:55:26
aber ich die Daten nicht schnell genug rein und raus bekomme?
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2:55:26 – 2:55:28
Dafür hast du ja einen super Computer.
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2:55:28 – 2:55:31
Das ist mal das eine. Und das andere ist so unglaublich fragil.
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2:55:31 – 2:55:34
Also immer, wenn ich so Trial and Error auf die rechte Ebene ...
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2:55:34 – 2:55:38
Also selbst wenn wir Starwin komplett adaptieren,
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2:55:38 – 2:55:41
wenn ich Trial and Error auf die rechte Ebene bringe,
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2:55:41 – 2:55:43
muss ich immer an dieses Schiff denken,
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2:55:43 – 2:55:45
das da hilflos im Ozean rumtrieb,
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2:55:45 – 2:55:47
weil irgendjemand aus Versehen eine Null eingegeben hat
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2:55:47 – 2:55:49
in der Steuereinheit.
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2:55:49 – 2:55:52
Das Schiff konnte nix mehr anfangen, das ist komplett geshutdowned.
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2:55:52 – 2:55:54
Und da hat niemand irgendwas anderes gemacht,
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2:55:54 – 2:55:57
außer aus Versehen auf eine Null gedrückt.
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2:55:57 – 2:56:00
Also auf der technischen Basis,
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2:56:00 – 2:56:07
Das ist auch der Punkt von diesen ganzen Evolutionsüberlegungen.
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2:56:07 – 2:56:11
Natürlich, du hantierst mit einer unglaublich hohen Anzahl von Variablen,
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2:56:11 – 2:56:12
von Jahrmillionen,
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2:56:12 – 2:56:15
du hantierst mit Begriffen, die selbst mit einem Quantencomputer
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2:56:15 – 2:56:19
nicht derart schnell erreicht werden können,
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2:56:19 – 2:56:20
als dass wir jetzt, ich sag mal,
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2:56:20 – 2:56:24
diese intelligente Überflutung rein technisch auf der Ebene
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2:56:24 – 2:56:27
überhaupt noch sehen können.
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2:56:27 – 2:56:29
Und der andere Punkt ist natürlich,
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2:56:29 – 2:56:35
wiederum die ganz andere Frage, wenn es jetzt nicht so ist, dass sich alles erarbeitet hat,
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2:56:35 – 2:56:42
sondern dahinter tatsächlich eine Idee steckt, eine größere Idee. A) Wer ist das? B) Was will
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2:56:42 – 2:56:47
der von mir? Und dann sind wir im religiösen und spirituellen, im geistlichen Bereich. Dann haben
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2:56:47 – 2:56:54
wir die Mathematik im Grunde genommen, ja, ist dann nur noch so ein Nebenthema, weil dann machen
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2:56:54 – 2:56:59
wir die ganz großen Fragen auf. Ja, das eine ist das wissenschaftliche und das andere ist halt,
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2:56:59 – 2:57:17
das Philosophische. Du kannst ja versuchen, die Welt mit Zahlen zu erklären, du kannst aber auch hingehen und versuchen, die Welt mit Ereignissen, mit Prozessen, mit gedanklichen Zerlegen zu erklären, ohne die Wissenschaft dazu.
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2:57:17 – 2:57:28
Und der Punkt ist, weder die Philosophische noch die Zahlentechnische Erklärung bekommst du mit einem handelsüblichen M4 Pro hin und du bekommst es auch nicht hin mit dem, was Google gerade als Quantencomputer-Durchbruch bezittelt.
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2:57:28 – 2:57:33
Und es ist immer noch nicht klar, wie du dann daraus handelst.
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2:57:33 – 2:57:38
Wobei, Google ist ja nicht die einzige Firma, die da auf die Kacke haut.
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2:57:38 – 2:57:46
Da sind ja noch ganz andere Firmen am Streit. Nvidia zum Beispiel, die jetzt einen kompletten Supercomputer für KI-Systeme auf den Markt gebracht hat.
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2:57:46 – 2:57:55
Also du kannst eine komplette KI-Computer-Infrastruktur dir in dein Rechenzentrum stellen und der kann beliebig skalieren.
