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00:00 – 0:00:02
*Musik*
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0:00:02 – 0:00:31
[Musik]
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0:00:31 – 0:00:37
Hallo und willkommen zu einer neuen Ausgabe der Abschweifung. Ich bin Sascha Machmann und
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0:00:37 – 0:00:44
ich schweife eigentlich nie, manchmal, ich würde sagen fast immer, aber andere sagen nie,
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0:00:44 – 0:01:00
vom eigentlichen Thema ab. Das heutige Thema ist Männergrippe. Nein, nein, Scherz beiseite.
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0:01:00 – 0:01:08
Wir haben jetzt mal ein paar Tage krank im Bett gelegen und diese Ruhe tat uns wirklich mal richtig
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0:01:08 – 0:01:19
gut. Aber zurück zum eigentlichen Thema. Wir hatten uns den Film über die Biografie von Olivia Jones
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0:01:19 – 0:01:27
angeschaut und das hat mich so ein
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0:01:27 – 0:01:33
bisschen an meinen Sandkasten-Kumpel Marco
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0:01:33 – 0:01:38
erinnert. Marco war oder ist
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0:01:38 – 0:01:42
mein bester Freund. Den kenne ich schon
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0:01:42 – 0:01:46
wirklich, seitdem man alleine zum
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0:01:46 – 0:01:48
Sandkasten gehen kann. Ich bin damals,
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0:01:46 – 0:01:55
Ich hab ihn damals kennengelernt gehabt über einen anderen Nachbarn, einen Jungen, der quasi im Nachbarhaus gewohnt hat und der Marco hat halt ein paar Häuser weiter gewohnt.
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0:01:55 – 0:02:00
Und der sagte, du, ich hab da jemand Neues kennengelernt und bla bla bla.
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0:02:00 – 0:02:15
Und so hat man sich halt über die Jahre kennengelernt und viele, viele Stunden zusammengespielt, sich gegenseitig besucht und so wie das ist.
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0:02:15 – 0:02:23
Und irgendwann mal, da waren wir gerade so acht, dann kam er zu mir ran und sagte, dass er schwul ist.
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0:02:23 – 0:02:33
Und was ich jetzt darüber denken würde, und Gott sei Dank, die Erziehung meiner Eltern war so offen,
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0:02:33 – 0:02:38
war mir das Schnurzpiep egal.
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0:02:38 – 0:02:45
Was für ein Geschlechter mein bester Freund priorisiert.
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0:02:45 – 0:02:49
Es muss man sagen, er war ein Womanizer.
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0:02:49 – 0:02:56
Er sah gut aus, ja, hat so ziemlich jedes Klischee bedient,
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0:02:56 – 0:03:02
was man halt über einen männlichen, maskulinen Mann sagen würde.
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0:03:02 – 0:03:04
war gepflegt,
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0:03:04 – 0:03:06
hatte einen tierischen Schlag
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0:03:06 – 0:03:08
bei den Frauen gehabt und
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0:03:08 – 0:03:10
manche haben das
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0:03:10 – 0:03:12
wirklich,
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0:03:12 – 0:03:14
die hatten da echt dran zu kämpfen, dass
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0:03:14 – 0:03:16
er
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0:03:16 – 0:03:18
halt kein Interesse an Frauen
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0:03:18 – 0:03:20
hatte, sondern
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0:03:20 – 0:03:22
schwul war. Da gab es sogar einen
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0:03:22 – 0:03:24
Vorfall, dass da
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0:03:24 – 0:03:26
eine Klassenkameradin aus der höheren
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0:03:26 – 0:03:28
Handelsschule
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0:03:28 – 0:03:30
mitten auf der Kreuzung
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0:03:30 – 0:03:35
ihn angehalten hat und gefragt, ob das wahr wäre.
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0:03:35 – 0:03:38
Das war schon krass.
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0:03:38 – 0:03:47
Aber was mich so bei den Filmen so beeindruckt hatte, war die Reaktion der Mutter von Olivia
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0:03:47 – 0:03:52
Jones und dass die dann nicht mehr klargekommen ist.
