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00:00 – 0:00:10
Liebe Zuhörer, hier ist der zweite und eigentlich geplante erste Teil vom Schweden-League im
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0:00:10 – 0:00:18
Konsumentenland, bevor uns der während dieses Gesprächs live passierende DigiTakt-League
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0:00:18 – 0:00:19
aus dem Konzept geschossen haben.
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0:00:19 – 0:00:27
Deshalb hier im Nachhinein bald, aber sonst relativ ungeschnitten eine zuweil denn ins
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0:00:27 – 0:00:34
philosophische kippende Unterhaltung oder könnte auch sagen Diskurs über die Zusammenhänge
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0:00:34 – 0:00:40
von Kunst und geistiger Gesundheit, über noch viel größere Zusammenhänge von Musik und
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0:00:40 – 0:00:47
Universum, we agree to disagree und irgendwann auch noch über Techno in der Werbung.
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0:00:47 – 0:00:53
Klicks als Leistungsbetrieb und Boops auf Twitch.
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0:00:53 – 0:00:54
Gespräch im Proberaum.
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0:00:54 – 0:00:59
Viel Spaß.
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0:00:59 – 0:01:05
Der Probe-Podcast.
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0:01:05 – 0:01:11
Beim gemütlichen Talk im Proberaum.
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0:01:11 – 0:01:22
Mit unseren Moderatoren Herr Raumwelle, Tobi und Herrn Notstrom.
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0:01:22 – 0:01:29
Viel Spaß.
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0:01:29 – 0:01:45
Und schwere Depression.
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0:01:45 – 0:01:49
Und hat schwere Depression, genau.
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0:01:49 – 0:01:55
Aber meinst du, dass er künstlerisch tätig ist wegen seiner schweren Depression oder
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0:01:55 – 0:02:01
ist er aufgrund seiner künstlerischen Tätigkeit in Depressionen verfallen?
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0:02:01 – 0:02:04
Das weiß man immer nicht so genau, oder?
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0:02:04 – 0:02:08
Ne und jetzt willkommen im zweiten Abschnitt der Sendung.
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0:02:08 – 0:02:13
Das springt doch hin und her heute.
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0:02:13 – 0:02:23
Ich weiß nicht, wenn du dir mal anschaust, ist Berühmtheiten der Schauspieler Robbie
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0:02:23 – 0:02:24
Williams.
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0:02:24 – 0:02:26
Auch depressiv.
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0:02:26 – 0:02:28
Genau, so depressiv.
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0:02:28 – 0:02:29
Hat sich umgebracht.
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0:02:29 – 0:02:31
Genau, deswegen bis zum Suizid.
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0:02:31 – 0:02:37
Der war auf der Bühne immer der lustige Clown.
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0:02:37 – 0:02:41
Ich kann mich noch an verschiedene Serien richtig mit ihnen erinnern.
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0:02:41 – 0:02:44
Da wo er der Außerirdische war, Morg von Org.
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0:02:44 – 0:02:47
Das war einfach nur Klamauk.
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0:02:47 – 0:02:50
Ja und schwer depressiv der Mann.
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0:02:50 – 0:02:52
Ich meine, fantastischer Schauspieler.
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0:02:52 – 0:02:58
Dann Jim Carrey ja auch, hab ich ja gerade gesagt.
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0:02:58 – 0:03:05
Kann ich ein Gegenbeispiel bringen?
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0:03:05 – 0:03:07
Ich hab's heute irgendwie mit Namen.
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0:03:07 – 0:03:10
Mir fallen sie nicht ein.
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0:03:10 – 0:03:14
Kennt ihr "Zurück in die Zukunft"?
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0:03:14 – 0:03:19
Ja, du meinst hier den jungen Michael J. Fox?
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0:03:19 – 0:03:23
Der ist nicht mehr jung, der ist ungefähr so alt wie wir.
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0:03:23 – 0:03:30
Michael J. Fox hat in relativ jungen Jahren halt die Nachricht bekommen, dass er Parkinson
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0:03:30 – 0:03:31
hat.
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0:03:31 – 0:03:32
Ja, mit 29.
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0:03:32 – 0:03:33
Mit 29.
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0:03:33 – 0:03:40
Und das hat ihn aber nicht davon abgehalten, weiterhin einfach Schauspieler zu sein.
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0:03:40 – 0:03:47
Und er hat jetzt zum Beispiel über seine Parkinson-Krankheit, lief auf Apple TV, lief
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0:03:47 – 0:03:52
halt ein Dokumentarfilm über genau seine Krankheit, den er dann halt gedreht hat.
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0:03:52 – 0:03:54
Und er ist auch als Regisseur aktiv.
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0:03:54 – 0:03:57
Er musste aber als Schauspieler aufhören.
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0:03:57 – 0:03:59
Als Schauspieler musste er aufhören, ja.
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0:03:59 – 0:04:04
Der hatte ja zum Schluss gehabt, diese Serie, wo er doch der Berater war von so einem Bürgermeister,
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0:04:04 – 0:04:06
so einer Comedy-Ding.
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0:04:06 – 0:04:12
Und die haben es zwar hingekriegt gehabt, lange Zeit lang, dass man das nicht so mitbekommt,
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0:04:12 – 0:04:14
dass man es nicht sieht.
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0:04:14 – 0:04:18
Aber irgendwann mal wurden die Ausfälle, die er dann hatte, halt immer größer.
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0:04:18 – 0:04:20
Und man konnte es einfach nicht mehr verstecken.
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0:04:20 – 0:04:24
Und dann haben sie quasi ihn in dieser Serie beendet.
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0:04:24 – 0:04:30
So, und in diesem Dokumentarfilm, da spielt er sich halt selber.
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0:04:30 – 0:04:40
Und er spielt quasi vor, das haben sie sehr gut gemacht, wie er halt, ja, erkrankt.
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0:04:40 – 0:04:48
Und er spielt sich dann auch selber mit Erkrankung und so weiter.
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0:04:48 – 0:04:54
Und er macht das auf eine sehr charmante Art und Weise, wo man denkt so,
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0:04:54 – 0:05:00
okay, er kann sich nicht mehr so richtig bewegen und so, und er braucht Hilfe bei einigen Sachen und so.
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0:05:00 – 0:05:03
Aber eigentlich ist er doch ein total cooler Dude.
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0:05:03 – 0:05:07
Und irgendwie mit sich im Reinen.
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0:05:07 – 0:05:10
Macht auch keinen schwerst depressiven Eindruck.
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0:05:10 – 0:05:14
Ist aber super kreativ.
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0:05:14 – 0:05:18
Ja, Menschen sind unterschiedlich.
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0:05:18 – 0:05:22
Ich weiß nicht, ob du das schon wusstest, aber Menschen sind alle unterschiedlich.
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0:05:22 – 0:05:24
Nein, wie kommst du denn?
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0:05:24 – 0:05:26
Ich hab immer gedacht, dass alle gleich sind.
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0:05:26 – 0:05:29
Nein, das ist klar. Natürlich sind alle unterschiedlich.
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0:05:29 – 0:05:34
Ich find's nur so faszinierend, weil du hast so ein wirklich,
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0:05:34 – 0:05:38
so ein, das sind ja mehr Extrembeispiele, über die wir hier reden.
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0:05:38 – 0:05:44
Wenn wir hier zum Beispiel über, wie heißt die Sängerin, die sich totgesoffen hat?
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0:05:44 – 0:05:49
Nicht Taylor Swift, die andere?
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0:05:49 – 0:05:51
Die mit den schwarzen Haaren.
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0:05:51 – 0:05:54
So stark geschminkt war immer. Wie hieß die denn noch?
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0:05:54 – 0:05:58
Ja, ich hörte gerade das Lied, das letzte, was er da gesungen hat.
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0:05:58 – 0:06:00
Ach Gott, wie hieß die gute Dame?
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0:06:00 – 0:06:05
Also es sind ja immer so Extrembeispiele.
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0:06:05 – 0:06:08
Michael Jackson zum Beispiel war ja auch so ein Extrembeispiel.
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0:06:08 – 0:06:11
Aber es gibt auch Künstler, bei denen das halt nicht so ist.
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0:06:11 – 0:06:16
Siehe Michael J. Fox, der zwar ein sehr schlimmes Schicksal leidet,
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0:06:16 – 0:06:22
aber es trotzdem schafft, irgendwie damit umzugehen.
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0:06:22 – 0:06:26
Was will ich damit sagen?
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0:06:26 – 0:06:31
Dass es einfach interessant ist, zu beobachten, wie unterschiedlich das abläuft.
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0:06:31 – 0:06:39
Viele Musiker, bleiben wir mal bei den Musikern, scheinen an ihren Depressionen zu zerbrechen,
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0:06:39 – 0:06:45
obwohl sie erfolgreich sind.
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0:06:45 – 0:06:53
Das bedeutet, dass sie sich halt nur ausdrücken,
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0:06:53 – 0:06:57
dass dabei vielleicht auch großartige Kunstwerke zustande kommen.
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0:06:57 – 0:07:02
Es gibt sicherlich aber auch ebenso viele unbekannte Künstler,
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0:07:02 – 0:07:06
die Depressionen haben und großartige Musik machen.
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0:07:06 – 0:07:09
Und auch an Alkoholismus sterben.
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0:07:09 – 0:07:15
Wir hatten im Forum, glaube ich, vor zwei Jahren jemanden, der sich totgesoffen hat.
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0:07:15 – 0:07:22
Und ja, der hat halt viel Drone-Musik gemacht.
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0:07:22 – 0:07:27
Das hat er hauptsächlich am Computer gemacht.
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0:07:27 – 0:07:30
Und dem war nachher auch nicht mehr zu helfen.
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0:07:30 – 0:07:32
Er hat einfach aufgegeben.
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0:07:32 – 0:07:36
Ja, irgendwann mal ist halt alles so kaputt, dann geht nichts mehr.
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0:07:36 – 0:07:39
Vor allem bei Alkoholismus, ne?
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0:07:39 – 0:07:43
Multiorganversagen und dann...
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0:07:43 – 0:07:49
Ich kann ja nur aus meiner eigenen Perspektive und Erfahrung sagen,
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0:07:49 – 0:07:55
ich hatte verschiedene Lebensphasen, die halt mal besser waren oder schwieriger waren.
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0:07:55 – 0:08:02
Und ich war am kreativsten nach einer Trennung
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0:08:02 – 0:08:08
oder während einer ordentlichen depressiven Phase,
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0:08:08 – 0:08:11
die auch zum Klinikaufenthalt führte.
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0:08:11 – 0:08:14
Aber ich war sowas von produktiv gewesen.
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0:08:14 – 0:08:17
Und da gibt es auch sogar einen Fachausdruck für.
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0:08:17 – 0:08:21
Hochfunktionale Depressivität.
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0:08:21 – 0:08:25
Das heißt im Endeffekt, dass du nach außen hin relativ normal wirkst,
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0:08:25 – 0:08:31
aber du selber halt am Leiden bist.
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0:08:31 – 0:08:37
Und bei mir war es halt so gewesen, ich bin arbeiten gegangen,
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0:08:37 – 0:08:40
ich bin zur Schule gegangen oder ich bin auch studieren gegangen.
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0:08:40 – 0:08:42
Und zu Hause habe ich halt gelitten.
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0:08:42 – 0:08:47
Und dann habe ich mich halt vor den Rechner gesetzt und habe Musik gemacht.
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0:08:47 – 0:08:53
Und das war so krass gewesen, dass ich manchmal zwei komplette Lieder
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0:08:53 – 0:08:56
in der Woche fertig gemacht habe.
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0:08:56 – 0:08:58
Mhm.
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0:08:58 – 0:09:02
Und das war ein Knaller.
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0:09:02 – 0:09:04
Das ist damals...
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0:09:04 – 0:09:07
Ja, einige Beispiele haben wir ja gehört vor einigen Folgen.
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0:09:07 – 0:09:12
Da sind ja nur wenige Beispiele gewesen, aber da war ein richtiger Knaller gewesen.
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0:09:12 – 0:09:19
Und das ist damals im Electronic Attack Forum also richtig durch die Decke gegangen.
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0:09:19 – 0:09:21
Also die haben auch alle gemeint gehabt,
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0:09:21 – 0:09:23
hättest du das mal etwas früher veröffentlicht,
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0:09:23 – 0:09:27
dann hättest du richtig eine Karriere mit starten können.
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0:09:27 – 0:09:31
Und das habe ich wirklich wochenweise rausgehauen.
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0:09:31 – 0:09:35
Aber es war halt die Alternative zum vor den nächsten Bus laufen, oder?
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0:09:35 – 0:09:37
Definitiv.
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0:09:37 – 0:09:42
Ja, da sehe ich mich mit meiner produktiven Kunst auch.
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0:09:42 – 0:09:46
Du machst entweder Kunst oder du machst was kaputt.
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0:09:46 – 0:09:48
Vorzugsweise dich.
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0:09:48 – 0:09:53
Richtig. Und das maximal.
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0:09:53 – 0:09:57
Ja, also ich behaupte, Halb-Elen-Kunst gibt es auch,
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0:09:57 – 0:10:01
aber die ist dann größtenteils eigentlich redundant.
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0:10:01 – 0:10:05
Ich meine, das Beispiel Picasso zeigt ja, ne?
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0:10:05 – 0:10:09
War das Picasso oder war? Wer hat sich das überhaupt geschnitten?
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0:10:09 – 0:10:11
Das war Picasso.
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0:10:11 – 0:10:13
Ja gut, da siehst du, da sieht es.
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0:10:13 – 0:10:14
War Van Gogh.
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0:10:14 – 0:10:17
Nee, Quatsch, das war ein Holländer, das war Van Gogh.
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0:10:17 – 0:10:21
Entschuldigung, entschuldige lieber, Picasso.
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0:10:21 – 0:10:27
Picasso war der gewesen mit der drei Strichen, mal ich ihn hier, ein Stier.
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0:10:27 – 0:10:35
Was ich meinte, war gewesen, der Mann war zu seinen Lebzeiten ständig pleite
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0:10:35 – 0:10:41
und ist den Wahnsinn verfallen, so weit, dass er sich selber ein Ohr abgeschnitten hat.
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0:10:41 – 0:10:47
Und nach seinem Tod entdeckte die Welt auf einmal den Wert seiner Bilder.
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0:10:47 – 0:10:52
Nee, die Welt kam und hat den Bildern diesen Wert gegeben.
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0:10:52 – 0:10:57
Ja, aber von der künstlerischen Seite, nicht finanziell, nicht das monetäre.
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0:10:57 – 0:11:02
Ich meine von der künstlerischen Seite entdeckte die Welt den Wert.
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0:11:02 – 0:11:05
Mal eine ganz blöde Frage von der Seite.
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0:11:05 – 0:11:14
Würde ein Van Gogh heutzutage auch so erfolgreich sein?
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0:11:14 – 0:11:15
Gute Frage.
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0:11:15 – 0:11:16
Oder würde er, würde er…
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0:11:16 – 0:11:20
Da stellt sich ja auch die Frage, wie wird man dann heute erfolgreich?
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0:11:20 – 0:11:22
Was sind die Parameter, wo man heute erfolgreich wird?
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0:11:22 – 0:11:25
Einfach nur das Gleiche machen ist ja irgendwie nicht drin, oder?
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0:11:25 – 0:11:26
Nee.
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0:11:26 – 0:11:30
Ich war jetzt neulich in einer Ausstellung von, wie ist der Typ,
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0:11:30 – 0:11:33
der überall Leuchtstoffröhren einfach aufgestellt hat.
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0:11:33 – 0:11:39
Es waren nur Leuchtstoffröhren, aber er war halt in den 60ern damit einer der Ersten, oder?
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0:11:39 – 0:11:43
Der halt unglaublich viele Leuchtstoffröhren aufgebaut hat.
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0:11:43 – 0:11:50
Und der konnte damit eine Karriere machen, politischen Aktivismus und Sonderausstellungen.
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0:11:50 – 0:11:55
Dann ist er halt irgendwann gestorben, aber wenn ich jetzt heute hinkomme und Leuchtstoffröhren aufstelle,
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0:11:55 – 0:11:59
dann würden die Leute halt sagen, ja, das gibt's ja schon.
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0:11:59 – 0:12:01
Oder du machst Kraftwerk, ne?
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0:12:01 – 0:12:06
Neonlicht, wunderbares Neonlicht.
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0:12:06 – 0:12:09
Aber das war ja auch 70er, oder?
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0:12:09 – 0:12:11
Ich weiß es nicht.
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0:12:11 – 0:12:14
Ich kann mir jetzt den Kindern heutzutage erklären, dass wenn sie die Neonröhre von der Decke boxen,
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0:12:14 – 0:12:16
dass das gefährlich wird.
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0:12:16 – 0:12:21
Ja, das kannst du denen auch physikalisch erklären, was da passiert, aber ein anderes Thema, ein anderes Format.
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0:12:21 – 0:12:24
Physik für Zehnjährige, Junge.
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0:12:24 – 0:12:28
Ich ersetze den Bums einfach mit LED in Zukunft.
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0:12:28 – 0:12:31
Ist auch stromschwanger.
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0:12:31 – 0:12:37
Ja, ich überlege immer noch, ob das eine das andere bedingt,
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0:12:37 – 0:12:42
weil wir hatten jetzt zum Beispiel den Martin Stürzer im Interview, der ja sehr produktiv ist.