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2:57:55 – 2:58:02
Und trotzdem wissen wir nicht, ob das und in welcher Form das in 10 oder 20 Jahren noch
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2:58:02 – 2:58:08
irgendeine Relevanz hat. Nur mal als Beispiel, in den 60er und 70er Jahren sind alle Leute davon
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2:58:08 – 2:58:15
ausgegangen, dass Weltraum, Raketen, Raumstationen, Mondstationen, dass das alles die Zukunft ist und
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2:58:15 – 2:58:20
alle Menschen dachten, ab dem Jahre 2000 leben wir auf den Planeten und so weiter.
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2:58:20 – 2:58:24
Genau, und dann guckst du dich hier um in Hamburg und du siehst nur Schlaglochistan.
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2:58:24 – 2:58:27
Und Rastfahrräder überall.
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2:58:27 – 2:58:33
Man darf halt nicht vergessen, für diese Unternehmen wie Google und so weiter ist das Risiko,
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2:58:33 – 2:58:37
dass sie einen Trend verschlafen und sich damit selber irgendwie obsolet machen,
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2:58:37 – 2:58:42
wie es beispielsweise Siemens, Nokia ergangen ist, als das iPhone rauskam.
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2:58:42 – 2:58:47
Dieses Risiko ist für die größer, als irgendwie ein paar hundert Millionen in KI
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2:58:47 – 2:58:55
und Quantencomputerforschung irgendwie reinzustecken.
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2:58:55 – 2:59:01
Teilweise kann KI wirklich beeindruckende Sachen, das will ich in keinster Weise in Abrede stellen,
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2:59:01 – 2:59:04
teilweise kann sie sogar auch sehr sinnvolle Sachen.
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2:59:04 – 2:59:09
Das ist auf jeden Fall eine disruptive Technologie, auch für die Wirtschaft.
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2:59:09 – 2:59:13
Ne, disruptiv auf jeden Fall. Destruktiv, würde ich sagen.
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2:59:13 – 2:59:15
Destruktiv auch, ja. Ich meinte disruptiv.
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2:59:15 – 2:59:17
Eben, ja.
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2:59:17 – 2:59:19
Ja.
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2:59:19 – 2:59:27
Ja, vielleicht ist sie disruptiv, aber eigentlich muss sie das auch erst noch so richtig zeigen, ne?
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2:59:27 – 2:59:31
Also ich benutze das täglich in meiner Arbeit. Ich bin...
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2:59:31 – 2:59:41
Ja, genau. Aber viele Leute benutzen auch Excel täglich in ihrer Arbeit und trotzdem würde man nicht sagen, Excel ist jetzt disruptiv irgendwie, ne?
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2:59:41 – 2:59:46
War sehr disruptiv, als es auf den Markt gekommen ist.
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2:59:46 – 2:59:53
Das ist es, wo sie doch die Programmierbarkeit in Excel eingeführt haben.
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2:59:53 – 3:00:01
Und man nicht mehr per Hand x Tabellen zusammenfügen musste, sondern ein bisschen Code geschrieben hat und dann Enter gedrückt hat.
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3:00:01 – 3:00:05
Und dann hat sich dann ein Excel-Shield alles zusammengeholt aus der gesamten Firmen-Netzwerke.
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3:00:05 – 3:00:09
Das ist natürlich die Frage, was ist disruptiv? Ich glaube, das wolltest du gerade fragen, Peter.
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3:00:09 – 3:00:12
Was ist disruptiv in diesem Kontext?
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3:00:12 – 3:00:20
Genau. Wird es so etwas sein wie das Internet oder wie Smartphones, was jetzt wirklich unser Leben in allen verschiedenen Ebenen irgendwie verändert?
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3:00:20 – 3:00:26
Oder ist es so was wie WhatsApp? Ja, dann hat man halt noch so einen Messenger, über den man auch irgendwie kommuniziert.
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3:00:26 – 3:00:37
Oder hat man halt noch so eine Suno-KI, die dir halt das Geburtstagsständchen für Mama oder für Oma komponiert.
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3:00:37 – 3:00:44
Ja, also mit Zuno, ne? Einerseits ist es ja beeindruckend und andererseits interessiert doch inzwischen schon eigentlich echt niemanden mehr.
