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00:00 – 0:00:07
Ja, herzlich willkommen zu "Klarfunk", ein neuen Format. Manche Themen sind zu wichtig für die
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0:00:07 – 0:00:16
schnelle Antwort. Manche Fragen beginnen erst dort, wo andere aufhören hinzusehen. "Klarfunk",
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0:00:16 – 0:00:27
wir reden darüber. Wie komme ich auf das Thema des heutigen Podcasts für die Einsteigerfolge?
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0:00:27 – 0:00:40
Ha! Das ist super einfach. Ich habe letzten Sonntag gesehen gehabt, wie Hass verbindet.
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0:00:40 – 0:00:48
Und ich habe mein Leben lang immer gedacht gehabt, Liebe verbindet Menschen. Aber nein,
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0:00:48 – 0:00:52
ich wurde eines Besseren belehrt. Ich habe gesehen, wie Hass verbindet.
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0:00:52 – 0:01:01
Klar, klar funkt. Nicht drumherum. Nicht einfach weiter. Nicht nur laut. Hinterfragen.
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0:01:01 – 0:01:11
Klar funkt. Reden wir darüber.
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0:01:11 – 0:01:24
Der ein oder andere wird das ja mitbekommen, wenn er auch den Blog verfolgt. Ich habe einen
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0:01:24 – 0:01:33
Blogpost gemacht gehabt, den habe ich schon vor einem Monat geschrieben gehabt, wo es halt
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0:01:33 – 0:01:46
um Liebe und Hass geht und ob Hass das Gegenteil von Liebe ist. Und das habe ich halt versucht
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0:01:46 – 0:01:54
aufzuschlüsseln in philosophischen Sinnen oder auch psychologischen Sinnen und habe auch ein
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0:01:54 – 0:02:02
bisschen so die Gesellschaft angekratzt, wie das halt gesellschaftlich gesehen wird. Das
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0:02:02 – 0:02:08
Interessante an dieser Frage ist ja, wenn man das jetzt auf Social Media bezieht oder auch auf
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0:02:08 – 0:02:20
YouTube, wo jetzt halt mein Einstieg halt herrührt ist, was haben denn die größten Fans und die
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0:02:20 – 0:02:28
größten Hater eines Social Media Accounts oder auch eines YouTube Kanals gemeinsam. Weiß
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0:02:28 – 0:02:40
jemand Bescheid? Biola? Biola? Okay. Beide schauen sich jedes Video bis zu Ende an, abonnieren die
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0:02:40 – 0:02:50
Benachrichtigungen und kommentieren sehr fleißig. Das ist so. Und daraus ergibt sich auch irgendwie
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0:02:50 – 0:03:00
so ein Alltagsparadoxum. Wie ich vorhin schon sagte, viele glauben Hass ist das Gegenteil von Liebe oder
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0:03:00 – 0:03:10
Zuneigung. Wenn wir jemanden nicht mögen, sollten wir ihm aus dem Weg gehen. Das ist so die eigentliche
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0:03:10 – 0:03:24
Sache. Manche sind so schlau und vermeiden diesen Menschen oder auf Social Media, YouTube und hast
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0:03:24 – 0:03:31
sie nicht gesehen, dann vermeidet man diesen Kanal oder dieses Konto und hat dann halt auch
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0:03:31 – 0:03:41
ein Stückchen mehr Ruhe. Aber irgendwie ist das im Internet anders. So in Social Media, auf YouTube,
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0:03:41 – 0:03:53
da ist das andersrum. Menschen schauen andere Leuten zu über Stunden hinweg und konsumieren
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0:03:53 – 0:04:01
alles, obwohl sie den verabscheuen. Ich meine, es ist ja klar, warum sie das machen. Sie brauchen
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0:04:01 – 0:04:10
halt Input, um sich darüber wieder aufzuregen. Genauso wie halt bei den Lieblings-Content-Creator
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0:04:10 – 0:04:22
funktioniert das beim Hassobjekt, bei den Hate-Watching-Opfern. Man hat Sachen,
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0:04:22 – 0:04:28
worüber man sich austauschen kann. Man kann im Livestream mitdiskutieren oder auch seine
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0:04:28 – 0:04:39
Meinungen kundtun. Man kann in Diskussionsforen – ok, das war früher mal – heutzutage wird man halt
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0:04:39 – 0:04:49
auf Instagram-Gruppen, in WhatsApp-Gruppen, in privaten Gruppen darüber diskutieren,
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0:04:49 – 0:04:58
was man gerade sieht, quasi wie so Live-Ticker und sich darüber aufregen und genauso wie halt
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0:04:58 – 0:05:08
den Content-Creator, den man bewundert, ist es halt auch bei denen, den man halt nicht mag oder
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0:05:08 – 0:05:23
oder sogar auch schon hast. Das ist auch eine Art von Verbindung. Es ist eine Anti-Fandom-Bindung.
