Probe Podcast 70 Jogging House / Seil Records

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Beschreibung:

Unsere drei Moderatoren treffen sich auch dieses Mal wieder mit einem sehr gechillten Gast, Musiker, Sound Designer und Labelbetreiber von Seil Records: Herr Jogging House. Die drei löchern ihn wieder mit ihren Fragen und Jogging House erzählt, wie es u. a. zur Labelgründung kam und was ihn inspiriert und motiviert. Hört einfach mal rein bei einem weiteren gemütlichen Talk im virtuellen Proberaum. Viel Vergnügen!

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Tanscript:

Der Probe-Podcast. Beim gemütlichen Talk im Proberaum. Mit unseren Moderatoren Herr Raumwelle,
Tobi und Herrn Notstrom. Viel Spaß. Ja, hallo, willkommen zum Probe-Podcast. Genau, hier ist
wieder der Thomas aus Hamburg, der Herr Notstrom. Und an der Autobahn sitzend, so ganz im kraftwerkschen
Stil haben wir den Tobi. Ja, guten Abend mit der besten Internetverbindung aller Zeiten.
Genau. 40 Millisekunden. Stört dich nicht der Autoverkehr? Nein, nein, nein, nein. Also Sascha
kann das ja raus ändern. Mein Raum hat mehr Gehalt. Wir machen eher die kleinen Kinder da auf der
gegenüberliegenden Straßenseite. Tobi, das kriegen wir. Die kleinen Kinder hören wir nicht,
wir hören nur den LKW, der da gerade vorbei donnert. Das kriege ich nie in jedem raus.
Ja gut, ich drücke hier auf Mute. Das bleibt jetzt drin. Also Tobi heute live von der Autobahn.
Von der Autobahn, ja, ja. Der Bundesstraße hat er gesagt. Ich habe von den ursprünglich,
ja, Bundesstraße, Hauptstraße, hier Transitstraße, nenn es, was du willst,
ich habe von den ursprünglichen 80 Prozent noch 70 übrig. Wenn ich weg bin, bin ich weg.
Das kriegen wir. Wir hätten um 20 Uhr anfangen sollen, dann wäre ich bei McDonalds gehockt.
Das wäre auch nicht schlecht gewesen. Wir sind aber heuer nicht ganz alleine. Wir haben schon
wieder oder mal wieder oder endlich mal wieder einen Gast. Ihr könnt euch was aussuchen. Wir
haben uns gedacht, wir laden mal mal wieder jemanden ein, der sozusagen mit den Musikinstrumenten,
über die wir hier so immer täglich, nicht täglich, sondern zweiwöchentlich reden,
da laden wir mal jemanden ein, der die Dinge auch tatsächlich benutzt. Und wir haben uns
den Boris eingeladen. Boris, AKA Jogginghaus, Labelbetreiber, Musiker, Label von Seil Records.
Herzlich willkommen, Boris. Hi, vielen Dank für die Einladung.
Boris, ich oute mich mal. Ich bin ein Riesenfan von deinem Label und auch von dir als Künstler,
als Jogginghaus. Das freut mich, danke schön. Ich habe dich vor ein paar Jahren entdeckt,
noch bevor es mit Corona losging, also 2017/2018. Die alte Zeit. Die alte Zeit, genau. Das alte
Normal. Die alte Zeitrechnung. Ja, du hast mich sozusagen mit deiner Musik immer bei meinen
Meditationen und auch bei meiner Rückengymnastik begleitet. Daran merkt man, dass ich meine
Rückengymnastik sehr langsam durchführe. Du bist nämlich ein Künstler, der viel Ambient-Musik
macht, aber auch, wie würdest du seine Musik selber bezeichnen?
Ich weiß keine Ahnung. Ich denke, dieses Ambient-Ding ist so ein bisschen fast schon ein Modebegriff,
aber ab einem gewissen Punkt hat es angefangen, elektronische Musik ohne Drums zu beschreiben.
So würde ich es auch nennen. Es ist einfach entspannte elektronische Musik, meistens ohne
jegliche Art von Percussion. Ambient kommt dem am nächsten. Ich bin aber auch nicht
so gut mit so Subgenres, also falls jemand einen besseren Begriff kennt, gerne.
Chill? Nee. Das ist glaube ich noch was anderes, oder? Chill-Out-Musik?
Nee, das ist mehr so mit so Delfinen, schlecht gerendert im Weltall. Da sehe ich mich nicht so.
Ich bin eher ein bisschen rauschiger, mehr so im Wald sitzend, akustisch gedacht. Ja,
hätte ich gesagt. Weniger Weltall, mehr Wald. Du hast glaube ich auf eurer Label-Seite,
darf ich eure sagen? Oder bist du sozusagen der Alleinmacher?
Also ich bin schon das Label, aber ich mache jetzt nicht die Designs für Artwork und so weiter,
und auch nicht das Mastering. Aber ich habe mit Aoki und Matsumoto, auch hier in Frankfurt,
ein festes Design-Team, die schon an jeder Veröffentlichung mitgearbeitet haben. Dann
hielt ich es für nicht 100 Prozent schizophren, "wir" zu sagen, weil es irgendwie besser klingt.
Aber jetzt so, was die reine Alltagsabwicklung angeht, das bin schon ich.
Worauf wollte ich genau so mit meiner Frage? Ich muss kurz überlegen.
Die Label-Website.
Genau. Du hast dort eine Beschreibung, eine Definition, für was euer Label steht. Magst
du das nochmal den Zuhörern erzählen? Ich fand das sehr schön.
Ich weiß jetzt gar aus dem Kopf gar nicht mehr, was ich da hingeschrieben habe. Ich bin beim
Messer so selten auf der eigenen Website. Ach ja, genau. Seil Records ist ein Label,
was sich der nahezu unmöglichen Aufgabe gewidmet hat, die Welt ein bisschen optimistischer zu
machen. Und so sehe ich das auch. Meine Musik ist ruhig und entspannt, aber nicht belanglos,
hoffe ich zumindest. In verschiedensten Ausprägungsformen gilt das auch für die
anderen Künstler auf dem Label. Die sollen auch gar nicht alle gleich klingen. Das wäre
uninteressant. Aber dennoch, ich finde, ich bündel dieses Credo, kommt da schon zur Geltung.
Und ja, alles ist schrecklich, aber manchmal gibt es trotzdem nette Musik im Hintergrund.
So sehe ich das. Du hast nach der Definition von Ambient
Musik gefragt. Es gibt von Brian Eno, das ist ja auch einer von den Künstlern, die dieses Genre
geprägt haben in der moderneren Zeit. Ambient Musik ist ja schon ein bisschen älter, kommt
so aus den 20er Jahren des letzten Jahrtausends, aus den 1920er Jahren. Insofern könnte ich sagen,
wir feiern mit diesem Genre jetzt einen Geburtstag. Wir haben jetzt auch 20er Jahre.
Und Brian Eno hat mal gesagt, dass Ambient Musik für ihn sozusagen einfach so im Hintergrund laufen
kann, ohne aufdringlich zu sein, aber eine angenehme Atmosphäre schafft.
Das ist auch der Urgedanke. Ich finde, dass sowohl meine, als auch die Musik auf meinem Label,
aber auch alles, was man sozusagen aktuell, oder das meiste, was man aktuell darunter versteht,
nicht mehr ganz diese Definition trifft. Also ich denke, die Musik ist schon aufdringlicher
geworden als in dem Urbegriff. Also ich finde, das heißt nicht, dass die jetzt total rampensaumäßig
platziert ist, aber nicht mehr, ich würde sagen, nicht mehr so 100 Prozent nur im Hintergrund,
wie der Ursprungsgedanke. Und deswegen meinte ich, ist das ein bisschen so ein Modebegriff.
Oder ich finde, es ist wie eine Art von Lautverschiebung. Das beschreibt, finde ich,
heute mehr Musik, die einfach nur… Also es gibt, wenn man an elektronische Musik denkt,
ist die meistens in irgendeiner Form, sage ich mal, im weitesten Sinne cluborientiert,
im allerweitesten Sinne, auch wenn man die auf dem Sofa hört und nicht im Club. Und dann gibt's
halt die, die gar keinen Beat hat. Und das würde dann irgendwann vom Internet unter Ambient gebündelt.
