Die Abschweifung 74 Rücksicht ist kein Extra

In dieser Folge von Die Abschweifung geht es um etwas, das wir oft für selbstverständlich halten – und doch viel zu selten bewusst leben: Rücksichtnahme. Nicht als großes moralisches Konzept, sondern als alltägliche Haltung.

Sascha erzählt von persönlichen Erfahrungen mit Inklusion, Behinderung und Neurodivergenz – von Rollstuhl, Rollator und Legasthenie, aber auch von kleinen Gesten, die den Alltag für andere spürbar leichter machen. Türen aufhalten. Zeit geben. Mitdenken. Dinge normalisieren, die eigentlich normal sein sollten.

Es geht um Menstruation im Alltag, um unausgesprochene Erwartungen, um Scham, Unverständnis und darum, wie verletzend mangelnde Rücksicht sein kann – gerade dann, wenn sie als „Kritik“ oder vermeintliche Überlegenheit daherkommt. Gleichzeitig geht es um die Frage, warum viele dieser Dinge für manche Menschen ganz selbstverständlich sind und für andere offenbar nicht.

Eine persönliche, nachdenkliche Folge über Empathie ohne Pathos, über Respekt statt Mitleid und über die leisen Entscheidungen, mit denen wir jeden Tag bestimmen, wie menschlich unsere Gesellschaft ist.

🧭 Themenübersicht

1. Einstieg: Abschweifen mit Absicht

  • Begrüßung & Ton der Folge
  • Warum Rücksichtnahme heute Thema ist
  • Abschweifung als bewusste Form des Nachdenkens

2. Was Rücksichtnahme wirklich bedeutet

  • Wahrnehmen statt bewerten
  • Akzeptieren von Schwächen und Einschränkungen
  • Der Unterschied zwischen Spott, Mitleid und Respekt

3. Frühe Prägung & Normalisierung

  • Kindheitliche Erfahrungen mit Behinderung
  • Familie, Pflegeumfeld und frühe Berührungspunkte
  • Warum Inklusion früher einfach „normal“ war

4. Alltagssituationen & gelebte Inklusion

  • Türen aufhalten, Hilfe anbieten, mitdenken
  • Erfahrungen im öffentlichen Raum (Bus, Rollstuhl, Rollator)
  • Beobachtungen zu Höflichkeit und gesellschaftlichem Verhalten

5. Rücksicht jenseits von Klischees

  • Menstruation als alltägliche Realität
  • Hygieneprodukte, Mülleimer und Normalität
  • Überraschung darüber, dass Mitdenken keine Selbstverständlichkeit ist

6. Ein prägendes Erlebnis aus dem Berufsalltag

  • Die Situation mit der Kollegin im Rettungsdienst
  • Peinlichkeit, Hilflosigkeit und spontane Solidarität
  • Warum Vorbereitung manchmal alles ist

7. Eigene Einschränkungen: Legasthenie & Neurodivergenz

  • Lesen, Schreiben und anders denken
  • Schulzeit, Diagnostik und fehlende Rücksicht
  • Nachteilsausgleich als echter Gamechanger

8. Stärken durch Andersartigkeit

  • Kompensationsstrategien und alternative Problemlösungen
  • Maskieren im Alltag und soziale Anpassung
  • Wahrnehmung von außen vs. Selbstbild

9. Internet, Kritik und fehlende Empathie

  • Angriffe über Sprache, Rechtschreibung und Dialekt
  • Wenn Inhalt nicht angreifbar ist
  • Respektlosigkeit als Ersatzargument

10. Kleine Gesten – große Wirkung

  • Fahrstuhl, Kasse, Alltagssituationen
  • Sich selbst zurücknehmen, ohne etwas zu verlieren
  • Warum Rücksicht keine Heldentat ist

11. Persönliche Haltung & Schlussgedanken

  • Die Welt ein kleines Stück besser verlassen
  • Grenzen der eigenen Wirksamkeit
  • Einladung zum Nachdenken statt Belehren

12. Abschluss & Einladung zum Diskurs

  • Dank an die Zuhörenden
  • Bedeutung von Austausch und Diskussion
  • Verabschiedung


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Mitwirkende dieser Episode


Anzahl der Downloads: 99
Spieldauer: 0:31:09
Tag der Aufnahme: 18.01.26
Diese Folge stammt aus der Staffel 4, es gibt insgesamt 4 Staffeln.


Eine LautFunk Publikationskartell Produktion - Wo Geschichten unüberhörbar übermittelt werden.

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Zwischen Feuer und Eis: Wenn Borderline und Depression kollidieren – Ein Wegweiser durch das emotionale Paradoxon

„Borderline und Depression können sich gegenseitig verstärken. Der Artikel erklärt Unterschiede, Therapieansätze und alltagstaugliche Wege aus dem emotionalen Tief.“

Stell dir vor, du sitzt in einem Sportwagen. Dein Fuß drückt das Gaspedal bis zum Anschlag durch – der Motor heult auf, die Drehzahl ist im roten Bereich, Adrenalin flutet deinen Körper. Das ist der Borderline-Modus: Hochspannung, Intensität, alles ist existenziell. Und dann, bei voller Fahrt, zieht jemand die Handbremse. Nicht sanft, sondern mit Gewalt. Der Wagen schlingert, kommt zum Stillstand, der Motor stirbt ab. Stille. Lähmende Schwere. Nichts geht mehr. Das ist die Depression.