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3:00:44 – 3:00:51
Was ich sehe, ist, dass ganz viele Leute, die jetzt irgendwie Musik machen, hier zum Beispiel jüngstes Beispiel Anthony Rotha,
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3:00:51 – 3:01:00
der hat jetzt ein Musikvideo gemacht oder machen lassen, ich weiß nicht genau, wo es herkommt, zu seiner aktuellen Albumveröffentlichung.
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3:01:00 – 3:01:03
Und das ganze Video ist KI generiert.
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3:01:03 – 3:01:13
Und da ist gerade aktuell eine absolute Schwemme an KI generierten Musikvideos auf YouTube.
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3:01:13 – 3:01:22
Und mittlerweile kannst du diesen Look schon sofort erkennen und das sieht nicht gut aus.
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3:01:22 – 3:01:27
Es ist doch schon wieder vorbei, bevor es da war.
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3:01:27 – 3:01:30
Genau deswegen ist es ein gesellschaftliches Strohfeuer.
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3:01:30 – 3:01:35
Also ich habe jetzt Indie-Artists gesehen, die plötzlich ihre Videos per Handzeichen und Stop Motion machen.
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3:01:35 – 3:01:38
Ich muss sogar noch weitergehen. Wir haben vorher von Raumstationen gesprochen.
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3:01:38 – 3:01:44
Ich habe noch nie auf r/cozyplaces irgendwas gesehen, was auch nur annähernd an der Raumstation rankommt.
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3:01:44 – 3:01:49
Also das ist maximal der Futurismus-Aspekt von irgendwelchen Teenager-Bedräumen,
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3:01:49 – 3:01:51
wo du die Pixel der LED-Strips an der Decke säen kannst.
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3:01:51 – 3:01:59
Aber niemand, der über 20 ist, verbindet das noch mit einer Gemütlichkeit.
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3:01:59 – 3:02:02
Und du siehst es ja auch auf der intellektuellen Ebene.
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3:02:02 – 3:02:05
Du hattest diese wahnsinnig liberalen Befreiungen im Sinne von
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3:02:05 – 3:02:10
"Mensch als blank slate", "We are the world", etc.
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3:02:10 – 3:02:13
Bla bla bla oder "Black people want Christmas even if they don't know what it is"
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3:02:13 – 3:02:15
oder "Ich pöbel rum", ich weiß.
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3:02:15 – 3:02:18
Aber das ist doch verpufft in der Luft.
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3:02:18 – 3:02:23
Die linke Argumentation geht jetzt schon zurück zum Völkischen und zur Scholle.
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3:02:23 – 3:02:27
Im Sinne von dessen, ja, lasst sie doch kulturell eigen sein.
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3:02:27 – 3:02:29
Ja, der Westen kann sich gerne abschaffen, das ist noch so ein anderes Thema,
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3:02:29 – 3:02:32
aber die Leute, lasst die Leute doch kulturell eigen sein.
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3:02:32 – 3:02:35
Lasst sie doch hier in Hamburg Kalifat aufziehen, das ist doch ihr gutes Recht.
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3:02:35 – 3:02:41
Also diese Erkenntnis von, ja, der Futurismus, diese Globalisierung,
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3:02:41 – 3:02:45
das ist ja auch nur die Herrschaft von irgendwelchen multinationalen Großkonzernen.
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3:02:45 – 3:02:52
Also, das verfängt, ich glaube, so wird es uns, glaube ich, auch gehen mit der KI-Entwicklung, oder?
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3:02:52 – 3:02:56
Klar, das ist jetzt ein schöner Hype, da kann man sich ein bisschen drauf anziehen.
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3:02:56 – 3:03:00
Und dann kommt so der Drang zurück zur Natur.
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3:03:00 – 3:03:04
Cloud Computing und was war es davor? Virtualisierung. Und was war es davor?
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3:03:04 – 3:03:08
Netzwerke. Was war es davor? Keine Ahnung.
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3:03:08 – 3:03:17
BNC versus Lichtleiter, Internet, Ethernet, Glasfaser.
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3:03:17 – 3:03:22
Es ist technologischer Riesenhype, das stimmt.