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0:12:42 – 0:12:44
Der ist ja extrem produktiv.
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0:12:44 – 0:12:52
Und wir reden ja auch mit unseren Gästen immer wieder über Kreativität.
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0:12:52 – 0:12:58
Und Martin machte auf mich überhaupt keinen depressiven Eindruck, ganz im Gegenteil.
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0:12:58 – 0:13:04
Das ist ein cooler Dude und der macht einfach.
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0:13:04 – 0:13:14
Oder wenn ich mir so andere YouTuber anschaue, zum Beispiel den Allsides-Beliebten Andrew Huang,
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0:13:14 – 0:13:17
der ist ja wahnsinnig kreativ.
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0:13:17 – 0:13:23
Der sprudelt ja nur so vor Ideen und der macht auch ständig irgendwas.
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0:13:23 – 0:13:31
Jetzt hat er, glaube ich, mit der Blue Man Group irgendwas zusammen gemacht, was ziemlich geil ist.
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0:13:31 – 0:13:34
Der macht auch auf mich keinen depressiven Eindruck.
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0:13:34 – 0:13:36
Also ich weiß nicht, ob das immer so sein muss.
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0:13:36 – 0:13:38
Nein, das muss nicht sein.
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0:13:38 – 0:13:46
Wenn man wirklich Kunstwerke schaffen möchte, dass man dann auch einen Leidensdruck haben muss.
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0:13:46 – 0:13:48
Das ist vielleicht bei einigen Menschen so.
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0:13:48 – 0:13:50
Und ja, man drückt sich dann aus.
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0:13:50 – 0:13:55
Aber muss das wirklich so sein, um so kreativ zu sein?
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0:13:55 – 0:13:58
Oder hat das eher was mit der Anbindung?
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0:13:58 – 0:14:05
Ich sage dir jetzt mal spirituell, hat das eher was mit der Anbindung an das Universum zu tun?
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0:14:05 – 0:14:07
Wenn du so willst, auch an den lieben Gott?
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0:14:07 – 0:14:10
Nein.
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0:14:10 – 0:14:15
Also es gibt Menschen, die geben sich ihrer Depressivität hin.
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0:14:15 – 0:14:19
Ich zitiere jetzt mal eine Patientin, die ich mal kennengelernt habe.
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0:14:19 – 0:14:25
"Ich schließe mich, halte meinen depressiven Turm ein und genieße das Leben."
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0:14:25 – 0:14:29
Sie wollte das. Sie fand das für sich gut.
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0:14:29 – 0:14:34
Andere gehen hin und haben den Drang, irgendwas zu schaffen.
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0:14:34 – 0:14:40
Sie malen Bilder, die anderen schreiben Texte, machen Musik.
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0:14:40 – 0:14:43
Irgendwas Kreatives zum Ausdrücken.
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0:14:43 – 0:14:47
Werden Politiker.
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0:14:47 – 0:14:49
Zum Beispiel.
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0:14:49 – 0:14:54
"Die Welt hasst mich, also mache ich das, wie andere die Welt anfassen."
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0:14:54 – 0:15:01
Andere gehen hin und sind so produktiv.
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0:15:01 – 0:15:10
Andere, manisch-depressive Menschen, haben ein extremes Hoch, wo sie viel machen.
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0:15:10 – 0:15:17
Nicht unbedingt was Künstlerisches schaffen, aber diesen Drang, was zu machen.
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0:15:17 – 0:15:23
Und dann haben sie wieder Phasen, wo sie so was von niedergeschlagen sind,
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0:15:23 – 0:15:27
dass es schon wirklich traurig ist, mit anzusehen.
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0:15:27 – 0:15:30
Jeder Mensch geht damit anders um.
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0:15:30 – 0:15:35
Manche sind hochproduktiv und kreativ, aber ich bin mir sicher,
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0:15:35 – 0:15:39
dass so hell wie das Licht da brennt, diese Flamme ist,
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0:15:39 – 0:15:44
dass es dann halt auf anderen Seiten auch irgendwo immer was gibt, wo es was kostet.
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0:15:44 – 0:15:50
Du kannst ja nicht immer nur Energie reininvestieren und überall was rausziehen.
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0:15:50 – 0:15:55
Das geht nicht. Irgendwo hast du immer einen Punkt, wo die Rechnung kommt.
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0:15:55 – 0:16:01
Und ich denke mal, du siehst, was du auf YouTube, auf den Videos siehst,
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0:16:01 – 0:16:05
ja immer nur einen kleinen Teil. Das ist ja das, was die Leute von einem zeigen.
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0:16:05 – 0:16:09
Also der Andrew Huang geht da ja relativ offen mit um.
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0:16:09 – 0:16:15
Am Anfang seiner Karriere hat er ja dann, glaube wöchentlich, die Videos rausgehauen.
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0:16:15 – 0:16:20
Und irgendwann hat er gesagt, liebe Leute, ich kann nicht mehr.
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0:16:20 – 0:16:26
Ich werde jetzt vielleicht alle zwei Wochen höchstens mal oder alle drei Wochen mal ein Video raushauen.
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0:16:26 – 0:16:30
Hat dann einfach seine Taktzahl verändert.
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Was aber irgendwie dazu geführt hat, dass er trotzdem immer mehr Abonnenten bekommen hat,
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0:16:37 – 0:16:42
weil er gleichzeitig auch wirklich coole Sachen gemacht hat.
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0:16:42 – 0:16:48
Also das ist kein Wunder. Also wenn du nur noch Content ausscheißt,
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0:16:48 – 0:16:54
das Zeitalter von zwei Videos die Woche, die Krachtentheorien, die sind um.
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0:16:54 – 0:16:57
Also es gibt so viel Content Creator.
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0:16:57 – 0:17:03
Ich glaube, die Leute, die monatlich was raushauen und damit super laufen, das sind die Großen.
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0:17:03 – 0:17:09
Da hast du auch Platz für ein paar von denen, die zu abonnieren und für das ist die Abo-Box ja auch da.
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0:17:09 – 0:17:12
Als Bookmark für, wenn die Leute mal was Neues machen.
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0:17:12 – 0:17:15
Und dann haben sie ja noch ihre Patreons, das kommt ja auch noch dazu.
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0:17:15 – 0:17:21
So 1000 Patreons hat er, ich weiß nicht wie viele er hat, oder 10.000 oder so.
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0:17:21 – 0:17:28
Da kannst du natürlich auch dich in Ruhe hinsetzen und kannst da ordentlichen Content produzieren einmal im Monat.
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0:17:28 – 0:17:33
Ja und ich meine, du kannst auch ein bisschen auf Halde arbeiten, das machen wir ja hier gerade auch.
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0:17:33 – 0:17:39
Wir nehmen drei Ausgaben auf im April und hauen die dann im Laufe des Mais raus.
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0:17:39 – 0:17:42
Also die Superboof-Folge, die war live, keine Sorge.
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0:17:42 – 0:17:46
April, macht was er will. Die Superboof, naja, schauen wir mal.
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0:17:46 – 0:17:51
Vielleicht kommen ja auch gar keine Synthesizer, sondern nur Euro-Rec-Module.
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0:17:51 – 0:18:01
Leute, ich muss da mal merken, so ein Rec-Modul ist immerhin ein Teil eines Synthesizers.
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0:18:01 – 0:18:03
Also würdigt es.
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0:18:03 – 0:18:09
Ja, ganz viele davon sind dann ein Synthesizer und das macht einstimmige Vorratsgeräusche.
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0:18:09 – 0:18:11
Ich schweife schon wieder ab.
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0:18:11 – 0:18:14
Ja, jetzt mal Sport beiseite, Leute. Zwei Sachen.
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0:18:14 – 0:18:18
Erstens Produktivität, zweitens Gott, ich geh mal chronologisch durch.
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0:18:18 – 0:18:21
Also ne, nicht chronologisch, aber ich trenne es mal auf.
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0:18:21 – 0:18:24
Ich glaube Produktivität und Kunst würde ich trennen.
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0:18:24 – 0:18:31
Weil noch in der Zeit, wo ich gearbeitet habe, im musikalischen Bereich ein Output haben musste,
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0:18:31 – 0:18:36
da würde ich den A nicht als Kunst betiteln und B war der unabhängig von meinem Launen.
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0:18:36 – 0:18:42
Also auch diese Jam-Sessions, die haue ich raus, wenn es mir super geht, die haue ich raus, wenn es mir scheiße geht,
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0:18:42 – 0:18:45
die haue ich raus, wenn ich eine machen will, weißt du.
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0:18:45 – 0:18:55
Also Dieter Bohlen, ich wollte dir gerade beipflichten, du hast recht, also Produktivität muss man von Kunst trennen.
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0:18:55 – 0:19:07
Dieter Bohlen zum Beispiel hat dieses Pop-Prinzip verstanden und der scheißt dir einen Pop-Song innerhalb von weniger Zeit sehr effizient raus.
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0:19:07 – 0:19:08
Richtig.
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0:19:08 – 0:19:11
Weil er einfach die Formel dafür kennt im Kopf.
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0:19:11 – 0:19:19
Ich denke, wir werden da alle mittelfristig von Chatterty beerbt oder Suna AI oder wie der Bums heißt.
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0:19:19 – 0:19:23
Das ist das Ergebnis davon. Das ist sozusagen die Krönung von dem Ganzen.
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0:19:23 – 0:19:29
Dass du eine Suna AI hast, die dir genau diese Tätigkeit dann sozusagen abnimmt.
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0:19:29 – 0:19:38
Wobei ich da den Peter beipflichten möchte, der mir da geschrieben hatte, als ich mich mit ihm darüber ausgetauscht habe,
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0:19:38 – 0:19:47
über das Thema, der dann meinte, irgendwie die Leute, diese Macher dieser KI haben irgendwas nicht verstanden,
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0:19:47 – 0:19:54
weil das Ding soll mir doch das Machen der Steuererklärung abnehmen und mir nicht das Musikmachen abnehmen.
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0:19:54 – 0:20:01
Das macht mir doch Spaß. Wie soll ich mich denn jetzt in meiner Freizeit vergnügen? Mit der Steuererklärung?
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0:20:01 – 0:20:03
Richtig.
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0:20:03 – 0:20:07
Da hat er total recht mit. Das ist wirklich so.
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0:20:07 – 0:20:13
Aber das ist ein Nebenkriegsschauplatz. Da können wir gleich auch nochmal drüber reden.
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0:20:13 – 0:20:15
Du wolltest auf einen Punkt hinaus.
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0:20:15 – 0:20:21
Ja, genau. Einen YouTube-Kanal voll scheißen, das kann ich unabhängig meiner Laune.
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0:20:21 – 0:20:29
Ich behaupte mal, einen Song zu schreiben, der wirklich thematisch tief geht und der auch ein bisschen mit mir selbst zu tun hat,
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0:20:29 – 0:20:35
den schreibe ich dir nicht, je nachdem, in welcher Stimmung ich gerade bin.
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0:20:35 – 0:20:42
Oder auch mal was, was... Es gibt so Jam-Sessions, die guckst du dir an und merkst,
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0:20:42 – 0:20:46
da habe ich halt eine Session gemacht, weil ich eine Session machen wollte.
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0:20:46 – 0:20:51
Und es gibt andere, die ich mir anschaue und mir denke, ach, die Idee, die ist einfach gut.
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0:20:51 – 0:20:56
Du merkst dann halt so diesen Vibe. Und du hast ja vorher noch Gott erwähnt.
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0:20:56 – 0:21:02
Ich kann ja nochmal so ein bisschen aus der evangelikalen Musikszene plaudern, weil ich die halt relativ gut kenne.
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0:21:02 – 0:21:07
Einfach die Art und Weise, wie die mir halt die letzten Jahre so ein bisschen begegnet ist
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0:21:07 – 0:21:11
und wie ich da auch so zwischendurch mal mit zu tun hatte.
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0:21:11 – 0:21:21
Es gibt, ich sag mal, Institutionen. Das können große, ich sag mal, Kirchenprojekte sein, das können Bands sein.
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0:21:21 – 0:21:31
Aber einfach, das ist so eine Industrie, die scheißt dich zu mit Musik als Gebrauchsgegenstand, weißt du?
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0:21:31 – 0:21:41
Eine Kirche, deine Megakirche braucht neue Songs zum Singen und deine Kirchengänger haben Kinder,
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0:21:41 – 0:21:48
die würden den bösen Heavy Metal hören. Deswegen musst du jetzt gut einen Heavy Metal machen, der keine bösen Wörter sagt.
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0:21:50 – 0:21:53
Und Sascha, du wolltest noch irgendwas ergänzen, oder?
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0:21:53 – 0:22:00
Ne, mir geht gerade nur halt diese eine South Park Folge durch den Kopf, wo sie halt eine Christenrockband gemacht haben,
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0:22:00 – 0:22:07
total deep und so. Und im Endeffekt hat Cartman ja nur das Geld, den er in den Kopf hatte.
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0:22:07 – 0:22:17
Ich habe eine Zeit lang mal in so einem kleinen Studio in Rechtenhausen gejobbt
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0:22:17 – 0:22:25
und hab dann halt die ganzen Lokalmusiker, die sich für weiß was für Talente gehalten haben, aufgenommen.
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0:22:25 – 0:22:31
Und dann musste ich auch manchmal noch einen Basslauf oder so programmieren und basteln für dafür.
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0:22:31 – 0:22:38
Und was ich da musikalisch manchmal abgeliefert habe, das war Dreck.
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0:22:38 – 0:22:43
Richtiger Dreck, weil das war lieblos, das war ein Job, das war bezahlt.
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0:22:43 – 0:22:45
Wisst ihr, was ich meine?
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0:22:45 – 0:22:46
Ja, total.
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0:22:46 – 0:22:50
Ich hab einmal das Buch "Die Popformel" gelesen und dann wusste ich,
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0:22:50 – 0:22:55
diese Akkordfolgen und so, das passt alles, das stimmt, das wird was.
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0:22:55 – 0:23:02
Und wenn der Typ dann das Mikrofon gehaucht hat, halbwegs Talent hatte, dann konnte das auch was werden.
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0:23:02 – 0:23:05
Aber das war seelenlos, da war nix mit Liebe dran.
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0:23:05 – 0:23:13
Und wenn ich dann zu Hause gesessen habe und hab dann halt so einen progressiven Goa-Track gebastelt,
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0:23:13 – 0:23:17
da war Herz drin, da war Liebe drin, da war Liebe zum Detail.
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0:23:17 – 0:23:25
Selbst in meiner schlimmsten Phasen, wo ich hochsuizidal war, war da immer noch Liebe drin.
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0:23:25 – 0:23:32
Weil obwohl es so viel Traurigkeit in mir war, war da aber auch etwas Liebe da.
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0:23:32 – 0:23:38
Du kannst es nennen, wie du willst, aber es war etwas Positives da.
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0:23:38 – 0:23:41
Also stimmt meine These.
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0:23:41 – 0:23:46
Die große Kunst hat die Anbindung ans Universum.
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0:23:46 – 0:23:55
Der Künstler ist nur ein Gefäß oder Durchlauferhitzer, um das Ganze in eine,
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0:23:55 – 0:24:06
ich sag mal, diese göttliche Energie, diese Universumsenergie in eine physische Form zu bringen.
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0:24:06 – 0:24:11
Im Fall von Musik, wir hatten ja auch schon mal drüber gesprochen,
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0:24:11 – 0:24:18
Musik ist die einzige Kunstform, die nur im Augenblick existiert.
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0:24:18 – 0:24:20
Existiert.
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0:24:20 – 0:24:21
Ja.
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0:24:21 – 0:24:29
Für den Hauch des Augenblicks, den du spüren kannst, ansonsten ist Musik weg.
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0:24:29 – 0:24:36
Ich weiß nicht, ob man es jetzt so metaphysisch, universal, spirituell angehen sollte wie du,
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0:24:36 – 0:24:41
aber was ich halt noch sagen wollte, gerade noch zur Frauenmusikszene.
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0:24:41 – 0:24:47
Es gibt einen Musiker, Neil Morse, der war Sessionmusiker in L.A.,
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0:24:47 – 0:24:52
der hat eine Progressive Rock Band gegründet, hat ein paar Alben gemacht
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0:24:52 – 0:24:58
und der hat irgendwann zu Gott gefunden, wie man so schön sagt.
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0:24:58 – 0:25:03
Dem hat dann Gott eines Tages, nach eigener Aussage beim Joggen gesagt,
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0:25:03 – 0:25:11
hör auf, Neil, stopp mit der Band, Schluss, du musst jetzt was Eigenes machen.
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0:25:11 – 0:25:17
Dann hat er geschrieben über seine Bekehrung, das kam auch erstaunlich gut an
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0:25:17 – 0:25:22
und die Frauenmusikszene war wirklich aus dem Häuschen, so nach dem Motto,
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0:25:22 – 0:25:26
ja, ja, ja, genau, super, den schicken wir jetzt durch die großen Kirchen,
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0:25:26 – 0:25:29
den schicken wir jetzt über unsere Festivals, oder so,
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0:25:29 – 0:25:32
gerade die christliche Musikszene hatte gerade so ihren Downer,
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0:25:32 – 0:25:35
aber hier ist einer, der euphorisch von seiner eigenen Bekehrung
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0:25:35 – 0:25:38
und von dem, was Gott in seinem Leben macht, erzählt.