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0:05:23 – 0:05:29
Aber vielleicht wissen manche gar nicht, was Hate-Watching ist. Hate-Watching ist das bewusste
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0:05:29 – 0:05:36
Konsumieren von Inhalten, nur um sich darüber aufzuregen. Im Fernsehen kann man das bei Trash-TV-Formaten
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0:05:36 – 0:05:50
sehen, wenn kontroverse Influencer halt merkwürdige Sachen machen im Internet oder auch bei Meinungsbloggern
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0:05:50 – 0:05:52
oder YouTube-Content-Creatoren.
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0:05:52 – 0:05:55
Da kann man sich herrlich drüber aufregen.
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0:05:55 – 0:06:03
Auch wir haben unsere Erfahrung damit, denn wir waren selbst mal Teil eines solchen, ja,
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0:06:03 – 0:06:13
antifan-Konstrukt. Das interessante ist aber, strukturell gesehen verhält sich der antifan
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0:06:13 – 0:06:22
genauso wie der superfan. Nur der fan, der schaut alles, weil er es gerne schaut und mag oder sogar
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0:06:22 – 0:06:32
auch liebt und der Anti-Fan schaut alles, weil er Fehler sucht, um sich darüber zu empören.
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0:06:32 – 0:06:43
Das interessante ist ja, dass es den Algorithmen Schnurstpiep egal ist, ob du schaust und kommentierst
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0:06:43 – 0:06:51
oder im Live-Chat mitschreibst, einen Daumen rauf, einen Daumen runter gibst. Alles wird als Interaktion
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0:06:51 – 0:07:05
bewertet und bringt dem Kanal quasi Vorteile. Denn jede Art von Interaktion und sei es nur das
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0:07:05 – 0:07:13
stundenlange Schauen von Livestreams, zeigt dem Algorithmus, dass das, was da passiert,
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eine gewisse Relevanz hat. Und das ist scheißegal, ob das jetzt positiv oder negativ ist. Interaktion,
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0:07:21 – 0:07:31
Aktion gleich, wo das Video oder der Post ist wichtig. Ich glaube manche Leute sind sich das nicht bewusst.
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0:07:31 – 0:07:46
Ignoranz wäre da der richtige Weg. Nicht konsumieren, nicht kommentieren und auf keinen Fall liken oder
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0:07:46 – 0:07:56
was auch besonders schlimm ist, den Link zum Post oder des YouTube-Videos oder des Livestreams zu
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0:07:56 – 0:08:05
teilen. Denn wenn man sich das nämlich mal anschaut, hat man nämlich die URL zu dem betreffenden Post
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0:08:05 – 0:08:14
und dahinter eine spezielle Kennung. Und damit wird halt der Ursprung sichtbar gemacht, wer was geteilt
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0:08:14 – 0:08:22
hat. Deswegen kann man ja auch in den Statistiken auf YouTube, auf Instagram und so weiter sehen,
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0:08:22 – 0:08:35
wie viele Besucher oder wie viel Traffic intern über den Feed, über die Abonnenten oder auch
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0:08:35 – 0:08:43
extern kommt. Und selbst da kann man auflösen, ob es halt aus WhatsApp kommt oder hast du nicht
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0:08:43 – 0:08:53
gesehen. Das vergessen einfach viele und jede Interaktion ist positiv für den Algorithmus.
