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Der Herbst ist da und die Welt bekommt irgendwie überall Farbe.
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0:00:12 – 0:00:41
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0:00:41 – 0:00:50
Hallo zu der Abschweifung, da wo ich gelegentlich mal abschweife. Ich bin Sascha Markmann und sage
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0:00:50 – 0:00:58
hallo. Das Thema heute ist Herbst, denn wenn ich aus meinem Küchenfenster schaue und mir die Bäume
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0:00:58 – 0:01:08
ansehe, dann sehe ich da, dass die ersten schon anfangen in den schönsten güldenen Tönen zu
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0:01:08 – 0:01:21
erstrahlen und das bringt mich so gedanklich in schönere Zeiten zurück. Da wo ich aufgewachsen
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0:01:21 – 0:01:30
bin und ich dort aus dem Küchenfenster geschaut habe, gab es einen Baum – ich weiß wirklich nicht
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0:01:30 – 0:01:41
ich, welche Art das vom Baum war, der leuchtend rot, wirklich leuchtend rot sein Blattwerk hatte.
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0:01:41 – 0:01:51
Und das war es quasi so der erste, der halt die Farbe verändert hatte. Und dann wusste ich so,
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0:01:51 – 0:01:58
ja, jetzt kommt die Herbstzeit. Ich meine davon ab, dass irgendwie ich das Gefühl habe,
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0:01:58 – 0:02:09
dass sich diese Jahreszeiten irgendwie total verschoben haben und dass die Zeit im Frühling
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0:02:09 – 0:02:20
immer eher anfängt, der Sommer immer länger wird und der Herbst später anfängt, habe ich das Gefühl,
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0:02:20 – 0:02:29
dass je älter man wird, umso weniger auf diese Sachen achtet. Als Kind haben wir Blätter gesammelt,
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0:02:29 – 0:02:37
Eicheln, Kastanien und haben damit Sachen gebastelt und als Erwachsener, okay, da sieht man halt mal
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0:02:37 – 0:02:46
eine Buchecker oder auch ein paar andere Sachen und denkt sich so, ja okay, aber als Kind waren
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0:02:46 – 0:02:51
das alles so schöne Sachen mit denen man was machen konnte und wenn man sich auf
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dem Schulhof mit den großen Jungs die Dinge an den Kopf geschmissen hat.
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0:02:56 – 0:03:01
Mein Gott, die konnten die gut treffen. Das hat manchmal richtig gezwiebelt.
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0:03:01 – 0:03:12
Heute sehe ich auch diese Sachen und denke mir so, die Natur schon echt was Schönes und ich
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0:03:12 – 0:03:21
Ich mag den Herbst. Der Herbst hat meistenteils schöne sonnige Tage, dann diese windigen Momente
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0:03:21 – 0:03:33
und dann wieder regnerische Tage und ich weiß wie toll das war auf den abgegebenen,
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0:03:33 – 0:03:40
ernteteten Feldern mit den Stoppeln und den kurzen Hosen, die man damals so getragen hatte mit Schuhen
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0:03:40 – 0:03:47
und Socken, wenn man da langgelaufen ist und sich dann halt die Knöchel irgendwie verletzt hat,
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0:03:47 – 0:03:52
weil die Strohhalme dann immer gepiekst haben. Aber man ist da mit einem Drachen entlanggelaufen.
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0:03:52 – 0:03:58
Ich bin halt am Rand einer kleinen Stadt aufgewachsen, direkt am Kanal und da waren
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viele Felder und Wiesen, kleine Wälder. Ein altes Sessiongelände war in der Nähe,
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0:04:06 – 0:04:14
Gut, da waren viele Birken drauf, aber so drumherum waren halt alte Baumbestände und auch,
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0:04:14 – 0:04:22
wenn man aus dem Küchenfenster geschaut hatte, schaute man da halt auf einen Park und da waren
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0:04:22 – 0:04:29
auch besondere Bäume gepflanzt, unter anderem auch dieser eine, der so richtig rot geleuchtet hat.