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0:25:38 – 0:25:43
Und Morse war halt so, nee, fickt euch, ich will kein Teil eurer Industrie sein,
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0:25:43 – 0:25:48
ich habe hier Venues gebucht, noch für die alte Band in Europa,
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0:25:48 – 0:25:52
ich gehe jetzt in die düstersten, verkommensten Metal-Schuppen
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0:25:52 – 0:25:57
und predige den Leuten da die Balken von der Decke,
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0:25:57 – 0:26:01
oder da ist er hingestanden, hat in seinem 3 Stunden progressiv-Rock-Konzert
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0:26:01 – 0:26:04
noch eine halbstündige Predigt gehalten, oder?
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0:26:04 – 0:26:08
Und die christliche Szene war sauer, weil sie wussten genau,
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0:26:08 – 0:26:10
sie konnten ihn nicht einspannen, oder?
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0:26:10 – 0:26:15
Und der Typ war on fire für das, was er geglaubt hat, bis heute.
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0:26:15 – 0:26:18
Also die Konzerte sind ein bisschen weniger, ich war mal, glaube ich,
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0:26:18 – 0:26:23
vor zwei Jahren mal da, auf der aktuellen Tour, die Musik ist immer noch fromm,
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0:26:23 – 0:26:29
die Konzerte sind ein bisschen weniger akut wie damals,
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0:26:29 – 0:26:33
und die ganze Industrie ist bis heute sauer auf den Typen,
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0:26:33 – 0:26:35
weil der lässt sich nicht einspannen.
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0:26:35 – 0:26:37
Und wenn man das ein bisschen in der Größenordnung versteht,
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0:26:37 – 0:26:41
oder wie wichtig Bands sind, die quasi sich in dieses,
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0:26:41 – 0:26:45
ich sag mal, in dieses theokratische, weil das wird es ja mittlerweile,
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0:26:45 – 0:26:48
in dieses amerikanisch-theokratische Bild einfügen, oder,
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0:26:48 – 0:26:50
dann ist der Typ ein Störfaktor.
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0:26:50 – 0:26:52
Und ich glaube halt, dass genau das der Aspekt ist,
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0:26:52 – 0:26:56
dass wenn du jemanden hast, oder wie Martin Luther mal so schön gesagt hat,
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0:26:56 – 0:26:58
und da hat, glaube ich, auch nur irgendwie ein neues Testament zitiert,
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0:26:58 – 0:27:01
"Wovon das Herz voll ist, geht der Mond über."
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0:27:01 – 0:27:07
Also, wenn du einen Künstler hast, der wirklich auch künstlerisch das verkündet,
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0:27:07 – 0:27:10
was er auch lebt, oder, dann hast du einen ganz anderen Vibe,
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0:27:10 – 0:27:14
als wenn du in der Industrie hast, die nur Produkte ausscheißt.
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0:27:14 – 0:27:17
Ich verstehe deinen Punkt, aber darum geht es mir nicht.
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0:27:17 – 0:27:20
Es geht mir nicht darum, christliche Musik zu machen.
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0:27:20 – 0:27:21
Das glaube ich auch nicht.
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0:27:21 – 0:27:23
Nee, mir auch nicht.
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0:27:23 – 0:27:28
Mir geht es darum, dass es halt für alles, glaube ich, einen Markt gibt,
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0:27:28 – 0:27:31
und die Frage ist, ob man für diesen Markt produziert,
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0:27:31 – 0:27:35
oder ob man für sich musiziert.
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0:27:35 – 0:27:37
Ist das verständlicher?
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0:27:37 – 0:27:40
Ich rede mal jetzt nur von mir.
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0:27:40 – 0:27:48
Ich versuche keinen Markt oder sonst irgendwie was anzuzapfen,
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0:27:48 – 0:27:54
sondern ich versuche die Musik zu machen, von der ich glaube,
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0:27:54 – 0:27:58
dass sie mir selber gut gefällt.
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0:27:58 – 0:28:00
Hm, okay.
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0:28:00 – 0:28:05
Ja, man veröffentlicht ja keine Musik, wo man sagt, diese Scheiße.
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0:28:05 – 0:28:15
Ich meine, wenn dann haben andere Leute die Musik, die ich verbrochen habe, veröffentlicht.
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0:28:15 – 0:28:20
Nein, mir geht es darum, dass jeder Mensch versucht,
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0:28:20 – 0:28:23
sich halt künstlerisch kreativ auszudrücken.
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0:28:23 – 0:28:26
Wir einen mit Schreiben, anderen mit Malen,
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0:28:26 – 0:28:31
wir anderen mit auf dem Kampf blasen oder mit unter der Badewanne singen.
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0:28:31 – 0:28:39
Was ich versuche damit zu sagen ist, dass du, wenn du kreativ bist,
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0:28:39 – 0:28:44
lass es mich anders formulieren, lass es mich als Frage formulieren,
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0:28:44 – 0:28:49
wo kommt diese Kreativität her, wo kommt dieses Künstlerische her?
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0:28:49 – 0:28:56
Weil ich habe ja die These aufgestellt, dass das halt durch die Anbindung des Künstlers ans Universum,
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0:28:56 – 0:29:03
ans große Universum daherkommt und er nur das Werkzeug des Universums ist,
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0:29:03 – 0:29:07
um die Musik halt für den Augenblick zu erschaffen.
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0:29:07 – 0:29:11
Dass wir das mit modernen Technologien aufzeichnen können,
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0:29:11 – 0:29:17
ist eine zivilisatorische Errungenschaft.
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0:29:17 – 0:29:21
Ich weiß nicht, wie das vor 10.000 Jahren war.
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0:29:21 – 0:29:26
Da hat man Farbe zerkaut und hat seine Hand an die Wand gesprüht.
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0:29:26 – 0:29:28
Nach dem Motto, erst mal…
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0:29:28 – 0:29:32
Ja, oder hat auch schon Musikinstrumente gehabt, aber die finden wir halt nicht,
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0:29:32 – 0:29:34
weil die halt schon kaputt sind.
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0:29:34 – 0:29:38
Da konnte es aber halt Musik nicht konservieren, so wie es heute können.
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0:29:38 – 0:29:41
Weder als Schallplatte oder sonst was, das gab es einfach nicht.
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0:29:41 – 0:29:44
Aber ich wollte sagen, sie haben halt Spuren hinterlassen und nach dem Motto so,
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0:29:44 – 0:29:49
"Hallo, hier bin ich, hier war ich."
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0:29:49 – 0:29:53
Und genauso wie es heute Graffiti gibt, Tom war hier,
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0:29:53 – 0:30:00
haben die halt damals ihre Hand als wichtiges Zeichen an die Wand gesprüht,
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0:30:00 – 0:30:04
Farbe zerkaut und dann draufgespuckt.
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0:30:04 – 0:30:09
Wir müssen ja erst mal eins klären, Kreativität ist ja jetzt nicht nur künstlerisch.
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0:30:09 – 0:30:11
Kreativität kann ja auch in verschiedensten Bereichen,
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0:30:11 – 0:30:14
sonst hätten wir keine Wissenschaft.
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0:30:14 – 0:30:17
Architektur, Literatur.
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0:30:17 – 0:30:19
Genau, aber ohne Künstlerisches.
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0:30:19 – 0:30:22
Sondern man hätte bestimmte Erfindungen und Techniken,
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0:30:22 – 0:30:26
die man dann nicht erfunden hätte, wenn es keine Kreativität gäbe.
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0:30:26 – 0:30:30
Da muss jemand eine Idee haben oder einen Lösungsansatz für ein Problem.
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0:30:30 – 0:30:36
Warum suchen sich Affen, also Schipansen, bestimmte Stöckchen aus
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0:30:36 – 0:30:39
und stochern damit in einen Thermitenbau?
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0:30:39 – 0:30:42
Weil sie die Thermiten dran haben, die greifen den Stock an
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0:30:42 – 0:30:45
und dann können sie die Thermiten schön gemütlich futtern.
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0:30:45 – 0:30:49
Andere Vögel suchen sich auch einen Spitzenstock aus oder einen Stachel
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0:30:49 – 0:30:53
und poolen damit eine Made aus dem Baumstamm.
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0:30:53 – 0:30:57
Das sind alles kreative Lösungsansätze.
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0:30:57 – 0:31:00
Da muss ja erst mal einer drauf kommen.
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0:31:00 – 0:31:04
Und das ist jetzt das eine.
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0:31:04 – 0:31:10
Das andere ist ja, ich mache etwas, was schön ist.
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0:31:10 – 0:31:16
Wenn ich hingehe und töpfe eine Vase, dann kann ich die Vase ganz schlicht machen
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0:31:16 – 0:31:22
oder ich gehe hin und mache sie geschwungen in der Form.
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0:31:22 – 0:31:25
Sodass sie auch ein bisschen Augen schmeichelt.
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0:31:25 – 0:31:29
Wenn ich dann herausgefunden habe, dass ich verschiedene Salze nehme,
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0:31:29 – 0:31:35
die in einem Brennprozess am Außenanbringer verschiedene Farben ergeben,
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0:31:35 – 0:31:43
dann kann ich sogar noch farblich gestalten und dann ist das was Schönes.
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0:31:43 – 0:31:48
Warum ist denn unsere Welt so hässlich mittlerweile?
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0:31:48 – 0:31:51
Haben wir die Schönheit vergessen? Haben wir sie verloren?
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0:31:51 – 0:31:55
Das beste Beispiel sind doch hier 70er Jahre, moderne Bauten,
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0:31:55 – 0:31:57
wie man sich das Leben in der Zukunft vorgestellt hat.
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0:31:57 – 0:32:01
Und heute denkst du dir so, wie kann man nur so etwas machen?
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0:32:01 – 0:32:04
Ja, das denke ich mir bei aktueller Architektur,
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0:32:04 – 0:32:08
aber auch wenn ich hier so durch die Hamburger Hafencity laufe.
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0:32:08 – 0:32:15
Da ist ja ein Betonklotz neben dem anderen und einer sieht stahlbetonmäßig aus als der andere.
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0:32:15 – 0:32:21
Und dann fahr mal nach Dresden oder fahr mal in eine der noch älteren Städte hier.
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0:32:21 – 0:32:30
Wo waren wir neulich vor ein paar Jahren?
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0:32:30 – 0:32:34
Wie ist das in Sachsen?
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0:32:34 – 0:32:38
Wer ist das? Nicht Wernesgrün.
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0:32:38 – 0:32:43
Oh, mein Namensgedächtnis heute.
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0:32:43 – 0:32:51
Also es gibt ganz alte Städte. Ganz alte Städte mit wunderschönen Innenstädten,
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0:32:51 – 0:33:00
mit alten Fachwerkhäusern und daneben ein prunkvolles Schloss mit vielen Erkern
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0:33:00 – 0:33:05
und Schnulli-Bulli dran und so weiter.
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0:33:05 – 0:33:10
Was ich damit sagen will, ist, wir sind von Natur aus doch,
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0:33:10 – 0:33:18
was heißt von Natur aus? Die Menschheit hat sich auch früher schon ausgedrückt
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0:33:18 – 0:33:23
mit Architektur und so weiter und ist von Schönheit umgeben gewesen.
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0:33:23 – 0:33:29
Warum ist das heutzutage nicht mehr so? Das ist alles funktional.
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0:33:29 – 0:33:32
Ja genau, es gab ja irgendwann mal diesen Ansatz,
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0:33:32 – 0:33:35
moderne Architektur muss eine Funktion haben.
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0:33:35 – 0:33:39
Früher hat man vieles nach dem goldenen Schnitt gemacht.
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0:33:39 – 0:33:45
Das ist so eine Regel in der Natur. Das findet man überall, bei Blättern.
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0:33:45 – 0:33:49
Ja, warum machen wir das nicht mehr? Warum tun wir das nicht mehr?
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0:33:49 – 0:33:51
Weil es doch angenehmer fürs Auge.
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0:33:51 – 0:33:54
Ja, aber man bricht dann halt mit gewissen Konzepten auf.
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0:33:54 – 0:34:00
Das ist Gänsefüßchen, innovativ Gänsefüßchen, um halt zu zeigen,
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0:34:00 – 0:34:02
dass man es auch anders machen kann.
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0:34:02 – 0:34:07
Also viereckige, quadratische Mietskasernen.
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0:34:07 – 0:34:11
Die sind auch einfach zu bauen, weil man viele Teile vorfertigen kann.
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0:34:11 – 0:34:15
Ja, aber es ist nicht die ganze Arbeit.
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0:34:15 – 0:34:25
Pass auf, wir sind ja Musiker, einige von uns malen noch andere Zeichen und andere Texten.
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0:34:25 – 0:34:27
Oder fotografieren.
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0:34:27 – 0:34:33
Klassische Musik, die traditionelle klassische Musik,
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0:34:33 – 0:34:39
wenn man die Kühen vorspielt, sind die Tiere oder auch Schweine viel ruhiger
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0:34:39 – 0:34:42
und produzieren sogar mehr Milch.
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0:34:42 – 0:34:47
Spielt man denen Techno vor, dann haben sie ein anderes Problem.
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0:34:47 – 0:34:53
Die Blutfrequenz geht hoch und so weiter und so fort.
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0:34:53 – 0:34:58
Das merke ich schon beim Autofahren. Wenn ich beim Autofahren Techno höre,
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0:34:58 – 0:35:00
Ich weiß, was du meinst.
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0:35:00 – 0:35:04
Geht aus dem Weg.
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0:35:04 – 0:35:09
Und wenn ich klassische Musik höre, dann alles gechillt.
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0:35:09 – 0:35:12
Ja, so schön wie der Walzer.
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0:35:12 – 0:35:14
Alle vier Spuren auf der Autobahn.
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0:35:14 – 0:35:18
Einfach schön die Moldau hören.
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0:35:18 – 0:35:24
Das erreicht ja nicht nur das menschliche Gehirn,
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0:35:24 – 0:35:28
das macht ja auch was bei höher entwickelten Säugetieren.
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0:35:28 – 0:35:32
Das funktioniert sogar bei Pflanzen übrigens.
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0:35:32 – 0:35:34
Stimmt.
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0:35:34 – 0:35:36
Das muss gar nicht mal höher entwickelt sein.
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0:35:36 – 0:35:42
Wenn du eine Pflanze permanent mit Hardrock, mit Heavy Metal beschaltest,
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0:35:42 – 0:35:51
wächst sie nicht so schön wie eine Pflanze, die du mit sanften Klängen beschaltest.
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0:35:51 – 0:35:56
Und worauf ich hinaus wollte, war,
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0:35:56 – 0:36:04
diese Regeln, wie man halt Lieder aufbaut, kombiniert, welche Harmonien das sind,
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0:36:04 – 0:36:06
kannst du ja bewusst aufbrechen.
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0:36:06 – 0:36:08
Genauso wie in der Architektur.
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0:36:08 – 0:36:12
Ich gehe es nicht mehr hin und orientiere mich an alten Regeln, der goldene Schnitt,
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0:36:12 – 0:36:14
sondern mach was Neues.
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0:36:14 – 0:36:21
Und dann kriegst du auf einmal diese moderne klassische Musik,
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0:36:21 – 0:36:26
wo dann auf einmal Disharmonien genommen werden,
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0:36:26 – 0:36:32
Akkorde, die man früher überhaupt nicht gespielt hätte, spielt man dann.
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0:36:32 – 0:36:38
Und das ist halt so ein Gegenentwurf,
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0:36:38 – 0:36:43
also das ist ein kreativer Gegenentwurf zu etwas, was man vorher gemacht hätte.
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0:36:43 – 0:36:47
Es sind ja auch neue Musikstile entstanden.
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0:36:47 – 0:36:52
Wenn ich überlege, dass aus der klassischen Gospelmusik
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0:36:52 – 0:36:58
der afroamerikanischen Einwohner
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0:36:58 – 0:37:06
sich dann so Richtung wie Soul und Rock entwickelt hat, Swing,
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0:37:06 – 0:37:10
spielt er immer eine Rolle, dass man etwas anders macht.
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0:37:10 – 0:37:15
Dann gibt es halt diese evolutionäre Entwicklung.
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0:37:15 – 0:37:23
Folgt das der Chaos-Theorie, diese Entwicklung, also hier Mandelbrot?
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0:37:23 – 0:37:25
Irgendwie schon, ne?
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0:37:25 – 0:37:29
Ja, ich meine, du musst ja halt einen Teil Chaos drin haben,
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0:37:29 – 0:37:31
damit du halt was Neues entwickeln kannst.
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0:37:31 – 0:37:37
Und es entstehen aber neue Formen dann und neue Figuren, könnte man sagen.
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0:37:37 – 0:37:42
Ja, du sozusagen da reinzoomst dann.
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0:37:42 – 0:37:48
Das hat schon was von, wie heißt es,
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0:37:48 – 0:37:51
ich habe den lateinischen Begriff dafür vergessen,
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0:37:51 – 0:37:54
aus dem Chaos entsteht Ordnung.
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0:37:54 – 0:38:00
Ja, das ist Atropie.
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0:38:00 – 0:38:08
Atropie ist ja der Zerfall von Ordnung ins Chaos.
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0:38:08 – 0:38:11
Und dann wird es wieder Ordnung.
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0:38:11 – 0:38:19
Das sind ja Effekte aus der Chaos-Theorie, die ja belegbar sind.
