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[Musik]
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0:00:31 – 0:00:38
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Der Abschweifung",
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0:00:38 – 0:00:45
da wo ich gelegentlich so gut wie nie, aber manchmal, aber manchmal auch nicht vom Thema
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0:00:45 – 0:00:56
abschweife. Ich bin Sascha Markmann und sage Hallo. Das heutige Thema ist ein Wunsch aus der Community
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0:00:56 – 0:01:06
oder wie man das auch gerne nennen möchte, Zuschauerschaft. Es geht um Opportunismus und
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0:01:06 – 0:01:15
genauer gesagt im Alltag. Nehmen wir zum Beispiel mal ein Beispiel aus dem Alltag. Der nette Kollege,
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0:01:15 – 0:01:24
der im Flur noch über den Chef lästert, ihm aber im Meeting förmlich nach dem Mund redet oder das
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0:01:24 – 0:01:34
Fähnlein im Winde. Es geht um die Begriffserklärung für den Alltag. Es geht um puren Egoismus, um das
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0:01:34 – 0:01:42
Ausnutzen einer Situation zum eigenen Vorteil ohne Rücksicht auf Verluste, Moral oder Anstand.
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0:01:42 – 0:01:51
Fangen wir mal bei den Grundlagen an. Die Wortherkunft, die Epidemiologie, wie man so schön
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0:01:51 – 0:02:00
sagt. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und leitet sich aus dem Wort "obatornus" ab.
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0:02:00 – 0:02:12
Obatornus. Das bedeutet so viel wie "günstig, gelegen oder auch bequem". Also ein Obatonist
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0:02:12 – 0:02:22
wählt oft die bequemste und einfachste, einfachsten Weg des geringsten Widerstands,
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0:02:22 – 0:02:31
sobald der Moment dafür günstig ist. Die Alltagsdefinition wäre sowas wie die absolute
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0:02:31 – 0:02:39
Prinziplosigkeit. Man handelt nicht danach, was moralisch richtig ist oder was halt,
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0:02:39 – 0:02:49
woran man im tiefsten Inneren glaubt, sondern ausschließlich danach, was einen den größten
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0:02:49 – 0:02:56
persönlichen Vorteil bringt. Und man muss dann auch unterscheiden, also quasi zwischen einem
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0:02:56 – 0:03:09
gesunden Egoismus und halt den Egoismus den Opportunisten bringen. Denn es gibt quasi so
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0:03:09 – 0:03:18
etwas wie eine Selbstfürsorge. Also dass man schon darauf achtet, dass es einem gut geht. Und das kann
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0:03:18 – 0:03:23
man auf viele Bereiche machen. Also nicht so viel Geld spenden, dass man selber Probleme bekommt,
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0:03:23 – 0:03:31
aber auch, dass man gutherzig ist oder sich mehr Arbeit aufbürden wie für ein Gutes,
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0:03:31 – 0:03:41
nur um halt den Kollegen zugefallen. Das ist quasi so ein gesunder Egoismus. Aber ein Opportunist,
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0:03:41 – 0:03:50
der ist ganz zielstrebig und er nimmt im Kauf, dass andere Leute im Nachteil sind,
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0:03:50 – 0:03:59
nur für seinen eigenen Vorteil. Aber woran erkennen wir quasi einen Opportunist im Alltag?