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0:08:53 – 0:09:03
Aber warum machen das Menschen? Naja, der super Fan, der seinen Content Creator liebt, der macht
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0:09:03 – 0:09:13
es, weil er auch quasi eine Verbindung zu ihnen hat. Ich will noch nicht auf die parasoziale
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0:09:13 – 0:09:22
Verbindungen hinaus. Aber generell, wenn man jemanden mag, dann unterstützt man ihn und man möchte das
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0:09:22 – 0:09:30
sehen. Aber warum macht das der Anti-Fan? Tja, das ist ja auch so eine Art von Gemeinschaft. Gemeinschaft
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0:09:30 – 0:09:42
durch Hass. Es gibt halt dieses Gerede von In-Group und Out-Group, wir gegen die. Ja, es macht besonders
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0:09:42 – 0:09:52
viel Spaß, wenn eine Reaction auf ein Video oder auf einen Livestream eines Content Creators gemacht
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0:09:52 – 0:10:00
wird über den Content einesjenigen, den man halt nicht mag. Dann kann man sich sogar noch in der
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0:10:00 – 0:10:09
Gemeinschaft darüber aufregen und dabei entsteht ein sehr starkes Wir-Gefühl. Es muss auch nicht
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0:10:09 – 0:10:17
unbedingt jetzt ein Video sein von dem Content Creator, den man nicht mag oder ein Beitrag,
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0:10:17 – 0:10:22
der da auseinandergenommen wird. Es kann auch einfach sein, dass man sich gemeinschaftlich
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0:10:22 – 0:10:31
etwas anschaut und darauf reagiert, wenn jemand anderes, also eine dritte oder eine vierte Person
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0:10:31 – 0:10:40
über denjenigen, von dem man ein Anti-Fan ist, was sagt. Das stärkt einfach das Wir-Gefühl. Finde
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0:10:40 – 0:10:48
ich hoch faszinierend, also diese Dynamiken zu schauen und das zu analysieren. Wie gesagt,
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0:10:48 – 0:10:56
wir waren selbst Teil oder sind es immer noch, nur halt anders. Eine interessante Sache dabei ist ja
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0:10:56 – 0:11:06
auch, wenn man sich quasi nur noch monothematisch mit einem Content Creator beschäftigt, sei es im
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0:11:06 – 0:11:17
positiven Sinne oder auch negativen Sinne, dann kann das sogar so weit gehen, dass die Identität
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0:11:17 – 0:11:30
zu einer zentralen Säule wird, also dass diese Person quasi schon in dem Kopf wohnt. Es gibt ja
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0:11:30 – 0:11:39
tatsächlich dieses Sprichwort "Ich glaube Person X wohnt in Person Y im Kopf", ist täglich da. Und
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0:11:39 – 0:11:47
Ja, das kann ich bestätigen und das ist besonders bei den Anti-Fans ein ganz großes Thema. Seitdem
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0:11:47 – 0:11:58
meine Lebensgefährtin und ich quasi im Sinn unserer Anti-Fans die Seiten gewechselt haben,
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0:11:58 – 0:12:07
wohnen wir tatsächlich bei manchen im Kopf und müssen bei jedem Content, bei jedem Video,
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0:12:07 – 0:12:15
in jedem Livestream mindestens einmal erwähnt werden. Auch wenn es nicht um uns geht oder mit
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0:12:15 – 0:12:22
einer Thematik um uns. Wir müssen mindestens einmal erwähnt werden und das ist echt entlarvend.
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0:12:22 – 0:12:29
sorry, das ist wirklich entlarven. Noch dazu kommt ja auch noch die Aussage ständig,
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0:12:29 – 0:12:40
dieser Typ ist irrelevant und dumm oder nicht wichtig, aber man schaut selber sämtliche Videos,
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0:12:40 – 0:12:50
sämtliche Postings, sämtliche Beiträge überall und regt sich darüber auf. Also ist derjenige
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0:12:50 – 0:13:00
extrem relevant für einen, weil man ja alles von denjenigen konsumiert. Ja, ist schon schwierig,
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0:13:00 – 0:13:08
wenn man darüber mal nachdenkt und sich einfach der Tatsache bewusst wird, dass man da sehr viel
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0:13:08 – 0:13:16
Lebenszeit investiert, allzu mal, wenn man dann auch hingeht und dann jegliches Geschehen quasi
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0:13:16 – 0:13:23
sie in einem Livestream in Gruppen live kommentiert, wie ein Live-Ticker von einer Gerichtsverhandlung.