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0:38:19 – 0:38:26
Zum Beispiel, wenn du einen extrem gleichmäßigen Sinusrhythmus am Herzen hast,
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0:38:26 – 0:38:31
dann wirst du garantiert in der nächsten Zeit ein Problem an deinem Herzen bekommen,
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0:38:31 – 0:38:34
bis zum Herzeninfarkt.
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0:38:34 – 0:38:38
Weil der Sinusknoten dann schon ein Problem hat
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0:38:38 – 0:38:44
und dann versucht, mit dem extrem gleichmäßigen Takt das System zu stabilisieren.
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0:38:44 – 0:38:49
Aber irgendwann mal passiert dann halt das Gegenteil und dann hast du halt Chaos.
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0:38:49 – 0:38:56
Und Chaos ist halt vergleichbar wie bei der Chaos-Theorie, wenn du dann halt Zahlen generierst,
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0:38:56 – 0:39:00
die erst halt eine Ordnung haben, ein System, du erkennst dann eine Logik drin,
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0:39:00 – 0:39:05
und dann auf einmal bricht das zusammen und dann kommen da halt unlogische Zahlen und Folgen.
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0:39:05 – 0:39:10
Und so ist das auch mit dem Herzschlag, der wird dann halt chaotisch,
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0:39:10 – 0:39:16
bis er sich dann halt wieder stabilisiert durch Maßnahmen oder auch wieder von alleine.
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0:39:16 – 0:39:21
Und das ist dann halt dieser Prozess. Also aus Chaos folgt Ordnung und nach einer Zeit
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0:39:21 – 0:39:27
bricht diese Ordnung, warum auch immer, wieder ins Chaos.
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0:39:27 – 0:39:33
Und so entwickelt sich halt alles im Leben.
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0:39:33 – 0:39:37
Das gesamte Universum ist Energie.
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0:39:37 – 0:39:43
Alles im Universum bewegt sich und schwingt.
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0:39:43 – 0:39:48
Und alles schwingt in unterschiedlichen Frequenzen.
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0:39:48 – 0:39:53
Unsere Frequenz unterscheidet sich jedoch von der anderer Wesenheiten im Universum.
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0:39:53 – 0:39:58
Und so fühlen wir uns getrennt von dem, was wir um uns herum sehen.
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0:39:58 – 0:40:03
Menschen, Tiere, Pflanzen, Bäume.
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0:40:03 – 0:40:06
Nikola Tesla.
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0:40:06 – 0:40:10
Ja, nicht nur das, das ist ja auch verschiedene Ansätze.
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0:40:10 – 0:40:13
Das ist es doch, oder?
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0:40:13 – 0:40:17
Es sind ja verschiedene Ansätze drin, die man dann heute aber aufgegriffen hat in der String-Theorie.
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0:40:17 – 0:40:20
Aber es ist halt doch so.
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0:40:20 – 0:40:30
Jetzt sind wir ja extrem in die Quantenphysik eingetaucht und halt Teilchenphysik und auch ins Metaphorische.
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0:40:30 – 0:40:35
Aber ins Metaphorische, aber eigentlich auch ins Spirituelle.
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0:40:35 – 0:40:40
Das gesamte Universum ist Energie.
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0:40:40 – 0:40:57
Ich glaube, bei den Buddhisten ist es so, dass sie die Idee haben, dass man aus einem Ganzen geboren wird und dann in ein Ganzes geht.
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0:40:57 – 0:41:01
Ja, das ist es dann doch.
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0:41:01 – 0:41:09
Im Hinduismus hast du ja auch die Idee, dass du halt wiederkehrst und dein Leben hast.
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0:41:09 – 0:41:17
Und dann wirst du eine Zeit lang ausgeschickt und dann kommt sie wieder, das Thema Wiedergeburt.
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0:41:17 – 0:41:25
Wenn wir über Schwingungen reden, wir reden dann ja auch über Zyklen.
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0:41:25 – 0:41:28
Die kannst du doch auch in der Natur beobachten.
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0:41:28 – 0:41:34
Jahreszeiten sind ein Zyklus, eine Schwingung.
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0:41:34 – 0:41:44
Winter, Frühling, Sommer, Herbst, Winter und so weiter und so fort ist wie eine Schwingung.
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0:41:44 – 0:41:47
Ist zyklisch, ja, aber ...
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0:41:47 – 0:41:51
Ja, ist naturbedingt, durch die Erdrotation und die gekippte Erdhalte.
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0:41:51 – 0:41:55
Richtig.
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0:41:55 – 0:41:59
Aber das ist aber auch nur so, weil wir in einem stabilen System leben.
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0:41:59 – 0:42:11
Die Erde hat einen Mond, der viel zu groß ist für die Erde, aber der stabilisiert sie in ihrer Bahn, in ihrer Rotation.
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0:42:11 – 0:42:19
Dabei stabilisiert er auch die Erdachse, was halt für Leben wichtig ist.
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0:42:19 – 0:42:27
Das gesamte Sonnensystem ist in sich stabil über einen sehr langen Zeitraum, sodass sich halt Leben entwickeln konnte.
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0:42:27 – 0:42:32
Also das sind alles so Sachen, die halt auf Stabilität aus sind.
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0:42:32 – 0:42:35
Andere Sonnensysteme sind halt sehr instabil.
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0:42:35 – 0:42:40
Ich meine, aktuell auf Netflix das Dreikörperproblem.
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0:42:40 – 0:42:45
Das ist halt ganz klar, dass wenn der ...
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0:42:45 – 0:42:50
Nach der Romanen Serie von diesem Chinesen oder Chinesen, ich weiß nicht genau, Mann oder Frau.
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0:42:50 – 0:42:58
Ja, aber darum geht es ja, dass halt wenn drei Massen aufeinander einwirken, das System chaotisch ist.
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0:42:58 – 0:43:01
Gutes Beispiel ist, ich habe ein Pendel.
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0:43:01 – 0:43:07
Ich kann zu jeder Zeit sagen, wenn ich das Pendel einmal angeschlagen habe, wo sich das Pendel befindet.
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0:43:07 – 0:43:16
Wenn ich jetzt noch eine zweite Bewegungsachse einfüge in diesem Pendel, sind die Bewegungen chaotisch.
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0:43:16 – 0:43:20
Also ich habe ein Pendel, wo ein Pendel dran ist.
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0:43:20 – 0:43:25
Dann sind die Bewegungen chaotisch und sind nicht mehr vorhersehbar.
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0:43:25 – 0:43:35
Und das ist halt das Problem, was man dabei hat, dass halt wenn drei Massen aufeinander wirken,
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0:43:35 – 0:43:40
die irgendwann mal eine rauskicken oder sogar zwei rauskicken.
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0:43:40 – 0:43:47
Und so kann kein Leben auf einem Planeten entstehen, wenn der halt ein Teil dieses Dreikörperproblems ist.
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0:43:47 – 0:43:53
Oder wenn der halt ... Es gibt ja auch Sonnensysteme mit drei Sonnen und nicht nur zwei.
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0:43:53 – 0:43:58
Und die sind äußerst instabil.
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0:43:58 – 0:44:03
Also jetzt vereinfacht erklärt. Ich meine, man könnte da jetzt einen riesen Aufriss machen.
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0:44:03 – 0:44:09
Das zeigt aber auch, dass halt eine gewisse Stabilität da sein muss.
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0:44:09 – 0:44:15
Und ich kann nur sagen aus meiner Erfahrung, ich habe Hochs gehabt im Leben, ich hatte Tiefs gehabt,
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0:44:15 – 0:44:19
ich hatte Niederschläge gehabt.
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0:44:19 – 0:44:28
Ich habe immer Musik gemacht und du kannst im Laufe der Zeit einfach erleben,
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0:44:28 – 0:44:32
klar gab es da eine Evolution, so eine Entwicklung in der Musik,
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0:44:32 – 0:44:38
aber ich muss definitiv von der Stimmung her sagen, das kommt aus einer Zeit, da war es chaotisch,
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0:44:38 – 0:44:44
das kommt aus einer Zeit, die war stabil, das war aus einer Zeit, da gab es viel Liebe.
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0:44:44 – 0:44:52
Das ist einfach da und das siehst du auch bei meinen Zeichnungen oder Bildern, die ich gemalt habe,
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0:44:52 – 0:44:57
wie es mir da gerade erging.
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0:44:57 – 0:45:09
Zu der Zeit, die ich vorhin angesprochen habe, wo ich so extrem viel psychedelisch-progressiven Goa gemacht habe,
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0:45:09 – 0:45:17
da ist das so, es ist immer eine leichte Melancholie drin in der Melodieführung oder wie halt das Arrangement ist.
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0:45:17 – 0:45:28
Es ist zwar hoch energetisch, weil Goa relativ schnell ist und auch durch den 16/8 Basslauf,
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0:45:28 – 0:45:37
ihr wisst, was ich meine, ist das sehr schnell, aber dennoch gibt es da eine Schwermütigkeit drin.
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0:45:37 – 0:45:49
Die ist einfach in diesem Track drin und das schwingt mit, also jedes mitfühlende Wesen, jedes Wesen, was darauf reagiert, registriert das.
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0:45:49 – 0:45:55
Das ist so meine Überlegung dazu.
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0:45:55 – 0:46:03
Ihr wisst, dass ich halt so von Spiritualität im herkömmlichen Sinne nicht viel halte,
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0:46:03 – 0:46:15
weil für mich halt viele Sachen sich anders erklären lassen, aber ich bin mir sicher, dass es so eine Verbindung gibt.
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0:46:15 – 0:46:19
Also so wie halt der Mensch mit der Erde verbunden ist, weil er halt drauf rumläuft.
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0:46:19 – 0:46:31
Weil seine Atome bestehen ja aus Atome, die ja von der Erde kommen und nur anders kombiniert.
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0:46:31 – 0:46:33
Wisst ihr, was ich meine?
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0:46:33 – 0:46:35
Ja, ja.
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0:46:35 – 0:46:44
Es gibt ja dieses Zitat "Wir sind alle aus Sternenstaub", weil wir in einer Supernova entstehen,
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0:46:44 – 0:46:50
da entstehen alle schwereren Atome von Eisen aufwärts an.
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0:46:50 – 0:46:56
Ja, und das, wie ich schon versucht habe zu erklären,
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0:46:56 – 0:47:02
gerade Musik ist etwas, was du nicht greifen kannst.
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0:47:02 – 0:47:15
Da wird etwas gesponnen aus Frequenzen, aus Energie, aus geformter Energie,
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0:47:15 – 0:47:22
die in Schallwellen übersetzt wird durch die Lautsprecher oder durch die Kopfhörer oder wo auch immer,
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0:47:22 – 0:47:25
mit welchem Gerät du dir das gerade anhörst.
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0:47:25 – 0:47:30
Da wird etwas erzeugt, was per se eigentlich gar nicht greifbar ist.
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0:47:30 – 0:47:35
Und das Ganze wird dann auch noch verteilt auf einer Zeitachse.
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0:47:35 – 0:47:43
Jedes Musikstück birgt in sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wenn es abgespielt wird.
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0:47:43 – 0:47:48
Ja, weil es eine Linearität gibt. Es ist ja nicht nur zweidimensional.
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0:47:48 – 0:47:56
Für dich als Hörer oder für dich als Mensch, der dieses Musikstück gerade hört.
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0:47:56 – 0:48:01
Deswegen ist es ja auch so faszinierend, so ein Musikstück zum allerersten Mal zu hören.
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0:48:01 – 0:48:07
Weil diese ganzen Frequenzen, die dir da entgegenkommen,
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0:48:07 – 0:48:19
oder die dich ja nicht nur durch dein Ohr erreichen, sie erreichen, je nachdem wo und wie du das hörst,
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0:48:19 – 0:48:22
sie erreichen auch deinen Körper.
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0:48:22 – 0:48:28
Wenn da jemand vor dir steht mit einer Gitarre, dann kommen diese Schallwellen ja auch in deinem Körper an
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0:48:28 – 0:48:31
und machen was mit dir.
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0:48:31 – 0:48:38
Ich finde, dass das der lebende Beweis dafür ist,
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0:48:38 – 0:48:44
dass wir mehr sind als nur irgendwelche chemischen Prozesse, die stattfinden,
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0:48:44 – 0:48:49
und irgendwelche Nervenbahnen, die geschaltet werden,
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0:48:49 – 0:48:54
und irgendwelche Botenstoffe, die an irgendwelche Nervenenden übertragen werden.
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0:48:54 – 0:48:56
Sondern da ist noch viel mehr.
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0:48:56 – 0:49:03
Wir sind zuerst als Gedanke da und daraus erst entsteht die Materie.
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0:49:03 – 0:49:07
Und alle Materie besteht aus Energie.
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0:49:07 – 0:49:15
Also muss die Energie zuerst da gewesen sein.
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0:49:15 – 0:49:21
Und wenn wir sterben, dann gehen wir wieder in diese Energie über.
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0:49:21 – 0:49:27
Das ist die eine Idee. Andere Leute sagen, es sind nur biochemische Prozesse.
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0:49:27 – 0:49:34
Das ist ja das, was ich meinte. Musik ist der Beweis dafür, dass das eben nicht so sein kann.
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0:49:34 – 0:49:40
Was ich sagen wollte, wenn man das überträgt in einen dimensionalen Raum,
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0:49:40 – 0:49:44
dann ist Musik etwas, das hat drei Dimensionen.
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0:49:44 – 0:49:50
Der zeitliche Verlauf, das du als Tiefe, und dann halt, was da im Frequenzspektrum passiert.
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0:49:50 – 0:49:55
Und das können wir halt konservieren mit Technik und wiedergeben.
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0:49:55 – 0:49:59
Und jetzt kommen wir da, wo ich drauf hinaus wollte.
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0:49:59 – 0:50:04
Warum hören Leute gerne Musik aus ihrer Jugend?
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0:50:04 – 0:50:15
Weil sie mit dieser Musik das Gefühl, was sie damals hatten, wiederholen.
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0:50:15 – 0:50:24
Wenn ich zum Beispiel Kraftwerk "Die Roboter" höre, fällt mir immer wieder diese Situation ein,
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0:50:24 – 0:50:33
wie ich damals in der Küche war und sagte zu meiner Mutter, Mama, mach das Radio lauter, da sind die Roboter.
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0:50:33 – 0:50:37
Und ich finde diesen Track bis heute noch cool.
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0:50:37 – 0:50:45
Das ist hauptsächlich so, weil als Kind, ich weiß doch, Grace Jones, "Die schwarze Frau",
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0:50:45 – 0:50:51
so ganz umschuldig als Kind, weil das war eine Frau, die hatte halt die dunklere Hautfarbe.
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0:50:51 – 0:50:55
Und dann kann ich "Die schwarze Frau" hören.
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0:50:55 – 0:51:04
Das bringt dann auch diese Erinnerung mit, an eine gute Zeit oder 36 Grad, das Leben geht weiter.
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0:51:04 – 0:51:07
Oder "Die Party geht weiter".
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0:51:07 – 0:51:09
Wisst du, was ich meine?
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0:51:09 – 0:51:13
Das ist so ein Gefühlsding, was damit hochkommt.
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0:51:13 – 0:51:21
Und das ist halt die nächste Ebene, die dabei ist.
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0:51:21 – 0:51:27
Ein Kunstwerkbild ist halt zweidimensional, weil es halt, das braucht zwar eine Zeit, bis es fertig ist,
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0:51:27 – 0:51:30
aber das fertige Produkt kannst du in einst erfassen.
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0:51:30 – 0:51:37
Man könnte auch sagen, die Musik erzeugt Energiefelder.
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0:51:37 – 0:51:40
Nicht nur bei dir, bei vielen Menschen.
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0:51:40 – 0:51:42
Ja, klar.
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0:51:42 – 0:51:48
Du spürst das ja auch, wenn du bei so einem, du bist ja auch schon bei Live-Konzerten gewesen,
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0:51:48 – 0:51:52
da spürst du auch dieses Energiefeld, oder?
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0:51:52 – 0:51:56
Ja, das ist das, was aus dem Publikum zurückkommt.
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0:51:56 – 0:52:04
Oder wenn du als Zuschauer da bist, kriegst du ja auch die Emotionen und die Gefühle,
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0:52:04 – 0:52:11
die der Interpreter, der Star, der da steht, mit rüber.
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0:52:11 – 0:52:15
Und vielfach verstärkt durch die vielen Zuschauer dann.
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0:52:15 – 0:52:22
Ich weiß noch, wie das war, als ich hier in Hamburg auf der,
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0:52:22 – 0:52:29
mein Namensgedächtnis, wie hieß die noch, die Hamburger Love Parade, das Äquivalent?
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0:52:29 – 0:52:30
Keine Ahnung.
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0:52:30 – 0:52:32
Ist egal. Weiß ich auch nicht mehr.
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0:52:32 – 0:52:38
Ich weiß aber noch, wie die Energie war damals, Anfang der Nullerjahre,
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0:52:38 – 0:52:45
als wir da, ja, diese Massen, hunderttausend Leute waren wir,
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0:52:45 – 0:52:50
als wir da um die Alster getanzt sind, stundenlang.
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0:52:50 – 0:52:52
Das war einfach geil.
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0:52:52 – 0:52:57
Ja. Und das ist ja auch etwas, was früher der Mensch geil fand.
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0:52:57 – 0:53:01
Also in der Steinzeit fand er es geil.
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0:53:01 – 0:53:05
Und das, was noch davor war, woraus wir modernen Menschen geworden sind,
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0:53:05 – 0:53:12
da fand er es ja auch schon cool.