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0:03:52 – 0:03:58
Und wenn ich überlege, dass mir damals der Marco erzählt hatte, dass seine Mutter da
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0:03:58 – 0:04:04
auch ein ganz großes Problem mit hatte und ihm sogar Geld angeboten hatte, dass er dann mal zu
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einer professionellen Frau gehen könnte, weil die jungen Dinger es heutzutage ja nichts drauf hätten,
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0:04:11 – 0:04:20
dass er es da noch mal probieren sollte. Das fand ich schon richtig, richtig krass. Also das hätten
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0:04:20 – 0:04:25
sich meine Eltern nicht erlaubt. Auch in den Gesprächen, die ich dann Jahre später mit ihnen
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0:04:25 – 0:04:33
hatte, waren sie darüber beide doch sehr erstaunt über diese Reaktion. Jetzt muss man sagen, ich bin
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0:04:33 – 0:04:41
mit meinem Sandkastenkumpel und deren Eltern auch in Urlaub gefahren und der Markus auch bei uns mit
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0:04:41 – 0:04:50
in Urlaub gefahren. Also kann man sich vorstellen, dass das Verhältnis super super eng war und wenn
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0:04:50 – 0:04:55
ich am Wochenende, weil wir waren auf unterschiedlichen Schulen, ich dann da war,
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0:04:55 – 0:05:03
dann hat er seine Mutter mich rausgeschmissen, weil ist ja schon spät, wie halt, dass meine
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0:05:03 – 0:05:09
Eltern angerufen haben und haben gesagt, wann kommt der Junge mal nach Hause. So muss man sich das
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0:05:09 – 0:05:16
vorstellen. Ich kann mich noch an eine Situation als Kind erinnern, da haben wir Kindergeburtstag
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0:05:16 – 0:05:22
gefeiert. Ich weiß gar nicht, ob das mein Geburtstag war oder der von meiner Schwester. Und da hatten
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0:05:22 – 0:05:29
wir uns Kinder halt verkleidet und Marco hatte sich halt als Mädchen verkleidet und ist dann halt
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0:05:29 – 0:05:36
total stolz zu seiner Mutter gegangen und ich weiß gar nicht mehr, was ich war. Und da musste
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0:05:36 – 0:05:43
der Marco sich umziehen und sich die Schminke abwaschen und es ist ja kein Karneval. Das war
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0:05:43 – 0:05:48
die Argumentation. Ich glaube, die Frau hat schon damals irgendetwas geahnt,
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0:05:48 – 0:06:02
weil das total überzogen war. Die Reaktion, ja, ich fand das einfach nur so heftig, wie ich das so
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0:06:02 – 0:06:10
gesehen habe in dem Film. Natürlich weiß man ja, dass das halt im Film noch dramatischer dargestellt
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0:06:10 – 0:06:22
wird, wie es in der Realität war oder so, sondern halt aus dramatologischen Gründen es halt so
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0:06:22 – 0:06:29
dargestellt wird, wie es dargestellt wird. Aber wenn man dann auch die Biografie sich
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0:06:29 – 0:06:35
dann angeschaut hatte von Olivia Jones, da wird das ja auch schon sehr krass beschrieben. Und
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0:06:35 – 0:06:46
was für ein Struggle sie hatte mit dem, dass die Mutter da so, ja so versteinert,
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0:06:46 – 0:06:54
verbissen war und dann echt Probleme damit hatte, es akzeptieren, dass der Junge schwul ist und als
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0:06:54 – 0:07:08
drag queen da sein Geld verdient und Erfolg hat. Ich muss sagen, nachdem dann das Schwulsein-Thema
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0:07:08 – 0:07:14
durch war, bin ich ja auch am Wochenende mitgegangen, wenn Party war. Mal ist man halt
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0:07:14 – 0:07:23
in einer normalen Disco gewesen. Dann waren wir auch in schwulen Schuppen und ganz ehrlich,
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0:07:23 – 0:07:28
ich muss sagen, ich habe mich in den schwulen Schuppen wohler gefühlt wie halt in den normalen
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0:07:28 – 0:07:36
Schuppen. In einer normalen Diskothek konnte es passieren, dass wenn du dich mit jemandem mehr
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0:07:36 – 0:07:42
oder weniger zufällig unterhalten hattest, wenn du draußen gestanden hast, beim Rauchen oder
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0:07:42 – 0:07:50
oder an der Bar was bestellt hast, ein nettes Wort, dass da irgendein Typ ankam,
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0:07:50 – 0:07:54
"Du hast meine Freundin angelabert!" Das passiert dir in diesen Shop nicht.