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0:03:59 – 0:04:07
Es ist eine extreme Meinungsflexibilität, denn Meinungen werden nicht aus Überzeugung
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0:04:07 – 0:04:15
getätigt, sondern eher so gewechselt, dass es halt der Bequemlichkeit dient,
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0:04:15 – 0:04:22
dass man nicht negativ auffällt, dass man den größten Vorteil daraus hat. Und das ist etwas,
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0:04:22 – 0:04:30
was mir persönlich in meinem privaten Umfeld, auf der Arbeit oder auch in der Vereinsarbeit,
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0:04:30 – 0:04:41
während der Schule, im Studium, ja, schon das eine oder andere Mal begegnet ist. Solche Menschen sind
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0:04:41 – 0:04:50
auch gerne sehr freundlich, schon fast so als ob sie jemandem im Arsch kriechen, für jemanden der
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0:04:50 – 0:04:58
einen Vorteil bringt oder einen Nutzen bringt. Ignoriert oder wertet auch andere ab, die halt
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0:04:58 – 0:05:06
keinen Vorteil haben. Besonders beliebt in der Content Creator Blase, da trifft man auf solche
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0:05:06 – 0:05:16
Phänomene sehr oft. Da gibt es so ein, zwei Experten aus meiner eigenen Erfahrung. Und dann gibt es da
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0:05:16 – 0:05:24
noch dieses Prinzip der Zweckloyalität. Freundschaften oder Allianzen sind nur solange
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0:05:24 – 0:05:34
wichtig gewählt oder werden halt weitergeführt, solange sie einen Ertrag bringen, sprich Vorteile.
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0:05:34 – 0:05:42
man kann daraus seinen Nutzen ziehen und wenn es anstrengend wird zu unbequem oder der andere zu
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0:05:42 – 0:05:51
erfolgreich, dann wendet man sich gegen sie und muss sie ja schon fast bekämpfen oder man lässt
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0:05:51 – 0:05:58
sie fallen. Habe ich auch erst vor kurzem erlebt, vor allen Dingen auch in der YouTube Content Creator
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0:05:58 – 0:06:07
Welt. Mein Gott, nee. Diese Zufälle aber auch. Jetzt kommen wir mal dazu, warum wir Menschen das tun.
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0:06:07 – 0:06:15
Also wir haben es ja schon abgegrenzt zwischen dem gesunden Egoismus, dass man halt darauf achtet,
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0:06:15 – 0:06:26
dass man halt selber nicht so kurz kommt, aber es gibt ja auch andere Aspekte dabei. Meistenteils
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0:06:26 – 0:06:33
liegt es ja auch daran, dass es einen fehlenden inneren Kompass gibt für gut und schlecht. Es
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0:06:33 – 0:06:41
gibt keine tief verankerten inneren Werte oder Überzeugungen. Das Handeln ist halt immer darauf
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0:06:41 – 0:06:48
ausgerichtet, den eigenen Vorteil zu bekommen und nicht darauf bedacht, auf andere günstig
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0:06:48 – 0:06:57
einzuwirken, etwas positives zu bewirken. Es wird alles dazu benutzt, sich selber gut darzustellen.
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0:06:57 – 0:07:04
Dann gibt es auch noch den Aspekt der Konfliktscheuheit. Gut, das hat nicht jeder,
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0:07:04 – 0:07:10
aber es gibt Vertreter dieser Gattung von Oberturisten, die eine Konfliktscheuheit haben.
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0:07:10 – 0:07:14
Man wählt quasi den Weg des geringsten Widerstands. Man will Günstling sein,
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0:07:14 – 0:07:22
man will gefallen. Das gibt es auch. Auch das habe ich selber erlebt in der Content Creator Welt und
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0:07:22 – 0:07:29
das ist gar nicht mal so lange her. Denn es ist anstrengend für die eigene Meinung immer eins zu
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0:07:29 – 0:07:36
treten. Man kann sich dabei auch unbeliebt machen und es gibt Menschen, die wählen dann halt den
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0:07:36 – 0:07:44
Weg des geringsten Widerstands und reden nach dem Mund. Man will ja schließlich gefallen. Und dann
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0:07:44 – 0:07:49
kommen wir zum dritten Punkt und das ist auch ein ganz entscheidender Punkt. Es können narzisstische
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0:07:49 – 0:07:56
Züge vorliegen. Ich weiß, dass es mittlerweile so ein totales buzzword ist. Das wirft man noch
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0:07:56 – 0:08:05
inflationärer um sich herum wie ADHS, Depression, Persönlichkeitsstörung, wobei Narzissmus ja auch
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0:08:05 – 0:08:12
schon eine Persönlichkeitsstörung ist, aber es wird halt so viel verwendet, dass der Begriff ja
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0:08:12 – 0:08:17
schon fast eine Begrifflosigkeit verloren hat, weil jeder, der anstrengend ist und kompliziert
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0:08:17 – 0:08:23
und nur an sich denkt, ist sofort automatisch ein Narzisst. Der eigene Erfolg und Status ist halt
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0:08:23 – 0:08:29
super wichtig. Der finanzielle Gewinn ist auch super wichtig für jemand, der narzisstische
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0:08:29 – 0:08:38
Züge hat. Und so wird halt alles so gemacht, gedreht, dass man halt daraus den Vorteil zieht.