„Zwischen Feuer und Eis: Wenn Borderline und Depression kollidieren – Ein Wegweiser durch das emotionale Paradoxon“ weiterlesen

Die verborgene Kraft hinter Borderline: Sensibilität als Ressource erkennen

„Wie Sensibilität bei Borderline zur inneren Stärke werden kann – ein neuer Blick auf emotionale Intensität.“

Borderline wird oft mit Chaos gleichgesetzt: heftige Emotionen, schwierige Beziehungen, extreme Reaktionen. Was dabei fast immer untergeht, ist der Kern, der all diese Dynamiken erst möglich macht – eine außergewöhnliche Sensibilität.
Nicht die Art von Sensibilität, die als „dünnhäutig“ belächelt wird, sondern eine Form von Wahrnehmung, die tiefer reicht, schneller reagiert und Stimmungen erfasst, bevor andere sie überhaupt bemerken.

„Die verborgene Kraft hinter Borderline: Sensibilität als Ressource erkennen“ weiterlesen

Wie man die toxische Dynamik zwischen Narzissten und Borderlinern auflöst

„Praktische Ratschläge und Kommunikationstipps, um aus Mustern auszubrechen“

1. Einführung: Wenn Anziehung zur Falle wird

Zwischen einem Menschen mit narzisstischen Zügen und einem Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung entsteht häufig eine intensive, fast magnetische Beziehung.
Sie beginnt mit Leidenschaft, Verständnis und emotionaler Tiefe – und endet oft in Chaos, Schmerz und Missverständnissen.

„Wie man die toxische Dynamik zwischen Narzissten und Borderlinern auflöst“ weiterlesen

Leise Stille 003 Zwangsstörungen – Wenn Gedanken zur Qual werden

In dieser Folge von Leise Stille spricht Sascha über ein Thema, das oft belächelt oder missverstanden wird: Zwangsstörungen. Was viele für einen harmlosen Ordnungsfimmel halten, ist in Wirklichkeit ein ernst zu nehmender innerer Kampf – zwischen Angst, Schuld und einem übermächtigen Drang, Katastrophen zu verhindern.

Sascha erklärt leicht verständlich, was hinter Zwangsgedanken und Zwangshandlungen steckt, wie sie sich von Tics oder Routinen unterscheiden und warum der Leidensdruck oft so groß ist. Persönliche Erfahrungen, konkrete Beispiele aus dem Alltag und Einblicke in therapeutische Möglichkeiten wie Expositionstraining, Achtsamkeit und medikamentöse Behandlung machen diese Episode besonders greifbar.

Außerdem zeigt Sascha auf, wie stark Zwänge mit anderen psychischen Erkrankungen – z. B. Borderline – verknüpft sein können, und warum Aufklärung so wichtig ist, um Vorurteile abzubauen.

Wenn du selbst betroffen bist oder jemanden kennst, der unter Zwängen leidet: Du bist nicht allein. Es gibt Hilfe. Und es ist kein Zeichen von Schwäche, sie in Anspruch zu nehmen.

Themen-Gliederung
  1. Einführung ins Thema
    – Was sind Zwangsstörungen wirklich?
    – Warum der Begriff oft verharmlost wird
  2. Zwangsgedanken und Zwangshandlungen
    – Aufdringliche, ungewollte Gedanken
    – Typische Inhalte (Gewalt, Religion, Sexualität etc.)
    – Rituale zur „Gefahrenabwehr“
  3. Beispiele aus dem Alltag
    – Kontrollzwänge (z. B. Herd, Wasser, Türen)
    – Waschzwang, Zahlenzwang
    – Religiöse Zwänge und Kaufzwang
  4. Abgrenzung zu Tics und Routinen
    – Neurologische Tics: unwillkürlich, vegetativ
    – Routinen: freiwillig, nicht belastend
    – Der entscheidende Faktor: Leidensdruck
  5. Eigene Erfahrungen und Beobachtungen
    – Persönliche Beziehung mit jemandem mit Kontrollzwang
    – Eigene Rituale vs. behandlungsbedürftige Zwänge
  6. Hintergründe und emotionale Ursachen
    – Dominierende Gefühle: Angst, Schuld, übersteigerte Verantwortung
    – Gedankenmuster: „Wenn ich X nicht mache, passiert Y“
  7. Therapiemöglichkeiten
    – Verhaltenstherapie (Exposition mit Reaktionsverhinderung)
    – Achtsamkeitstechniken
    – Medikamentöse Behandlung (SSRI)
  8. Appell gegen Stigmatisierung
    – Warum Zwänge keine Marotte oder Charakterschwäche sind
    – Die Wichtigkeit von Empathie und Verständnis
    – Parallelen zu anderen unsichtbaren Erkrankungen
  9. Hilfe suchen und anbieten
    – Erste Anlaufstellen
    – Bedeutung von Selbsthilfe und Online-Communitys
    – Motivation zur Selbsthilfe und Begleitung
  10. Ausblick auf kommende Themen
    – Dissoziation
    – emotionale Taubheit
    – weitere psychische und neurologische Erkrankungen
  11. Verabschiedung
    – Persönlicher Dank
    – Abschlussworte und Musik