Ja, ist ja auch einfacher für die ganzen Streaminganbieter, denn irgendeine Art von
Musik dann halt zu kategorisieren und in eine Schublade zu packen, ist natürlich dann auch
einfacher für die Leute, die dann entsprechend zu finden. Man will ja, dass es den Streaminganbietern
gut geht. Um mal so ein paar Namen zu nennen. Du hast ja doch relativ auch, ich sag mal,
namenhafte Leute auf deinem Label, auf Seil Records versammelt. Da gibt's zum Beispiel
den Arbeni, den ich auch sehr schätze. Der hat auch viel zuerst auf YouTube veröffentlicht und
dann ist er sozusagen dann auch bei dir mit seinem Album gelandet, Paperback.
Nee, Paperback, das ist ein Split-Album.
Paperback, Entschuldigung.
Die beiden haben zusammen ein Album gemacht. Austin ist aber jetzt, also ist keiner der
Stammkünstler auf meinem Label. Der bringt mehr auf Do in Belgien raus. Aber ja, wir sind Freunde
und der hat auch bei mir was rausgebracht. Aber hätte ich jetzt nicht als so eine Art,
der steht nicht, ist kein Gesicht meines Labels. Das fände ich jetzt anmaßend quasi. Aber wir
machen bestimmt mal wieder was in der Zukunft zusammen.
Dann hast du den guten Heinbach bei dir auch, sozusagen. Ich will nicht sagen,
unter Vertrag.
Nee, das ist kein Vertrag.
Das ist ja eine ernste Zusammenarbeit.
Ich weiß gar nicht, wo wir jetzt sind. Ob wir beim sechsten oder siebten Album zusammen sind.
Vielleicht kommt ja bald auch ein neues, wer weiß. Also ja, der Stefan und ich arbeiten schon
lange zusammen und auch gerne, hoffe ich. Ich glaube aber schon. Und ja, nee,
es ist eine große Bereicherung für das Label. Definitiv.
Genau, ja. Und dann sind halt auch noch viele andere dabei. Und halt du,
du, deine sozusagen deine eigene Arbeit ist halt auch natürlich mit dabei. Was ich sehr
schön fand an deinem Label, deswegen bin ich auch quasi über dich gestolpert damals,
dass du auch auf Kassette, also nicht nur so wie mancher Labels, digital und dann vielleicht
nochmal auf Vinyl, nein, du hast auch Veröffentlichungen tatsächlich auf der
guten alten Musikkassette, was ich auch schon reichlich genutzt habe, aus deinem Backlog sozusagen,
was noch verfügbar war, auch schon bestellt habe. Ich habe an dem schweren Atmen gehört,
dass Sascha eine Frage hat. Nein, das ist für dich, glaube ich, auch so ein Faktor in deiner
Musik. Also du hast sehr, so sehr, manchmal sehr so angerauschte Klänge, die du verwendest.
Ja. Was ich zum Beispiel persönlich total angenehm finde und das kommt natürlich dann,
wenn man ein Tape hat, dann auch nochmal so ein bisschen zusätzlich zur Wirkung, würde ich sagen.
Ja, so ein bisschen das natürliche Umfeld von dem Sound, würde ich mal sagen. Aber ja,
also Kassette, ursprünglich Kassette ist ein bisschen auch praktisch, weil Vinyl natürlich
für ein Label, also wir reden hier von einem sehr kleinen Label natürlich, riskant ist. Ich muss
mehrere hundert machen, damit es sich lohnt und in Vorleistung gehen und so weiter. Und dann sollte
sich die Platte auch besser halbwegs verkaufen, weil wenn man das ein paar mal hintereinander
in den Sand setzt, dann war es das mit dem Label. Während Kassette kann ich halt eine kleinere
Auflage in relativ kurzer Zeit herstellen. Und ja, also als ich angefangen habe, war die Frage
nur digital. Digital und CD oder digital und Kassette. Wenn einen niemand kennt, sind das so,
sag ich mal, die drei Wege. Und persönlich, ich war nie so der große CD-Fan, weil aus meiner
Sicht ist es halt quasi nochmal die digitale Version auf einem anderen Gegenstand. Aber wenn
man die unbedingt in einem CD-Player hören wollte, könnte man ja einfach sich auch die Version von
Bandcamp, kann man ja auch unkomprimiert runterladen, man könnte sich die einfach brennen.
Wenn man sie hochgeladen hat, auch als Wave vorausgesetzt.
Ja, natürlich, auf Seil ist schon alles richtig audiophil. Und die Kassette hingegen klingt halt
anders. Die klingt wie eine Kassette. Und ich finde es genauso wie Vinyl auch anders klingt,
als die digitale Version. Jeder kann irgendwas besser oder schlechter finden, aber es klingt
definitiv anders. Und ich finde es persönlich interessant, wenn man quasi zwei Varianten
bekommt. Der Download ist eh immer dabei, automatisch. Das heißt, man hat die klare,
gemasterte, sagen wir mal, Originalversion. Und dann hat man aber nochmal eine andere Variante
von dem gleichen Album. Plus, nahezu alle Leute mögen einfach die Kassette als solches. Selbst
wenn man sie nicht hört, aktiv, den meisten Leuten kann sie trotzdem ein Grinsen abbringen,
weil es irgendwie ein sympathischer kleiner Gegenstand ist. Und das finde ich einfach nett.
Gibt es auch Künstler, die von sich aus sagen, nee, nee, also hier Vinyl will ich gar nicht oder
Tape will ich gar nicht. Ich will nur digital. Also nicht bei mir. Irgendwo gibt es die bestimmt.
Aber alle Alben sind bis jetzt auf Kassette rausgekommen, vom ersten ab. Dementsprechend,
nee, habe ich noch nicht erlebt. Ich habe noch keinen Künstler getroffen, der keine physische
Version wollte. Vinyl werden alle gern nehmen. Ich würde auch gern alles auf Vinyl rausbringen,
aber es geht halt einfach nicht. Das ist unrealistisch. Aber Kassette geht halt.
Wie kam es zu Zygl Records? Wie ist das entstanden?
Also ich war immer schon so im Freundeskreis der Typ, der die Musik so in die Runde gebracht hat,
der allen Leuten irgendwas empfiehlt oder so. Und ich fand den Gedanken schon immer super,
ein eigenes Label zu haben oder zu führen. Gleichzeitig war es aber auch was, was ich
lieber einfach so erzählt habe, als es dann tatsächlich zu machen. Und ich habe das dann
halt mal wieder erzählt. Ich komme eigentlich aus der Werbung. Bei einem Meeting, das klingt
so förmlich. Als ich mit meinen beiden Design-Kumpels zusammensaß, dann sagten die einfach
so, wir können ja ein Logo machen und so ein grafisches Konzept. Und dann habe ich gesagt,
okay, dann muss ich es jetzt auch mal durchziehen. Also das Logo war dann auch in kürzester Zeit da
und so. Und dann dachte ich, jetzt muss ich auch mal ein paar Sachen rausbringen,
weil es wäre irgendwie unhöflich. Und dann lief es eigentlich besser, als ich erwartet habe.
Also zumindest, und damit meine ich kein Minus. Und dann dachte ich, dann kann ich ja einfach
weitermachen. Und so ist es. Das ist die spannende Geschichte, wie das Label entstanden ist. Aber ja,
ich hatte das schon immer so im Kopf, aber halt einfach nicht gemacht.