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0:04:29 – 0:04:35
Ich meine, als Kind sind diese Jahreszeiten irgendwie viel intensiver in Erinnerung,
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0:04:35 – 0:04:39
nachdem man so einen richtig tollen Sommer hatte und noch einen tollen Sommerurlaub,
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0:04:39 – 0:04:48
kam dann der Herbst und der hat dann auch im Endeffekt den Winter eingeläutet und man hat dann,
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0:04:48 – 0:04:55
wie soll ich das sagen, quasi dann auch schon den Jahresabschluss eingeläutet,
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0:04:55 – 0:05:03
weil dann waren die Bäume nackt, dann gab es noch Halloween, aber Halloween haben wir damals noch
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0:05:03 – 0:05:09
gar nicht gefeiert. Da wusste ja auch keiner so richtig, was Halloween hier ist. Ja, der
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0:05:09 – 0:05:17
Alter, man erzählt von ganz, ganz früher. In den 80ern kannte man vielleicht die Halloween-Filme
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0:05:17 – 0:05:26
und die liefen dann auf irgendeinem dritten Kanal, auf irgendeinen Tag, wenn das mal auf
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0:05:26 – 0:05:38
von Samstag gefallen ist. Man wusste einfach, es kommt der Herbst, dann kommt der Winter und dann
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0:05:38 – 0:05:45
kommt das Jahresende mit dem großen Finale, Weihnachten und Silvester. Das hat man sich
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0:05:45 – 0:05:52
darauf irgendwie gefreut. Ja gut, dann gab es noch die Herbstferien, aber die waren bei uns immer
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0:05:52 – 0:05:57
blöd gewesen, weil wir eine Woche länger Herbstferien hatten als die anderen. Die anderen
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hatten sieben Tage quasi schulfrei und wir hatten 14 Tage und die eine Woche alleine,
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ohne dass die Freunde aus der Nachbarschaft auch frei hatten, war echt langweilig. Da haben meine
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0:06:13 – 0:06:18
Schwester und ich mich auch öfters mal in die Wolle gehabt, weil wir einfach nichts mit unserem
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0:06:18 – 0:06:20
mit unserem Anfang zu wussten.
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0:06:20 – 0:06:31
Ja, ich bin ja jetzt auch mittlerweile in einem Alter, wo ich so auf den Herbst schaue.
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0:06:31 – 0:06:43
Ich werde bald 50, scheiße ein halbes Jahrhundert, und gucke so auf mein Leben zurück.
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0:06:43 – 0:06:49
Ich meine, darüber hatte ich ja auch irgendwann mal gesprochen gehabt, weil ich gefragt wurde,
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0:06:49 – 0:06:57
was hast du eigentlich in deinem Leben geleistet? Und diese Midlife-Crisis habe ich gar nicht so
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gehabt. Also da, wo man dann halt seine Frau auswechselt gegen was Jüngeres, sich ein schnelles
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0:07:03 – 0:07:11
Auto kauft oder schnelles Motorrad. Tja, das meiste davon hatte ich irgendwie. Oder das Schlagamt
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0:07:11 – 0:07:18
hat mir einfach einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Ganze ist zehn Jahre her. Ich glaube,
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0:07:18 – 0:07:24
der Schlaganfall hat einen großen Anteil daran gehabt, dass ich diese Midlifes Crisis auf eine
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andere Art und Weise verbracht habe, als darüber Gedanken zu machen, was mein Leben hätte anders
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0:07:36 – 0:07:50
werden können. Denn das Leben hätte anders werden können, definitiv. Ach ja. Das Schöne ist, ich sehe
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0:07:50 – 0:07:59
einfach jetzt in dieser kommenden Zeit auch einfach das Positive. Man wird ruhiger, gesetzter. Die
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ganzen Eskapaden, die man als junger Erwachsener gemacht hat, die braucht man nicht mehr machen.
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0:08:04 – 0:08:11
Ich muss mich jetzt nicht mal spontan auf mein Motorrad setzen und 1000 Kilometer in irgendeiner
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Himmelsrichtung fahren, um einfach mal zu sehen, was dort ist. Davon habe ich vieles schon gemacht,
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egal ob Süden, Norden, Westen, Osten. Ich habe mir da sehr viel angesehen, denn ich hatte das Glück,
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zu einer Zeit in dem Alter zu sein, wo es einfach diese super positive Stimmung gab. Spätestens
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nach dem Mauerfall und dem Zusammenbruch der Sowjetunion konnte man überall ohne Probleme
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hinfahren. Dank des Schengen-Abkommens und dem Schengen-Raum ohne Probleme. Und wenn ich mir
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das jetzt anschaue, da ist das schon alles wieder ein bisschen begrenzt da. Und die Leute fangen ja
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wieder an Grenzen hochzuziehen.