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3:03:22 – 3:03:24
Was sich bewähren wird, wird bleiben, natürlich.
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3:03:24 – 3:03:28
Rein technisch gibt es in gewisser Hinsicht kein Zurück,
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3:03:28 – 3:03:32
außer du entscheidest dich gezielt dagegen.
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3:03:32 – 3:03:34
Aber ich glaube, es geht um die Ästhetik.
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3:03:34 – 3:03:38
Und die Ästhetik kommt immer irgendwo wieder beim Feuer raus.
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3:03:38 – 3:03:47
Irgendwo kommt die Ästhetik drumrum, dass du zum Feuer sitzt oder von dir aus um deine flackernde Philips-U-Glühbirne.
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3:03:47 – 3:03:51
Das ist doch das Interessante dran.
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3:03:51 – 3:04:02
Wir haben keine Entwicklung in einen Futurismus, der sich jenseits einer bestimmten definierten Richtung,
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3:04:02 – 3:04:06
ist der Futurismus immer nur eine Modeanscheinung.
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3:04:06 – 3:04:08
Also, es gibt Leute, die darauf hängenbleiben,
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3:04:08 – 3:04:10
aber es ist nie die gesamte Gesellschaft.
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3:04:10 – 3:04:14
Also, wenn man sich mal so Prognosen anschaut,
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3:04:14 – 3:04:17
sei es jetzt Filme oder auch Dokumentationen,
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3:04:17 – 3:04:19
wie das Leben der Zukunft ist,
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3:04:19 – 3:04:25
dann hast du immer so ein Zeitgeistding mit dabei.
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3:04:25 – 3:04:28
Guck dir mal "Star Trek" an.
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3:04:28 – 3:04:30
Noch Captain Kirk, nicht P.K.
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3:04:30 – 3:04:35
Das war alles noch sehr militärisch, sehr westernmäßig.
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3:04:36 – 3:04:38
Die haben sich da mit Fäusten geprügelt.
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3:04:38 – 3:04:43
Bei PK hat man das dann halt zwar auch noch militärisch irgendwie,
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3:04:43 – 3:04:46
aber man hat das mehr mit Wortgefechten gemacht.
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3:04:46 – 3:04:51
Und du hast immer irgendwie so diesen Zeitgeist mit da drin.
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3:04:51 – 3:04:59
Ja, das ist, CBS hat da ja bei den Drehbuchschreibern ja mitgesprochen.
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3:04:59 – 3:05:05
Und der Gene Roddenberry hat mal in einem Interview gesagt,
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3:05:05 – 3:05:16
dass er, das 80er Star Trek ist eigentlich das Star Trek, was er in den 60ern schon machen wollte, aber er hatte keine kreative Freiheit und da musste die Silvester Elemente mit einbauen.
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3:05:16 – 3:05:20
Und diese Action Elemente, dazu ist er gezwungen worden.
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3:05:20 – 3:05:25
Aber ich wollte nur sagen, das wollten die Leute ja damals sehen und deswegen war die Idee gewesen.
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3:05:25 – 3:05:28
Ne, das wollten sie eben nicht, deswegen ist die ja schon nach drei Staffeln abgesetzt worden.
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3:05:28 – 3:05:37
Ich überlege, wie man sich vorgestellt hat, wie wir jetzt in den 2000ern leben und wie falsch die Gelegen haben.
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3:05:37 – 3:05:43
Ja, ich habe keinen Drucker zuhause, der mir dann morgens meine Tageszeitung ausdruckst,
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3:05:43 – 3:05:48
weil das ist ein sehr teurer Service und den sich nur wenige Leute leisten können.
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3:05:48 – 3:05:56
Naja, weil du hast Star Trek Technologie, du hast so eine flache Glasscheibe, mit der du reden kannst.
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3:05:56 – 3:05:57
Ja, so ein Klug-Laut.
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3:05:58 – 3:06:04
Und du kannst auf dieser flachen Glasscheibe jetzt irgendwelche Artikel lesen statt deiner Zeitung,
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3:06:04 – 3:06:11
die nicht mehr von investigativen Journalisten geschrieben wird, sondern von irgendwelcher KI.