Und so die Idee zu sagen, ich nehme jetzt ein paar von den Sachen, die ich jetzt veröffentlichen will,
ich mache da ein paar YouTube-Videos raus, weil du hast ja auch einen, doch würde ich mal schon
sagen, relativ erfolgreichen YouTube-Kanal. Ach, ich habe es schon ewig nicht mehr bedient,
tatsächlich. Aber die YouTube-Sachen sind für mich persönlich, also ich rede jetzt nur von mir,
nicht von den, zum Beispiel der Heinbach hat ja einen super erfolgreichen Kanal. Mein YouTube
ist so eine Art Resteverwertung. Also ich habe, der Großteil meiner Musik, den nehme ich in einem
Take, also nicht beim ersten Take, aber in einem Take auf, also kein Multitracking. Und dementsprechend
ist jeder Track ein bisschen auch wie eine Live-Performance, was dazu führt, dass ich auch
eine Kamera in der Nähe platzieren kann und halt mitfilme. Und es ist dann tatsächlich die Album-
Version sozusagen. Irgendwann habe ich aber dann doch ein bisschen aufgehört, das zu machen,
einfach weil ich keine Lust hatte. Aber es war einfach ein angenehmer Nebeneffekt, dass das
möglich war. Und dann habe ich es einfach gemacht. Also bei mir persönlich steckt hinter YouTube
kein besonders ausgeklügeltes Marketingkonzept, sondern es ist einfach, die Videos, es war
möglich, also habe ich einfach auf Aufnahme gedrückt. Also die ersten Videos, die dir auf
deinem Kanal Jogging House gepostet hat, das war vor zwölf Jahren? Ach ja, das war noch lange vor
Seil, das war noch mit Beats. Genau. Und dann so mit Seil, da ging es dann, glaube ich, los,
wahrscheinlich so vor sechs Jahren. Ja, sieben jetzt schon fast. Sieben jetzt fast schon,
genau. Die ersten Videos. Vor zwei Monaten hast du was gepostet. Toll, aber das ist aber sozusagen
Werbung. Das ist für eins meiner Soundpacks ein Demo-Video. Genau, das ist eine wunderbare
Überleitung, weil du bist ja dann neben dem Ganzen, was du sonst so machst, bist du halt
auch Sounddesigner. Genau. Du hast zum Beispiel für Elektronen, für den Digitone ein Soundpack
gemacht. Ja, unter anderem. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit? Ich weiß, dass du sehr gerne mit
Elektronengeräten arbeitest. Das glaube ich auch. Also zumindest die Digi-Serie hast du,
glaube ich. Ja. Zyn-Takt hast du, glaube ich, auch. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Hast du dir gedacht, jetzt mache ich ein Soundpack für Elektron und das biete ich denen dann an und
dann reißen sie mir das aus den Händen? Oder wie kam es dazu? Genau, ich kenne die, Elektron ist
die, ich bin jetzt eigentlich nicht so firmennah, aber Elektron war schon immer irgendwie ein
Unternehmen, was mich so ein bisschen, mich kannte und auch im weitesten Sinne gefördert,
und damit meine ich aber im Sinne von Teilen meiner Musik, nicht finanziell, aber trotzdem
ein Unternehmen, dem ich irgendwie aufgefallen bin. Ich kannte diesen beiden jetzt nicht mehr
da, aber den Thomas und den Cenk schon super lange. Er ist jetzt schon, glaube ich, 12 oder 13 Jahre,
einfach so. Also der war der Cenk noch gar nicht bei Elektron. Ich mag die beiden und irgendwie
sind wir einfach in Kontakt geblieben. Ich glaube damals, als ich ursprünglich den Kontakt mit denen
geknüpft habe, war die Octatrack halbwegs neu, da habe ich viel mit dem Ding gemacht,
und Digitakt auch, und dann kam der Digitone raus. Ich weiß gar nicht, ob mein Soundpack das erste
war. Ich will es jetzt nicht falsch sagen, vielleicht ist es auch nicht so. Einer von
beiden hat einfach gefragt, ob ich eins machen will, weil die wussten, dass ich so ganz gerne
auch mal einfach nur Töne mache. Ich weiß jetzt gar nicht mehr genau, wie der Dialog genau lief,
aber das ging jetzt nicht. Vielleicht habe ich auch gesagt, ich habe denen auch geschrieben,
dass ich das Ding haben will. Und dann haben sie gesagt, du musst aber Töne für machen. Das kann
auch sein. Also eins von beiden. Wir haben einfach gesprochen und irgendwie war klar,
dass dieses Gerät mal hier landen soll. Und ich habe auch für den Analog vor, es gibt kein Soundpack,
da bin ich in irgendeinem Teil eines Pakets, auch bei dem Octatrack im K2, meine Sachen sind
auf verschiedenen, in dem Syntakt habe ich auch eins. Das Syntakt ist das letzte, was ich für
Elektron gemacht habe. Auch ein eigenes Soundpack? Auch ein eigenes Soundpack, das heißt Softspoken.
Ah, okay. Gibt es da auch ein Video zu? Da gibt es, da habe ich doch aufgenommen,
da gibt es so kurze, so ein Demo-Video, wo ich mal ein paar Patches für ein paar Sekunden jeweils
anspiele. Ja, genau. Softspoken Soundpack-Demo. Sehr schön. Hat auch glatt 8371 Aufrufe bisher,
wenn man dem YouTube-Algorithmus vertrauen kann. Nee. Doch. Also fast 10.000 Aufrufe. Wenn jeder
Klick ein Kauf ist, dann hat sich das schon gelohnt für Elektron. Ja, für Elektron,
nicht für mich. Nein, nein, nein. Darüber reden wir jetzt nicht, was du da für interne Vereinbarung
mit Elektron hast. Das geht uns nichts an. Ja. Aber ich verkaufe auch meinen eigenen Umhalt hier
schon mal. Wenn wir schon beim Thema sind, ja dann. Ja, erzähl mal. Was hast du denn noch?
Ich habe letzten Sommer angefangen, also ich habe halt immer mal für Firmen was gemacht,
auch für Innovation und so, und wurde auch immer mal angefragt. Es dauert sehr lange,
ein Soundpack. Zumindest für mich dauert es sehr lange. Ich weiß, manche Leute können das vielleicht
schnell, aber ich halt nicht. Und dementsprechend, manchmal lohnt es sich einfach nicht. Auch wenn
sozusagen die Anfrage sehr schmeichelnd ist. Ich bedenke, dass ich dann irgendwie vier Wochen
jeden Tag daran arbeite und der Stundenlohn dann so im Cent-Bereich ist, dann war das einfach
nicht mehr so, in manchen Fällen nicht mehr so realistisch. Und ich mache das aber einfach
gerne. Ich mache gerne Sounds und dachte, dann kann ich ja mal vielleicht selbst versuchen,
was rauszubringen. Und habe sozusagen für Ableton, also nicht die Firma Ableton,
sondern für Live, also die Plattform, zwei Soundpacks gemacht. Das eine ist samplebasiert,
da kann man die Samples, wenn man kein Ableton-Nutzer ist, auch die Samples im normalen Sampler
verwenden. Oder aber in von mir zusammengebauten Presets, Instrument Racks, wie sich das in Ableton
nennt. Ableton Live, in Live müsste man eigentlich sagen, nicht in Ableton, wie sich das in Live
nennt. Und das heißt Sonic Bads Volume 1. Und dann habe ich später, Ende letzten Jahres,
nochmal eins rausgebracht, das auf dem Drift Software Synthesizer von Ableton.
Das ist der neue, ne?
Genau, das ist der neue. Und also den habe ich rausgesucht, weil der in allen Versionen von
Live drin ist, also Intro, Normal und so weiter. Und ja, dieses Pack kann man nur als Ableton-Nutzer
nutzen. Aber ja, die beiden habe ich fertig gemacht. Und das bis jetzt, das läuft sehr gut
eigentlich. Also überraschend gut, muss ich sagen. Und ich habe dann, also es ist kein,
das erste Mal auch, dass ich ein Paket für Software gemacht habe, nicht für Hardware,
also keine Presets für irgendwelche existierenden Geräte. Aber der Grund war einfach, weil Ableton
natürlich sehr verbreitet ist. Und ich dachte, so kann ich möglichst viele Leute erreichen.
Und ja, so war das.
Und du hast natürlich, wenn du selber so ein Soundpack sozusagen auf eigene Verantwortung
ausbringst, bist du natürlich auch ein bisschen unabhängiger. Du musst dann nicht irgendwelche
Wünsche von irgendwelchen Herstellern erfüllen.
Ja, gut, die Wünsche, die die Hersteller mir geben, muss ich fairerweise sagen, sind sehr,
außer bitte mach's.
Mach mal einfach.
Ja, sind die Wünsche meistens wirklich sehr human. Aber nee, ich mag gerne meine eigenen
Sachen machen. Unabhängig jetzt, also grundsätzlich. Und ich baue auch gerne mal so eine Marke
auf oder sowas. Und deswegen war das für mich relativ naheliegend mit dem, das für
mich einen eigenen Kanal sozusagen auf der Gumroad-Seite zu erschaffen. Im Moment sind
halt nur zwei Pakete drin. Das ist einer meiner guten Vorsätze für dieses Jahr, dass da noch
ein paar dazukommen, dass die nicht so einsam aussehen, die Webseite. Aber ja, also finde
ich unheimlich spannend. Das ist eines meiner Lieblingsprojekte zurzeit.
Wenn man sich so deine Videos anschaut, was übrigens, finde ich, auch immer schön anzuschauen
sind, also das Auge etwas fürs Auge. Du hast natürlich auch neben den Elektronengeräten
hast du auch die, wie heißen sie, die mit dem Holz?
Siat Lombarde.
Ja, genau. Du hast viel Siat Lombarde im Einsatz und du hast aber auch ein relativ, ja, was
heißt relativ? Du hast halt ein Eurorack Modularsystem. Das wäre doch eine gute Grundlage,
um vielleicht daraus nochmal so ein Soundpack zu machen, so ein Sample-basiertes.