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0:13:23 – 0:13:30
Oh mein Gott, jetzt hat sie aus der Flasche getrunken. Oh mein Gott, hast du gesehen?
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0:13:30 – 0:13:40
Er hat sich in der Nase gepobelt. Unglaublich, wie wichtig die kleinsten Handlungen von den
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0:13:40 – 0:13:50
Objekt auf einmal werden können, was beim geliebten Content Creator als schmeichelhafte Eigenheit,
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0:13:50 – 0:14:00
als Besonderheit, als Alleinstellungsmerkmal genommen wird, ist bei den Hassobjekten hoch
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0:14:00 – 0:14:07
diskutabel. Wenn der eine eine Cola-Dose nach der anderen aufmacht und sich darüber aufregt,
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0:14:07 – 0:14:14
dass überall nur noch übergewichtige Menschen sind, dann ist das vollkommen in Ordnung,
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0:14:14 – 0:14:22
dann ist das seine Meinung. Aber wehe dem der andere, der sagt etwas gegen mehrgewichtige
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0:14:22 – 0:14:33
Menschen, dann ist das sofort Body Shaming, Fat Shaming. Tja, so paradox kann das alles sein.
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0:14:33 – 0:14:45
Oder ist er so wie Schröder? Tod und lebendig zur selben Zeit? Hm, ist das dann so eine Art
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0:14:45 – 0:14:53
Doppelmoral? Das ein Verhalten, was gleichwertig ist, bei den einen bewundernswert und total normal
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0:14:53 – 0:15:03
ist und bei den anderen total abwertend, schon ekelig oder höchst verwerflich. Der eine bettelt
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0:15:03 – 0:15:12
nach Spenden und das geht gar nicht und er muss unbedingt alles offenlegen und der andere bettelt
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0:15:12 – 0:15:21
nach Spenden, damit er im Urlaub Taschengeld hat, aber das ist total legitim. Und die andere bettelt
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0:15:21 – 0:15:27
nachspennen und sich dazu gezwungen sieht dies zu tun, um halt die Kosten aus einem
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0:15:27 – 0:15:33
Rechtsstreit zu begleichen. Das eine wird so gewertet, das andere wird so gewertet.
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0:15:33 – 0:15:40
Nur das eine wird als besonders schlecht und verwerflich bewertet und das andere ist,
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0:15:40 – 0:15:47
naja derjenige braucht Unterstützung, Hilfe. Also schon eher positiv bewertet.
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0:15:47 – 0:15:54
Und das ist doppelmoralisch, durch und durch. Aber kommen wir jetzt doch mal auf dieses
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0:15:54 – 0:16:02
interessante Thema "parasoziale Hassbeziehung". Parasozial ist auch so ein Wort. Ich glaube,
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0:16:02 – 0:16:06
wir haben damit so ungefähr vor einem Jahr angefangen, das zu etablieren,
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0:16:06 – 0:16:16
zu einzuführen in diesen Kreisen. Und jetzt wird das schon fast inflationär verwendet. Die Leute
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0:16:16 – 0:16:20
schmeißen das ja mittlerweile um sich herum. Bei manchen habe ich tatsächlich das Gefühl,
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0:16:20 – 0:16:28
sie wissen wovon sie reden und bei anderen, es klingt intellektuell hochwertig. Also verwende
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0:16:28 – 0:16:38
ich solche Wörter. Ätzend. Man sollte solche Sachen schon richtig verwenden können. Jetzt
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0:16:38 – 0:16:44
bin ich jemand, der halt nicht die Wörter immer exakt korrekt aussprechen kann. Böser Schlaganfall,
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0:16:44 – 0:16:52
Böse, böser, böser Schlaganfall. Hätte ich doch den nicht gehabt. Vielleicht könnte ich dann diese
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0:16:52 – 0:17:01
Wörter richtig aussprechen. Ich habe besonders Probleme bei so x Sachen. Das habe ich nie wieder
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0:17:01 – 0:17:10
hingekriegt, obwohl ich da sehr intensive logopädische Erschulung hatte oder Therapie.