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Das ist doch super, dass sich halt zu einer
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Zeit, wo ich es konnte und wo ich jung war,
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das ohne Probleme machen.
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Deswegen sehe ich jetzt dieser Phase im
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0:09:16 – 0:09:19
Leben einfach total entspannt entgegen,
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0:09:19 – 0:09:21
weil ich einfach sagen kann, ja, das habe
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0:09:21 – 0:09:23
ich gemacht. Natürlich gibt es ein paar
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0:09:23 – 0:09:26
Sachen, die ich nicht gemacht habe, die
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0:09:26 – 0:09:28
ich vielleicht noch gerne gemacht hätte. Aber
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0:09:26 – 0:09:32
das ist das tolle am Herbst. Der Herbst ist quasi noch nicht das Ende. Ja, wir sind noch nicht im
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0:09:32 – 0:09:42
Winter, sondern es ist quasi der Übergang dahin und ich genieße diese Zeit. Man hat schon ordentlich
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Lebenserfahrung, man kommt jetzt in diese Gelassenheit rein, dass man sagen kann, ach Gott,
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0:09:47 – 0:09:53
es wird doch alles nur halb so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Und schaut einfach so,
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0:09:53 – 0:09:59
wie das Leben ist und konzentriert sich so mehr auf die schönen Sachen. Und das ist ja auch etwas,
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was mir der Schlaganfall damals gezeigt hat. Konzentriere dich auf die Sachen, die dir gut tun,
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die dich bereichern, die dir gefallen, die dir Spaß machen. Ja, das mache ich seit zehn Jahren. Ich
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habe zwar noch jede Menge dazu zu lernen, ich meine, man lernt sein ganzes Leben. Selbst die Endphase
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0:10:23 – 0:10:28
des Lebens, da hat man noch viel zu lernen, vor allen Dingen auch über sich. Wie gesagt,
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0:10:28 – 0:10:34
ich habe zum Schluss in der Pflege gearbeitet und habe da auch Menschen begleitet, die quasi
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den Herbst verlassen haben und in die Winterphase des Lebens gekommen sind. Ich fand es interessant,
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wie gelassen manche Leute beim Sterben waren. So eine Coolness wünsche ich mir auch, dass man
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einfach sagen kann, ja, das war eine geile Party und jetzt ist die Party zu Ende.
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0:10:59 – 0:11:06
Ich meine, wir machen uns viel zu wenig Gedanken darum, dass das alles irgendwie ein Ende hat.
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0:11:06 – 0:11:15
Man kommt auf die Welt, durchlebt die Kindheit, dann wird man erwachsen und stellt fest,
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0:11:15 – 0:11:23
dass das Leben doch komplizierter ist, als man als Kind gedacht hat. Und dann lebt man sein Leben
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0:11:23 – 0:11:32
als Erwachsener und stellt auf einmal fest, mein Gott, wo sind die letzten 20 Jahre geblieben? Und
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0:11:32 – 0:11:40
geht und das geht weiter und weiter. Dann kommt halt der Punkt, wo man merkt, man wird alt. Und
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0:11:40 – 0:11:47
den Punkten habe ich gemerkt. Mir ist vor Wochen eine Schranktür, ich habe so einen großen
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Schwebeschrank, da ist mir eine Tür auf einer Seite aus der Schiene gesprungen. Da muss man
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die Tür aushängen und wieder neu einhängen. Das habe ich vor zehn Jahren das letzte Mal gemacht
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und da habe ich festgestellt, scheiße, die Tür ist ja mindestens doppelt so schwer geworden. Und
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Und da habe ich mich an meinen Vater gedacht, wie er so Anfang 50 zu mir sagte.
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Jetzt kommt der Punkt, wo er einfach merkt, dass er nicht mehr so viel Energie hat.
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0:12:15 – 0:12:18
Mit 40 war das noch gar nicht so, aber so mit 50.
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Und ja, er hatte recht.
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0:12:22 – 0:12:23
Er hatte recht.
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Und wenn ich heute mit meiner Mutter rede, wie es auch über 70 ist, da sagt sie auch
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so, vor 10 Jahren konnte ich das alles noch machen.
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Da konnte ich noch viel mehr machen wie heute.