Meine, diese Sonic-Bads, fast alle Sounds sind aus dem Modular. Also ich bin aus irgendeinem
Grund, wenn ich Soundpacks mache, sind die meistens aus analoger, Sample-basierter meine
ich natürlich, sind die aus analoger Quelle. Und einfach, weil es gibt keinen speziellen
Grund, außer dass es mir mehr Freude macht. Aber unter meinem Modular-Case ist da irgendwie
für mich immer die erste Station. Es ist sehr haptisch und so kann ich einfach, ich
lasse dann quasi die Bandmaschine oder den Computer einfach mitlaufen, patch Sounds zusammen
und am Ende schneide ich raus, was was werden könnte, sozusagen. Aber ja, also wenn ich,
auch wenn ich das nächste mache, wird die Wahrscheinlichkeit, die Wahrscheinlichkeit
ist sehr groß, dass das wieder stark zum Einsatz kommt.
Wie kommst du auf deine Ideen? Probierst du einfach so lange, bis du sagst, das hört
sich gut an, oder musst du vorher, der Stimming hat das mal irgendwann mal erzählt in einem
Interview, dass er erstmal eine kifft und dann in der Stimmung ist, um Musik zu machen.
Wie ist das bei dir, wie kommt es dazu? Wie kommt es zu deiner Musik, wie kommt es zu
den Sounds?
Ich mache die einfach. Also ich komme aus der Werbung, ich bin es gewohnt, unter Zeitdruck
kreativen Output zu liefern. Das mache ich jetzt zwar schon eine Weile nicht mehr, aber
trotzdem ist das, ich habe das halt gelernt und ich setze mich dann hin und sage, ich
mache jetzt ein Album und dann mache ich ein Album. Das ist so das Geheimnis.
Ist es das, du hast auf deinem YouTube-Kanal, hast du dich selber beschrieben als Naiv-Synthesist?
Ja.
Ist es das, dass du einfach da ganz unbefangen und quasi wie so ein Kind ganz unschuldig
rangehst und sagst, ich mache jetzt einfach und ich mache so, wie ich will?
Genau, so ist das. Also ich bin Autodidakt, ich habe keinerlei, also wirklich gar keinen
musikalischen Background. Ich habe nie in einer Band gespielt, ich kann keine normalen
Instrumente spielen, ich kann keine Noten lesen, nichts dergleichen. Ich probiere einfach
rum. Ich weiß natürlich schon, wie die Sachen funktionieren, irgendwann schnallt man es
ja dann. Aber ich versuche, so gut es geht, mir diesen, ja spielerisch ist vielleicht
ein bisschen übertrieben, aber trotzdem sagen wir mal jetzt so für das Gespräch, den spielerischen
Einsatz mir so gut es geht zu bewahren. Mein Ziel ist einfach nur, Freude zu haben für
so eine lange Zeit, wie das halt läuft und ich möchte das möglichst ausreizen. Deswegen
mache ich die Sachen, die ich mache. Das ist simpel, aber zumindest für mich funktioniert
es.
Ich finde, das hört man auch.
Ja, stimmt.
Ich habe zum Beispiel dein Album "Wood". Das höre ich dann gelegentlich mal, wenn
ich einen Spaziergang mache, hier durch die Stadt, setze ich mir die Kopfhörer auf und
dann starte ich das Album und dann kann ich quasi zwar meine Umgebung sehen, aber ich
lausche dann einfach diesen melodiösen, sanften Klang, die da komponiert worden sind.
Ich überlege gerade, in welche Richtung ich das Gespräch jetzt lenke, ob ich das eher
technisch mache oder auf eine andere Ebene lenke.
Was die Hörer tendenziell interessieren könnte.
Ja, die interessieren, glaube ich, alles.
Das ist doch schön.
Ja, hoffe ich zumindest. Ich gehe eher in die Richtung, was mich interessieren könnte
oder was vielleicht meine beiden Mitmoderatoren interessieren könnte.
Habt ihr noch Fragen? Fällt euch da irgendwas ein, was ihr gerne wissen möchtet?
Ich denke nur gerade über diesen spielerischen Ansatz nach, wenn ich überlege, andere Leute,
die wir zu Gast starten, so wie den Martin, der da zwei abgeschlossene Musikstudien hat.
Martin Stürzer, ja.
Und da wirklich auch akademisch dran geht.
Und dann halt so wie jetzt, so total so, ich mache das mal so, so ganz so, wie es mir gefällt.
Aber es klingt immer nach Jogginghaus, das möchte ich nochmal betonen.
Also wenn du dir seine Sachen anhörst, ich weiß nicht, ob du da vorher reingehört hast,
Sascha?
Ja klar, da habe ich reingehört, habe ich, ja.
Und es klingt auf jeden Fall, genau wie bei Martin, auf jeden Fall immer nach Boris.
Boris hat einen Fingerabdruck.
Ja, das ist mein, also nicht nur, ich denke das gilt für jeden Künstler sozusagen, der
Geschmack, also wenn man Musik macht, trifft man ja quasi pro Stück, was weiß ich, 1000
Entscheidungen, ganz kleine.
Also mache ich den Filter weiter auf oder mache ich den Filter weiter zu, mal jetzt
so ganz technisch gesprochen.
Und das ausschlaggebende Kriterium für jede dieser kleinen Entscheidungen ist ja einfach
nur mein Geschmack, was fühle ich gerade besser.
Mag ich meinen Bass gern wärmer oder mag ich den lieber ein bisschen knallender, meistens
wärmer.
Aber dementsprechend kann ich ja gar nicht anders als ich selbst sein.
Also denke ich, hört man am Ende, auch wenn die, ich hoffe, dass die Alben schon sich,
dass die eine eigene Identität zueinander haben, möchte ich aber natürlich schon,
dass die nach mir klingen und nicht nach irgendjemandem.
Aber das Beeinfluss, also ich denke nicht darüber nach, während ich einen Track mache,
halte ich jetzt nicht inne irgendwie in der Mitte und sage, ist das jetzt ein Jogging
Posttrack oder was weiß ich, am Ende, das ist halt einer.
Aber aus irgendeinem Grund, die Sachen fügen sich, nicht aus irgendeinem Grund, aber einfach,
weil ich denke mal eher so instinktgetrieben vorgehe, sind halt die Sachen, ich mag die
Stücke und ich mag die einzelnen Sounds in den Stücken.
Und es gibt eine gewisse Klankenpalette, die ich nicht mag und es gibt eine, die ich mag
und dann entscheide ich mich halt dann schon für die, die mir gefällt und dementsprechend
fügt sich das dann wahrscheinlich im Großen und Ganzen irgendwie zu einem Werk zusammen.
Aber ich denke, es ist einfach nur eine Summe vieler kleiner geschmacklicher Entscheidungen.
Und jeder hat einen anderen Geschmack und dementsprechend klingt es immer nach der Person.
Zumindest sagen wir mal, ab einer gewissen Erfahrung wahrscheinlich, wenn man jetzt gar
nicht weiß, wie irgendwas funktioniert, dann klingt es erstmal wie das Gerät.
Ja, das finde ich eine sehr schöne Beschreibung, wenn man darüber nachdenkt.
Das stimmt.
Und das macht eigentlich jeder Künstler.
Jeder, der irgendwie…
Egal, ob ich jetzt Musik mache oder auch malen.
Ja, natürlich.
Also auch wenn ich koche.
Ja, genau.
Richtig.
Nehme ich jetzt eine Prise Salz mehr oder eine Prise Salz weniger?
Aber trotzdem hat jeder seine eigene Handschrift.
Ja, ganz genau.
Mache ich kleine Würfel oder große Würfel?
Sascha ist Koch.
Du bist Koch, Sascha.
Nein, ich bin nicht Koch.
Ich bin Hobbyist.
Hobby.
Auch als Hobbyist-Koch ist man Koch.
Weil am Ende kommt ja was raus, was du essen kannst und dir dann hoffentlich auch gut schmeckt.
Ja, sagen wir mal so zu 99 Prozent.
Das ist doch ganz okay.
Ich überlege gerade.
Lass uns noch mal ein bisschen auf die Technik eingehen.
Beziehungsweise noch mal ein Schritt zurück und noch mal vorher die Frage.
Du machst ja sehr viel sozusagen in the house.
Also die Videos, ist klar.
Und auch wenn man so ein Album produziert, macht man das halt wahrscheinlich viel dann
in seinem Studio, Homestudio, wo auch immer.
Bist du auch, siehst du dich auch als Live-Künstler?