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0:17:10 – 0:17:17
Aber ne, das krieg ich nicht so wirklich hin. Deswegen vermeide ich halt x-Konstrukte bei
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0:17:17 – 0:17:25
Wörtern. Xanten ist, das geht noch so halbwegs, aber wenn man halt einen alten König zergt oder
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0:17:25 – 0:17:31
so, das kann schon in gewissen Konstellationen extrem schwierig werden. Und ich spreche es jetzt
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0:17:31 – 0:17:40
auch sehr undeutlich aus. Ist halt schwierig, wenn man halt stellenweise eine leichte Gesichtsparese
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0:17:40 – 0:17:49
hat und halt eine Wortfindungsstörung hat. Naja, ein bisschen Schwund ist ja überall dabei,
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0:17:49 – 0:17:54
sagt man so schön. Aber ich schweife ab und wir sind hier nicht in der Abschweifung,
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0:17:54 – 0:18:02
wir sind hier bei Klarfunk. Aber wir waren ja gerade bei parasozialen Beziehungen oder parasoziale
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0:18:02 – 0:18:10
Hassbeziehung. Wir bauen einseitige Beziehungen zum Menschen in Social Media, auf dem Fernseher,
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0:18:10 – 0:18:23
auf der Leinwand, im Internet auf. Das funktioniert aber nicht nur im positiven Sinn, sondern mit
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0:18:23 – 0:18:33
Sympathie, das funktioniert auch mit Antipathie, geht sogar richtig hin bis Hass und das ist auch
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0:18:33 – 0:18:40
so ein faszinierender Aspekt, denn wenn ich mich da jetzt hinsetze und dann mich darüber aufrege,
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0:18:40 – 0:18:50
empöre, dann schüttet mein Körper Hormone aus, sehr beliebt ist da Dopamin. Das Ganze
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0:18:50 – 0:18:57
aktiviert uns, gibt uns das Gefühl moralisch überlegen zu sein. So nach dem Motto "Guckt mal,
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0:18:57 – 0:19:07
was der schon wieder Dummes tut oder gesagt hat". Es ist quasi die Sucht nach der nächsten Aufregung,
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0:19:07 – 0:19:15
nach der nächsten eigenen Aufregung. Tja, das funktioniert im positiven Sinn wie auch
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0:19:15 – 0:19:22
negativen Sinn. Wenn man sich einen schönen Livestream von jemandem, den man mag, anschaut,
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0:19:22 – 0:19:29
dann ist das halt schon ein starkes Wir-Gefühl. Kann ich bestätigen. Ich schaue schon sehr lange
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0:19:29 – 0:19:38
Livestreams von anderen Leuten. Jemand, der Minecraft spielt und da eine schöne Stadt
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0:19:38 – 0:19:50
aufbaut oder eine schöne Basis und dann mit Automatisation arbeitet und dabei ein bisschen
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0:19:50 – 0:19:58
erklärt und dann Materialien sammelt. Ein anderer, der mit einer Städtesimulation eine Stadt baut
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0:19:58 – 0:20:04
und versucht, die halt im Gleichgewicht zu halten. Ja, das ist positiver Content. Und ja,
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0:20:04 – 0:20:08
Ja, ich mag diesen Content Creator auch.
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0:20:08 – 0:20:12
Nur er weiß nicht, dass ich existiere.
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0:20:12 – 0:20:16
Er hat da keine Ahnung von, überhaupt nicht.
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0:20:16 – 0:20:20
Es gibt aber auch Leute, die ich konsumiere, wo ich mich halt aufrege.
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0:20:20 – 0:20:24
Und ich habe das gleiche Gefühl,
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0:20:24 – 0:20:28
vielleicht sogar ein bisschen stärker, bei den Leuten, die ich nicht mag,
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0:20:28 – 0:20:32
weil ich mich da aufregen kann, ich kann mich empören.
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0:20:32 – 0:20:38
das gesagt? Nein, das hat sie nicht gemacht. Aber um jetzt doch mal auf die Ausgangsfrage
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0:20:38 – 0:20:46
zurückzukommen mit dem Gegenteil von Liebe und Hass und so. Was ist denn nun das wahre Gegenteil
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0:20:46 – 0:20:57
von Liebe oder Fan sein im Netz? Die Antwort ist, wie ich am Anfang schon sagte, Gleichgültigkeit.