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3:06:11 – 3:06:17
Dieses Kluglaut geht den gleichen Weg wie die anderen technischen Errungenschaften.
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3:06:17 – 3:06:26
VHS, ja, Porno. Home-PC, Porno. Smartphone, Porno.
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3:06:26 – 3:06:41
Wenn die einen Durchbruch haben, wenn sie sich als sexuell verfügbares Objekt präsentiert, das ist doch schon so.
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3:06:41 – 3:06:48
Ja, aber wenn sie die Restriktion rausnehmen würden, wüsste man, was da tonnenweise generiert werden würde.
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3:06:48 – 3:06:54
Du musst dich mal in den App-Stores umschauen, was da angeboten wird.
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3:06:54 – 3:07:02
Da kannst du dir deine virtuelle Freundin schon zulegen und die säuselt dich dann die ganze Zeit über zu.
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3:07:02 – 3:07:06
Und was ist denn das? Zurück zur Natur, wenn auch nur falsch.
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3:07:06 – 3:07:11
Das ist wieder basalster Tribulismus, biologistisch bis zum Gehen.
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3:07:11 – 3:07:13
Nicht mehr, wenn du es jetzt progressiv anschauen willst, oder?
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3:07:13 – 3:07:17
Das ist ja der Punkt. Back to fire, back to bum bum.
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3:07:17 – 3:07:21
Ja, aber im Endeffekt ist das kein Bumbum mehr, sondern nur 5 gegen Willi.
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3:07:21 – 3:07:28
Ich meine, wenn wir da alle auf unser Kluglaut schauen,
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3:07:28 – 3:07:36
die Überbevölkerung regelt sich dann auch von selbst, weil Interaktion ja wenig da ist.
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3:07:36 – 3:07:40
Brauchst die Leute gar nicht mehr wegjucken,
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3:07:40 – 3:07:44
brauchst du sie einfach nur ein gutes Programm aufs Schlauchfunk zu geben.
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3:07:44 – 3:07:47
Und das Geile ist ja, dass die Leute das auch noch raffen.
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3:07:47 – 3:07:48
Weißt du?
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3:07:48 – 3:07:51
Also, ich sag mal, trendsets, alles, was ab 20 ist,
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3:07:51 – 3:07:53
ja, läuft da Gefahr, noch reinzugehen.
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3:07:53 – 3:07:56
Aber guck dir mal die Jungen an.
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3:07:56 – 3:07:59
Ja, die hängen den ganzen Tag an irgendwelchen Apps und Games.
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3:07:59 – 3:08:02
Aber ich hab noch nie so eine Anti-Porno-Bewegung gesehen
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3:08:02 – 3:08:04
wie aktuell gerade in den Teenager-Subredits.
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3:08:04 – 3:08:05
Ähm ...
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3:08:05 – 3:08:08
Ich weiß nicht, wie's im echten Bereich aussieht,
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3:08:08 – 3:08:11
weil man über solche Dinge nicht spricht mit den Leuten.
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3:08:11 – 3:08:14
Aber digital sehe ich da eine, auch hier wieder,
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3:08:14 – 3:08:16
Wende zum Direkten, zum Persönlichen.
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3:08:16 – 3:08:21
Back to fire, back to interaction, back to knickknack.
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3:08:21 – 3:08:22
Das ist halt der Punkt, weißt du?
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3:08:22 – 3:08:26
Ich hab noch nie irgendeine gesellschaftliche Bewegung gesehen
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3:08:26 – 3:08:31
hin zu jetzt beispielsweise intravenösen Fortpflanzung
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3:08:31 – 3:08:33
als erstrebenswertes Modell.
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3:08:33 – 3:08:36
Oder? Das ist immer nur die Nötlösung.
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3:08:36 – 3:08:37
Ist ja auch völlig logisch.
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3:08:37 – 3:08:41
Also es gibt offenbar ganz grundsätzlich gesetzte Patterns.
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3:08:41 – 3:08:46
Und da fängt für mich dann auch so die Frage nach Trial and Error irgendwann an zu wackeln,
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3:08:46 – 3:08:48
weil du kannst natürlich mit der technischen Entwicklung,
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3:08:48 – 3:08:50
müssen Sie eigentlich von irgendwo an einen Punkt hinkommen,
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3:08:50 – 3:08:52
ja, es funktioniert besser, dann müsste sich das auch durchsetzen.