Bist du auch jemand, der sich mit anderen Leuten trifft und sagst du hier, komm, jetzt
machen wir hier mal eine Jam-Session?
Wir hatten zum Beispiel mal den Florian Anwander da.
Der trifft sich halt regelmäßig mit einer Gruppe von Leuten und die machen dann halt
Live-Musik zusammen, elektronische Live-Musik.
Wie ist das bei dir?
Ne, also ich bin Live-Musiker im Sinne von, dass ich live auftrete, ja, aber alleine,
also halt eine Show oder ein Set, sagt man, glaube ich.
Aber jetzt so im Sinne von kollaborieren oder Band-artige Konstrukte, ne, das ist nicht,
ich komme da nicht her.
Ich fühle mich da auch unwohl.
Und ich habe ein Kollaborationsalbum mit dem Benoit Piollat, der in New York sitzt,
haben wir das sowieso nicht in einem Raum gemacht, sondern halt Dateien hin und hergeschickt.
Das war auch ein wirklich schöner Prozess, aber das war trotzdem quasi wie zwei Solo-Projekte,
die dann halt zusammengeführt werden sozusagen oder beziehungsweise die schrittweise sich
ergänzen, ist besser formuliert.
Aber jetzt so mit anderen Leuten live im Raum, ich möchte da gar nicht beobachtet werden
und ich möchte aber auch eigentlich nicht sprechen.
Also ich beantworte jetzt natürlich gerne eure Fragen und bin auch hoffentlich wirklich
auch halbwegs wach, aber ich bin jetzt eigentlich nicht so der Typ, der redet, wenn er nicht
muss.
Ich möchte eigentlich nur in meinem Kopf sein und möglichst gar nichts von der Außenwelt
mitkriegen.
Und wegen deines Berufs.
Also mittlerweile ist das tatsächlich mein Beruf, aber mein Werdegang ist vorher.
Aber ja, ich bin ein bisschen ein Eigenbrötler, ich mag da nicht noch jemand anderen dabei
haben und ich mag gerne Sachen halt, wie ich sie mache.
Ich habe da gar nicht so ein großes Interesse an anderen Meinungen.
Die sind alle okay.
Jeder hat ja eine, aber ich muss die gar nicht so zwingend hören.
Ich kenne das, ich kenne das.
Also dementsprechend, ich weiß auch gar nicht so richtig, es fällt mir schwer, überhaupt
eine Sprache zu finden.
Wenn jemand mehr Musiktheorie und so weiter beherrscht, dann kann man halt sagen, ich sage
jetzt einfach irgendwas, was ich wohl nicht rede, aber wir machen jetzt hier irgendwas
mit Moll, D und dann sagen die anderen, ja klar, gut, dann spiele ich das Instrument
jetzt so und so und dann passt das irgendwie alles zusammen.
Das ist auch schön, aber ich weiß da gar nicht, was die genau von mir wollen.
Also das heißt, um die Frage nochmal anders zu formulieren, du bist kein Live-Act?
Doch, alleine.
Ah, okay, das hat er ja gesagt, dass er alleine macht.
Das hat mich missverstanden.
Aber da steht keine, da musizieren in dem Moment keine anderen Leute, nur ich.
Es kann halt sein, also wie viele Sachen in der Welt sind ja quasi mehrere Auftritte an
einem Tag, davor, danach kommt dann noch jemand, ist dann der Heinbach noch oder so, bei der
tritt er auch alleine auf und ich vorher auch alleine.
Das mache ich auch ganz gern, aber nicht super viel, das ist mehr so ein Nebending, ist jetzt
nicht mein Hauptaugenmerk.
Wie bereitest du dich vor?
Bist du jemand, der da viel übt oder ist das eher so improvisiert?
Ein bisschen übe ich schon.
Ich mag es gerne, dass es halb improvisiert, halb vorgefertigt ist, falsche Worte, also
ich performe gerne quasi Varianten von meinen Tracks.
Ich persönlich, wenn ich auf Konzerte oder Shows gehe, ich mag gerne, als Zuhörer, Publikum,
ich mag den Moment, wenn ich einen Track wiedererkenne.
Wenn ich jetzt irgendeinen Künstler wirklich gerne mag und die Band oder was auch immer
spielt dann halt das Stück und es geht los und ich denke, ah cool, vom ersten Album oder
so und ich finde es immer einen schönen Moment.
Ich kann jetzt nicht immer mutmaßen, dass alle Leute, die auf einer Show von mir sind,
auch alles kennen oder überhaupt irgendwas kennen, aber rein theoretisch kann es ja so
sein und ich finde es schön, quasi einen Wiedererkennungswert in den Stücken zu haben.
Also sind das meistens quasi, ich habe die Versatzteile oder die wichtigsten Teile, die
ein Stück zu dem Stück machen, aus meiner Sicht.
Also jetzt sagen wir mal einfach gesagt, die Melodie habe ich dann in irgendeiner Form
dabei, aber dann ich baue das vielleicht anders zusammen und ich ergänze auch andere Sounds,
die ich dann tatsächlich live spiele dazu, aber ich orientiere mich sozusagen an den
Grundbestandteilen von den jeweiligen Tracks.
Also es ist halb improvisiert, halb einstudiert oder ich weiß nicht genau, wie man das am
besten formuliert, aber ich denke, man kann sich grob vorstellen, was gemeint ist.
Ich weiß was du meinst.
Also wenn ich früher live gegangen bin, hatte ich ja auch Elemente, die halt wichtig waren
für den Song, bestimmte Samples oder auch Melodien oder ganze Sequenzblöcke und habe
da drumherum halt was Neues geschaffen, aber so, dass der Song immer noch irgendwo erkennbar
war und ich finde es immer ganz schrecklich, wenn du auf ein Konzert oder so weiter gehst
und die Leute spielen quasi die Album-Version, weil dann könnten sie auch einfach ein Band
laufen lassen.
Das macht doch Rolling Stones, die machen das doch.
Die sind 700 Jahre alt.
Also da sind ja andere Kriterien.
Also bitte, jetzt 800 mindestens, gefühlt.
Das macht schon einen komischen Eindruck, wenn da so jemand steht, der 70 ist und singt
"I can get no".
Die sind wirklich, die sind so, dass die, also der eine ist ja, der Charlie Watts, der
ist ja leider schon gestorben, der übrigens ein großartiger Jazzmusiker gewesen ist.
Der hat in einer Jazz-Combo auch noch gespielt.
Ich habe ein Album von ihm, das ich sehr mag.
Ja, aber der Rest der Truppe, ja.
"I can get no".
Also mit 80 spiele ich schon, spiele ich auch einfach, lege ich die Kassette ein.
Bis dahin mache ich halt dieses Mischformat.
Aber wenn du 80 bist, dann ist die Kassette so retro, dass es schon wieder richtig cool
ist.
Zwischendurch war sie schon mal wieder cool.
Ich habe mich da heute mit einer Kollegin darüber unterhalten, mit einer Arbeitskollegin.
Sag ich zu ihr so, ja, ich mache hier Podcasts und so.
Och, wie interessant.
Und ich sage, ja, wir reden so über Musiktechnik und so ein Kram.
Und heute haben wir Boris da, der hat ein Label und der bringt ja auch Sachen auf, Kassette
und so.
Ach, Kassette, ja, das ist wieder ein Revival, ne?
Meine Kollegin ist auch so irgendwie so kurz vor der Rente.
Aber das ist tatsächlich auch so, ich sage mal, bei den Leuten, die halt nicht wie wir
in dieser Nische, in dieser Musiktechnik-Nische drin stecken, auch die haben schon mitbekommen,
dass es da tatsächlich so was Kassetten und so Revival gibt.
Und man kriegt ja sogar wieder Geräte.
Jetzt haben sie den Sony Walkman, da gibt es jetzt irgendwie so einen von irgendeinem
kleinen Hersteller, so einen Nachbau für relativ wenig Geld, ich glaube 150 Euro, kann
man sogar mit diesen orangefarbenen Kopfhörern kaufen.
Cool.
Also da geht einiges.
Da muss ich mal gucken.
Wir sind mal wieder zwei Kassettengeräte abgeschmiert.
Ich brauche mal irgendwas, was die Kassetten tatsächlich dann auch wieder abspielen kann,
die ich verkaufe.
Vielleicht eine gute Investition.
Ich bin eigentlich mit meinen Fragen schon durch.
Sascha, sag mal was.
Was?
Ne.
Ich hänge immer noch an der Stelle, vor allem, weil das auch so ein Kraftwerk-Zitat ist.
