Angststörungen und Borderline-Persönlichkeitsstörung: Eine tiefgreifende Analyse gemeinsamer Symptome und effektiver Bewältigungsstrategien

“Angst erkennen und bewältigen: Ein Leitfaden für Menschen mit intensiven emotionalen Schwankungen”

Lesezeit

4 Minuten

Einleitung:

In meinem vorherigen Artikel diskutierte ich die Verbindung zwischen der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) und Depressionen. Heute erweitere ich das Thema um eine weitere, oft übersehene Facette: die Angststörungen. Diese psychischen Zustände sind nicht nur auf BPS beschränkt, sondern können auch unabhängig auftreten oder in Verbindung mit anderen psychischen Erkrankungen, wie Psychosen und Neurosen, stehen.

Die subtile Natur von Angststörungen

Angststörungen offenbaren sich nicht immer in offensichtlicher Form. Häufig verbergen sie sich hinter alltäglichen Handlungen, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen mögen, jedoch tiefere psychische Probleme signalisieren. Beispielsweise kann das wiederholte Überprüfen, ob der Herd ausgeschaltet ist, ein Symptom einer generalisierten Angststörung sein, das aus der übermäßigen Sorge um Sicherheit und Kontrolle resultiert. Diese Art von Verhalten kann neurotischen Mustern ähneln und weist auf die komplexen Überschneidungen zwischen verschiedenen psychischen Störungen hin.

Persönliche Reflexionen über Angst und Borderline

Aus meiner eigenen Erfahrung mit der Borderline-Störung kenne ich die tiefgreifende Angst vor dem Verlassenwerden. Dieses Phänomen, bekannt als Verlustangst, ist ein Kernmerkmal der BPS und kann zu intensiven emotionalen Reaktionen führen. In Beziehungen, insbesondere wenn beide Partner von BPS betroffen sind, kann diese Angst zu einer Eskalation von Konflikten führen, getrieben von der Furcht, verlassen zu werden.

Die Vielschichtigkeit von Angststörungen

Angststörungen präsentieren sich in vielfältigen Formen. Manche Menschen erleben beispielsweise spezifische Phobien, wie die Angst vor Kontamination, die sich in Vermeidungsverhalten wie dem Nichtessen von Lebensmitteln aus dem Kühlschrank äußert. In meinem Fall manifestiert sich die Angst zusätzlich in Form einer Sozialphobie, die meine Fähigkeit, unter Menschen zu sein, stark einschränkt.

Wenn Angst das Verhalten dominiert

Es gibt Situationen, in denen Angststörungen zu extremeren Verhaltensweisen führen können. Das Tragen eines Küchenmessers in der Handtasche aus Angst vor Übergriffen ist ein Beispiel für solch ein problematisches Verhalten, das in der Öffentlichkeit zu Missverständnissen und Konflikten führen kann.

Angst aus evolutionärer Perspektive

Aus evolutionärer Sicht ist Angst eine grundlegende Emotion, die dazu dient, uns vor Gefahren zu schützen. Unser Gehirn, geprägt von den Bedingungen der Steinzeit, reagiert oft übermäßig auf heutige Bedrohungen. Dies führt zu einem Vermeidungsverhalten, das in der modernen Welt nicht immer angebracht ist. In meinem persönlichen Leben manifestiert sich dies in der Vermeidung von alltäglichen Aufgaben wie dem Einkaufen oder dem Knüpfen von sozialen Kontakten außerhalb des digitalen Raums.

Therapeutische Ansätze und Bewältigungsstrategien

Bei der Behandlung von Angststörungen ist eine individuell angepasste Therapie entscheidend. Kognitive Verhaltenstherapie, Expositionstherapie und andere therapeutische Ansätze können helfen, die zugrunde liegenden Ängste zu verstehen und zu bewältigen. Der therapeutische Prozess kann langwierig und herausfordernd sein, da Fortschritte je nach individueller Situation variieren.

Abschluss: Die Bedeutung von Unterstützung und Selbstfürsorge

Ich möchte jeden, der mit Angststörungen oder BPS kämpft, ermutigen, professionelle Hilfe zu suchen. Ohne angemessene Behandlung können diese Störungen sich verschlimmern. Es ist wichtig, sich den Ängsten zu stellen und gleichzeitig Unterstützung zu akzeptieren.

Wie beim Turnen am Stufenbarren kann das sofortige Wieder-Aufstehen nach einem Sturz helfen, langfristige Ängste zu vermeiden.

Ich wünsche euch Stärke und Mut auf eurem Weg zur Heilung,

Euer Sascha.

Tipps für den Umgang mit BPS und Angststörungen:

  1. Bewusstsein schaffen: Erkennen Sie, wann und wo Emotionen entstehen. Achten Sie auf körperliche Signale und versuchen Sie, die Emotionen zu beruhigen.
  2. Abstand nehmen: Wenn Emotionen überwältigend werden, ziehen Sie sich zurück und machen Sie eine Pause, um sich zu beruhigen.
  3. Ablenkung: Lenken Sie sich mit angenehmen Tätigkeiten ab, um negative Emotionen zu reduzieren.
  4. Reframing: Versuchen Sie, die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten und positive Aspekte zu finden.
  5. Selbstmitgefühl: Behandeln Sie sich selbst mit Freundlichkeit und Verständnis.
  6. Achtsamkeit: Seien Sie im gegenwärtigen Moment präsent und akzeptieren Sie Ihre Emotionen ohne Urteil.
  7. Planung im Voraus: Bereiten Sie sich auf schwierige Situationen vor und erstellen Sie einen Plan für den Umgang mit stressigen Ereignissen.

Diese Tipps stammen von der Webseite Leben mit Borderline.

Deutschsprachige Ressourcen und Links zum Thema Borderline-Störung:

  1. Leben mit Borderline: Eine umfassende Ressource mit Informationen zur Borderline-Persönlichkeitsstörung, Therapiemöglichkeiten, Skills und Selbsthilfe.
  2. Therapie.de: Eine Webseite, die verschiedene Informationen und Links zu Selbsthilfe-Angeboten sowie zu verschiedenen Therapieformen bietet.

Diese Ressourcen bieten wertvolle Informationen und Unterstützung für Menschen, die mit BPS und Angststörungen leben, sowie für deren Angehörige. Sie können weitere Einblicke in die Erkrankung geben und Wege aufzeigen, wie man damit umgehen und ein erfülltes Leben führen kann.

Autor: Sascha Markmann

Legastheniker am Werk (Mehrfaches lesen meiner Postings kann zu irreparable Schäden an den Augen führen z. B.. Pseudotumor-zerebral-Syndrom) Leicht gestörter bis Mittel schwerer Fall von Überlebens Künstler, Maler, Blogger, Musiker, Podcaster und Video Produzenten "Audiovisueller STUMPFSINN mit keinem Nutzwert"

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