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Und ja, wenn man in Dekaden denkt, dann fällt das einem noch mehr auf, dass man weniger konnte
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wie halt eine oder zwei Dekaden davor.
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0:12:48 – 0:12:57
Mein Gott, ich habe 14, 16 Stunden auf dem Motorrad gesessen oder im Auto und bin irgendwo
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hingefahren.
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Ich bin einmal nach England gefahren, war eine Nacht dort und bin dann wieder zurückgefahren.
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mit dem Auto. Ich habe quasi nur bei meiner Tante geschlafen, habe dann halt meine Tante und meine
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0:13:13 – 0:13:19
Cousine ins Auto gepackt, noch eine Freundin von meiner Tante und bin dann halt nach Deutschland
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0:13:19 – 0:13:28
gefahren. Wenn ich das heute machen würde, wäre ich bestimmt drei, vier Tage danach sowas von dem
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0:13:28 – 0:13:36
Arsch. Mir wird doch mein Hintern wehtun. Oh mein Gott. Das möchte ich gar nicht mehr vorstellen.
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0:13:36 – 0:13:47
Ja, aber so ist das halt. Man merkt einfach, dass sich Sachen verändern und das ist gut. Natürlich
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wird man sich manchmal die Agilität und die Kraft zurückwünschen, aber wie gesagt, eine
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0:13:54 – 0:14:00
Freundin von meiner Mutter hat immer gesagt gehabt, jedes hat seine Zeit und ja, richtig,
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0:14:00 – 0:14:07
wenn man jung ist, soll man sich ausprobieren, rumtoben, damit man aus den Erfahrungen im Leben
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dann halt lernt und das halt mitnehmen kann. Und ich komme jetzt in einer Phase im Leben,
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0:14:13 – 0:14:22
wo ich sagen kann, du hast vieles von dem, was du dir gewünscht hast, erreicht. Du hast so vieles
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0:14:22 – 0:14:32
Erlebung gemacht. Also wenn ich jetzt ins Gras beißen würde, wäre ich echt nicht traurig.
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0:14:32 – 0:14:41
Ich wäre zwar enttäuscht, dass ich nicht noch mehr erleben kann, aber ich hatte bis jetzt ein
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0:14:41 – 0:14:50
wirklich gutes Leben und auch der Schlaganfall, der so viel verändert hat, hatte auch was
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0:14:50 – 0:14:58
positives, sein positives, denn es hat mir auch gezeigt, dass in meinem Leben es
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0:14:58 – 0:15:02
viele andere Sachen gibt, die genauso wichtig sind wie die Sachen, die ich
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0:15:02 – 0:15:09
vorher für wichtig gehalten habe. Und ich habe auch noch mal gesehen, wie
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0:15:09 – 0:15:19
wichtig Freunde und Familie sind. Ja, ich weiß, wenn man sich mit der Endlichkeit
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0:15:19 – 0:15:27
des Lebens beschäftigt. Das ist kein populäres Thema, denn das Thema wird ja in unserer Gesellschaft
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0:15:27 – 0:15:36
ja zum größten Teil zur Seite geschoben, "outgesourced" wie man so schön sagt. Die
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0:15:36 – 0:15:43
Alten und die Kranken werden halt in Pflegeheime gegeben und wenn man dann so fit war, dass man
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0:15:43 – 0:15:48
nicht ins Pflegeheim musste, aber schon so krank ist, dass man bald stirbt, ja dann gibt es auch
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noch ein Hospiz, wo man halt die letzten Tage möglichst angenehm verbringen kann.
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Das passierte früher innerhalb der Familie. Dort haben drei, vier Generationen unter einem Dach
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0:16:05 – 0:16:15
gelebt und da war es normal, dass man die Geburt, manchmal sogar auch die Zeugung mitbekommen hat,
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0:16:15 – 0:16:24
aber auch das alt und das Sterben. Und das war total normal. Heutzutage kommt die Milch aus dem
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0:16:24 – 0:16:35
Aldi, Strom kommt aus der Steckdose und ist gelb und Kühe sind lila. Das ist ja eine totale Entfremdung.