Wir können nicht so gut reden, deswegen machen wir Musik.
Ja, das fand ich sehr charmant.
Das stimmt.
Das wusste ich gar nicht.
Doch, das haben sie irgendwann mal in so einem Fernsehinterview gesagt.
Wir können nicht so gut reden, deswegen machen wir Musik.
Ich tue mich auch immer schwer, wenn ich mit anderen Leuten zusammen Musik machen soll,
weil ich einfach keine gemeinsame Sprache finde.
Obwohl ich ein bisschen diese Musiksprache kann, weil ich ein paar Jahre so Musikschule
gehabt habe und so, habe ich so mein eigenes Ding da entwickelt.
Das ist so total dilettantisch, stumpferhaft, rumexperimentieren.
Stell mal dein Licht nicht unter deinen Schuhen.
Wir haben ja deine Sachen gehört.
Das ist alles andere als dilettantisch.
Ja, aber das ist so spielerhaft und so.
So eine Herangehensweise und nicht so fokussiert, so auf Punktgenau.
Ich finde, das macht ja die Leute so charmant, wenn sie dann sagen, ja, ich mache das so
und so.
Ich musste wirklich gerade darüber nachdenken an der Stelle, wo du sagtest, ich rede da
nicht so gerne.
Und da habe ich mich so drin wiedergefunden, weil wenn ich hier sitze oder so, ich vergesse
Raum und Zeit.
Ich glaube, die Wut um mich herum könnte abfackeln und ich würde das erst dann mitkriegen, wenn
ich selber anfange zu fackeln.
Ja, das kann ich so ein bisschen nachvollziehen.
Ich glaube, du, Boris, auch.
Wie hat das mal jemand gesagt?
Man ist in the zone.
Ja, oder in the flow, sagt man ja auch.
Ja, genau, im Fluss sagt man auch.
In der Psychologie ist das halt im Fluss sein.
Und ja.
Ja, das ist auch ein sehr angenehmes Gefühl.
Ne, also ernsthaft.
Ich meine, deswegen.
Das erleben ja auch Zocker, Leute, die das spielen.
Ja, ne, das ist wie doch ein Geist.
Nein, nicht zocken um Geld, sondern Computer zocken und so weiter.
Die erleben das auch in den Flow.
Und das ist ein sehr angenehmes Gefühl.
Ja, ich versuche das so gut es geht quasi zu triggern.
Und man kennt sich ja selbst mit der Zeit dementsprechend.
Du hast am Anfang was gesagt, da möchte ich nochmal drauf einsteigen.
In genau diesem Zusammenhang war es gesagt, du bist es gewohnt, unter Druck kreativ zu sein.
Das kann ich gar nicht.
Das könnte ich zum Beispiel nicht.
Wenn man mir jetzt sagt, hier mal ein Bild mit einem Lächeln ins Gesicht zaubern.
Hä?
Dann meine ich einfach einen Penis auf dem Blatt Papier.
Seht ihr?
Ich muss es nicht mal machen.
Komisch, ich dachte gerade an das gleiche.
Ich nicht.
Doch.
Pipi-Kacka-Humor geht immer.
Ja, ich traue mir das zu.
Aber du sagst ja, du kommst auch aus der Werbung.
Ja, auch das muss man sich zutrauen.
Man könnte es als etwas anstrengendes Arbeitsumfeld beschreiben, denke ich.
Aber ja, ich weiß, dass ich am Ende was haben werde.
Ich kann nicht genau sagen, warum, aber es ist so.
Das gibt mir eine gewisse Ruhe beim Arbeiten oder beim Projekt.
Ich weiß, am Ende, es wird schon klappen.
Am Ende fügt sich es schon irgendwie zusammen.
Nicht, dass es immer klappt, aber ich muss ja so da rangehen.
Wenn ich mich hinsetze und sage, das wird heute auf gar keinen Fall was,
dann wird das Ergebnis wahrscheinlich tatsächlich nichts.
Aber wenn ich denke, das klappt schon, dann klappt es auch meistens schon.
Und wenn man halt natürlich schon mal ein paar Sachen rausgebracht hat,
ich habe durchaus das ein oder andere Album fertig gemacht,
dann weiß ich auch, dass ich mich jetzt sozusagen in dem Moment selbst nicht belüge,
sondern wahrscheinlich ist an dem Gefühl was dran.
Das gibt mir eine gewisse Ruhe und fast schon eine Art Vorfreude
auf den Moment, wenn ich denke, jetzt ist es ein Track.
Also ich meine nicht, wenn es aufgenommen ist,
sondern wenn ich den einen Sound oder was auch immer es ist, habe,
und denke, das ist es jetzt gerade, dann muss ich es dann auch fertig machen.
Das ist das Beste irgendwie.
Ist das so, als ob du quasi, wie soll ich es formulieren,
ist es so, dass du eine Energiequelle anzapfst oder das Universum,
den lieben Gott, was auch immer, und das sozusagen durch dich hindurchfließt?
Nein, keine Kritik an irgendjemand, aber ich bin jetzt nicht so der esoterische Typ.
Auch wenn die Musik so klingt, weiß ich nicht, ich zapfe mich selbst an.
Klingt irgendwie komisch.
Das wäre das ja.
Wenn du sagst, ich zapfe das Universum an,
ich zapfe meine eigene Kreativität an, die vielleicht spirituell ausgedrückt,
die in meinem Über-Ich vorhanden ist, als Energie.
Ja, und da müssen wir natürlich nochmal definieren,
was Kreativität eigentlich bedeutet.
Wo kommt das her?
Das ist ja nichts, was man irgendwie üben oder lernen kann.
Sondern das ist entweder man ist kreativ oder man ist es nicht.
Das kann man definitiv trainieren.
Niemand, den man als allgemein hin als kreativ bezeichnen würde,
würde sich, glaube ich, selbst als kreativ beschreiben.
Es ist wie Ideen finden oder ins Spezielle.
Das ist meistens ja, das ist alles, das meiste ist Handwerk.
Eine Idee haben ist eigentlich nicht so schwer.
Wenn man weiß, wie das Handwerk läuft,
seinen eigenen Workflow, der ist für jeden Individueller,
wenn man erstmal grob einen gefunden hat,
auch wenn der immer mal ein bisschen anders sein kann oder gerne auch sein sollte.
Aber wenn man weiß, wie man gewisse Ziele erreicht,
auch wieder egal, ob es jetzt kochen oder Musik machen oder fotografieren
oder was auch immer ist, dann kann man das sozusagen üben,
in den richtigen Wegen zu denken oder bei Musik machen,
auf die richtigen Details zu hören, damit man quasi die guten Ergebnisse,
die interessanten – ich rede gerne von Sounds,
weil es im Ambient-Bereich viel so Textur basiert,
es ist nicht immer gleich eine Melodie oder wie auch immer.
Manchmal ist es einfach ein Klang und ich denke, der hat was.
Aber man kann mit ein bisschen Übung einfach lernen,
die interessanten Klänge von den nicht so zielführenden zu unterscheiden.
Und so funktioniert es auch mit, denke ich, mit jeder Art von Kreativität,
wenn man weiß, wie irgendwas funktioniert
und wenn man sich wirklich damit beschäftigt, lange genug,
dann setzt das Gehirn den Rest einfach so zusammen, das macht es dann schon.
Man muss dann einfach nur an die – einfach gesagt an sich selbst glauben,
aber sozusagen der Gewissheit sein, dass man genug geübt hat, um was zu können.
Also ich habe schon ein paar Instrumente, aber auch jetzt nicht unendlich viele
und die, die ich wirklich gerne benutze, die kenne ich richtig gut.
Das ist auch, wenn ich jetzt zum Beispiel ein Soundpack für den Digitone mache,
ich kenne das Gerät, ich weiß nahezu alle Einstellungen,
weiß ich ungefähr, wie die klingen und umso mehr ich mit irgendwas vertraut bin,
umso leichter fällt es mir, damit auch ein Ergebnis zu provozieren, sozusagen.
Du hast vorhin erzählt, dass du so tausend kleine Entscheidungen triffst.
Gehört dazu auch, zusammen mit der Kreativität,
dass man sich selber bzw. das, was man dort tut,
in jedem Moment auch reflektiert und sich quasi auch selber zuhört?
Also nicht in jedem Moment, sonst kommt man zu nix, aber schon immer mal, klar, auf jeden Fall.
Also ich finde, gerade so im elektronischen Bereich ist ja das einer der vielen Vorteile,
dass vieles dann, wenn man es erstmal sozusagen eingespielt, einprogrammiert, eingeirgend was hat,
dann läuft es ja. Also der Sequencer läuft und die Loops loopen.