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3:08:52 – 3:08:54
Gesellschaftlich setzt sich gar nichts durch.
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3:08:54 – 3:08:56
Gesellschaftlich hab ich den Eindruck,
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3:08:56 – 3:08:59
die Leute würden am liebsten wieder in der Höhle ums Feuer hocken.
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3:08:59 – 3:09:02
Ist praktisch, dass per Allem noch Internet und Strom aus der Wand kommen?
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3:09:02 – 3:09:04
Ja, ist toll, ist eine gute Entwicklung.
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3:09:04 – 3:09:07
Fenster ist auch nicht schlecht, wenn's draußen 40 Grad hat.
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3:09:07 – 3:09:21
Also unter null. Aber, weißt du, so im Kern so dieses, eben so dieser Cozy Place Bezug oder so dieser Drang nach Gemeinschaft, oder?
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3:09:21 – 3:09:28
Dieses berühmte, ich weiß nicht, im Lockdown haben wir alle philosophiert, wie digital jetzt unsere Welt wird.
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3:09:28 – 3:09:32
Als Resultat sind dann alle rausgeströmt, als sie es wieder konnten und haben sich gegenseitig umarmt.
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3:09:32 – 3:09:39
Ja, und jetzt haben zum Beispiel die Firmen Probleme, weil sie feststellen, so 60 Prozent
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3:09:39 – 3:09:43
unserer Mitarbeiter sind ständig im Homeoffice, 40 Prozent kommen nur rein.
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3:09:43 – 3:09:46
Und was machen wir jetzt mit den 60 Prozent Berufsfläche, die wir überhaben?
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3:09:46 – 3:09:51
Ja, und dann halten sie dir einen Vortrag darüber, wie wichtig die gemeinsame Teamarbeit
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3:09:51 – 3:09:58
ist und merken aber nicht, wie die Leute im Homeoffice gerade ganz andere wichtige sozialen
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3:09:58 – 3:10:02
Interaktionen spielen, nämlich die mit
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3:10:02 – 3:10:04
ihren eigenen Familien und den Leuten, die
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3:10:04 – 3:10:04
sie aussuchen.
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3:10:04 – 3:10:10
Interessant, wo diese Diskussion, dieses
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3:10:10 – 3:10:13
Gespräch heute wieder hingegangen ist.
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3:10:13 – 3:10:16
Ich habe mich gefragt, wann kommt der
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3:10:16 – 3:10:18
Kipppunkt, wo wir wieder auf KI sind und
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3:10:18 – 3:10:20
ich hätte viel verwandt Schnacksen. Aber nur, weil ich
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3:10:20 – 3:10:25
nach dem Feinstofflichen gefragt habe
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3:10:25 – 3:10:28
wegen der Kreativität von Peter, weil mich das
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3:10:25 – 3:10:30
interessiert hat, wie man auf so verrückte Ideen kommen kann.
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3:10:30 – 3:10:33
Sex, the punchline is sex.
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3:10:33 – 3:10:39
Das ist jetzt nicht ganz die Antwort, die ich gegeben habe.
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3:10:39 – 3:10:45
Das ist so um fünf kreative Ecken rum.
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3:10:45 – 3:10:51
Das müssen wir jetzt wieder piepen.
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3:10:51 – 3:10:53
Ich schneide gar nichts mehr ab.
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3:10:53 – 3:10:55
Finden.
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3:10:55 – 3:10:57
Dreieinhalb Stunden.
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3:10:57 – 3:10:59
So, was macht F-Shift und S-Shift
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3:10:59 – 3:11:01
im Kult?
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3:11:01 – 3:11:03
Ne, Quatsch, ich hab's
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3:11:03 – 3:11:05
immer noch vor mir. Wollen wir es doch
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3:11:05 – 3:11:07
zu Ende denken oder machen wir den Sack irgendwo auf dieser
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3:11:07 – 3:11:09
Note zu?