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0:07:54 – 0:08:02
Und die Stimmung war auch immer wesentlich positiver.
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0:08:02 – 0:08:09
Und da muss man sagen, wir waren öfters in Bochum in einer Diskothek, die hieß "Da geht",
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war natürlich an diesem Motto angelehnt und da waren auch viele Tänzer aus dem Starlight Express
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0:08:17 – 0:08:27
und die Jungs die konnten tanzen. Richtig krass. Aber ich weiß einfach nur, dass diese Stimmung
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immer so positiv war. Natürlich bin ich da auch ein paar mal angemacht worden und man hat mir auch
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mal einen Abend um meinen Arsch gepackt und ich weiß noch, was für ein komisches Gefühl das war.
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Und bis auf diese ein, zwei Erlebnisse, die ich da hatte, wo es übergriffig wurde,
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0:08:48 – 0:08:58
ist das nie passiert. Und das fand ich so total positiv, dass man da, egal wie schräg oder wie
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0:08:58 – 0:09:03
merkwürdig man drauf war, im Großen und Ganzen wurde man akzeptiert. Natürlich gibt es auch
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die Silester rein und so. Das fand ich immer angenehm und meine Schwester ist auch immer
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gerne hingegangen, weil sie da nicht dumm von irgendwelchen Typen angemacht wurde. Die wollte
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0:09:16 – 0:09:23
nur hingehen, zur guten elektronischen Musik tanzen und das konnte man da einfach. Ob du mit
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jemand zusammen getanzt hast oder für dich alleine und das war so geil. Aber das hatte ich
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0:09:34 – 0:09:41
alles so in dieser Verfilmung gesehen und ich fand das echt beeindruckend. Auch dann halt dieser
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0:09:41 – 0:09:46
Struggle mit der Familie und diesen merkwürdigen Nachbarn. Oh Gott, was sollen die Nachbarn denken
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und die arme Frau. Also wenn ihr da Bock drauf habt, dann solltet ihr euch mal die angucken,
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0:09:55 – 0:09:59
den Film. Selbst meine Mutter hat den gesehen gehabt und darüber haben wir uns unterhalten.
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Ist zu finden in der Mediathek. Ich wette, wenn ich dran denke, mache ich das auch noch in eine
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schonuls rein. Ja, ich fand das auf jeden Fall so interessant und so rührend die Geschichte,
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0:10:16 – 0:10:24
dass ich da auch dann immer wieder mal gedanklich abgeschweift bin in meiner Vergangenheit und ja,
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0:10:24 – 0:10:36
so mein Erleben. Meine liebsten Arbeitskollegen waren übrigens fast immer Lesben. Schwule
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könnte manchmal etwas als Arbeitskollegen
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anstrengend sein, aber an zwei
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Arbeitskolleginnen, die lesbisch waren, da
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erinnere ich mich richtig gut dran.
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Das fand ich auch schade, wo ich einmal
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gegangen bin und einen neuen Job
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angefangen habe und bei der anderen hatte
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sie gekündigt. Das war schade gewesen,
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0:11:02 – 0:11:10
Aber das waren so richtig coole Menschen, mit denen ich mich so deep unterhalten konnte,
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weil die haben mir natürlich immer neue Aspekte gegeben gehabt und man konnte herrlich lästern.