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0:53:12 – 0:53:14
Das ist dann halt das.
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0:53:14 – 0:53:17
Und ich weiß gar nicht, wie wir das so krass abschweifen konnten.
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0:53:17 – 0:53:19
Das ist ja schon philosophisch.
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0:53:19 – 0:53:21
Ja, wir haben angefangen darüber zu reden,
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0:53:21 – 0:53:26
dass man nur kreativ ist, wenn man auch leidet, als Künstler.
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0:53:26 – 0:53:30
Und die Gegenthese war, dass das eben nicht so ist.
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0:53:30 – 0:53:32
Das Problem ist gerade, was ich habe, ich habe…
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0:53:32 – 0:53:34
Oder dass da mehr sein muss.
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0:53:34 – 0:53:37
Ich habe gerade zwei massive Ohrwürmer im Kopf.
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0:53:37 – 0:53:41
Seit Tobi das mit dem Christenrock angeschlagen hat,
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0:53:41 – 0:53:43
habe ich auf der einen Seite
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0:53:43 – 0:53:46
jede Zelle meines Körpers ist glücklich,
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0:53:46 – 0:53:50
jede Zelle fühlt sich wohl.
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0:53:50 – 0:53:54
Und auf der anderen Seite habe ich
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0:53:54 – 0:53:59
so ein paar ganz schräge Klamotten.
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0:53:59 – 0:54:03
Gott kennt alle seine Kinder.
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0:54:03 – 0:54:05
Und so weiter.
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0:54:05 – 0:54:07
Oh Gott, schlimm, schlimm.
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0:54:07 – 0:54:10
Danke. Ich kaufe zwei Flaschen.
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0:54:10 – 0:54:12
Ich sage mich danke für diesen guten Morgen,
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0:54:12 – 0:54:14
aber dann hake ich die Version im Kopf.
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0:54:14 – 0:54:17
Danke, das ist auch etwas,
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0:54:17 – 0:54:20
was bei mir schlimme Traumata ausgelöst hat.
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0:54:20 – 0:54:22
Ich habe es ja schon ein paar Mal gesagt,
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0:54:22 – 0:54:24
ich bin Waldorfschüler und da gibt es halt die Monatsfeiern,
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0:54:24 – 0:54:27
die interessanterweise nur alle drei Monate stattfinden.
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0:54:27 – 0:54:29
Und da singt man als erstes
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0:54:29 – 0:54:34
"Danke für diesen schönen Morgen, danke."
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0:54:34 – 0:54:36
Oh Gott, schlimm, schlimm.
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0:54:36 – 0:54:37
Warte mal, warte mal, warte mal.
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0:54:37 – 0:54:43
Wo wir über Ohrwürmer reden und über Energiefelder.
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0:54:43 – 0:54:47
Etwas, was ich mit meinen beiden Töchtern gemacht habe,
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0:54:47 – 0:54:52
stundenlang, um sie zum Einschlafen zu bringen.
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0:54:52 – 0:54:56
Ich habe ihnen vorgesungen.
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0:54:56 – 0:54:58
Andere Leute lesen, das ist eigentlich,
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0:54:58 – 0:54:59
das haben die Kinder was vor.
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0:54:59 – 0:55:01
Oder andere Leute gehen und schreien,
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0:55:01 – 0:55:03
die müssen lernen.
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0:55:03 – 0:55:05
Wenn du ein Säugling hast,
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0:55:05 – 0:55:08
dem kannst du nichts vorlesen.
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0:55:08 – 0:55:10
Das funktioniert nicht.
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0:55:10 – 0:55:13
Ja gut, dann machst du das Singen und das kommt an.
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0:55:13 – 0:55:18
Wenn das Kind so zwei Wochen, drei Wochen, vier Wochen alt ist,
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0:55:18 – 0:55:21
du singst ihnen was vor oder du summst ihnen was vor.
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0:55:21 – 0:55:22
Genau.
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0:55:22 – 0:55:27
Aber damit erzeugst du auch ein Energiefeld.
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0:55:27 – 0:55:33
Ein Energiefeld, in dem dieses wirklich winzige,
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0:55:33 – 0:55:38
kleine Wesen sich einfach wohl fühlt und sich geborgen fühlt.
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0:55:38 – 0:55:40
Dazu dann die Umarmung.
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0:55:40 – 0:55:43
Du hältst es ja auf dem Arm und du summst dann.
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0:55:43 – 0:55:49
La, le, lu.
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0:55:49 – 0:55:52
Klar, das ist eine positive Umgebung.
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0:55:52 – 0:55:54
Es hat ja nicht nur das.
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0:55:54 – 0:55:56
Es kommt alles irgendwie zusammen.
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0:55:56 – 0:56:00
Wärme, wahrscheinlich ist auch das Bäuchlein satt von der Milch,
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0:56:00 – 0:56:04
die sie gerade getrunken hat oder er.
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0:56:04 – 0:56:07
Und alles zusammen sorgt dafür,
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0:56:07 – 0:56:10
dass sich dieses kleine Wesen wohl fühlt.
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0:56:10 – 0:56:17
Du erzeugst als Eltern dann dieses Energiefeld zusätzlich.
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0:56:17 – 0:56:26
Du hast uns ja in unserem House-Chat die Veröffentlichung,
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0:56:26 – 0:56:28
die du geplant hast, gezeigt.
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0:56:28 – 0:56:32
Da habe ich mir die Tracks alle angehört und sagte dir sofort,
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0:56:32 – 0:56:39
dass ich die Nummer mit dem Sequenzermuster am coolsten finde.
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0:56:39 – 0:56:44
Die anderen Werke sind ja nicht schlechter.
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0:56:44 – 0:56:45
Sind keine Kracher.
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0:56:45 – 0:56:48
Ja, genau.
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0:56:48 – 0:56:56
Da sind extrem sphärische Sachen bei, wo so leichte Bewegungen da sind.
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0:56:56 – 0:57:02
Und da merkt man einfach, dass da eine gewisse Stimmung drin ist.
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0:57:02 – 0:57:06
Und da sind wir dann wieder beim Thema, da wird die Energie übertragen
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0:57:06 – 0:57:13
oder die Stimmung oder irgendwelche Muster.
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0:57:13 – 0:57:17
Da werden Emotionen übermittelt.
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0:57:17 – 0:57:20
Das war die Intention.
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0:57:20 – 0:57:26
Und das ist das, worüber wir die ganze Zeit herumreden,
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0:57:26 – 0:57:32
dass bei Musik Emotionen übertragen werden, aber über eine Zeit hinweg.
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0:57:32 – 0:57:36
Wir können zwar Musik konservieren und können diese Emotionen übertragen
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0:57:36 – 0:57:40
und immer wieder machen.
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0:57:40 – 0:57:44
Und das ist das Verrückte.
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0:57:44 – 0:57:48
Ich durchlebe diese Emotionen nur einmal.
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0:57:48 – 0:57:51
So real.
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0:57:51 – 0:57:55
Beim zweiten Hören ist es nur die Erinnerung an die erste Emotion, die du hattest.
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0:57:55 – 0:57:57
Genau.
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0:57:57 – 0:58:00
Aber das ist ja auch bei denjenigen, der das hört.
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0:58:00 – 0:58:04
Der hört dieses Lied in einer gewissen Situation.
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0:58:04 – 0:58:07
Diese Urlaubshits.
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0:58:07 – 0:58:11
Egal wie stumpfsinnig da alles ist, Melodie, Text und so.
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0:58:11 – 0:58:16
Die Leute hören die Musik dann zu Hause, weil sie sich an die geile Urlaubszeit erinnern.
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0:58:16 – 0:58:26
An den Urlaubsflirt, an den Strand in Ibiza, an den ganzen EDM-Partys.
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0:58:26 – 0:58:29
Das wird dann zu Hause ein Hit.
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0:58:29 – 0:58:31
Und dann hören das andere und die verbinden das.
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0:58:31 – 0:58:33
Diese Sommerhits.
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0:58:33 – 0:58:37
Und halt an eine gute Zeit.
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0:58:37 – 0:58:41
Übrigens, was mir gerade einfällt, ganz spontan.
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0:58:41 – 0:58:44
Ich weiche jetzt total und völlig ab.
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0:58:44 – 0:58:47
Techno-Musik ist in der Werbung angekommen.
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0:58:47 – 0:58:49
Aber mal so richtig.
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0:58:49 – 0:58:51
Überleg doch mal, Drum'n'Bass.
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0:58:51 – 0:58:53
Vor etlichen Jahren.
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0:58:53 – 0:59:00
Vorher war die Musik für die ganzen Trailer für Sportschau oder auch für "Aufsatz 1"
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0:59:00 – 0:59:02
so konventionelle Sachen.
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0:59:02 – 0:59:05
Und auf einmal hörtest du überall Drum'n'Bass.
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0:59:05 – 0:59:07
Und jetzt ist das so ein Techno?
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0:59:07 – 0:59:18
Naja, also ich kann mir vorstellen, dass sie diese Musik ganz bewusst für eine gewisse Zielgruppe ausgesucht haben.
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0:59:18 – 0:59:20
Für die Generation X.
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0:59:20 – 0:59:24
Was ich nämlich gehört hatte, war eine Autowerbung, hab ich gesehen.
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0:59:24 – 0:59:34
Und dazu war die Hookline aus "Pump Up The Jam" von Technotronic.
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0:59:34 – 0:59:37
Kennt ihr, oder?
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0:59:37 – 0:59:39
Ja, kenne ich, natürlich.
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0:59:39 – 0:59:48
Da dachte ich mir so, ihr Werbefuzzis, ihr seid so abgebrüht.
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0:59:48 – 0:59:54
Es ist so offensichtlich, auf welche Käuferschicht ihr gerade abzielt.
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0:59:54 – 1:00:02
Auf die Generation X, also auf die Leute, die zwischen 1965 und 1980 geboren sind.
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1:00:02 – 1:00:09
Die also in den 90ern mal Techno gehört haben und denen man jetzt ein Auto anbrennen will?
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1:00:09 – 1:00:11
Richtig, genau.
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1:00:11 – 1:00:15
Funktioniert.
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1:00:15 – 1:00:19
Funktioniert super. Der Mini verkauft sich ordentlich.
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1:00:19 – 1:00:24
Du musst ja auch Gefühle setuppen.
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1:00:24 – 1:00:30
Wer will sich bei der aktuellen Infrastruktur ein Auto kaufen?
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1:00:30 – 1:00:35
Na gut, in Deutschland wahrscheinlich jeder.
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1:00:35 – 1:00:41
Also bei der aktuellen Infrastruktur müsste man sich tatsächlich ein geländegängiges Fahrzeug beschaffen.
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1:00:41 – 1:00:45
Ich kann auch so verstehen, warum die Leute sich ein SUV holen.
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1:00:45 – 1:00:47
Ja, aber dann vorne mit den Klaglöchern.
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1:00:47 – 1:00:51
Und vor allen Dingen vorne mit dem Kuhfänger.
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1:00:51 – 1:00:54
Damit du die Menschenmassen dann nämlich befreien kannst.
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1:00:54 – 1:01:02
Damit du die Klimaklima beiseite schiebst.
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1:01:02 – 1:01:07
Warum das so gut funktioniert, ist ja klar, weil da Emotionen geweckt werden.
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1:01:07 – 1:01:09
Das ist wieder diese Emotion.
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1:01:09 – 1:01:17
Und das ist so diese eklige Kommerzialisierung, diese Instrumentalisierung von Musik, die ich so widerlich finde.
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1:01:17 – 1:01:24
Ja, aber die gesamte Remixkultur. Du hast ja einmal die Leute, die aktuelle Projekte remixen.
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1:01:24 – 1:01:27
Ich habe auch schon Remixe für andere gemacht.
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1:01:27 – 1:01:32
Dann haben die mir halt ihre Spuren gegeben und ich habe daraus halt etwas in meinen Stil gemacht.
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1:01:32 – 1:01:38
Ich glaube, ich würde das so machen wie FX Twin.
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1:01:38 – 1:01:40
Habt ihr das mitbekommen?
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1:01:40 – 1:01:50
Er sollte einen Remix machen für irgendeinen bekannten Künstler und hat einfach eines seiner fertigen, eigenen Stücke abgegeben und hat einfach behauptet, das wäre ein Remix.
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1:01:50 – 1:01:52
Ja, das ist witzig.
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1:01:52 – 1:01:55
Das fand ich so geil, die Story.
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1:01:55 – 1:01:57
Ich dachte so, ach, das mache ich auch.
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1:01:57 – 1:01:59
Wenn mich mal jemand fragen sollte.
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1:01:59 – 1:02:02
Ja, aber das muss schon thematisch irgendwie passen.
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1:02:02 – 1:02:10
Oder was jetzt auch so seit ein paar Jahren ja ist, es werden ja alte Klassiker ständig geremixed.
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1:02:10 – 1:02:20
Oder gesampelt. Es wird einfach in ein Sample genommen, einen schlechten Hip-Hop-Track drum gebaut und dann verlässt man sich drauf, dass die Leute nostalgisch sind.
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1:02:20 – 1:02:30
Oder man macht die 500. Vision von Infinity von Guru Yoshi.
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1:02:30 – 1:02:35
Und feiert sich halt auf den Festivals.
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1:02:35 – 1:02:39
Infinity, das habe ich seit 2008 auch nicht mehr gehört.
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1:02:39 – 1:02:41
Ja, aber es stimmt natürlich schon.
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1:02:41 – 1:02:48
Der Techno ist inzwischen an dem Punkt, wo, weißt du noch, der aufschreiende Nuller, als plötzlich die Rockmusik überall war in der Werbung?
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1:02:48 – 1:02:49
Ja.
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1:02:49 – 1:02:58
Die war schon seit 20 Jahren nicht mehr cool, aber diejenigen, die sie vor 20 Jahren cool fanden, die hatten dann Geld und denen konntest du dann was verkaufen.
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1:02:58 – 1:03:03
Ja, und das war ja auch mit den Disco und noch andere Sachen.
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1:03:03 – 1:03:10
Ja, das kommt alles so nach und nach. Nur das 80s Revival dauert irgendwie schon seit 30 Jahren.
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1:03:10 – 1:03:21
Ja, das dauert schon so lange, dass die Sachen, die damals remixt wurden, jetzt der Remix vom Remix vom Remix ist.
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1:03:21 – 1:03:30
Überleg doch mal, "What Time Is Love", ich weiß gar nicht, wie der Track original heißt.
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1:03:30 – 1:03:32
"Baby Don't Hurt Me".
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1:03:32 – 1:03:34
Nein, von Kelle F.
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1:03:34 – 1:03:36
"Baby Don't Hurt Me" von Kelle F.
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1:03:36 – 1:03:43
Ja, die haben ja selber schon irgendwie tausend Visionen von ihren Liedern immer gemacht.
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1:03:43 – 1:03:52
Und dieses Thema, was da drin ist, taucht ja auch immer wieder mal auf in aktuelleren Produktionen.
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1:03:52 – 1:03:55
Das ist auch so ein nicht totkriegendes Ding.
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1:03:55 – 1:04:03
Und das Interessante ist, egal welche Vision ich davon höre, also damals von Kelle F., ich finde jede geil.
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1:04:03 – 1:04:19
Ob das jetzt die Abbey-Version ist oder diese 15-Minuten-Version, wo im Video die ganze Zeit dieser alte Polizeiwagen rumfährt.
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1:04:19 – 1:04:26
Die Sachen, die damals gemacht wurden, ziehen sich ja auch wie so ein roter Faden bis heute so durch.
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1:04:26 – 1:04:36
Und sonst würde eine Madonna ein Zwei-Sekunden-Sample von ABBA verwenden.
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1:04:36 – 1:04:42
Hilf mir mal, wie hieß die schwedische Band, jetzt nicht ABBA, wie hieß die schwedische Band,
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1:04:42 – 1:04:49
die in den 90ern und Anfang der Nuller so riesige Erfolge eingefahren hat, wie hießen die denn noch?
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1:04:49 – 1:04:59
War das so ein Duo?
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1:04:59 – 1:05:10
Ach Gottchen, wie hießen das? So eine blonde Frau und ein schwarzhaariger "Gitarrist" in Anführungszeichen.
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1:05:10 – 1:05:15
Mein Namensgedächtnis ist auf, den hab ich in den Sinn geschossen.
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1:05:15 – 1:05:22
Rockset. Genau, darauf warte ich ja noch, auf das Rockset-Revival.
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1:05:22 – 1:05:30
Wie heißt der? Andy Loxle? Sweet Dreams? Das wär schön.
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1:05:30 – 1:05:36
Das waren die Eurythmics, oder? Ja, Eurythmics, genau. Das wär schön.
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1:05:36 – 1:05:44
Eurythmics, die war geil. Annie Lennox. Ja, Annie Lennox. Die war richtig cool.
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1:05:44 – 1:05:48
Die hatten auch Synthesizer-mäßig richtig geile Sachen am Start.
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1:05:48 – 1:05:52
Oh, die haben mehrere richtige Nummer-1-Hits gehabt.
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1:05:52 – 1:05:56
Die wurden schon als die neuen ABBA gefeiert.
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1:05:56 – 1:06:01
Namen, ich will Namen.
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1:06:01 – 1:06:07
Was weiß ich denn, ich hab gerade mehrere Lieder von denen gleichzeitig am Laufen im Kopf.