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3:11:09 – 3:11:11
Ich glaub, ich
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3:11:11 – 3:11:13
wir machen den Sack auf dieser Note
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3:11:13 – 3:11:15
zu. Das ist gut.
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3:11:15 – 3:11:17
Wir hören uns
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3:11:17 – 3:11:19
bei irgendwelchen Updates
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3:11:19 – 3:11:23
dieser Programme wieder. Wir haben viel gelernt heute. Danke Peter, für das Hiersein,
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3:11:23 – 3:11:30
für das Erklären, für das Mitdenken. Ich danke auf jeden Fall auch für das nette Gespräch. Ich
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3:11:30 – 3:11:38
finde das immer toll, mit euch zu schnacken. Das geben wir gerne zurück. Vielen, vielen Dank,
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3:11:38 – 3:11:46
Peter. Es macht immer jedes Mal großen Spaß mit dir und ich bin sehr gespannt auf Novum 2.0.
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3:11:46 – 3:11:48
Was war das? Bis 2.0!
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3:11:48 – 3:11:55
Novum 2.0 ist auch in der Planung, da weiß ich aber noch nicht, wann ich das schaffe. Kult 2 auch.
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3:11:55 – 3:11:58
Ich bin sehr gespannt auf Hate.
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3:11:58 – 3:12:00
Ja, ich auch.
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3:12:00 – 3:12:07
Auf die anderen Sachen, die du da im Discord ausbrütest. Darüber haben wir jetzt noch gar nicht geredet, machen wir dann, wenn sie ein bisschen spruchreifer werden.
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3:12:07 – 3:12:09
hochreifer werden.
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3:12:09 – 3:12:11
Ja.
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3:12:11 – 3:12:13
Hey, und ihr könntet nochmal, ich hab nebenbei
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3:12:13 – 3:12:15
diesen Link repariert von dem Kultmanual,
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3:12:15 – 3:12:17
könntet ihr nochmal kurz...
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3:12:17 – 3:12:19
Lass mal das Getippe.
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3:12:19 – 3:12:21
Nee, bei dem Getippe,
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3:12:21 – 3:12:23
da ging's was anderes. Ich hab einmal ganz kurz,
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3:12:23 – 3:12:25
da ging's um Schönheit.
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3:12:25 – 3:12:27
Es gibt dieses schöne
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3:12:27 – 3:12:29
Gedicht von Robert Gernhardt,
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3:12:29 – 3:12:31
jetzt lese ich es doch mal vor.
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3:12:31 – 3:12:33
Zum Abschluss.
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3:12:33 – 3:12:35
"Du hast sowas Verlässliches,
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3:12:35 – 3:12:40
Das Schöne schwindet, scheidet, flieht, fast tut es weh, wenn man es sieht.
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3:12:40 – 3:12:45
Wer Schönes anschaut, spürt die Zeit und Zeit mein stets bald ist's soweit.
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3:12:45 – 3:12:50
Das Schöne gibt uns Grund zur Trauer, das Hässliche erfreut durch Dauer.
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3:12:50 – 3:12:55
Das fiel mir da ein, als du mit der Schönheit kamst.
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3:12:55 – 3:13:00
Das ist ein Gedicht von Robert Gernhardt und heißt "Nachdem er durch Metzingen gegangen war".
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3:13:00 – 3:13:09
In diesem Sinne, schaltet auch beim nächsten Mal wieder ein, wenn ihr Peter noch ein Gedicht
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3:13:09 – 3:13:12
rezitieren hören wollt.
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3:13:12 – 3:13:15
Es ist Weihnachten, da darf man mal.
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3:13:15 – 3:13:16
Genau, es ist Weihnachten.
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3:13:16 – 3:13:19
Macht mehr Musik, habt euch lieb.
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3:13:19 – 3:13:20
Gute Nacht.
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3:13:20 – 3:13:21
Gute Nacht.
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3:13:21 – 3:13:24
Gute Nacht und Tschüss.
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3:13:24 – 3:13:27
Sex.