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0:16:35 – 0:16:44
Wenn mein Vater erzählt hat, wie es in seiner Kindheit war, dass man sich ein Schwein im
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0:16:44 – 0:16:52
Garten gehalten hat, das dann halt großgezogen hat oder auch eine ganze Hausgemeinschaft,
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0:16:52 – 0:17:01
halt mehrere Tiere und die dann geschlachtet wurden, dann wusste man, woher etwas kommt,
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0:17:01 – 0:17:10
wie etwas entsteht, wie ein Schwein entsteht. Ja und heute verkauft man das alles im Aldi,
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0:17:10 – 0:17:19
Netto oder sonstige vier Buchstaben Discounter. Und das ist die Sache, die ich meine. Wir haben
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0:17:19 – 0:17:27
uns vom Leben und von dem, was dafür nötig ist, irgendwie entfremdet. Und dazu gehört auch,
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0:17:27 – 0:17:33
dass man sich keine Gedanken macht halt was alt werden und über den Tod. Wenn ich mir alte Bilder
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0:17:33 – 0:17:42
anschaue, dann sehe ich auch, ich war schlanker, ich hatte eine straffere Haut, weniger Falten,
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0:17:42 – 0:17:58
da keine und war jünger. Aber auch irgendwie mag ich auch mein Gesicht heute, denn das zeigt einfach,
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0:17:58 – 0:18:07
dass ich gelebt habe. Und ich habe so viele Gespräche in der Pflege geführt und auch mit
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0:18:07 – 0:18:12
Menschen, die bald sterben werden, die mir dann halt von ihrem Leben berichtet haben,
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0:18:12 – 0:18:21
von längst verstorbenen Verwandten und so Weisheiten. Und eine Weisheit, die bis heute
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0:18:21 – 0:18:30
sich so ganz tief in mein Gehirn eingebrannt hat, ist, dass wenn man sich einen Partner fürs Leben
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0:18:30 – 0:18:35
sucht, ich meine er hat es damals auf eine
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0:18:35 – 0:18:39
Frau bezogen, aber es muss ja nicht immer
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0:18:39 – 0:18:40
eine Frau sein, dann sollte man zusehen,
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0:18:40 – 0:18:43
dass man jemanden findet, mit dem man sich
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0:18:43 – 0:18:46
unterhalten kann. Denn wenn man das nicht
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0:18:46 – 0:18:49
kann, dann wird ein Leben verdammt
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0:18:49 – 0:18:51
einsam und traurig, wenn man sich halt
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0:18:51 – 0:18:54
vor allen Dingen im Alter nicht
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0:18:54 – 0:18:57
miteinander unterhalten kann. Und das sind
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0:18:54 – 0:19:03
diese kleinen Kostbarkeiten, die alte Menschen so mitgeben können, wenn man ihnen die Gelegenheit
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0:19:03 – 0:19:11
gibt, mal von ihren Lebenserfahrungen mitzuteilen. Jetzt will ich mir nicht anmaßen, dass ich mit
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0:19:11 – 0:19:19
meinen 49 Jahren Lebensweisheiten habe, die ich kundtun kann, aber ich kann jetzt schon sagen,
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0:19:19 – 0:19:25
dass es echt wichtig ist, dass man einen Menschen an seiner Seite hat, mit dem man sich unterhalten
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0:19:25 – 0:19:31
kann. Vor allem mit dem Menschen, mit dem man die meiste Zeit verbringt. Das muss jemand sein,
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0:19:31 – 0:19:38
mit dem man sich gut unterhalten kann. Du kannst nicht den ganzen Tag vögeln, das geht nicht.
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0:19:38 – 0:19:48
Zumindest kenne ich keine, die das können. Sondern es gibt viele andere Sachen und dazu
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0:19:48 – 0:19:56
gehören einfach gute, positive, bereichernde Gespräche. Auch etwas, was ich halt erst gemerkt
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0:19:56 – 0:20:05
habe, als ich älter wurde. Ich meine, ich war da so, wie alt war ich, da wo ich diese Weisheit mit
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bekommen habe, so 38, 37, 38 so. Da habe ich diese Botschaft noch nicht so wirklich verstanden,
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weil ja ich hatte da auch wildere Zeiten zwischen den Beziehungen. Nennen wir es mal so. Aber das
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sind auch alles so Kleinigkeiten, die man halt im Leben erlebt hat und wo man gerne dran zur
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Drück denkt oder auch manchmal so. Diese Erfahrung hättest du sparen können. Aber wer bin ich schon?