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0:11:17 – 0:11:25
Ja, ich gebe zu, ich bin eine Lästerschwester durch und durch und mache das wirklich gerne
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und kann das auch sehr gut.
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0:11:26 – 0:11:36
Und ich glaube auch deswegen fühle ich mich einfach in dieser Welt auch so wohl.
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0:11:36 – 0:11:48
Ja, wenn ich überlege, was damals so los war, in meinen frühen 20ern oder fast 20er,
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und ich das Erwachsenwerden so aufregend fand und diese ganzen tollen Möglichkeiten und diese
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Freiheiten die du hattest. Wir sind dann mit dem Auto nach Bochum gefahren, nach Dortmund oder ins
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Münsterland und überall waren richtig geile Diskotheken mit super Techno-Musik und später
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dann auch die ganzen Goa-Partys, illegale Raves am Kanal. Mein Gott, war das eine gute Zeit. Aber
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irgendwann mal entwächst man da raus, dann kommen andere Verpflichtungen und dieses schreckliche,
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schreckliche Geld verdienen, weil man tauscht seine Arbeitskraft gegen eine Währungseinheit,
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0:12:47 – 0:12:53
mit der man sich dann wieder andere Sachen ertauschen kann. Das ist ein total bescheuertes
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0:12:53 – 0:13:01
Konzept. Manchmal denke ich mir so zurück, hättest du damals ein bisschen weniger einen
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0:13:01 – 0:13:10
Stock im Arsch gehabt und hättest du weniger Diamanten gekackt. Also mir konnte man Kohle
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0:13:10 – 0:13:16
zum Frühstück geben und ich habe abends Diamanten gekackt. So verklemmt war ich. Ich
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glaube ich hätte noch mehr Spaß gehabt. Ich meine die Rahmenbedingungen waren alle gegeben.
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Das lustige war, wie ich dann etwas später dann mit dem Musikmachen dann mehr angefangen habe.
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0:13:30 – 0:13:38
war ich ja in den ganzen Läden irgendwie mehr oder weniger schon bekannt, weil ich kann heute gut reden
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und das konnte ich damals auch schon. Ich habe mich mit hin zum Kunden unterhalten und so hatte ich
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dann damals auch so manch einen kleinen Auftritt gehabt. Und ich habe auch im Bahnhof Langendria in
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0:13:50 – 0:13:58
Bochum, wo ich vorher auch einmal als Gast war, so viel verschiedensten Veranstaltungen, dann da
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auch mal selber live gespielt und das war so eine aufregende Zeit. Und dann denke ich mir so,
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0:14:06 – 0:14:12
wenn man jetzt noch mal zurückkommt auf die Geschichte mit Olivia Jones, die ganzen Jahre
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dieses gestörte Verhältnis zu seiner Mutter, diese schöne Erinnerung, die man eigentlich
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zusammen schaffen würde, die dann nicht zusammengeschaffen wurden, das ist schon traurig,
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einfach traurig. Ja, jetzt ist die Stimmung im Arsch. Nein, ich merke nur gerade, dass gerade die
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0:14:38 – 0:14:45
Männergrippe so richtig kickt und vielleicht hört man das auch an meiner Stimme und meine Nase wird
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0:14:45 – 0:14:55
langsam wieder zu. Ich würde jetzt die Sache hier beenden und wünsche euch einen schönen,
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0:14:55 – 0:15:02
was auch immer ihr habt, Morgen, Mittag, Abend, gute Nacht und sage Dankeschön fürs Zuhören
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und bis zum nächsten Mal. Tschüss, euer Sascha.
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In dieser Ausgabe der Abschweifung wird es persönlich, nostalgisch und ein bisschen glitzernd. Ausgelöst durch die Biografie von Olivia Jones begibt sich Sascha auf eine Reise zurück in seine eigene Jugend im Ruhrgebiet.
Es geht um seinen besten Freund Marco, der sich bereits im Sandkastenalter outete – und um die krassen Kontraste in der Reaktion der Elternhäuser. Während Sascha von einer offenen Erziehung profitierte, zeigt die Geschichte von Marco (und Olivia Jones), wie schmerzhaft familiäre Ablehnung und „versteinerte“ Ansichten sein können.