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0:20:57 – 0:21:10
Das ist tatsächlich der algorithmische Tod. Das wahre Loslassen, das ist tatsächlich das Wahre.
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0:21:10 – 0:21:23
Die wahre, das wahre Gegenteil von Offense oder auch von Liebe. Also merken wir uns,
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0:21:23 – 0:21:33
Nicht mehr wütend den Dislike-Button drücken oder 500 oder 1000 Zeichen "Hate"-Kommentare
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0:21:33 – 0:21:41
da lassen. Das Gegenteil wäre sowas wie "Weiter scrollen", nicht anklicken, deabonnieren.
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0:21:41 – 0:21:48
Ohne ein Wort zu sagen, nicht so nach dem Motto "Ich kann mir das nicht mal angucken,
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0:21:48 – 0:21:55
ich werde jetzt gehen. Du hast mich so enttäuscht. Solche theatralischen Nachrichten kenne ich auch.
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0:21:55 – 0:22:04
Oder kennen wir. Tja, nur es war mal wieder ein Kommentar. Wieder die Bestätigung für den
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0:22:04 – 0:22:12
Algorithmus, wie relevant der ganze Scheiß ist. Oder um es einfach mal philosophisch auszudrücken,
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0:22:12 – 0:22:21
Die wahre emotionale und algorithmische Distanz entsteht in dem Moment, in dem der Creator in
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0:22:21 – 0:22:30
uns keine Reaktion mehr auslöst, wenn wir aufhören, ihn in unseren wertvollsten Ressourcen zu schenken,
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0:22:30 – 0:22:37
unsere Zeit und unsere Aufmerksamkeit. Und da sind wir dann wieder beim Thema
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0:22:37 – 0:22:46
Aufmerksamkeitsökonomie. Je entpörender der Content ist, umso mehr regen sich die Leute auf,
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0:22:46 – 0:22:55
umso mehr wird das geschaut. Dann guckt man ja auch noch mal nach, ob es neue Kommentare gibt.
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0:22:55 – 0:23:03
Sehen das andere Leute genauso wie ich? Sind da andere der gleichen Meinung wie ich? Hat
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0:23:03 – 0:23:09
jemand anderes aus meiner Bubble schon kommentiert. Und das sind alles Klicks,
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0:23:09 – 0:23:15
Klicks, Klicks und darüber freut sich der Algorithmus. Und hier sind wir auch schon
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0:23:15 – 0:23:22
mal hier bei etwas, ah, nennen wir es mal Culture Action. Ertappt ihr euch beim Hate Watching?
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Welche Kanäle schenkt ihr denn, ja, den, eure Aufmerksamkeit, obwohl ihr sie eigentlich nicht
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schauen wollt, obwohl ihr euch darüber aufregt, obwohl ihr euch darüber empört, was ihr da seht,
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hört. Das könnt ihr mal gerne mal in den Kommentare schreiben. Und vielleicht könnten wir dann auch ein
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bisschen darüber diskutieren, wenn wir alles so unsere Aufmerksamkeit schenken, obwohl wir denjenigen
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überhaupt nicht mögen. Ja, dann würde ich mal sagen, das war's jetzt und ich bedanke mich für
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eure Aufmerksamkeit und wünsche euch allen eine gute Zeit und vor allen Dingen betreibt weniger
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hate watching. tschüss euer hr. sascha
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Gedanken bleiben, Fragen rauch, weiterdenken, weiterfragen, weiterreden.
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Das war KlarFunk. Klar, klar, funk, klarfunk. Reden wir darüber.
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[Musik]
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Willkommen zu KlarFunk, dem neuen Format für Themen, die zu wichtig für schnelle Antworten sind. In dieser Einsteigerfolge widmen wir uns einem faszinierenden Alltagsparadoxon der Social-Media-Welt: Warum verbringen Menschen Stunden damit, Content von Personen zu konsumieren, die sie eigentlich verabscheuen?