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0:08:38 – 0:08:49
sei es vorgetäuschte Empathie, Solidarität. Das kann alles geheuchelt und halt vorgetäuscht sein,
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0:08:49 – 0:08:59
nur um halt seinen eigenen Gewinn daraus zu ziehen. Ein typischer Mensch mit narzisstischen Zügen.
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0:08:59 – 0:09:10
Das ganze Verhalten hat natürlich auch Folgen für das Umfeld. Der Impact, Zerstörung vom Vertrauen,
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0:09:10 – 0:09:20
Beziehungen oder Teams verschwinden, die verschwinden, vor allen Dingen die Sicherheit,
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0:09:20 – 0:09:27
das Vertrauen, die psychologische Sicherheit, denn da gibt es Menschen, die tragen Informationen
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0:09:27 – 0:09:34
nach außen, die nie nach außen getragen werden sollten. Es werden Bündnisse im Hintergrund
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0:09:34 – 0:09:41
gespielt, falsche Informationen gesendet, nur um halt selber in einem besseren Licht
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0:09:41 – 0:09:48
dazustehen. Ein vergiftetes Klima, das bezieht sich auch wieder schon auf die Zerstörung
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0:09:48 – 0:09:54
vom Vertrauen. Es entsteht eine Ellenbogengesellschaft. Ehrliche, authentische Menschen ziehen sich
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0:09:54 – 0:10:03
zurück, weil taktisches Anbietern belohnt wird. Habe ich auch vor kurzem erst alles gesehen.
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0:10:03 – 0:10:10
Natürlich auch wieder in der YouTube Creator Bubble. Man sieht einfach, dass es auch ein sehr
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0:10:10 – 0:10:18
toxischer Ort ist und eine Folge von diesen ganzen Verhaltensweisen ist natürlich auch eine
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0:10:18 – 0:10:24
emotionale Erschöpfung. Der Umgang mit solchen Menschen raubt einen unwahrscheinlich viel Energie.
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0:10:24 – 0:10:31
Man ist ständig auf der Hut. Man muss aufpassen, was man sagt, wie man sagt, was man macht. Vor
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0:10:31 – 0:10:35
allem, wenn man selber Content erstellt, muss man da aufpassen, weil sonst kommt da als nächstes
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0:10:35 – 0:10:40
ja wieder halt Post vom Anwalt und gleichzeitig wieder eine Rechnung. Da muss man selber einen
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0:10:40 – 0:10:45
Anwalt, dann gibt es wieder eine Rechnung, da wird viel Geld verbrannt, was man sowieso nicht hat.
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0:10:45 – 0:10:53
Und das ist echt belastend und da ziehen sich manche Menschen einfach zurück oder machen
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0:10:53 – 0:10:59
das Creatorspiel in der Form, wie es vorher stattgefunden hat, halt nicht mehr. Wir kommen
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0:10:59 – 0:11:09
jetzt mal zu so einem Zwischenfazit. Was kann man damit tun? Wie kann man sich davor schützen?