Außerdem in dieser Folge:
- Positive Vibes in Bochum: Warum Sascha sich in schwulen Clubs wie dem „Da geht“ oft wohler fühlte als in „normalen“ Diskotheken.
- Techno & Raves: Eine Hommage an die Freiheit der 90er, illegale Partys am Kanal und die Zeit, als man noch „Diamanten gekackt“ hat.
- Arbeitswelt & Lästern: Warum Lesben die besten Arbeitskolleginnen sind und Sascha sich als „Lästerschwester“ outet.
- Männergrippe-Update: Ein ehrlicher Einblick in den aktuellen Gesundheitszustand des Hosts.
Eine Folge über Akzeptanz, die Kraft der Musik und die Frage, warum wir uns früher manchmal selbst im Weg standen.

Themen Gliederung:
- Vom Krankenbett ans Mikrofon: Ein herzliches Hallo trotz (oder wegen) der aktuellen Männergrippe.
- Die Biografie von Olivia Jones: Warum ein Film über eine Drag-Ikone plötzlich die eigene Vergangenheit aufwirbelt.
- Marco – Freundschaft seit dem Sandkasten: Die Geschichte einer tiefen Verbindung, die schon vor dem ersten Alleingang zum Spielplatz begann.
- „Schnurzpiepegal“: Wie ein Outing mit acht Jahren auf eine moderne Erziehung traf.
- Wenn Mütter blockieren: Über versteinertes Denken, „professionelle Frauen“ als Bestechung und den Struggle in der Familie.
- Diskotheken-Check: Warum die Stimmung im Bochumer „Da geht“ zwischen Starlight-Express-Tänzern und Techno-Beats einfach positiver war.
- Die Sache mit dem Arsch: Ein ehrlicher Blick auf Akzeptanz und die Momente, in denen es übergriffig wurde.
- Bekenntnisse einer Lästerschwester: Warum Lesben die besten Arbeitskolleginnen sind und tiefgründige Gespräche alles verändern.
- Raves am Kanal: Nostalgie pur über illegale Partys im Münsterland und die Freiheit der frühen Zwanziger.
- Kohle zum Frühstück, Diamanten am Abend: Eine selbstkritische Rückschau auf die eigene Verklemmtheit von früher.
- Vom Redner zum Musiker: Wie aus guten Gesprächen plötzlich Live-Auftritte im Bahnhof Langendreer wurden.
- Das bittere Fazit: Warum gestörte Familienverhältnisse so viel wertvolle gemeinsame Zeit rauben.
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Mitwirkende dieser Episode
Spieldauer: 0:19:28
Tag der Aufnahme: 26.05.26
Diese Folge stammt aus der Staffel 4, es gibt insgesamt 4 Staffeln.
Eine LautFunk Publikationskartell Produktion - Wo Geschichten unüberhörbar übermittelt werden.
Podcast Lizenz:
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Autor: Sascha Markmann
Sascha Markmann ist ein kreativer Kopf mit bewegter Biografie: Informatiker, studierter Philosoph, Religionswissenschaftler und Psychologe – und gleichzeitig ein Mensch, der das Leben nach einem Schlaganfall ganz neu entdeckt hat. Nach Stationen als Rettungssanitäter und Altenpfleger fand Sascha seinen Weg in die Welt des kreativen Ausdrucks: Als Blogger, Musiker, Podcaster, Philosoph und visueller Geschichtenerzähler kombiniert er technisches Know-how mit emotionaler Tiefe und einem schrägen Sinn für Humor. Seine Beiträge entstehen irgendwo zwischen Borderline, Acid Bassline und Beistand – ehrlich, direkt und gerne auch mal mit einem Augenzwinkern. Leitmotiv: „Audiovisueller Stumpfsinn mit keinem Nutzwert – aber vielleicht genau deshalb so wertvoll.“ Alle Beiträge von Sascha Markmann anzeigen