Werbung im LautFunk Publikationskartell

“Die Massenmedien sind Gehirnschmieden;
die Werbung die Hämmer.” Heinz Körber (*1938), Aphoristiker

7 min read

Neulich hatte ich eine Videokonferenz mit Mitarbeitern einer großen Firma im Werbung- und Marketing-Bereich. Es ging um Werbung in meinen Podcast.

Im Grunde genommen wollte ich die Kosten für die Bereitstellung der Podcast und des Blogs auffangen, aber wie es sich im Laufe des Gesprächs gezeigt hat, ist der Podcast so wie ich ihn betreibe, völlig uninteressant. Die Projekte, die mir besonders am Herzen liegen, sind aus werbetechnischer Sicht völlig uninteressant.

Einzig und alleine der Podcast, der sich mit dem Thema Musikproduktion aus Sicht eines Hobby-Produzenten beschäftigt, ist für die Werbung hochinteressant. Denn dies wäre ein sogenanntes Spitz-Thema und da könnte man eine Tausender-Klickrate (Seiten-RPM) von ungefähr 250 € erreichen. Das bedeutet bei 1000 aufrufen bis zu 250 €.

Wir reden jetzt aber pro Episode und das ist für meine Verhältnisse völlig utopisch, am besten sollte ich nämlich wöchentlich veröffentlichen und das schaffe ich nie. Und ich mache das ganze jetzt schon drei Jahre und ganz ehrlich, wenn ich in der ersten Woche 50 Aufrufe habe, dann ist das schon viel.

Das Gespräch lief immer nur auf Werbung hinaus.

Aber mich hatte an der gesamten Technologie eigentlich gar nicht die Werbung interessiert. Aber das Gespräch lief immer nur auf Werbung hinaus und wie man diese monetarisieren kann. Mir ging es aber hauptsächlich darum, die Technologie zu nutzen, um Cross Promotion zu machen, also Werbung für andere Podcasts bei mir zu schalten, und diese dann schalten meine Werbung für meinen Podcast in einen anderen Podcast. Das geht nämlich vollkommen automatisch.

Die andere Möglichkeit, die interessant wäre ist, dass man an oder Abmoderation automatisch zu der Aufnahme hinzufügen kann und so quasi individuelle oder auch aktuelle Themenbereiche einzugehen. Oder auch Verweise auf andere Projekte zu geben, ohne dass man jedes Mal die Originaldatei verändern muss. Sondern dieses halt dynamisch aus dem System heraus gemacht werden kann. Also ich sage, die eine Woche ist jetzt die Anmoderation und Abmoderation zugange und nächste Woche mache ich eine andere, weil ich da auf eine andere Episode oder auf ein anderes Format verweisen möchte.

Leider sind wir uns bei diesem Videotelefonat oder besser gesagt Konferenz nicht einig geworden. Und ich soll mich in sechs bis zwölf Monaten noch mal melden, wenn ich diese besagten 1000 Aufrufe erreicht habe. Sie gaben noch Tipps zur Hand, wie ich das erreichen könnte. Das interessante ist, ich mache jetzt schon 20 Jahre Musik nicht mal professionell, sondern als Hobbymusiker. Und ich habe meine Vernetzung, ich bin da vollkommen in der Lage, meine ganzen Kontakte, die ich dort habe, mal anzuschreiben und mal darauf hinzuweisen, dass dieses Projekt gerade läuft und mir gegebenenfalls interessante Gäste einzuladen.

Ich bin ein ziemlicher Trottel!

Jetzt kommen wir zu dem Punkt, der das Problem dabei ist. Ich bin ein ziemlicher Trottel, was Selbstvermarktung angeht. Ich kann das nicht, ich bin dazu nicht in der Lage, auch wenn ich viele Komplimente bekomme, wie toll meine Stimme ist. Und dass ich das, was ich mache, toll ist, aber ich hinterfrage da zu viel und ich bin auch, glaube ich, gar nicht davon überzeugt. Dass es gut ist. Und wenn man nicht davon überzeugt ist, dass es gut ist, dann macht man dafür auch keine Werbung.

Ich habe jetzt Werbung im Blog aktiviert und auf allen Seiten, wo der Podcast quasi veröffentlicht wird, also sprich auf meinen Projekten läuft Werbung. Ein bisschen nicht viel. Die Seite ist nicht überladen, hier und da klappt ein bisschen Werbung auf, mal mehr weniger. Und damit kriege ich zurzeit die Kosten, die mir entstehen, zum Bereitstellen der Angebote gedeckt. Das sind nur ein paar Euro im Monat, das ist weniger als das Taschengeld, das mein Neffe bekommt. Aber das ist vollkommen okay, weil dieses ja die Kosten deckt.