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Jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen. Man kann die Leute nur von seinen Erfahrungen
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berichten und sagen, dass das lieber ist, es ist nicht wert. Und da habe ich auch zu einigern.
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Also wenn ich jetzt gefragt werden würde nach einer Lebenserfahrung, dann ist das keine gute Idee,
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in einen gefluteten Keller von einem Rohbau durch das nicht vorhandene Treppenhaus auf
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Glaswolle zu springen. Die Hose juckt hier den ganzen Tag. Aber ich glaube, das ist etwas,
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was man heutzutage wohl auch weniger macht, wie damals. Denn das war auch schon damals eine
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verdammt dumme Idee. Wir haben schon echt viel Scheiße gemacht. Vielleicht kann ich das auch
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irgendwann mal mal einen Neffen von mir erzählen und sagen, das war eine dumme Idee. Aber ich glaube,
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Wenn ich in das Alter komme, wo ich halt Weisheiten so weitergeben kann, sind die auch schon alle
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erwachsen. Vielleicht habe ich ja Großneffen, wenn man das erzählen kann. Wäre auch mal eine
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interessante Erfahrung Großneffen zu haben. Tja und da haben wir die Verbindung. Ich bewege mich
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langsam aber stetig. Ich hoffe in vielen
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Jahren auf den Winter des Lebens zu und meine
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Neffen sind gerade dabei den
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Frühling zu verlassen oder haben schon den
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Frühling erreicht oder leben im
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Frühling, nee den Sommer.
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Der eine hat den Sommer auf jeden Fall
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schon erreicht, die anderen sind kurz
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vor den Frühling zu verlassen oder noch mittendrin und genießen das alles und machen
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ihre Erfahrung und das ist einfach schön mit anzusehen. Jetzt habe ich euch genug gelangweilt
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mit meinen Ideen und meiner Philosophie über das Leben. Ich hoffe es hat euch gefallen und
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Wenn ihr dazu Gedanken habt, schreibt es in die Kommentare. Benutzt die Kontaktwege,
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die angegeben sind. Und ich würde sagen, wir hören uns das nächste Mal bei der Abschweifung.
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Tschüss, euer Sascha.
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Der Herbst ist da. Die Blätter färben sich golden, die Luft wird kühler und die Natur verändert langsam ihr Gesicht. Doch manchmal reicht schon ein Blick aus dem Küchenfenster, um nicht nur die Jahreszeit wahrzunehmen, sondern auch eine Reise in die eigene Vergangenheit anzutreten.
In dieser Ausgabe der Abschweifung nimmt Sascha Markmann den Herbst zum Anlass, über Kindheitserinnerungen, das Älterwerden und die verschiedenen Jahreszeiten des Lebens nachzudenken.
Da sind die Erinnerungen an leuchtend rote Bäume, gesammelte Kastanien, Drachensteigen auf abgeernteten Feldern und eine Kindheit, in der die Jahreszeiten noch eine ganz eigene Bedeutung hatten. Doch aus diesen zunächst unbeschwerten Gedanken entwickelt sich eine tiefere Betrachtung darüber, wie sich unser Blick auf die Welt mit zunehmendem Alter verändert.
Mit fast 50 Jahren blickt Sascha auf die Erfahrungen seines Lebens zurück. Auf spontane Motorradreisen quer durch Europa, auf jugendlichen Leichtsinn, auf veränderte Lebensumstände und auf den Schlaganfall, der vor zehn Jahren vieles grundlegend verändert hat. Dabei geht es nicht allein um das, was mit den Jahren verloren geht, sondern vor allem darum, was wir an Erkenntnissen und Gelassenheit gewinnen können.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit der eigenen Vergänglichkeit. Aus seiner früheren Arbeit in der Pflege berichtet Sascha von Begegnungen mit älteren und sterbenden Menschen, von deren Lebensgeschichten und von kleinen Weisheiten, deren Bedeutung sich manchmal erst viele Jahre später erschließt.
Eine dieser Erkenntnisse steht besonders im Mittelpunkt: Wie wichtig ist es, einen Menschen an seiner Seite zu haben, mit dem man auch nach vielen gemeinsamen Jahren noch wirklich reden kann?
Die Folge beschäftigt sich außerdem mit der Frage, weshalb Altern und Sterben in unserer Gesellschaft häufig an den Rand gedrängt werden, warum Lebenserfahrung nicht einfach weitergegeben werden kann und weshalb jede Generation ihre eigenen Fehler machen muss.