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0:11:09 – 0:11:17
Klipp und klar Grenzen ziehen. Wenn man sich abgrenzt und verhindert, dass Opportunisten
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0:11:17 – 0:11:27
einen zu großen Raum einnehmen, wenn man das zulässt, dann läuft man Gefahr, dass man halt
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0:11:27 – 0:11:39
benutzt wird, dass man ein Steigbügelhalter ist. Und ja, da hilft es am besten, klipp und klar zu
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0:11:39 – 0:11:47
sagen, bis hierhin und nicht weiter, und alles zu dokumentieren. Und da kann ich auch nur aus
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0:11:47 – 0:11:53
meiner Erfahrung sprechen, in der Vergangenheit, in der längeren, auch in der kürzeren Vergangenheit,
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0:11:53 – 0:12:02
da muss man sehr konsequent sein. Auch wenn das für viele andere dann halt nicht verständlich ist,
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0:12:02 – 0:12:10
muss man sich gegen diese kleine Minderheit, die so agiert, absolut absichern. Und da ja auch die
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0:12:10 – 0:12:21
Grenzen zwischen gesundem Egoismus, einer gesunden Selbstliebe, einer Selbstversorgung und Obertönisten
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0:12:21 – 0:12:28
sehr schwammig sind, sehr fließend, muss man halt auch selber halt schauen, dass man nicht aus
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0:12:28 – 0:12:39
Bequemlichkeit, weil man selber gefallen will, halt in dieser Verhältnismuster fällt. Vielleicht
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0:12:39 – 0:12:45
muss man hier und da vielleicht ein bisschen kompromissbereiter sein, vielleicht auch hier
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0:12:45 – 0:12:52
und da mehr auf seiner eigenen Meinung bestehen, aber nicht immer den Weg des geringsten Widerstandes
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0:12:52 – 0:13:00
gehen. So "Jahrsagerkultur". Das funktioniert auf Dauer nicht, man wird selber unglaubwürdig und
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0:13:00 – 0:13:12
vor allen Dingen ist es anstrengend. Ich fand es interessant, im Vorfeld sich mal Gedanken dazu zu
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0:13:12 – 0:13:19
machen und vor allen Dingen auch mal ein bisschen in der Literatur dazu zu blättern. Wie ist es
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0:13:19 – 0:13:27
quasi wie von den Schuppen, von den Augen gefallen, als ich das so zusammengetragen habe,
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0:13:27 – 0:13:39
dass vieles, was wir vor allen Dingen auch hier mit dem Lautfunkprojekt so erlebt haben in den
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0:13:39 – 0:13:48
letzten Monaten, seit dem Sommer quasi letzten Jahres, so dermaßen in dieses Schema passt,
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0:13:48 – 0:13:59
von Zuschauern, von Gegenspielern, dass ich das wirklich faszinierend fand und wie einfach sich
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0:13:59 – 0:14:06
das erklärt. Und ich bin da wirklich dankbar dafür, dass halt ein Zuschauer sich das gewünscht hat.
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0:14:06 – 0:14:10
Jetzt ist das leider so, dass das jetzt schon ein bisschen was her ist. Ich weiß gar nicht,
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0:14:10 – 0:14:15
ob sich dann die Zuschauerin daran erinnern wird, dass das Thema mal auf dem Tisch war,
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0:14:15 – 0:14:25
aber da würde ich ganz gerne Danke sagen, denn wie ich mich da so intensiv mit beschäftigt habe,
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0:14:25 – 0:14:31
da habe ich gedacht, das kennst du doch alles und das kommt dir so bekannt vor. Und gerade weil
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0:14:31 – 0:14:44
diese Erlebnisse und Ereignisse in der jüngsten Vergangenheit so brisant und prägnant waren,
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0:14:44 – 0:14:58
dass ich wirklich sofort die Parallelen gesehen habe, fand ich wirklich interessant. Es ist so,
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0:14:58 – 0:15:06
dass halt in dieser Bubble, vor allen Dingen auf YouTube bei den Zuschauern, da gibt es Leute,
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0:15:06 – 0:15:13
die wandern von einem Content Creator zum anderen und machen dann auch da halt auf gut Wetter,
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0:15:13 – 0:15:20
wechseln quasi auch wirklich die Fronten, wenn dann der eine sagt, was nicht wird. Und ich weiß noch,
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0:15:20 – 0:15:25
dass wir wirklich richtig dumm angemacht wurden, weil wir eine Story nicht gepostet haben, wo es
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0:15:25 – 0:15:32
um Tierschutz ging. Jetzt ist das Lautfunkprojekt nicht unbedingt ein Tierschutzprojekt, sondern
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0:15:32 – 0:15:41
halt ein Meinungsblog, ein Podcast, in dem es halt um Inhalte medienkritisch geht, um psychologische
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0:15:41 – 0:15:50
Erklärungen und Aufarbeitung, vielleicht auch Gesellschaftskritik, aber nicht Tierschutz.