Und so, man kann dann ja quasi relativ einfach sich mal zurücklehnen und zuhören,
ohne dass man jetzt, ich sag jetzt mal, das Klavier weiter per Hand spielen muss,
damit Geräusche rauskommen.
Und ja, also ich höre bestimmt so viel, wahrscheinlich sogar mehr zu,
als ich tatsächlich bediene.
Das ist wichtig. Ich mache meine Musik auf Kopfhörern,
aber ich lege sehr oft die Kopfhörer ab und gehe mal raus und gehe wieder rein,
um die Ohren auch zu lüften oder zu entwöhnen.
Wenn man zu lange das Gleiche hört, gewöhnt man sich ja auch teilweise an schrille Töne
und dann denkt man am nächsten Tag, oh, das war ein bisschen krass jetzt gerade irgendwie.
Aber ja, und dann muss ich einfach zuhören und denken, ist das gerade, ist das gut?
Ist dieser eine Loop, der irgendwie so dominant ist, ist der wirklich so interessant
oder ist der eigentlich nur langweilig und ich habe mich daran gewöhnt?
Und wenn er gut ist, bleibt er, wenn nicht, muss ich halt noch mal einen Schritt zurückgehen.
Aber ja, schon hinterfragen halte ich für super wichtig.
Man darf sich aber nicht alles kaputt reden.
Nicht so überkritisch, ne?
Nee, es geht weniger um Kritik, als einfach um so eine Art von Testen,
ob es wirklich, also für mich ist es oft, ob meine Ohren, ob ich es angenehm finde,
im wahrsten Sinne des Wortes angenehm.
Also manche Sachen sind irgendwie anstrengend, akustisch für mich.
Aber wenn die Ohren sich zu sehr daran gewöhnen, merke ich es halt nicht.
Da muss ich manchmal überlegen, ist das gerade, kann ich das jetzt zehn Minuten lang,
wenn ich eine lange Version draus mache, vielleicht ist es aber nur zwei Minuten,
aber könnte ich das jetzt so und so lang hören oder nervt es mich?
Und wenn es nervt, dann ist es wahrscheinlich, dann ist es noch nicht so weit.
Da muss ich nochmal irgendwie nachbessern.
Das kann ich alles so gut nachvollziehen.
Es ist oft so, dass ich am nächsten Tag drüber geschlafen habe,
so die Ohren haben sich ausgeruht und wenn ich es dann höre und denke ich mir so, nee.
Was ist denn das für ein Mist?
Was ist das denn für ein Mist, ja.
Ja, das kann ich alles sehr gut nachvollziehen, das geht mir genauso.
Das ist so ähnlich, ja. Das ist, glaube ich, ein Prozess,
dem, glaube ich, jeder, der Musik macht, irgendwie sich,
ich will nicht sagen unterwirft, sondern erfolgt.
Ja, deswegen versuche ich das möglichst früh,
einfach den Raum zu verlassen, damit ich nicht bis zum nächsten Tag warten muss,
ob es geklappt hat quasi.
Ja, auch dann diese Sachen wie halt mit voller Körner hören, ne?
Also beim Abhören oder so, voller Lautstärke, bam rein.
Das ist so blödsinnig, weil die Ohren, die werden irgendwann mal,
sag ich mal, so unempfindlich, so taub.
Du bist dann nicht mal in der Lage, so Kleinigkeiten rauszuhören.
Ja, also ich mache meine Musik relativ leise.
Ich habe ziemlich empfindliche Ohren.
Also, ja, das ist schwer zu sagen mit Kopfhörern,
aber maximal Zimmerlautstärke.
Maximal, ja.
Ich versuche lieber mich richtig stark,
deswegen merke ich dann auch die Umwelt nicht so,
und ich mag auch nicht, wenn jemand in meiner Nähe ist,
dann kann ich das nicht so gut,
aber ich möchte mich richtig stark darauf konzentrieren,
quasi schon fast körperlos in gewisser Weise.
Ja, was macht denn Boris, wenn er nicht für seine Records irgendwas macht
oder auf YouTube ein Video hochlädt oder an einem Synthesizer schraubt,
um ein Soundpack herzustellen?
Was macht Boris zur Entspannung?
Also, wir haben seit letzter Woche zwei kleine Kätzchen adoptiert.
Das ist mehr so eine Art Tornado-Moment als Entspannung,
aber ich hoffe, dass es irgendwann in Entspannung umschlägt.
Das entspannt nicht um, da schlägt um in der Entspannung, ja.
Ansonsten verbringe ich viel Zeit mit meiner Freundin.
Ich gucke unheimlich gern Filme.
Ich rede auch extrem gerne über Filme.
Da sind für mich viele Gespräche, eigentlich.
Und ich spiele Nintendo.
Ja, ich auch.
Wenn ihr mir auf Instagram, ich mache schon sehr gerne Fotos.
Ich fotografiere vor allem gern Bäume.
Das ist eine große Leidenschaft von mir.
Sonne, die auf Bäume fällt, das ist gut.
Wandern gehört dazu, damit man zu den Bäumen hinkommt.
Ansonsten ruhige Sachen.
Ich esse gern und habe einen ruhigen, gemütlichen Abend.
Ich weiß nicht, aber das sind so meine Hauptleidenschaften.
Ich gehe nicht falsch im Springen.
Was ist dein letztes Nintendo-Spiel gewesen, was du gespielt hast?
Ich habe "Dave the Diver" gespielt.
Ich habe es aber noch nicht ganz durch.
Ah, okay. Ich habe die Demo davon auf der Switch schon rumliegen.
Das ist schon ganz cool.
Anzuspielen.
Auch gute Musik, tatsächlich.
Ich bin auch total retro.
Ich habe nur eine Super Nintendo.
Das habe ich auch, das habe ich sehr gerne gespielt.
Die Dinger sind unkörperbar.
Laufen die noch an den modernen HD-TVs?
Ja, sieht nur scheiße aus. Zu clean.
Es gibt tatsächlich Adapter, die man in einem HDMI-Port stecken kann,
die diese Zeilen und das Gepflicker und diese Umschärfe simulieren,
damit du dann halt ein "look and feel" hast.
Wahnsinn, was es alles gibt.
Es erinnert mich an den "Chase Bliss" Lossie mit den digitalen Artefakten.
Aber für diesen Zweck habe ich noch tatsächlich einen kleinen Röhrenfernseher.
Wenn ich das richtige Retro-Feeling brauche, dann mache ich einen Röhrenfernseher dran.
Dann kann man auf Star Trek gucken und so.
Genau. PNG auf dem Röhrenfernseher, damit die Uniformen besser aussehen.
Und die Effekte.
Was war denn dein letzter Film, den du gesehen hast, Boris?
Der letzte Film? Ich muss mir das ganz kurz überlegen.
Wahrscheinlich irgendwas Blödes. Ich gucke auch gerne mal einen schlechten Film.
Lass mich raten. "Sharknado".
Ich musste auch gerade dran denken.
"Sharknado" habe ich alle gesehen, natürlich.
Nein, wirklich?
Zum Teil mehrfach. Aber das ist nicht der letzte.
Wahrscheinlich der letzte Film, den ich nicht kannte.
Ich gucke auch gerne Filme mehrfach.
Der letzte Film, den ich nicht kannte, kann sein, dass es sogar "Fast & Furious 10" war.
Jetzt habe ich nur "Sharknado" und "Disc" genannt. Das ist ein bisschen bitter.
Aber so ist es gar nicht. Ich gucke auch gute Sachen.
Es hat welche Superproduktionen, ganz deepe Sachen.
Wenn du so auf trashige D-Movies stehst, da hätte ich einen, ich weiß nicht, ob das ein Geheimtipp ist,
aber da hätte ich einen vielleicht einen Filmtipp. "Octolus".
Ja, kenne ich.
Den kennst du?
Ja.
Der ist so gut.
Aber bei "Schlefer" ist es auch manchmal früher.
Da fahren Sie, Sascha, musst du dir vorstellen, da fahren Sie mit Jetskis durch ein Kreuzfahrtschiff.
Ja, schön.
Sehr geil. Und versuchen halt einem riesigen Oktopus-Monster auszuweichen,
was das Schiff wie eine Konserven-Dose aufknacken will.
Sehr witzig gemacht, das Ganze.
Ich mag gute Sachen, aber ich mag auch, oder mich mag es nicht,
aber manchmal gucke ich auch einen Film, um mich darüber zu ärgern.
Das kann ich nicht richtig erklären, aber ich mache es.