Wie gesagt, ich bin diesen Kompromiss eingegangen, dass ich mir die Seite ein bisschen verunstalte und dafür ein kleines bisschen Geld bekomme. Ich wäre ja auch bereit gewesen, in Podcast ein bisschen Werbung zu haben, wenn ich damit halt ein kleines bisschen Geld verdiene, um halt mir auch mal Equipment zu kaufen. Das kann bekanntlicher Weise in der Audioproduktion schon mal teuer werden. Da sind 500 € oft nichts. Man bezahlt oft mehr als 1000 € für vernünftiges Equipment oder für Software oder für einen neuen Computer etc… Und da gibt es so viele Punkte, die man beachten muss, die einfach viel Geld kosten.

Alte Zeitungswerbung

Ich habe es versucht, auf freiwilliger Basis, dass man mich unterstützen kann. Aber bis auf einmal 20 € ist dabei nichts rumgekommen. Ich habe insgesamt 22 € bekommen von zwei Leuten. Ich habe mich riesig darüber gefreut, aber die laufenden Kosten werden damit nicht gedeckt. Das ist halt nur ein Teil davon aufs Jahr gerechnet. Wie gesagt, ich will daran nicht verdienen, ich will davon nicht reich werden, ich mache das aus Spaß an der Freude. Sein wir doch mal ganz ehrlich, viel anderes zu tun, habe ich nicht. Also tue ich das, was ich gut machen kann und das ist reden. Aber dann will ich mir auch schönes neues Spielzeug für dieses schöne Hobby suchen und kaufen können, und dafür brauche ich Geld. Und genau dieses Geld davon habe ich nicht viel.

Ich denke, ich werde es versuchen, die Reichweite und die Popularität des Musik-Podcasts zu steigern. Um dann zu schauen, was daraus wird. Sollte ich die 1000 Aufrufe schaffen, okay, dann gibts ein bisschen Werbung, wenn ich es nicht schaffe, dann halt nicht. Dann muss ich halt länger auf neues Spielzeug sparen. Aber den Spaß und die Freude, neue Episoden für den Podcast zu erstellen oder auch einen neuen Blog oder schöne Videos für YouTube, das nimmt mir niemand, denn das würde ich auch so tun, weil ich es gerne mache.

Es gibt immer Luft nach oben.

Nur wäre es schön, wenn ich die Möglichkeit hätte, mich weiterzuentwickeln. Sowohl technisch gesehen, aber vor allen Dingen in der Qualität. Und das ist halt der nächste Sprung. Außer besseres Equipment im Audiobereich gibt es da nicht mehr so viel, was ich halt noch verbessern könnte. Vielleicht noch ein besserer Vorverstärker oder im Videobereich, da wäre eine bessere Kamera z. B. eine Option. Auch inhaltlich gesehen gibt es immer Luft nach oben.

Ich denke, das sind ja kleine Wünsche, etwas, was jeder nachvollziehen kann. Jeder, der mit Leidenschaft Content produziert. Egal ob du ein großer Content Creator bist oder ein kleiner, diese Begehrlichkeiten sind da. Wie gesagt, es gibt verschiedene Möglichkeiten, die zu finanzieren, entweder über Werbung im Content oder über Unterstützer, die beispielsweise Spenden oder ich spare.

Das Sparen ist natürlich immer eine Option, die mir bleibt. Weil zurzeit decke ich ja die Kosten für die Bereitstellung der Plattform, der Internetseite, für mehr reicht es nicht.

Wie denkt ihr über Werbung? Und wie viel haltet ihr in diesem Bezug für zumutbar?
Schreibt es doch gerne in die Kommentare, ich interessiere mich sehr dafür.

Euer Sascha

LautFunk 011 Werbung im LautFunk Publikationskartell
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Autor: Sascha Markmann

Legastheniker am Werk (Mehrfaches lesen meiner Postings kann zu irreparable Schäden an den Augen führen z. B.. Pseudotumor-zerebral-Syndrom) Leicht gestörter bis Mittel schwerer Fall von Überlebens Künstler, Maler, Blogger, Musiker, Podcaster und Video Produzenten "Audiovisueller STUMPFSINN mit keinem Nutzwert"

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