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0:15:50 – 0:16:01
Man hätte die Lavan-Geschichte halt… also das ist halt ein Tierschutzvorfall gewesen… man hätte
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0:16:01 – 0:16:10
die Sache quasi auch nur aufgreifen können, wenn man da halt hingegangen wäre und dann den Umgang
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0:16:10 – 0:16:20
in den sozialen Medien beleuchtet hätte. Ansonsten wäre das für dieses Format kein Platz.
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0:16:20 – 0:16:28
kein Ort, wo sowas stattfinden sollte. Und weil wir das nicht gemacht haben, sind wir beleidigt
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0:16:28 – 0:16:35
worden, entfolgt und so weiter. Und so ähnliche Verhaltensmuster haben wir in der Vergangenheit
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0:16:35 – 0:16:42
immer wieder erlebt. Und das ist auch wirklich heftig. Bist du nicht meiner Meinung, bist du
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0:16:42 – 0:16:54
gegen mich. Interessant, oder? Da wird so viel auf die Meinungsfreiheit, auf das individuelle Wort
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0:16:54 – 0:17:03
wertgelegt, aber dann eine totale Einschränkung der Meinungsfreiheit. Und ich muss sagen, wir haben
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0:17:03 – 0:17:11
uns ja vor kurzem dazu entschlossen, Sarah und ich, dass wir halt auch uns aus diesem Spiel zurückziehen.
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0:17:11 – 0:17:20
wir werden weiterhin unseren Content machen, aber halt nicht mehr auf diese Dynamiken und
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0:17:20 – 0:17:27
dieses Bubble-Denken eingehen. Das ist absolut toxisch und vor allen Dingen alles Echokammern.
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0:17:27 – 0:17:33
Also um jeden Content-Curator gibt es halt so eine Echokammer, so eine Blase, die sich
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0:17:33 – 0:17:46
selbstverstärkend mit Bejahungen, ja, meinungsverstärkt, indem ja alle das gleiche denken und sagen. Dann
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0:17:46 – 0:17:51
gibt es ein paar Überschneidungen mit anderen Blasen, aber im Großen und Ganzen ist das halt
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0:17:51 – 0:18:00
ein so ein – ich habe wie so Zellhaufen, die nebeneinander existieren, so ein Gebilde. Und das
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0:18:00 – 0:18:07
ist dann halt diese eine Nische von YouTube. Jetzt gibt es ein paar Blasen, tatsächlich so ein paar
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0:18:07 – 0:18:14
Zellen, die so ineinander gehen und dann gibt es da auch einen Austausch. Aber wehe dem einer sagt
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0:18:14 – 0:18:20
was Falsches, dann ist sofort Krieg. Und das beobachten wir die ganze Zeit und das sind
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0:18:20 – 0:18:29
interessante dynamische Prozesse auf psychologischer und auf soziologischer Ebene. Und das wollen wir
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0:18:29 – 0:18:35
aufzeigen solche Sachen, uns aber nicht mehr an solche Grabenkämpfe beteiligen. Wir haben uns
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0:18:35 – 0:18:43
leider Gottes da halt so hinreißen lassen, aufgrund von Opportunisten, die halt in den Blasen überall
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0:18:43 – 0:18:50
vertreten sind und manche Content Creators sind auch solche Kandidaten, dass wir da uns dann
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0:18:50 – 0:18:56
stellenweise auch instrumentalisieren lassen haben und dann auch den objektiven Blick verloren haben,
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0:18:56 – 0:19:06
um aufzuzeigen, wie zerstörerisch diese Dynamiken sind. Ja, was soll ich dazu sagen? Man ist darüber
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0:19:06 – 0:19:16
enttäuscht, verletzt, stellenweise gibt es sogar Häme, boshafte Ansagen bis zur Beleidigung,