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1:06:07 – 1:06:16
It must have been love, it must have been love, na na na na. 2009.
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1:06:16 – 1:06:18
Nie gehört.
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1:06:18 – 1:06:22
Oder spending my time.
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1:06:22 – 1:06:25
Ja, aber das mit diesem "I turn to you", das ist doch das…
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1:06:25 – 1:06:27
Listen to your heart.
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1:06:27 – 1:06:29
Das war auch ein Riesending.
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1:06:29 – 1:06:39
Ach ja, listen to your heart. Ja, ja, ja, ja. Den hab ich im nördlichen Tanzing um die Ohren bekommen.
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1:06:39 – 1:06:44
Aber es hat 86, doch 80er. Ich dachte, die wären später, also 90ern.
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1:06:44 – 1:06:45
Nein, da waren sie noch nicht.
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1:06:45 – 1:06:49
2016 haben sie sich aufgelöst.
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1:06:49 – 1:06:52
Ja, wird heute Zeit für ein Revival.
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1:06:52 – 1:06:59
Es ist noch zu früh. Das muss ich jetzt erstmal setzen.
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1:06:59 – 1:07:07
Du meinst in den 30ern kriegen wir das Rockset-Comeback?
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1:07:07 – 1:07:10
Ja, an dem Punkt, wo es zu Meme wird, oder?
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1:07:10 – 1:07:14
Rockset. You don't have to put on the red light.
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1:07:14 – 1:07:20
It must have been love, listen to your heart.
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1:07:20 – 1:07:25
You're right.
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1:07:25 – 1:07:27
Ich schnauze jetzt, sonst kriege ich Ohrwürmung.
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1:07:27 – 1:07:30
Kriegen wir jetzt eigentlich Probleme mit der GEMA, wenn ich die Songs singe?
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1:07:30 – 1:07:38
Nee, aber mit den anderen, mit den Schwestervereinen, mit den Textern.
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1:07:38 – 1:07:40
Mit dem Schwesterverein?
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1:07:40 – 1:07:48
Ja, alle reden immer nur von der GEMA, aber es sind im Endeffekt mehrere Vereine wichtig.
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1:07:48 – 1:07:52
In den einen sind die Texter drin, in den anderen sind die Produzenten drin und Musiker.
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1:07:52 – 1:07:57
Oh Mist, dann müssen wir das auspielen.
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1:07:57 – 1:07:59
GVU oder so heißt die.
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1:07:59 – 1:08:03
Ach übrigens, es wird keinen Rockset-Revival geben, weil dann würde ein Zombie singen,
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1:08:03 – 1:08:07
weil die Rockset-Sängerin ist 2019 gestorben mit 61.
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1:08:07 – 1:08:12
Ja gut, aber die kann man doch mit AI ersetzen.
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1:08:12 – 1:08:20
Genug Material, so ein schlimmer Klon ist doch da und mit dem Generator animieren, fertig.
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1:08:20 – 1:08:25
Ich habe jetzt einen Bericht gesehen, dass sie in China das schon total viel machen
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1:08:25 – 1:08:29
und dass es dann von echten Moderatoren einen digitalen Klon gibt,
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1:08:29 – 1:08:36
der dann halt die Staatspropaganda so runterrattert.
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1:08:36 – 1:08:44
Ich hätte gedacht, dass die Remix-Industrie wenigstens mal Rockset absamplet und verwurstet.
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1:08:44 – 1:08:48
Das kann sein, aber das ist dann nie irgendwie gut angekommen.
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1:08:48 – 1:08:57
Stell dir mal vor, jemand geht hin und macht hier Rolling Stones "Satisfaction".
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1:08:57 – 1:09:00
Wenn das gut gemacht ist, geht das ab wie sonst was.
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1:09:00 – 1:09:03
Ich meine nicht umsonst stehen die Rolling Stones, ich weiß gar nicht,
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1:09:03 – 1:09:14
weil sie sind noch auf der Bühne und performen Zombie-Live ihre Performance.
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1:09:14 – 1:09:19
Ich finde das schon ein bisschen merkwürdig, wenn da ein Mick Jagger steht
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1:09:19 – 1:09:24
und erzählt davon Selbstbefriedigung.
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1:09:24 – 1:09:27
Und da steht seit 20 Jahren gar nichts mehr.
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1:09:27 – 1:09:31
Und nicht nur Opa, sondern Uropa. Was kommt nach Uropa?
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1:09:31 – 1:09:36
Da steht seit 20 Jahren gar nichts mehr.
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1:09:36 – 1:09:45
Biagra? Hallo? Kannst du dir auch direkt indizieren?
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1:09:45 – 1:09:48
Stronger am Strongesten?
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1:09:48 – 1:09:53
Ob das so klug ist?
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1:09:53 – 1:09:56
Früher haben sie gesoffen und heute?
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1:09:56 – 1:10:05
Wenn Rockset Remix wieder auferleben als KI, ich weiß dann, was als nächstes kommt.
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1:10:05 – 1:10:08
Tokio Hotel.
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1:10:08 – 1:10:10
Ja, die gibt es ja noch.
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1:10:10 – 1:10:13
Deren 2017er Album, wie hieß der?
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1:10:13 – 1:10:15
2040?
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1:10:15 – 1:10:17
Nee.
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1:10:17 – 1:10:20
Der ist ein 2017er Album, du meinst dieses elektronische.
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1:10:20 – 1:10:24
Das 2017er Album wird 2040 neu aufgelegt.
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1:10:24 – 1:10:31
Das Album, das alle abgefeiert hätten, wenn es denn von Empire of the Sun gekommen wäre und nicht von Tokio Hotel.
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1:10:31 – 1:10:33
Das war tatsächlich gar nicht schlecht.
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1:10:33 – 1:10:37
Nein, das hörte sich gut an.
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1:10:37 – 1:10:41
Das ist einer der besten Elektrosongs der letzten 10 Jahre.
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1:10:41 – 1:10:44
Das Tokio Hotel Monsoon Remix?
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1:10:44 – 1:10:46
Nein, den kannst du wegwerfen.
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1:10:46 – 1:10:49
Die haben halt wirklich das Problem, dass sie sich nur noch,
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1:10:49 – 1:10:54
die sind vom Namen her komplett abgefackelt, die bräuchten ein anonymes Projekt ohne Gesicht,
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1:10:54 – 1:11:01
wo sie einfach quasi den Stuff, den sie heute machen, rausschlagen können oder den ganzen Ballast.
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1:11:01 – 1:11:05
Das würde wahrscheinlich keine Hallen füllen, aber das macht im Moment auch nur der Monsoon.
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1:11:05 – 1:11:12
Deswegen müssen sie sich ja mit Kaulitz Hills, diesem Podcast und mit Heidi Klum und mit was es da alles zu geht irgendwie über Wasser halten.
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1:11:12 – 1:11:18
Willst du damit etwa sagen, dass Heidi Klum nur...
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1:11:18 – 1:11:19
Nein.
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1:11:19 – 1:11:21
... aus PR-Gründen geheiratet hat?
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1:11:21 – 1:11:22
Nein.
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1:11:22 – 1:11:25
Ist da nicht schon ein Braten in der Röhre?
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1:11:25 – 1:11:28
Ich denke, weil da sind halt Mami-Isch-Hiers von...
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1:11:28 – 1:11:30
Wie alt ist Heidi Klum gerade?
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1:11:30 – 1:11:33
Und auf der anderen Seite ist das halt hier so...
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1:11:33 – 1:11:37
So alt genug, um noch ein Braten in der Röhre zu haben.
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1:11:37 – 1:11:41
Ja gut, das kannst du natürlich auch noch medizinisch beschreiben.
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1:11:41 – 1:11:43
Das kannst du auch noch mit 60.
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1:11:43 – 1:11:46
50 Jahre, ja okay.
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1:11:46 – 1:11:48
Es ist ein bisschen merkwürdig...
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1:11:48 – 1:11:53
Es geht vielleicht so halb schief, aber ja, in der Theorie ist es noch drin.
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1:11:53 – 1:11:55
Genau.
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1:11:55 – 1:12:09
Auf der einen Seite denke ich mal, sind halt Mami-Isch-Hiers spielende Rolle und auf der anderen Seite gibt es halt, ich weiß gar nicht, wie das heißt, wenn ältere Frauen auf junge Knaben stehen.
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1:12:09 – 1:12:17
Also das ist doch ziemlich eindeutig, dass da ein Oedipus-Komplex eine Rolle spielt irgendwie.
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1:12:17 – 1:12:19
Oder?
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1:12:19 – 1:12:21
Keine Ahnung.
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1:12:21 – 1:12:26
Ganz ehrlich, Schaduch entsteht große Kunst.
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1:12:26 – 1:12:28
Hey, ich hab die Kurve gekriegt.
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1:12:28 – 1:12:30
Geil, wir sind zurück im Thema.
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1:12:30 – 1:12:32
Die Kurve ist so cool.
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1:12:32 – 1:12:33
Tobi, was wolltest du sagen?
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1:12:33 – 1:12:34
Das macht jeder mit jedem.
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1:12:34 – 1:12:38
Und wenn es Jazz ist, machen sie halt Musik und wenn es Pop ist, machen sie Kinder.
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1:12:38 – 1:12:52
Also der Schlagzeuger der Rolling Stones hat sehr tolle Jazz-Alben gemacht.
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1:12:52 – 1:12:58
Also er hatte eine richtig schicke Jazz-Combo, hab ich gern gehört.
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1:12:58 – 1:13:00
Viel lieber als sein Rolling Stones-Kram.
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1:13:00 – 1:13:08
Ja, überleg doch mal, was für ein begnadeter Musiker hier unser Katze-Glow ist.
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1:13:08 – 1:13:12
Als Jazz-Musiker ist der Typ eine Legende.
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1:13:12 – 1:13:15
Und er hat einen Minimoog.
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1:13:15 – 1:13:24
Der hat ja nicht nur einen Minimoog, der hat ja auch hier einen Micro-Korg auf seinem Klavier stehen oder so.
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1:13:24 – 1:13:27
Da gibt es genug Fotos von.
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1:13:27 – 1:13:34
Aber auf der einen Seite hast du dann halt diesen Clamauk, diesen Clown, der nennt sich dann ja selber auch Clown.
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1:13:34 – 1:13:47
Und auf der anderen Seite hast du diesen tiefen, todernsten Jazz-Musiker, der so da halt so volle Emotionen reinlegt.
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1:13:47 – 1:13:51
Genau, und das ist das Geniale bei ihm.
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1:13:51 – 1:13:59
Ich hab mal vor 20 Jahren ein Radio-Interview mit ihm gehört.
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1:13:59 – 1:14:04
In der 2 oder irgendwas. Da haben sie ihn 20 Minuten lang interviewt.
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1:14:04 – 1:14:09
Das war ein Radio-Interview, Quatsch, das war ein Telefon-Interview.
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1:14:09 – 1:14:11
Also sie haben ihn angerufen und haben ihm Fragen gestellt.
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1:14:11 – 1:14:13
Und er hat so ein bisschen so erzählt.
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1:14:13 – 1:14:19
Er war, glaube ich, noch relativ unbekannt als Helge Schneider, nur so ein paar Fernsehauftritte gehabt.
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1:14:19 – 1:14:21
Und da haben sie ihn halt interviewt.
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1:14:21 – 1:14:27
Und er hat gesagt, ja, also den Helge Schneider, den man da so im Fernsehen sieht, das ist eine Kunstfigur.
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1:14:27 – 1:14:32
Privat ist er ja ganz anders, sagt er.
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1:14:32 – 1:14:36
Und er sagt, ja, solange ich mit dem Clamauk Erfolg habe, solange mache ich das.
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1:14:36 – 1:14:39
Das hat Bramstein übrigens auch gesagt von sich.
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1:14:39 – 1:14:44
Ich glaube, Richard Kruspe hat sogar mal gesagt, das sagt er, glaube ich, bei jedem Album,
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1:14:44 – 1:14:50
aber einmal hat er es heute wirklich recht ernst gemeint, er würde gerne mit der Band mal eine Clubtour machen.
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1:14:50 – 1:14:53
Ohne das ganze Bumm, Bumm drumrum, wo es nur um die Musik ginge.
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1:14:53 – 1:14:55
Also ein Unplugged-Album.
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1:14:55 – 1:14:58
Das ist eine Musik, mit der ich nicht viel anfangen kann.
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1:14:58 – 1:15:08
Aber Soloprojekte von ihm, da ist zum Beispiel das eine Lied da, "Eiffeltill", ich glaube so heißt das.
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1:15:08 – 1:15:12
Das ist so genial musikalisch.
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1:15:12 – 1:15:24
Und der Text, wenn man das Video nicht gesehen hat, ist auch krass geil.
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1:15:24 – 1:15:31
Wenn man das Video sieht, dann muss man das in einem anderen Kontext sehen, weil es schon sehr sexualisiert ist.
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1:15:31 – 1:15:35
Das ist ein halber Porno.
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1:15:35 – 1:15:44
Aber das höre ich mir an, weil das ist cool, das ist geil, das ist richtig elektronisch.
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1:15:44 – 1:15:47
Mit Gesang und klasse.
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1:15:47 – 1:15:51
Also ich kann mir vorstellen, dass wenn man halt ein anderes Setting ringsherum baut,
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1:15:51 – 1:15:56
dass die Jungs Musik machen, die ich mir auch anhören würde.
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1:15:56 – 1:16:03
Aber sie sind halt in ihrem Bramstein-Konzept gefangen und kommen da nicht raus.
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1:16:03 – 1:16:10
Und das ist ja das, was auch gerade der Helge Schneider gesagt hat und auch andere Leute sagen.
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1:16:10 – 1:16:18
Solange das funktioniert und mir halt mein tägliches Brot finanziert, mache ich das.
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1:16:18 – 1:16:23
Helge Schneider hat in einem anderen Interview mal gesagt, er bekommt ja mittlerweile eine Rente,
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1:16:23 – 1:16:28
die reicht gerade mal aus, um seine Miete zu bezahlen.
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1:16:28 – 1:16:34
Also er muss auf Tour gehen, damit er halt auch sein Brot finanzieren kann.
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1:16:34 – 1:16:40
Und das kenne ich von anderen Leuten auch, die dann weitermachen, weil sie halt ein bisschen Geld brauchen.
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1:16:40 – 1:16:44
Und dann machen sie halt das, was funktioniert.
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1:16:44 – 1:16:53
Also von der vergänglichen Kunst leben, das können diejenigen, die vom damaligen Geldsegen mal Immobilien gemacht haben.
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1:16:53 – 1:17:00
Der Kollege ist ja da ganz offen. Der war mal Deutschraps-Finest und der hat angelegt.
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1:17:00 – 1:17:04
Aber der war schlau, nicht so wie andere, der halt das Geld auch rausgehauen hat.
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1:17:04 – 1:17:09
Richtig, aber der könnte bescheiden leben, wenn er alles einfach auf die Bank gebracht hätte, anstatt es zu investieren.
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1:17:09 – 1:17:17
Und andere, ich hatte gerade letztens irgendeinen Podcast gehört mit irgendjemandem,
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1:17:17 – 1:17:23
der eine kultig verehrte Fanbase, die ihn kultig verehrt und alles hatte.
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1:17:23 – 1:17:29
Aber der hat offenbar so beschissene Verträge unterschrieben, dass ihm die Rechte an seinen Songs nicht mal mehr gehören.
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1:17:29 – 1:17:38
Ja, das ist bei vielen Verträgen so, mit glatten Labels, dass du die Rechte komplett abgibst.
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1:17:38 – 1:17:53
Deswegen war das ja auch so gewesen, dass bei Michael Jackson die Rechte von den Beatles gehabt wurden.
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1:17:53 – 1:18:08
Und ich glaube, der hieß dann noch mal, der nannte mal das Symbol "The Prince".
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1:18:08 – 1:18:14
"The Artist", der sich vorübergehend "The Artist", formerly known as "Prince", genannt hat. "Tough Cop".
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1:18:14 – 1:18:23
So ein super toller Musiker, der ja super kreativ war. Und bei dem war das ja auch so gewesen,
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1:18:23 – 1:18:30
dass er eine lange Zeit lang die Rechte einfach nicht erhältte und dann hat er sich umbenannt.
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1:18:30 – 1:18:36
Weil alles, was unter "Prince" rausgekommen ist, ihm nicht gehörte.
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1:18:36 – 1:18:40
Das sind halt die beschissenen Verträge, die du mit der Plattenindustrie machst.
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1:18:40 – 1:18:44
Oder was du halt machen kannst, ist halt Selbstvermarktung.
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1:18:44 – 1:18:48
Aber das kannst du auch nur machen, wenn du einen bestimmten Bekanntheitsgrad hast.
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1:18:48 – 1:18:53
Weil mit null Zuhören dir dann was aufzubauen, das kannst du ja vergessen.
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1:18:53 – 1:18:59
Also das ist so die Erfahrung, die ich gemacht habe früher versus heute.
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1:18:59 – 1:19:07
Und wenn ich so Bekannte mit denen rede oder so, die haben überall halt auf allen digitalen Marktplätzen veröffentlicht.
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1:19:07 – 1:19:11
Und die müssen, wenn sie live gehen, immer wieder darauf hinweisen,
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1:19:11 – 1:19:17
ihr könnt uns auch auf Spotify und Amazon Music und Apple Music hören.
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1:19:17 – 1:19:29
Ja, die Content-Plattform-Eigentümer, die machen schon ordentlich Reibach mit den armen Künstlern.