Eine persönliche, nachdenkliche und stellenweise humorvolle Abschweifung über Erinnerungen, Veränderungen, Beziehungen und die Erkenntnis, dass der Herbst des Lebens nicht dessen Ende bedeutet.
Denn jede Jahreszeit hat ihre eigene Schönheit – und jedes Alter seine eigene Bedeutung.

Themen dieser Folge:
- Wenn die Natur Erinnerungen weckt: Warum das herbstliche Farbenspiel der Bäume plötzlich Bilder aus der eigenen Kindheit zurückbringt und manche Erinnerungen auch nach Jahrzehnten lebendig bleiben.
- Kastanien, Drachen und abgeerntete Felder: Eine Reise zurück in die Kindheit, als die Jahreszeiten noch bewusster erlebt wurden, Naturmaterialien zum Spielen gehörten und selbst kleine Abenteuer unvergesslich waren.
- Wie sich unser Verhältnis zu den Jahreszeiten verändert: Weshalb wir als Kinder Frühling, Sommer, Herbst und Winter möglicherweise intensiver wahrnehmen und viele dieser kleinen Besonderheiten im Erwachsenenleben aus dem Blick verlieren.
- Fast 50 Jahre – und plötzlich wird die Zeit greifbar: Über das Älterwerden, den eigenen Lebensrückblick und die Frage, ob eine klassische Midlife-Crisis überhaupt notwendig ist.
- Ein Schlaganfall und neue Prioritäten: Wie ein einschneidendes gesundheitliches Ereignis den Blick auf das eigene Leben verändern kann und warum persönliche Zufriedenheit nicht zwangsläufig an frühere Leistungsfähigkeit gebunden sein muss.
- Motorradreisen, grenzenlose Freiheit und vergangene Zeiten: Erinnerungen an spontane Fahrten durch Europa, die Aufbruchstimmung nach dem Mauerfall und die Freiheiten, die eine ganze Lebensphase geprägt haben.
- Wenn der Körper andere Grenzen setzt: Warum eine schwere Schranktür plötzlich zum Symbol des Älterwerdens wird und wie sich körperliche Veränderungen im Vergleich zu früheren Jahrzehnten bemerkbar machen.
- Der Herbst als Sinnbild des Lebens: Von jugendlicher Unbeschwertheit über die Erfahrungen des Erwachsenenlebens bis zur Gelassenheit des höheren Alters – und warum jede dieser Phasen ihren eigenen Wert besitzt.
- Was sterbende Menschen über das Leben erzählen: Persönliche Erfahrungen aus der Altenpflege, Begegnungen mit Menschen am Lebensende und die unterschiedlichen Arten, der eigenen Endlichkeit zu begegnen.
- Warum wir das Alter und den Tod verdrängen: Über den gesellschaftlichen Umgang mit Pflegebedürftigkeit, Hospizen, Sterben und die zunehmende Distanz zu natürlichen Lebensprozessen.
- Die vielleicht wichtigste Erkenntnis über Partnerschaften: Weshalb Gespräche, gegenseitiges Verständnis und geistige Verbundenheit auf Dauer bedeutsamer sein können als körperliche Anziehung allein.
- Lebensweisheiten, Fehler und jugendlicher Unsinn: Warum man manche Erfahrungen selbst machen muss, weshalb nicht jeder gut gemeinte Rat sofort verstanden wird und welche ziemlich absurden Jugenderlebnisse rückblickend zum Schmunzeln bringen.
- Die nächste Generation und der Kreislauf des Lebens: Gedanken über die eigenen Neffen, das Weitergeben von Erfahrungen und die unterschiedlichen Lebensphasen, in denen sich die Generationen einer Familie gleichzeitig befinden.
- Jedes hat seine Zeit: Warum das Älterwerden nicht nur Verlust bedeutet, sondern auch Zufriedenheit, neue Perspektiven und die Freiheit, das eigene Leben bewusster zu betrachten.
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Mitwirkende dieser Episode
Spieldauer: 0:27:26
Tag der Aufnahme: 15.10.26
Diese Folge stammt aus der Staffel 4, es gibt insgesamt 4 Staffeln.
Eine LautFunk Publikationskartell Produktion - Wo Geschichten unüberhörbar übermittelt werden.
Podcast Lizenz:
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