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0:19:16 – 0:19:23
dass man sich aus diesem Spiel zurückzieht, weil man halt an seine Authentizität denkt,
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0:19:23 – 0:19:29
an denen festhalten will, was einem wichtig ist und vor allen Dingen auch auf seine eigene Gesundheit
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0:19:29 – 0:19:39
achten will. Vor allen Dingen auf die psychische Gesundheit. Und das wird einem vorgehalten oder
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0:19:39 – 0:19:51
auch ausgenutzt, um halt als scharfes Messer zu agieren. Das ist eine interessante Logik und
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0:19:51 – 0:20:00
eine Konsequenz, die wir halt gezogen haben. Und daran werden wir uns auch halten. Denn nichts ist
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0:20:00 – 0:20:06
wichtiger für uns, als dass wir halt authentisch sind und vor allen Dingen auch unsere eigene
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0:20:06 – 0:20:13
psychische Gesundheit. Und da muss man dazu sagen, Community Pflege ist echt ein Zeitfresser. Wenn
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0:20:13 – 0:20:19
ich überlege, dass ich am Tag nur wenige Stunden habe, wo ich was machen kann, weil neben dem
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0:20:19 – 0:20:27
Pflegealltag und etwas Haushalt und so, habe ich halt nicht viel Zeit, um mich mit den Sachen zu
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0:20:27 – 0:20:32
beschäftigen, die mir wichtig sind. Und wenn ich dann die ganze Zeit lang mich um Community-Pflege
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0:20:32 – 0:20:40
kümmere, dann geht dabei viel Zeit drauf. Ist auch ein Aspekt, den man bedenken muss. Und deswegen kann
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0:20:40 – 0:20:45
ich auch verstehen, dass große Content-Creatoren da anders handeln und dafür halt ihre Leute haben,
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0:20:45 – 0:20:48
die das halt machen.
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0:20:48 – 0:20:56
So viel zum Thema Obertunismus. Dann habe ich jetzt mal eine Frage. Vielleicht wollte
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0:20:56 – 0:21:00
ich das ja beantworten, aber ihr wisst ja, die Kommentare sind jetzt halt anders
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0:21:00 – 0:21:06
wie vorher. Habt ihr selber schon mal so Erfahrungen gemacht mit extremen
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0:21:06 – 0:21:11
Obertunisten und wie seid ihr damit umgegangen? Das würde mich mal wieder
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0:21:11 – 0:21:19
interessieren. Auch wenn jetzt die Kommentare strenger moderiert werden und nicht alles erst
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0:21:19 – 0:21:27
sofort freigeschaltet wird. Denn das muss im Nachhinein erstmal genehmigt werden. Gut,
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0:21:27 – 0:21:32
dann sage ich Dankeschön fürs Zuhören und sage bis zum nächsten Mal. Tschüss, euer Sascha.
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In dieser Ausgabe von „Der Abschweifung“ widmet sich Sascha Markmann einem Thema, das uns im Berufsleben, im Privaten und besonders in der digitalen Welt immer wieder begegnet: dem Opportunismus.
Was unterscheidet einen gesunden Egoismus und notwendige Selbstfürsorge von prinzipienloser Zweckloyalität? Wir beleuchten die lateinischen Wurzeln des Begriffs – von opportunus (günstig, bequem) – und analysieren, warum Menschen den Weg des geringsten Widerstands wählen, sobald sich ein persönlicher Vorteil bietet.
Die Schwerpunkte dieser Folge:
- Definition & Abgrenzung: Warum Opportunismus oft die absolute Prinziplosigkeit bedeutet und wie er sich von gesunder Selbstfürsorge unterscheidet.
- Erkennungsmerkmale im Alltag: Von extremer Meinungsflexibilität bis hin zur „Zweckloyalität“, die nur so lange hält, wie ein Ertrag fließt.
- Psychologische Hintergründe: Ein fehlender innerer Kompass, Konfliktscheuheit und die Rolle narzisstischer Züge in sozialen Gefügen.