Aber ich filme Filme und Serien.
Aber du bist jetzt kein, niemand der hier so, ich sag mal,
wie heißen die, ich weiß gar nicht mehr, wie die heißen,
die normalen Fernsehsender gucken hier so RTL, Sack 1?
Ne, da habe ich überhaupt kein Interesse dran.
Das ist komisch, ich treffe immer mal Leute, die mir erzählen,
so, nee, nee, normales Fernsehen gucke ich nicht mehr.
Ich habe hier nur noch Streaming-Kanäle.
Ich denke so, irgendwas hat da stattgefunden, dass die Leute so wenig gucken.
Das Einzige, was ich tatsächlich in linearem Fernsehen gucke,
das ist Nachrichten.
Dass ich den Nachrichtensender hier so anmache,
dann gucke ich so eine Viertelstunde und dann mache ich die Kiste aus und gut ist.
Da muss ich ja zu einer bestimmten Uhrzeit den Fernseher anmachen.
Nein, es gibt doch Nachrichtensender.
Es gibt doch Nachrichtensender, da laufen 24 Stunden Nachrichten.
Ich bin tatsächlich schon seit, meine Eltern damals,
wir sind glaube ich seit '94 Premiere-Kunden für Sky und so.
Und dementsprechend bin ich schon als Teenager aus dem linearen Fernsehen ausgestiegen
und auch nie so dürflich zurückgekommen.
Ich gucke Filme und Serien einfach, wie sie sind, sozusagen.
Ich mag auch nicht die deutschen Übersetzungen und so, das macht mich nervös.
Ich mag alle Filme.
Ich interessiere mich auch für, wie die einfach aussehen.
Ich gucke die aus verschiedenen Gründen.
Ich kann auch einen blöden Film mit einem guten Look, was abgeflogen wurde.
Mit der tollen Ästhetik. 300.
Nee, das ist eine fürchterliche Ästhetik. Schrecklich.
Ja, das gibt es da ja auch nicht.
Ihr habt ja noch nicht die spezielle Version von 300 gesehen.
Du meinst den zweiten Teil?
FSK 8 Version.
Also Zack Snyder ist der mit der schlimmste Regisseur auf der Welt.
Ja.
Ich will es auch gar nicht so derailen, aber ich kann gut über sowas reden.
Das finde ich schon super.
Da muss ich jetzt mal einen auspacken.
Ich habe mir letzte Woche, vorletzte Woche, ich weiß nicht mehr,
habe ich mir tatsächlich nochmal von Disney Plus,
ich habe mir tatsächlich nochmal Star Wars Endor, die Serie, angeschaut.
Das sind irgendwie, ich glaube sieben oder acht Folgen.
Und die sind so gut gemacht, sowohl designtechnisch,
als auch so von der Atmosphäre und soundtechnisch und so weiter.
Und auch storytechnisch so gut gemacht, da können eigentlich alle anderen Star Wars Filme,
kannst du eigentlich dann in eine Tonne packen.
Also wer Star Wars Endor nicht gesehen hat, guckt es euch an.
Ich fand es großartig.
Ich muss gestehen, dass ich nach der dritten Folge abgebrochen habe.
Warum? Das ist die beste Serie, die je produziert war.
Ich bin aber auch nicht so der Star Wars Fan.
Mir ist egal, wer der Vater von wem ist, im Weltall.
Die sind alle verwandt.
Ich kann nur einen geben.
Eilender!
Eilender ist auch weird.
Da gibt es ja auch fünf Millionen Teile, glaube ich.
Drei.
Drei.
Ich glaube alle mit Christopher Lambert.
Ich finde das Interessanteste an Eilender ist, dass Sean Connery,
Eilender ist ja schottisch, dass Sean Connery keinen Schotten spielt.
Ja, das hätte ich auch gewundert.
Wieso spielt er keinen Schotten?
Das ist so seltsam, finde ich. Das kann ich eigentlich nicht glauben.
Das stimmt, ja.
Das macht den Film für mich interessant, wie es zu der Entscheidung kam.
Der hat doch in Spanien gespielt gehabt, der doch in Japan war.
Ja, irgendwie so.
Das hat er auch gespielt.
Ja.
Sean Connery, das war meiner Meinung nach sowieso der beste Bond gewesen.
Alle anderen davor und danach waren einfach nur schlecht.
Ich fand noch den Pierce Brosman.
Nein, nicht wirklich.
Doch, ich lese ein Bild von ihm.
Doch, Remington Steele.
Remington Steele.
Das war auch eine kranke Serie.
Der Begriff eines Gentlemans.
Oh mein Gott, da war ich da jung. Oh Gott, was fand ich denn toll.
Die hieß die Frau noch, blonde.
Ne, die war eher so rothaarig.
Nein, in Remington Steele, die war doch blond.
Ne, die war irgendwie so blond-rothaarig.
Aber ich weiß, was du meinst.
Die eigentliche Detektivin war, und er war ja nur das Vorzeige.
Er war ja nur das Aushängeschild, und sie hat die ganze Arbeit gemacht.
Boah, ich weiß es nicht.
Hallo, ich war da Kind.
Ich weiß noch, das lief auf, wie hieß der Sender noch?
Tele 5. Lief immer auf Tele 5.
Ja gut, später.
Den Sender gibt es nicht mehr.
Aber wie das damals lief, da lief das doch auf den ersten oder zweiten.
Wir hatten doch nichts anderes.
Sag mir her, wie alt bist du? 100?
Ich bin 77 geworden. Hallo, da hatten wir ja noch die andere.
77.
Ja, Boris.
Das war ein wunderschönes Gespräch.
Es freut mich.
Hat mir sehr viel Freude gemacht, mit dir zu sprechen, dich kennenzulernen.
Ja, fand ich auch.
Und ich hoffe, dass wir dich mal wieder einladen dürfen.
Ja klar, sag einfach Bescheid.
Und finanziell bin ich einfach hier.
Mach ich das Mikro an.
Genau, ich bin einfach da, mach das Mikro an und geht los.
Super, dann vielen, vielen Dank.
Ja, danke euch für die Einladung und noch einen schönen Abend.
Schaltet auch beim nächsten Mal wieder ein, wenn ihr den Tobi sagen hören wollt.
Der Tobi ist nicht da.
Ja, der kann auch nichts sagen, oder?
Aber dann mache ich das an.
Der Prober Podcast bei Gemütlichen Talk im Proberaum.
Tschüssi.
Tschüss.
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Anzal der Downloads: 298 /  Spieldauer: 1:09:52 /
Tag der Aufnahme: 05.02.24 /  Diese Folge stammt aus der Staffel 4, es gibt insgesam 4 Staffeln.

Eine LautFunk Publikationskartell Produktion - Wo Geschichten unüberhörbar übermittelt werden.


Vorschau auf eine kommende Veröffentlichung im Probe Podcast Podcast:

Die nächste Episode "Probe Podcast 72 MYTH" erscheint am 15. April 2024 um 10:31 Uhr und hat 26 Kapitelmarken, unter anderem "Extra Intro", "Hallo was geht?", "MYTH: Die Idee", "MYTH: Schau mir in die Augen, Sample!", "Farben und Flächen", "MYTH: Module, äh, Pedale", "MYTH: Basics? Einfach generieren lassen.", "Kontinuierliches und kollektives Entwickeln", "Heimlich Nerds", "CPU-Verbrauch als Soundparameter – und warum", "MYTH: Stacking, Mixing, Routing", "Tutorials neu gedacht", "MYTH: Expression für alle und jeden", "MYTH: Diverse kleine coole Ideen", "MYTH: Modal-Filter", "Das Produkt als langfristige Spielwiese", "Augenweide und Accessibility", "MYTH: Die Engine", "DEMO TRACK", "Wo und wie steht Myth jetzt im Portfolio von Dawesome?", "MYTH: Sounds "ausbrüten"", "Artificial Intelligence", "Andere Zugänge, andere Musik", "Serverfarm Tales", "Abschluss und Verabschiedung", "Outro". Du kannst Dich auf 2:19:57 feinste Unterhaltung freuen.

Podcast Lizenz:


Autor: Sascha Markmann

Legastheniker am Werk (Mehrfaches lesen meiner Postings kann zu irreparable Schäden an den Augen führen z. B.. Pseudotumor-zerebral-Syndrom) Leicht gestörter bis Mittel schwerer Fall von Überlebens Künstler, Maler, Blogger, Musiker, Podcaster und Video Produzenten "Audiovisueller STUMPFSINN mit keinem Nutzwert"

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