📚 Weiterführende Literatur auf Amazon (Affiliate‑Links)

Zwanglos zum Glück – Selbsthilfebuch

Ein praxisnahes Selbsthilfebuch mit leicht verständlichen Übungen, um Zwangsgedanken zu erkennen und zu steuern – ideal für den Einstieg in die eigenständige Bewältigung von Zwängen.

Zwangsstörungen verstehen und bewältigen (Balance)

Herausgegeben von Susanne Fricke und Iver Hand, bietet dieser Ratgeber fundierte Unterstützung mit klaren Schritten und alltäglichen Tipps zur Selbsthilfe.

Dem Zwang die rote Karte zeigen

Ein auf Kinder, Jugendliche und deren Eltern zugeschnittenes Buch aus der Balance-Reihe, praxisorientiert mit vielen Fallbeispielen und Übungen .

Selbsthilfe bei leichten Zwangsstörungen und Suchtverhalten

Ein kompakter Ratgeber über 60 Seiten – ideal für alle, die mit leichteren Zwängen aktiv und ohne Therapie loslegen möchten.

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Mitwirkende dieser Episode


Anzahl der Downloads: 153
Spieldauer: 0:24:13
Tag der Aufnahme: 13.07.25
Diese Folge stammt aus der Staffel 4, es gibt insgesamt 4 Staffeln.


Eine LautFunk Publikationskartell Produktion - Wo Geschichten unüberhörbar übermittelt werden.

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Warum Grenzen setzen nicht egoistisch ist

„Grenzen setzen ist keine Egozentrik – sondern Selbstachtung. Lerne, wie du gesunde Grenzen ziehst, ohne Schuldgefühle zu entwickeln.“

Einleitung:

Viele von uns wurden so erzogen, dass es als unhöflich oder gar egoistisch gilt, „Nein“ zu sagen. Wir sollen helfen, freundlich sein, verfügbar sein – möglichst immer und für alle. Vielleicht kennst du das Gefühl, dass ein Teil von dir sich schuldig fühlt, wenn du eine Bitte ausschlägst oder dich für dich selbst entscheidest. Aber ist das wirklich egoistisch? Oder ist es vielleicht sogar ein Akt der Selbstfürsorge, der lange überfällig ist?

„Warum Grenzen setzen nicht egoistisch ist“ weiterlesen

Grenzen setzen: Wie man in Beziehungen mit Persönlichkeitsstörungen Klarheit schafft

„In Beziehungen mit Persönlichkeitsstörungen verschwimmen Grenzen oft. Dieser Artikel zeigt dir, wie du deine Bedürfnisse erkennst, klar kommunizierst und dich wirksam schützt – mit vielen Beispielen.“

Einleitung

Grenzen zu setzen klingt erst einmal einfach – ein klares „Nein“, ein Rückzug, wenn’s zu viel wird, oder das Bedürfnis nach Zeit für sich selbst. Doch in der Realität ist das oft alles andere als leicht. Besonders in Beziehungen mit Menschen, die an einer Persönlichkeitsstörung leiden – sei es Borderline, narzisstische oder histrionische Persönlichkeitsstörung – wird das Thema noch komplexer. Warum? Weil in solchen Beziehungen häufig emotionale Dynamiken auftreten, die Klarheit und Stabilität auf eine harte Probe stellen.

„Grenzen setzen: Wie man in Beziehungen mit Persönlichkeitsstörungen Klarheit schafft“ weiterlesen

Erste Hilfe für schwierige Beziehungsmomente

„Wie du in Krisensituationen einen kühlen Kopf bewahrst – und deinem Gegenüber mit Herz begegnest“

Einleitung: Wenn’s kracht – warum wir vorbereitet sein sollten

Beziehungen gehören zu den schönsten, aber auch herausforderndsten Erfahrungen unseres Lebens. Sie schenken uns Nähe, Geborgenheit und tiefe Verbundenheit – doch genauso bringen sie Missverständnisse, Streitigkeiten und schmerzhafte Momente mit sich. Zwei Menschen, zwei Erfahrungswelten, zwei einzigartige Persönlichkeiten treffen aufeinander. Da ist es nur natürlich, dass es hin und wieder zu Konflikten kommt.

„Erste Hilfe für schwierige Beziehungsmomente“ weiterlesen