- Fokus Content Creator Bubble: Eine kritische Reflexion über toxische Echokammern, instrumentalisierte Loyalitäten und warum Sascha und Sarah konsequente Grenzen ziehen, um ihre psychische Gesundheit und Authentizität zu schützen.
- Selbstschutz: Praktische Ansätze, wie man mit Opportunisten umgeht, Grenzen setzt und die eigene Glaubwürdigkeit bewahrt.
Eine tiefgehende Analyse über die Mechanismen der „Jahrsagerkultur“ und den Mut, auch gegen den Wind für die eigenen Überzeugungen einzustehen.

Themenübersicht:
- Intro und Begrüßung
- Einstieg in das Thema Opportunismus als Community-Wunsch.
- Grundlagen und Begriffsbestimmung
- Etymologische Herkunft: Vom lateinischen „obatornus“ (günstig, bequem).
- Definition von Opportunismus als Handeln nach dem größten persönlichen Vorteil ohne Rücksicht auf Moral oder Prinzipien.
- Abgrenzung zum „gesunden Egoismus“ und der notwendigen Selbstfürsorge.
- Analyse: Woran erkennt man Opportunisten?
- Extreme Meinungsflexibilität und taktisches Verhalten je nach Situation.
- Das Konzept der „Zweckloyalität“: Allianzen bestehen nur, solange sie einen Nutzen bringen.
- Abwertung anderer, sobald kein Vorteil mehr aus ihnen gezogen werden kann.
- Psychologische Ursachenforschung
- Der fehlende innere Kompass und mangelnde tief verankerte Werte.
- Wahl des geringsten Widerstands aus Konfliktscheuheit.
- Die Rolle narzisstischer Züge: Fokus auf Status, Erfolg und vorgetäuschte Empathie.
- Auswirkungen auf das Umfeld
- Zerstörung von Vertrauen und psychologischer Sicherheit in Teams und Beziehungen.
- Entstehung eines vergifteten Klimas und einer „Ellenbogengesellschaft“.
- Emotionale Erschöpfung bei Mitmenschen durch ständige Wachsamkeit.
- Transfer: Die Realität in der Content Creator Bubble
- Persönliche Erfahrungen mit toxischen Dynamiken und Echokammern auf YouTube.
- Reflektion über Instrumentalisierung und den Verlust des objektiven Blicks.
- Beispielhafte Konflikte: Der Umgang mit Erwartungshaltungen der Zuschauer (am Beispiel Tierschutz/Lavan-Story).
- Fazit und Ausblick: Strategien zum Selbstschutz
- Notwendigkeit, klipp und klare Grenzen zu ziehen.
- Bedeutung von Dokumentation und konsequentem Handeln.
- Der bewusste Rückzug aus dem „Bubble-Spiel“ zugunsten der eigenen psychischen Gesundheit und Authentizität.
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Mitwirkende dieser Episode
Spieldauer: 0:25:53
Tag der Aufnahme: 12.05.26
Diese Folge stammt aus der Staffel 4, es gibt insgesamt 4 Staffeln.
Eine LautFunk Publikationskartell Produktion - Wo Geschichten unüberhörbar übermittelt werden.
Podcast Lizenz:
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International License
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Autor: Sascha Markmann
Sascha Markmann ist ein kreativer Kopf mit bewegter Biografie: Informatiker, studierter Philosoph, Religionswissenschaftler und Psychologe – und gleichzeitig ein Mensch, der das Leben nach einem Schlaganfall ganz neu entdeckt hat. Nach Stationen als Rettungssanitäter und Altenpfleger fand Sascha seinen Weg in die Welt des kreativen Ausdrucks: Als Blogger, Musiker, Podcaster, Philosoph und visueller Geschichtenerzähler kombiniert er technisches Know-how mit emotionaler Tiefe und einem schrägen Sinn für Humor. Seine Beiträge entstehen irgendwo zwischen Borderline, Acid Bassline und Beistand – ehrlich, direkt und gerne auch mal mit einem Augenzwinkern. Leitmotiv: „Audiovisueller Stumpfsinn mit keinem Nutzwert – aber vielleicht genau deshalb so wertvoll.“ Alle Beiträge von Sascha Markmann anzeigen