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3:13:27 – 3:13:29
[Husten]
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3:13:29 – 3:13:36
[Siehe Untertitel]
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Gut Ding will Weile ha… äh, ein Jahr lang auf Tobis Festplatte vergammeln. Schande, Schande, Schande. Aber wenigstens kann man so noch mit einem weiteren Kracher aus der Weihnachtszeit aufwarten (wenn auch nicht aus der diesjährigen). Peter ist zurück und erzählt vom (damals…) aktuellen MYTH 1.5-Update (das gefühlt eher ein Upgrade ist), dem Freebie-Ableger ZYKLOP, seinem kommenden Effekt-Plugin HATE (inzwischen seit 9 Monaten veröffentlicht) und irgendwann auch noch ganz viel spannendes über die älteren Kracher: ABYSS, NOVUM, KULT & CHOP SUEY. Und ausserdem schweifen die vier wieder ab in die grossen zeitgenössischen wie zeitlosen Themen der Welt: Kreaitivät, KI, Evolution und das Ficken. Frohes Jahresende (welches auch immer…).

✨ Themengliederung
Ein Gespräch, das dort ansetzt, wo andere aufhören
Ein Wiedersehen im Proberaum, lose Fäden aus früheren Gesprächen und die Erkenntnis, dass manche Themen nicht veralten – sondern reifen.
Myst 1.5 – Wenn Klang nicht stehen bleibt
Ein Update als Denkimpuls: Resynthese nicht als Effekt, sondern als Einladung, vorhandenes Material weiterzuentwickeln und neu zu hören.
Zyklop – Klarheit durch bewusste Begrenzung
Warum weniger Regler manchmal mehr Musik bedeuten. Reduktion als Designentscheidung, nicht als Verzicht.
Resonanzen lernen hören
Trainable Resonators, spielbare Resonanzen und die Idee, aus Geräusch, Zufall und Struktur Instrumente entstehen zu lassen.
Technik, die nicht im Weg steht
Machine Learning, Resynthese und komplexe Verfahren – aber immer mit der Frage: Hilft es der Intuition oder steht es ihr im Weg?
Jenseits der zwölf Töne
Mikrotonalität, alternative Skalen und die Suche nach musikalischem Ausdruck außerhalb vertrauter Raster.
Oberfläche als Haltung
UI-Design als kreative Leitplanke: Übersicht, Direktheit und „what you see is what you get“ statt Parameterlabyrinth.
Unsichtbare Grenzen
DAWs, Plugin-Formate und technische Limits, die selten thematisiert werden – und doch jede Entscheidung mitprägen.
Community ist mehr als Feedback
Vom Erfahrungsaustausch zur gemeinsamen Entwicklung: Wann Community inspiriert – und wann sie überfordert.
Klang als Entdeckungsreise
Warum gutes Sounddesign oft dort entsteht, wo Planung auf Spieltrieb trifft.
Gedanken, die offen bleiben dürfen
Kein Fazit im klassischen Sinn – sondern Fragen, Ausblicke und Raum für das, was noch kommen darf.
Links zur Ausgabe:
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Mitwirkende dieser Episode
Spieldauer: 3:13:36
Tag der Aufnahme: 03.12.24
Diese Folge stammt aus der Staffel 4, es gibt insgesamt 4 Staffeln.
Eine LautFunk Publikationskartell Produktion - Wo Geschichten unüberhörbar übermittelt werden.
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Autor: Sascha Markmann
Sascha Markmann ist ein kreativer Kopf mit bewegter Biografie: Informatiker, studierter Philosoph, Religionswissenschaftler und Psychologe – und gleichzeitig ein Mensch, der das Leben nach einem Schlaganfall ganz neu entdeckt hat. Nach Stationen als Rettungssanitäter und Altenpfleger fand Sascha seinen Weg in die Welt des kreativen Ausdrucks: Als Blogger, Musiker, Podcaster, Philosoph und visueller Geschichtenerzähler kombiniert er technisches Know-how mit emotionaler Tiefe und einem schrägen Sinn für Humor. Seine Beiträge entstehen irgendwo zwischen Borderline, Acid Bassline und Beistand – ehrlich, direkt und gerne auch mal mit einem Augenzwinkern. Leitmotiv: „Audiovisueller Stumpfsinn mit keinem Nutzwert – aber vielleicht genau deshalb so wertvoll.“ Alle Beiträge von Sascha Markmann anzeigen