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1:19:29 – 1:19:34
Und nur ganz wenige verdienen da wirklich bei. Das ist noch ungerechter als vorher.
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1:19:34 – 1:19:41
Aber du musst halt eine gewisse Anzahl an Streams produzieren, damit du halt im Ranking höher kommst
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1:19:41 – 1:19:45
und als Empfehlung wieder ausgespielt wirst.
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1:19:45 – 1:19:49
Und da gibt es Tricks und Möglichkeiten, wie man das beeinflussen kann.
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1:19:49 – 1:19:52
Mit K-Easy-Team. Haben wir ja gelernt.
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1:19:52 – 1:19:58
Ja, aber auch über Playlisten und gehackte Accounts.
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1:19:58 – 1:20:05
Da gibt es ein paar Dokumentationen, die mittlerweile auf YouTube sind, wie man als Rapper in die Charts kommt.
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1:20:05 – 1:20:17
Ich bin froh, dass ich ein Hobbymusiker bin. Und wenn ich was veröffentliche, dann streamt einfach nur.
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1:20:17 – 1:20:29
Ich veröffentliche im Monat, sagen wir mal, auf all meinen Sachen, die ich veröffentlicht habe, fünf oder sechs Streams. Über alle Plattformen.
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1:20:29 – 1:20:45
Und ich habe mittlerweile bei den Labels, wo ich veröffentliche, tatsächlich schon 2,73 Euro über mehrere Jahre verdient.
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1:20:45 – 1:20:48
Also ich denke, dass wir jetzt…
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1:20:48 – 1:20:57
Entschuldigung, mir geht es nicht ums Verdienen, sondern als Ausspielweg, dass ich überhaupt meine Musik auf eine gewisse Plattform kriege, brauchst du sowas.
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1:20:57 – 1:21:00
Du kannst es nicht selber hochladen.
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1:21:00 – 1:21:03
Ist euch das wichtig, dass man euch hört?
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1:21:03 – 1:21:05
Natürlich.
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1:21:05 – 1:21:07
Also es wäre mir…
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1:21:07 – 1:21:11
Das würden wir ja nicht veröffentlichen, ne? Dumme Frage. Entschuldigung.
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1:21:11 – 1:21:22
Nee, nee, es ist ein gutes Thema. Es wäre mir halt persönlich wichtiger, dass man mich hört, als dass man mich dafür zwangsläufig bezahlt, solange ich nicht davon leben muss.
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1:21:22 – 1:21:29
Aber ich glaube, Stephen Wilson hat das sehr gut gesagt, weil der war ja jahrelang wirklich anti-Streaming.
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1:21:29 – 1:21:37
Der hat nirgendwo veröffentlicht, außer mit der alten Hauptband, da musste er, weil die halt bei Roadrunner unter Vertrag war.
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1:21:37 – 1:21:41
Aber sein Solozeug hast du nirgends bekommen.
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1:21:41 – 1:21:49
Der hat da das Plattenverkaufs-Game willig ausgeschlachtet. Superlimited, Deluxe Editions, etc.
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1:21:49 – 1:21:56
Und irgendwann, 2017 war es glaube ich, hat er einen großen Post gemacht und hat gesagt, weißt du was?
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1:21:56 – 1:21:59
Mir reicht's, wenn die Leute den Kram einfach nur hören.
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1:21:59 – 1:22:03
Weil wenn sie ihn hören und ihn gut finden, dann werden sie den Leuten davon erzählen.
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1:22:03 – 1:22:09
Aber wenn ich irgendjemandem geraten, der die 5 Limited Editions wieder kaufen will, einfach um sie zu besitzen,
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1:22:09 – 1:22:14
dann hat das ein bisschen Geld gemacht und der Rest kommt zum Konzert.
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1:22:14 – 1:22:17
Der Rest hört das, was ich sonst mache.
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1:22:17 – 1:22:21
Der Rest, ich weiß gar nicht, ob der jetzt so eine Kaffeekasse hat.
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1:22:21 – 1:22:26
Das machen ja auch inzwischen etablierte Künstler, will ich so Crowdfunding-mäßig, etc.
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1:22:26 – 1:22:33
Wir wollen halt nicht, wenn die etablierten Kanäle kein Geld mehr ausspucken,
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1:22:33 – 1:22:42
dann machen wir in erster Linie mal den Kram für uns und das Geld holen wir auf andere Weise wieder rein.
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1:22:42 – 1:22:45
Das machen wir übers Touring, das machen wir übers Merchandise,
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1:22:45 – 1:22:52
das machen wir darüber, dass uns Leute unterstützen können, die unsere Musik für lau hören.
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1:22:52 – 1:22:58
Und ich glaube, Michael Eckerfield von Opeth war es mal sehr schön, der auf der Bühne gewiss hat gesagt,
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1:22:58 – 1:23:03
"We get paid for traveling, we play for free."
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1:23:03 – 1:23:05
Genau.
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1:23:05 – 1:23:10
Ich finde, das ist eine gute Gelegenheit, um hier nochmal darauf hinzuweisen,
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1:23:10 – 1:23:19
wenn ihr diesen kleinen Proberaum-Podcast von unseren Lautfunk-FM-Kollegen Sascha unterstützen wollt,
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1:23:19 – 1:23:23
könnt ihr seinen …
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1:23:23 – 1:23:27
Nee, ich sag's nicht.
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1:23:27 – 1:23:31
Komm, jetzt die Augen nicht verinsmetzen.
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1:23:31 – 1:23:33
Du Feigling!
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1:23:33 – 1:23:39
Ich dachte, jetzt ist eine gute Gelegenheit, den Leuten mal ein Abo anzudrehen für deinen Account da,
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1:23:39 – 1:23:44
damit sie dir finanziell unter die Arme greifen, um die ganzen Kosten hier zu stemmen.
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1:23:44 – 1:23:46
Woher ist Kneifstor?
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1:23:46 – 1:23:51
Ich finde das ganz schön, wenn man halt den PayPal-Spendling …
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1:23:51 – 1:23:57
Es gibt eine Seite, wo man unterstützen kann, und da gibt es verschiedene Möglichkeiten, das zu machen.
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1:23:57 – 1:24:00
Das Onlyfans-Ding ist ja nur reine Verarsche.
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1:24:00 – 1:24:01
Ja.
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1:24:01 – 1:24:02
Was?
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1:24:02 – 1:24:03
Ja.
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1:24:03 – 1:24:04
Das einzige …
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1:24:04 – 1:24:06
Da hab ich mir gedacht, das ist echt.
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1:24:06 – 1:24:10
Ich veröffentliche jeden Tag dort Content.
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1:24:10 – 1:24:12
Aber es ist halt Bullshit.
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1:24:12 – 1:24:21
Totaler Bullshit. Das ist, was ich halt gerade gemacht habe, ein Screenshot davon,
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1:24:21 – 1:24:26
oder wenn man mir auf Tele-Nymne eine Frage gestellt hat, das Ding,
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1:24:26 – 1:24:32
wenn ich mal ein Foto vom Himmel gemacht habe, alles Mögliche.
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1:24:32 – 1:24:41
Also da kommt wirklich das drauf, was man irgendwann mal wohl sagen könnte, ja, das war Kunst.
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1:24:41 – 1:24:48
Ja, aber wenn man mal unterstützen will, dann kann man die Unterstützungsseite verwenden.
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1:24:48 – 1:24:50
Nein, jetzt nicht noch drauf herumreiten.
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1:24:50 – 1:24:52
Leute können auch selber mal surfen.
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1:24:52 – 1:24:54
Das sind Verlinkungen.
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1:24:54 – 1:24:56
Genau.
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1:24:56 – 1:25:00
Zu verschiedene Sachen.
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1:25:00 – 1:25:02
Und ein bisschen Text.
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1:25:02 – 1:25:07
Ich finde das immer so unangenehm. Das ist wie so ein bisschen Battle.
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1:25:07 – 1:25:12
Sag doch einfach mal Danke an die Unterstützer, die dich bereit unterstützen.
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1:25:12 – 1:25:19
Danke, liebe Unterstützer. Ihr seid wirklich großartig. Wir lieben euch.
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1:25:19 – 1:25:25
Das kommt dann halt auch wieder so super gehorchelt rüber.
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1:25:25 – 1:25:31
Was? Das war ernst gemeint. Ich bin wirklich dankbar dafür, dass ihr den Sascha unterstützt.
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1:25:31 – 1:25:35
Bist du nicht so todesübersetzlich von diesen ganzen Internetfiguren?
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1:25:35 – 1:25:40
Ich glaube, das ist Saschas Punkt. Sascha und ich kommen aus einer Zeit, wo sich wirklich jede Internetfigur
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1:25:40 – 1:25:47
selbst für irgendwelche imaginäre Pupswährungen in Form eines YouTube-Likes so überschwänglich bedankt hat,
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1:25:47 – 1:25:52
dass sie jedes Mal, wenn das auch nur in die Nähe dieses Phänomens geht,
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1:25:52 – 1:25:54
Ja, irgendwie muss man sich ja prostituieren, oder?
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1:25:54 – 1:26:00
Ja, schreit in unserer Beine Hinterköpfe "Sami Salami" los.
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1:26:00 – 1:26:02
Sami Salami.
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1:26:02 – 1:26:05
Ja, und vergiss nicht den Kreis.
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1:26:05 – 1:26:11
Und dann hat er mit der Hand so Kreisbewegungen gemacht und dann tauchten dann halt Symbole auf.
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1:26:11 – 1:26:16
Like-Button, abonnieren nicht vergessen, heute aktiviert die Glocke.
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1:26:16 – 1:26:18
Wirklich? Ja.
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1:26:18 – 1:26:25
Können wir das vielleicht hier als Geräusche einbauen in dieses Intro?
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1:26:25 – 1:26:32
Ich habe mich auch streng geweigert, nachdem ich dann halt diese Voraussetzung erfüllt hatte,
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1:26:32 – 1:26:37
dass ich monetarisieren kann auf YouTube, dass ich das gemacht habe,
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1:26:37 – 1:26:41
weil ich mich da einfach nicht diesen Regeln unterwerfen will.
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1:26:41 – 1:26:44
Ich habe natürlich verschiedene Sachen ausprobiert mit Werbung auf dem Blog.
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1:26:44 – 1:26:48
Du wirst aber trotzdem zwangsmonetarisiert auf YouTube.
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1:26:48 – 1:26:55
Ja, aber die, die kein YouTube-Abo abgeschlossen haben, kriegen voll die Werbung reingedengelt.
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1:26:55 – 1:27:02
Ja, aber wo ich damals diese Entscheidung bewusst getroffen habe, war das ja noch nicht so.
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1:27:02 – 1:27:06
Da war ja alles werbungfrei und dann hast du nur Werbung auf der Seite gehabt.
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1:27:06 – 1:27:10
Heutzutage, die meisten Leute gucken ja YouTube auf dem Fernseher oder auf dem Handy,
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1:27:10 – 1:27:13
dann wird man mit Werbung zwangsweise totmombliert.
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1:27:13 – 1:27:17
Aber ich wollte schon mal sagen, ich habe mich damals extra dagegen entschieden,
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1:27:17 – 1:27:20
weil ich mich nicht diesem Zwang unterlegen wollte.
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1:27:20 – 1:27:27
Ich habe ja gesehen, wenn du von etwas leben möchtest, was du liebst, was ein Hobby von dir ist,
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1:27:27 – 1:27:33
weil du das auch Spaß gemacht hast, dann wird diese Sache zur Arbeit, weil du musst es ja machen.
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1:27:33 – 1:27:38
Und die Leute, die dann erfolgreich sein wollten, weil sie, sagen wir mal, die hatten so einen Hype,
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1:27:38 – 1:27:44
die waren eine Zeit lang kurzzeitig angesetzt und dann flachte der Hype ja irgendwann mal ab.
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1:27:44 – 1:27:48
Und dann einfach raus und Erfolg zu machen, dass du halt über lange Zeit erfolgreich bist,
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1:27:48 – 1:27:50
das ist harte Arbeit.
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1:27:50 – 1:27:55
Und ich habe so viele Leute gesehen gehabt, die einfach ein Burnout bekommen haben.
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1:27:55 – 1:28:02
Junge Leute, also so Anfang bis Mitte 20, die aufhören mussten, weil sie ein Burnout hatten.
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1:28:02 – 1:28:08
Und das hast du auch in der Musik oder so. Hast du das ja auch. Das ist ja die Gefahr.
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1:28:08 – 1:28:14
War das nicht, weil den jungen Leuten, und dazu zähle ich mich ja selber,
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1:28:14 – 1:28:19
ich zähle mich selber auch nochmal zu den jungen Leuten, also ich sage mal so,
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1:28:19 – 1:28:28
den ganzen Generationen, ich sage mal, den ganzen Nachkriegsgenerationen, die da waren, Generation,
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1:28:28 – 1:28:35
was auch immer, ist nicht beigebracht worden eine vernünftige Work-Life-Balance,
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1:28:35 – 1:28:39
die vielleicht mal diesen Anglizismus strapazieren darf.
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1:28:39 – 1:28:44
Aber eine gewisse Generation fordert den für sich ein und da schimpfen die Alten alle drüber.
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1:28:44 – 1:28:51
Ja, das ist jetzt die Generation Z. Die fordern das jetzt ganz massiv ein,
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1:28:51 – 1:28:56
aber gleichzeitig ist es vielleicht auch gar nicht so schlecht, weil sie da mit den anderen,
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1:28:56 – 1:29:01
die vor ihnen da waren, auch so ein bisschen helfen.
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1:29:01 – 1:29:11
Das ist ein gutes Thema, das sollten wir uns mal für moralisch unkorrekt aufheben.
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1:29:11 – 1:29:19
Ich wollte jetzt nochmal anknüpfen an die Sache mit den Erfolg.
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1:29:19 – 1:29:24
Ich hatte einen Gedankenblitz vorhin gehabt, der ist leider irgendwie ausgeblüht.
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1:29:24 – 1:29:28
Wir können ja nochmal das Gespräch zurückrunden.
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1:29:28 – 1:29:35
Meiner ist ja noch da. Ich wollte nämlich sagen, dass wenn etwas ins Erfolgsversprechen tendiert,
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1:29:35 – 1:29:39
muss es ja gar nichts abwerfen, du kannst dich trotzdem da reinsteigern.
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1:29:39 – 1:29:45
Also ich habe Dutzende YouTube-Kanäle gesehen, inklusive mir selbst zum Teil,
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1:29:45 – 1:29:49
die da in so eine Zwangsroutine verfallen sind nach dem Motto, jetzt muss ich den Erfolg wiederholen.
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1:29:49 – 1:29:53
Genau. Das wird Arbeit.
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1:29:53 – 1:29:58
Das wird Arbeit, ja. Als ich die Livetimes aufgemacht habe, habe ich gedacht,
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1:29:58 – 1:30:02
okay, machst du halt jeden Sonntag einen. Nach sieben Mal war Burnout,
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1:30:02 – 1:30:06
da habe ich das mal zwei Monate nix gemacht. Und danach war ich so, okay, nie wieder.
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1:30:06 – 1:30:10
Das ist das, was ich sonntags immer mache. Weißt du, was ich meine?
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1:30:10 – 1:30:13
Du hast dir ja schon selber diese Böde auferlegt.
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1:30:13 – 1:30:14
Richtig.
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1:30:14 – 1:30:22
Ich veröffentliche Musik, wenn ich welche fertig habe.
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1:30:22 – 1:30:27
Vorher habe ich Blogbeiträge, ich habe manchmal zwei Blogbeiträge in der Woche geschrieben,
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1:30:27 – 1:30:31
habe zwei Videos auf zwei YouTube-Kanälen veröffentlicht,
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1:30:31 – 1:30:35
die meisten Teile sind irgendwann auch mit einem Blogbeitrag zu tun hatte.
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1:30:35 – 1:30:37
Das ist Arbeit gewesen.
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1:30:37 – 1:30:42
Ja, und dann hast du ja auch noch deine Kochsendung auf TikTok gehabt.
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1:30:42 – 1:30:46
Ja, den Livestream. Und dann gab es ja noch den letzten Livestream.
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1:30:46 – 1:30:55
Also du musst dir vorstellen, ich habe von morgens 10 Uhr an bis nachts 2 Uhr
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1:30:55 – 1:30:59
durchgehend Content produziert.
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1:30:59 – 1:31:05
Und da hat nichts abgeworfen, aber es hat dir halt so eine Bestätigung gegeben.
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1:31:05 – 1:31:09
Abgeworfen in der Form, weil ich habe ja auch nie gebettelt oder so.
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1:31:09 – 1:31:16
Alle drei Monate konnte ich mir mal 10 Euro von TikTok aushalten lassen.
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1:31:16 – 1:31:21
Also es ging mir ja nie ums Geld.
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1:31:21 – 1:31:26
Aber ich wollte nur sagen, dass man alle Spaßprojekte,
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1:31:26 – 1:31:30
in was für einem Stress das ausatmen kann.
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1:31:30 – 1:31:35
Und wenn man mich verfolgt, wird man feststellen, dass es immer wieder mal Pausen gegeben hat.
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1:31:35 – 1:31:38
Sei es auf dem Podcast oder sei es auf dem Blog.
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1:31:38 – 1:31:41
Und das ist einfach, wenn ich ausgepowert bin.