Wir werfen einen genauen Blick auf das Phänomen „Hate-Watching“ und die sogenannte parasoziale Hassbeziehung. Dabei analysieren wir, warum sich Anti-Fans strukturell exakt wie Super-Fans verhalten – sie schauen Videos bis zum Ende, abonnieren Benachrichtigungen und kommentieren fleißig. Ihr erfahrt, warum den Algorithmen von YouTube und Co. eure Aufregung völlig egal ist, da jede Form von Interaktion als positiv gewertet wird.
Außerdem sprechen wir über In-Group- und Out-Group-Dynamiken und wie gemeinsame Feindbilder ein starkes Wir-Gefühl in Communitys erzeugen. Wenn der Hass auf eine Person zur zentralen Säule der eigenen Identität wird, wohnt diese Person quasi mietfrei im eigenen Kopf.
Das wichtigste Learning dieser Folge: Das wahre Gegenteil von Fan-Sein ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit. Der algorithmische und emotionale Tod tritt erst ein, wenn wir aufhören, unsere Zeit und Aufmerksamkeit zu verschenken.
Frage an die Community: Ertappt ihr euch selbst beim Hate-Watching? Schreibt es in die Kommentare und lasst uns darüber diskutieren!

Themengliederung:
1. Einleitung & Das Alltagsparadoxon
- Das Format „KlarFunk“: Raum für tiefgehende Themen, die nicht mit einer schnellen Antwort abgetan werden können.
- Die Ausgangsbeobachtung: Die überraschende Erkenntnis, dass Hass Menschen auf Social Media genauso stark verbindet wie Liebe.
- Fans vs. Hater: Warum die größten Anti-Fans und Super-Fans ein identisches Konsumverhalten zeigen, da beide Videos bis zum Ende schauen, abonnieren und kommentieren.
2. Hate-Watching & Die kalte Logik der Algorithmen
- Was ist Hate-Watching? Der bewusste Konsum von Inhalten – etwa Trash-TV oder kontroversen Influencern –, nur um sich darüber zu empören.
- Der blinde Algorithmus: Warum Plattformen nicht zwischen positiver und negativer Kritik unterscheiden und jede Form der Interaktion die Reichweite steigert.
- Die Tracking-Falle: Wie das unbedachte Teilen von Postings und Videos über Messenger die Relevanz des ungeliebten Contents zusätzlich pusht.
3. Gruppen-Dynamiken & Die parasoziale Hassbeziehung
- Gemeinschaft durch Abgrenzung: Wie In-Group- und Out-Group-Mechanismen durch gemeinsame Feindbilder ein starkes „Wir-Gefühl“ erzeugen.
- Mietfrei im Kopf: Wenn das Beobachten des Gegners zu einer zentralen Säule der eigenen Identität wird und dieser ständig erwähnt werden muss.
- Die Sucht nach Empörung: Warum parasoziale Hassbeziehungen Dopamin ausschütten und ein Gefühl moralischer Überlegenheit vermitteln.
- Doppelmoral: Warum exakt dasselbe Verhalten beim favorisierten Content Creator legitimiert, beim Hass-Objekt jedoch sofort abgewertet wird.
4. Fazit: Der wahre Gegenpol
- Die einzige Lösung: Warum nicht der wütende Dislike, sondern die völlige Gleichgültigkeit (Nichtbeachtung und Deabonnieren) der wahre algorithmische und emotionale Tod ist.
- Call to Action: Die offene Frage an die Community, bei welchen Kanälen sie sich selbst beim Hate-Watching ertappt.
Links zur Ausgabe:
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Zugehörige Episoden:
- Drama im Nanokosmos und das geistreiche Schmusekätzchen
- Wenn Diagnosen zur Waffe werden - Therapiesprache, Gruppendruck und YouTube-Doppelmoral
- Wenn YouTube-Drama eskaliert: Ansagen, Abmahnungen und die Grenzen der Empathie
Mitwirkende dieser Episode
Spieldauer: 0:24:48
Tag der Aufnahme: 29.08.26
Diese Folge stammt aus der Staffel 4, es gibt insgesamt 4 Staffeln.
Eine LautFunk Publikationskartell Produktion - Wo Geschichten unüberhörbar übermittelt werden.
Podcast Lizenz:
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