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1:31:41 – 1:31:44
Ja, das bestätig doch genau das.
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1:31:44 – 1:31:53
Wir haben nicht gelernt, eine vernünftige ...
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1:31:53 – 1:31:57
Ja, ich weiß, das Leben und halt die Arbeit.
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1:31:57 – 1:32:04
Ein gesundes Maß zu finden für Arbeit und Entspannung.
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1:32:04 – 1:32:11
Meine Eltern, also mein Vater und meine Mutter, sind halt Anfang der 50er geboren.
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1:32:11 – 1:32:14
Die sind noch knallhart, haben die noch gelernt.
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1:32:14 – 1:32:16
Schaffle, schaffle, Häusle baue.
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1:32:16 – 1:32:19
Butterbrot statt Schnitzel kaue.
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1:32:19 – 1:32:24
Im Endeffekt, wenn du viel leistest, kannst du dir dann irgendwann mal ein Eigenheim kaufen.
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1:32:24 – 1:32:27
Blablabla.
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1:32:27 – 1:32:32
Meine Mutter hat schon realisiert, dass sie das nie schaffen wird.
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1:32:32 – 1:32:39
Mir war schon von vornherein klar gewesen, entweder wirst du irgendwie eine Granate
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1:32:39 – 1:32:45
oder du kannst dich von diesem Traum verabschieden, ein eigenes Haus zu haben.
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1:32:45 – 1:32:48
Wenn ich nicht gerade ein Lotto gewinne oder so.
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1:32:48 – 1:32:57
Die Leute haben, also die Generation, je jünger sie sind, von mir aus gesehen,
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1:32:57 – 1:33:03
haben immer mehr realisiert, dass sich das nicht lohnt zu ackern, zu ackern, zu ackern,
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1:33:03 – 1:33:08
um irgendwas aufzubauen, weil ich kann es mir dann später sowieso nicht leisten.
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1:33:08 – 1:33:11
Und dann gehen die hin, okay, ich besorge mir einen Job,
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1:33:11 – 1:33:14
womit ich halt mein Lebensunterhalt finanzieren kann,
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1:33:14 – 1:33:21
aber der so gut bezahlt ist, dass ich dann auch noch ausreichend Freizeit für blablabla habe.
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1:33:21 – 1:33:31
In welcher ich dann in den gleichen Modus fallen kann, dass ich wieder ackere für Likes?
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1:33:31 – 1:33:33
Darf ich das fast aufmachen?
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1:33:33 – 1:33:36
Weil da oben gehst du ja jetzt gerade die ganze Zeit.
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1:33:36 – 1:33:41
Das Ganze muss ja nicht mehr versorgen, aber der intrinsische Antrieb reicht ja schon aus.
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1:33:41 – 1:33:44
Du arbeitest dann nicht mehr für deinen Ausbeuter, du arbeitest einfach für die Bestätigung,
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1:33:44 – 1:33:49
weil du halt irgendwann mal gemerkt hast, du bist im Content machen gut.
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1:33:49 – 1:33:53
Das zu durchbrechen hat ja bei mir auch eine Weile gedauert.
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1:33:53 – 1:34:00
Also die Frage, die dahinter steckt, ist, warum ist es so, dass es sich nicht mehr lohnt,
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1:34:00 – 1:34:05
Schaffle, Schaffle, Häusle, Baue dafür zu arbeiten?
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1:34:05 – 1:34:09
Aber das ist, glaube ich, tatsächlich die Beantwortung dieser Frage,
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1:34:09 – 1:34:15
oder die Analyse des Ganzen ist tatsächlich etwas für ein anderes Format.
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1:34:15 – 1:34:17
Für moralisch empörend auf Lautfunk.
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1:34:17 – 1:34:24
Zum Beispiel, genau, auf Lautfunk FM, moralisch empörend.
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1:34:24 – 1:34:33
Aber um Tobis Einwand dann nochmal anzubringen, ja, das ist so.
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1:34:33 – 1:34:36
Du arbeitest dann für die Likes.
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1:34:36 – 1:34:41
Ja, ich freue mich über jedes Like, ich freue mich über jeden Kommentar,
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1:34:41 – 1:34:43
weil es eine Art Bestätigung ist.
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1:34:43 – 1:34:45
Selbst ein negativer Kommentar ist eine Bestätigung,
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1:34:45 – 1:34:49
weil sich da irgendjemand damit sich mit meinem Scheiß her beschäftigt hat.
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1:34:49 – 1:34:55
Da haben sich mehrere Leute in Discord getroffen und haben richtige Anschaussessionen gemacht,
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1:34:55 – 1:35:02
wo die jedes meiner alten YouTube-Videos komplett analysiert haben.
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1:35:02 – 1:35:07
Da war eine Gruppe von Jungs, so alles junge Männer, so Anfang, Mitte 20,
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1:35:07 – 1:35:12
die überspunden hinweg sich die Sachen angeguckt haben.
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1:35:12 – 1:35:13
Viel Freude, viel Ehre.
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1:35:13 – 1:35:17
Das habe ich natürlich auch auf der anderen Seite gesehen,
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1:35:17 – 1:35:19
in den Statistiken auf YouTube.
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1:35:19 – 1:35:22
Ich meine, ich gucke normalerweise nie rein, aber du hast ja,
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1:35:22 – 1:35:26
wenn du dann die Handy-App öffnest oder so, die Studio-App,
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1:35:26 – 1:35:29
weil du da was einstellen willst, hast du sofort immer Zahlen.
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1:35:29 – 1:35:32
Ich habe mich gewundert, warum auf einmal die Watchtime hochgeht.
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1:35:32 – 1:35:36
Ja, und danach kristallisierte sich das heraus,
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1:35:36 – 1:35:39
dass das über einen Bekannten einer anderen war,
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1:35:39 – 1:35:43
der neidisch war auf die Freundschaft zu dem Bekannten,
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1:35:43 – 1:35:46
weil er geilere Projekte mit mir gemacht hat.
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1:35:46 – 1:35:49
Er wollte aber auch so geile Projekte machen,
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1:35:49 – 1:35:52
aber die waren nie so geil im Endeffekt wie er,
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1:35:52 – 1:35:55
weil es einfach merkwürdige Strukturen gab.
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1:35:55 – 1:36:02
Es wurde ein Gitter auf ein Projekt gelegt und man musste genau diese Struktur haben.
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1:36:02 – 1:36:07
Was für eine Kleingeistigkeit steckt dahinter. Unglaublich.
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1:36:07 – 1:36:11
Ja, aber du musst dir vorstellen, es gab eine richtige Gruppe,
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1:36:11 – 1:36:16
die dann halt aktiv mich mit Kommentaren zubombardiert hat.
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1:36:16 – 1:36:23
Ja, aber du musst dir vorstellen, dass jemand sich damit beschäftigt,
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1:36:23 – 1:36:27
stundenlang, tagelang mit so etwas beschäftigt,
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1:36:27 – 1:36:31
mit so einer Kleingeistigkeit beschäftigt, nur um jemanden niederzumachen.
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1:36:31 – 1:36:35
Aber du musst dir vorstellen, auf der anderen Seite hat das dazu geführt,
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1:36:35 – 1:36:41
dass wesentlich öfters die Sachen ausgespielt werden an andere Sachen,
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1:36:41 – 1:36:47
weil der Algorithmus in YouTube denkt, wow, da geht jetzt die Post ab.
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1:36:47 – 1:36:54
YouTube interessiert sich nicht für Dislikes und Likes oder auch für negative Kommentare.
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1:36:54 – 1:36:58
Dummer, maschinenlenner Algorithmus.
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1:36:58 – 1:37:02
Eiskalter, unmenschlicher Algorithmus, der da hintersteckt.
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1:37:02 – 1:37:08
Jede Interaktion, egal ob positiv oder negativ, ist eine Interaktion.
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1:37:08 – 1:37:15
Dadurch muss das Video besonders gut sein und dann wird das ausgespielt an andere Leute.
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1:37:15 – 1:37:25
Damit könnte man ja sogar behaupten, dass manche von denen aufregen bei so manchen YouTubern.
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1:37:25 – 1:37:34
Es gibt Leute, die sprechen extra Sachen falsch aus, damit Hans und Franz und Pommes usw.
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1:37:34 – 1:37:39
einen Kommentar schreiben, ey, das hast du falsch ausgesprochen, das spricht man so aus.
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Deswegen hat Annalena...
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Du wirst dich wundern, das funktioniert.
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1:37:45 – 1:37:48
So wird man als Partei bekannt.
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1:37:48 – 1:37:51
Die haben verstanden, wie YouTube funktioniert.
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Aber du kannst auch mit negativer Aufmerksamkeit Geld verdienen.
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Das machen ganz viele mittlerweile.
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Es gibt zum Beispiel eine, die mit ihrem Freund, der näht immer kleiner für seine Freundin.
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Weil, keine Ahnung, auf jeden Fall ist sie ungefähr dreimal so breit wie der Typ.
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Der Typ ist extrem schlank und sie ist drei bis viermal so breit wie er.
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Und er näht dann halt immer Sachen. Da macht er die Videos.
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Die leben nur von dem Hass.
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Weil mittlerweile kannst du bei TikTok auch die Videos monetarisieren.
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1:38:24 – 1:38:28
Die sind ähnlich gute Bedingungen wie bei YouTube.
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1:38:28 – 1:38:30
Also, was mich beruhigt...
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Wenn du dann eine Million Klicks auf ein Video hast und du kriegst pro tausend Anschauungen ein Euro,
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1:38:38 – 1:38:41
dann kannst du dir ausrechnen, wie viel die im Monat dafür kriegen.
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Und die haben mehrere Millionen Aufrufe.
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1:38:44 – 1:38:54
Aber was mich beruhigt, ist, dass es Videos, in denen eine hübsche junge Frau in ein Mikrofon schmatzt
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1:38:54 – 1:39:05
oder mit ihren Fingernägeln drauf den Mikrofon rumkratzt, immer noch mehr Klicks hat als solche.
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1:39:05 – 1:39:13
Funktioniert auf Spotify auch so gut, dass sie jetzt die Monetarisierung für ASMR abgeschaltet haben.
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1:39:13 – 1:39:17
Könnt ihr mir das Phänomen mal erklären? Ich kann damit nichts anfangen. Was ist da los?
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1:39:17 – 1:39:20
Es soll dir ein wohliges Gefühl geben.
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1:39:20 – 1:39:23
Entstanden ist das ja daraus aus diesem Meditation.
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1:39:23 – 1:39:31
Ein 30 Millionen Klicks haben einige von diesen Videos.
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1:39:31 – 1:39:35
Du musst dir vorstellen, das kommt aus dieser Meditationsmusik.
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1:39:35 – 1:39:39
Also, das, was wir machen.
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1:39:39 – 1:39:49
Da wird ja mit Frequenzen gearbeitet, das Gehirn im Alphawellenbereich.
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1:39:49 – 1:39:55
Und dann gibt es Leute, die auf die Idee gekommen sind,
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1:39:55 – 1:39:58
so Wassergeplätscher ist ja auch sehr beruhigend.
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1:39:58 – 1:40:02
Dann haben die einfach ein Mikrofon hingepackt und haben Wassergeplätscher aufgebaut.
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1:40:02 – 1:40:05
Die Videos kenn ich, die höre ich auch immer zum Einschlafen.
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1:40:05 – 1:40:08
Funktioniert super, du beruhigst dich, kommst runter.
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1:40:08 – 1:40:10
Was ist das, Zähneputzen?
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1:40:10 – 1:40:14
Dann halt hier das Vogelglitzwitscher.
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1:40:14 – 1:40:17
Schönes Vogelglitzwitscher, so ein bisschen Wind.
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1:40:17 – 1:40:19
Das beruhigt die meisten Leute.
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1:40:19 – 1:40:21
Warte mal eben.
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1:40:21 – 1:40:24
In meinem Auto habe ich die Möglichkeit,
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1:40:24 – 1:40:30
ich habe da eine JBL-Anlage verbaut, also standardmäßig.
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1:40:30 – 1:40:35
Da kann man tatsächlich Naturgeräusche einstellen.
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1:40:35 – 1:40:40
Ich hoffe nicht von Darmaktivität.
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1:40:40 – 1:40:47
Nein, aber wirklich so Regen, Sturm und so weiter, Feuerprasseln.
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1:40:47 – 1:40:50
Du kannst das einfach während der Fahrt anmachen.
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1:40:50 – 1:40:53
Ich habe das ausprobiert, ich fand es ein bisschen merkwürdig.
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1:40:53 – 1:40:56
Während ich mit 100 auf der Autobahn bin,
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1:40:56 – 1:41:00
habe ich das Gefühl, ich bin in einem Wildes Essen.
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1:41:00 – 1:41:06
Tobi, das ist kein ASMR, das ist einfach nur wildes Essen.
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1:41:06 – 1:41:10
Ich wollte nur sagen, dass sich das daraus entwickelt hat.
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1:41:10 – 1:41:13
Es gibt richtige Fans davon.
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1:41:13 – 1:41:16
Die hören sich das an oder schauen sich das auch an,
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1:41:16 – 1:41:21
wie dann halt jemand ganz vorsichtig und hauchend ins Mikrofon spricht.
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1:41:21 – 1:41:26
Das hat ja mittlerweile auch schon eine sehr erotische Konzentration angenommen.
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1:41:26 – 1:41:29
Wenn du dir so einige Videos anschaust.
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1:41:29 – 1:41:32
Du musst dir mal die Livestreamer angucken.
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1:41:32 – 1:41:36
Das sind aber dann auch die Livestreamer, die auf die Idee kommen,
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1:41:36 – 1:41:41
dass man, wenn man stillt, nicht gesperrt werden kann,
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1:41:41 – 1:41:44
weil man die nackte Brust kurzmoment sieht.
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1:41:44 – 1:41:49
Also gehen sie hin, halten wieder ein echtes Baby in der Kamera und stillen die.
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1:41:49 – 1:41:58
Oder die haben hier ein real born baby doll und halten das dran.
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1:41:58 – 1:42:01
Das kann alles nicht wahr sein.
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1:42:01 – 1:42:04
Das ist mir bloß alles entgangen bisher.
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1:42:04 – 1:42:05
Das funktioniert.
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1:42:05 – 1:42:08
Das ist noch beknackter, als ich gedacht habe.
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1:42:08 – 1:42:09
Das funktioniert.
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1:42:09 – 1:42:12
Das komische ist, wenn das zum Beispiel so bekanntere Leute,
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1:42:12 – 1:42:15
die haben dann alle ihre oilyfans-Seiten oder weiß wo,
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1:42:15 – 1:42:21
wo du dann halt bezahlen kannst dafür, dass du die nackten Tatsachen siehst
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1:42:21 – 1:42:23
und nicht nur so erahnen kannst.
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1:42:23 – 1:42:29
Oder das Viertel vom Internet oder die Hälfte vom Internet besteht ja nur aus Porn.
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1:42:29 – 1:42:33
Du hast so viele Möglichkeiten, dir Brüste anzugucken.
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1:42:33 – 1:42:36
Oder wer hat Altenpfleger oder Gesundheitspfleger?
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1:42:36 – 1:42:40
Da kannst du dir so viel Brüste angucken, dass du gar keinen Bock mehr darauf hast,
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1:42:40 – 1:42:43
noch irgendwie einen Cent dafür zu bezahlen,
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1:42:43 – 1:42:47
weil du von irgendeinem Sternchen da mal einen Lippenblitz da sehen kannst.
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1:42:47 – 1:42:51
Liebe Zuhörer, ihr seid immer noch im Probe-Podcast.
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1:42:51 – 1:42:52
Wir reden immer noch über Musik.
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1:42:52 – 1:42:55
Ja, das ist aber, jetzt sind wir schon beim fünften Bier.
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1:42:55 – 1:42:58
Ich habe mich schon vorher gefragt, an welchem Punkt koppeln wir das ab
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1:42:58 – 1:43:01
Richtung moralisch inkorrekt.
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1:43:01 – 1:43:07
Ich weiß nicht, ob das in den Vibe des Original-Podcasts noch reinpasst.
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1:43:07 – 1:43:09
Darf ich das so sagen?
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1:43:09 – 1:43:15
Ja, gut, aber das ist dann erst das fünfte Bier und die zweite Flasche Wodka.
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1:43:15 – 1:43:17
So sieht's aus.
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1:43:17 – 1:43:20
Hello.
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1:43:20 – 1:43:23
Wisst ihr, dass wir schon 23 Uhr haben?
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1:43:23 – 1:43:25
Oh.
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1:43:25 – 1:43:30
Eikaramba, ich habe ja gar keinen Kokainer gehabt.
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1:43:30 – 1:43:33
Ist mir nicht aufgefallen, dass wir schon 23 Uhr haben.
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1:43:33 – 1:43:35
Und wir sind echt kurz nach 23 Uhr.
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1:43:35 – 1:43:38
Ach, es sind ja schon 2 Stunden 36 Uhr am Aufnehmen.
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1:43:38 – 1:43:41
Hm?
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1:43:41 – 1:43:47
Unterstützer erhalten Vorabzugang zum Ruhschnitt der Podcastfolgen
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1:43:47 – 1:43:50
vor der eigentlichen Veröffentlichung.
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Weitere exklusive Inhalte wie Vor- oder Nachgespräche oder eine Art Tagebuch.
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Alle Informationen, wie man Unterstützer wird, findet ihr in den Shownotes.
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